Am Tag als die Gründerparty stattfinden sollte, erhielt ich eine Nachricht von Bonnie, die mir mitteilte das sie es nicht schaffen würde zu kommen. Stöhnend starrte ich auf die Nachricht auf meinem Handy und verfluchte Bonnie dafür, dass sie mich nun als fünftes Rad mitgehen lies. Da ich mich allerdings für die Party schon hergerichtet hatte und Elena mich in ein paar Minuten abholen würde, konnte ich nun keinen Rückzieher mehr machen. Ich schrieb Bonnie eine Nachricht zurück, die etwas freundlicher geschrieben war, als ich mich eigentlich fühlte und betrachtete mich ein letztes mal im Spiegel. Meine rotbraunen Haare fielen glatt über meine Schulter und endeten knapp unter meiner Brust. Das dunkelrote Kleid, welches ich mir gemeinsam mit Caroline gekauft hatte, damit ich auch "angemessen für den Anlass gekleidet war", lag eng an meinem Körper und umschmeichelte meine leichten Kurven. Ich war eher der kurvigere Typ Frau, besaß einen flachen Bauch und eine etwas breitere Hüfte, sowie Beine. Mir gefiel meine Figur sehr gut und ich musste zugeben, dass mir das rote Kleid wirklich ausgesprochen gut stand. Die schwarze Handtasche, sowie meine schwarzen Heels unterstrichen mein Outfit. Mein Make-Up hatte ich dezent gehalten, ich trug es wie eigentlich täglich, nur das ich mir noch die mühe gemacht hatte Eyeliner aufzutragen. Seufzen betrachtete ich mich von allen Seiten. Ein Hupen riss mich aus meinen Gedanken und mit einem Blick auf die Uhr stellte ich fest, dass es Elena sein müsste, um mich mitzunehmen. Schnellen Schrittes lief ich aus dem Haus und stieg zu ihr ins Auto ein. Die Stimmung im Auto wirkte leicht angespannt und ich wusste genau, dass irgendwas Elena bedrückte.
Beim aussteigen warf ich einen beunruhigten Blick zu meiner Freundin. Ihre Augen waren fest nach vorne gerichtet und sie schien leicht nervös zu sein. Ich lief um ihr Auto herum und legte mitfühlend eine Hand auf Elenas Schulter. „Ist alles in Ordnung?" Sie biss sich für einen Moment auf die Unterlippe und starrte kurz auf den Boden. „Bei den Gründerpartys muss stehts eine Person jeder Gründerfamilie dabei sein. Ich hatte mich ja eigentlich darauf gefreut, doch jetzt...", sie stockte kurz und sah zu mir. „Es wäre eigentlich eine Feier mit meinen Eltern und Jeremy. Jeremy wollte natürlich nicht kommen und jetzt muss ich allein hingehen. Es wäre nur schön wenn ich es nicht müsste, sondern mit meinen Eltern gehen könnte." Ich legte meinen Arm um ihre Schultern und zog sie in eine feste Umarmung. Sie legte ihre Arme um mich und lies sich in meine Umarmung fallen. „Du schaffst das schon. Und hey wenn es dir zu viel wird hast du immer noch jemanden der dich ablenken kann." Keine Sekunde später tauchte Stefan auf dem Weg auf und ich löste mich aus der innigen Umarmung. „Da hast du deine Ablenkung.", flüsterte ich Elena ins Ohr. Sie drehte sich um, erblickte Stefan und ein lächeln war auf ihren Lippen zu sehen. Bevor sie zu ihm ging, drehte sie sich noch einmal halb zu mir um. „Danke dir. Ich freue mich wirklich, dass du dabei bist."

Während sie zu Stefan ging betrachtete ich Elena für einen Moment in ihrem rot, orangenen Kleid und musste einmal mehr zugeben, wie hübsch sie war. Ich konnte nicht anders als lächeln, als ich sah wie Stefans Augen aufleuchteten als er sie entdeckte. Ein räuspern rechts von mir lies mich zusammen zucken und ich drehte meinen Kopf so schnell zur Seite, dass ich kurz Angst hatte mir meinen Nacken verrenkt zu haben. Damon stand urplötzlich neben mir, mit seinem typischen verführerischen Grinsen auf den Lippen und betrachtete mich von oben bis unten. Ich unterdrückte den Drang meine Augen zu verdrehen und hielt seinem Blick stand, erwiderte jedoch keinesfalls sein lächeln. „Guten Abend Miss Baker.", grüßte er mich. „Keine Begleitung für heute Abend?" Ich zog meine Augenbrauen zusammen und betrachtete ihn missbilligend. „Das interessiert dich weil?" Er schien keinen Moment verunsichert zu sein, im Gegenteil sein grinsen wurde nur noch breiter. Er beugte sich langsam zu mir herunter und kam meinem Gesicht unangenehm nahe. Ich wich keinen Zentimeter zurück, diese Genugtuung wollte ich ihm nicht geben. „Nun ja. Ich kann mich um mehr als ein Mädchen kümmern. Ich hoffe du verstehst was ich meine." Ein höhnisches auflachen wich aus mir und ich konnte nun nicht mehr anders als die Augen zu verdrehen. Dies schien Damon nun doch aus der Fassung zu bringen und er wich langsam von meinem Gesicht zurück. „Nun Damon. Am besten stellen wir das gleich klar. Das Problem ist, dass du weder Brüste hast, noch Damina heißt. Wäre das der Fall hätte ich vielleicht sogar über dein Angebot nachgedacht.", bei dieser Erkenntnis hob er eine Augenbraue und es schien im ein Licht aufgegangen zu sein. „Außerdem.", fügte ich hinzu und dieses mal war ich diejenige die näher an sein Gesicht lehnte. „Caroline ist meine Freundin. Du solltest lieber vorsichtig sein mit dem was du sagst. Sie scheint irgendwas an dir zu finden, auch wenn ich ehrlich gesagt keine Ahnung habe was. Ich warne dich, tu ihr nicht weh. Sonst haben wir beide ein großes Problem." Bevor er die Chance hatte zu antworten drehte ich mich auf meinem Absatz um und stolzierte zu Stefan und Elena hinüber.

Das Haus der Lookwoods war wirklich schön hergerichtete worden und ich war im ersten Moment etwas sprachlos als ich mich innerhalb des Gebäudes umsah. Nachdem ich Elena und Stefan erzählt hatte, wie unangenehm der Moment mit Damon gewesen war, versprach Elena mir, dass sie nicht mehr von meiner Seite weichen würde, für den Fall das er nochmal sowas versuchen sollte. „Verstehst du jetzt was ich meine?", fragte Stefan Elena flüsternd, wohl in der Hoffnung das ich nicht hörte was er ihr sagte. „Ja er ist vielleicht ein Idiot, aber das heißt noch lang nicht, dass er ein schlechter Mensch ist. Du könntest einen guten Einfluss auf ihn haben, weißt du?", flüsterte Elena zurück. Während die beiden hinter mir liefen und die verschiedenen Gegenstände der Familienerbstücke betrachteten, fiel mir ein besonderes Schriftstück ins Auge. Auf einem alten, ausgestellten Papier standen viele Namen der ursprünglichen Gründerfamilien von Mystic Falls. Ich stockte für einen Moment. „Stefan Salvatore?", fragte ich und deutete mit einem Finger auf das Papier. Für eine Sekunde dachte ich Unsicherheit in seinen Augen aufblitzen zu sehen, doch es verschwand so schnell wieder, dass ich mir unsicher war, ob ich mir das vielleicht nur eingebildet hatte. Elena stellte sich zu mir und betrachtete ebenso das Papier. „Nicht nur Stefan Salvatore. Damon Salvatore. Eure Namen stehen dort." Stefan öffnete den Mund um zu antworten, doch eine andere Stimme unterbrach ihn. „Die ursprünglichen Salvatore Brüder." Ich verdrehte zum zweiten mal an diesem Abend die Augen, bevor ich Damon mit Caroline an seinem Arm hinter uns erblickte. „Unsere Vorfahren. Tragische Geschichte." Stefans Blick verdüsterte sich und er trat einen bedrohlichen Schritt auf seinen Bruder zu. „Ich glaube wir brauchen keine langweiligen Geschichten aus der Vergangenheit zu erzählen." Elena legte eine Hand beruhigend an seinen Arm. „Es ist nicht langweilig, ich würde gerne mehr über dich erfahren.", bedeutete sie ihm. Für einen Moment herrschte Stille und ich spürte förmlich wie angespannt die Luft zwischen Stefan und Damon war. „Mir ist langweilig. Ich möchte tanzen.", warf Caroline schließlich ein und ich konnte nicht dankbarer dafür sein, eine Ausrede zu haben um den beiden Brüdern für ein paar Minuten aus dem Weg gehen zu können. Elena schien zu spüren, dass sie gerade nicht erwünscht war und zu dritt, selbstverständlich von Caroline angeführt, ließen wir die beiden allein und betraten die Tanzfläche. Als wir zu tanzen begannen, spürte ich wie sehr ich es brauchte mal wieder loslassen zu können und durch Carolines energievolle Art, wurde ich noch mehr angespornt meine Sorge um die beiden Brüder für einen Moment fallen zu lassen. Auch Elena versuchte den Moment zu genießen und ausgelassen tanzten wir über die Fläche. Es dauerte nicht lange und die beiden Brüder fanden uns schließlich. Ich überlies meine Freundinnen ihren Partnern und nahm mich etwas zurück. Da der Abend bis jetzt ganz gut gelaufen war, hatte ich kein Problem mich für ein paar Minuten auszuklinken. Vom Rande aus betrachtete ich beide Paare und spürte plötzlich einen funken Eifersucht in mir hochsteigen. Es wäre schön jemanden zu haben der mich zu solchen Veranstaltungen begleiten könnte und etwas vermisste ich die paar Minuten an denen nur wir Freundinnen getanzt hatten. Bevor ich mich in diesen Gedanken verlieren konnte, sah ich wie Caroline durch den Raum lief und in Richtung Badezimmer ging, dicht gefolgt von Elena, welche einen besorgten Blick Gesicht hatte. Schnell folgte ich beiden, ich spürte das etwas nicht in Ordnung zu sein schien.

Genau in dem Moment als ich die Türe zum Badezimmer öffnete, sah ich wie Elena eine Wunde an Carolines Hals betrachtete, welche bis lang von ihrem Schal verdeckt worden war. „Oh mein Gott.", entfuhr es mir und ich trat blitzschnell zu den beiden dazu. Caroline riss sich von Elena los und versteckte die Wunde erneut unter ihrem Schal. „War das Damon?" Elenas Stimme zitterte leicht und ihre Augen waren vor lauter Unglauben geweitet. Caroline schüttelte energisch ihren Kopf. „Natürlich nicht!" Mir klappte die Kinnlade herunter. „Caroline wenn Damon das war, dann...". „Lass es einfach!", unterbrach sie mich und rannte an Elena und mir vorbei und aus dem Bad heraus. Ich spürte wie Wut in mir hochkochte, ich griff Elenas Handgelenk und zog sie hinter mir aus dem Bad heraus. Wir mussten keine Worte austauschen, Elena wusste genau wo ich hinwollte. Auf der Veranda fanden wir ihn, sein schmunzeln versetzte mich noch mehr in Rage. Mit meiner Faust schlug ich gegen seinen Arm und war ehrlich gesagt sehr überrascht darüber, dass er nicht einmal zusammenzuckte. „Ich weiß nicht was dein Problem ist Damon, aber wenn du Caroline noch einmal zu nahe kommen solltest, dann schwöre ich dir mach ich dich fertig!", brüllte ich fast und war froh, dass kaum eine andere Person in der nähe stand, die meinen Ausbruch hören konnte. Elena stellte sich neben mich und stemmte ihre Hände in die Hüfte. „Wenn du sie nur falsch ansiehst werde ich zu ihrer Mutter gehen, sie ist der Sheriff falls du es vergessen hast. Also bleib weg von ihr!" Wir gaben ihm keine Zeit zu antworten, wanden uns fast gleichzeitig um und ließen ihn hinter uns stehen.

Es dauerte ein paar Minuten bis wir Stefan fanden. Er stand neben dem Brunnen, welcher im überdimensional großen Garten der Lookwoods zu finden war. Elena lief schnurstracks auf ihn zu, doch ich hielt für einen Moment inne. „Elena.", sie blieb stehen und warf mir einen fragenden Blick zu, ihre Augen schienen immer noch aufzulodern. „Wenn du willst kannst du es Stefan alleine erzählen. Ich muss nicht dabei sein." Doch sie schüttelte den Kopf, nahm meine Hand und sprach im laufen erst weiter. „Wir haben das beide gesehen. Ich habe Stefan nicht geglaubt das sein Bruder ein schlechter Mensch ist und jetzt nachdem ich es doch weiß, bin ich froh das noch jemand gesehen hat, was ich gesehen habe." Als hätte Stefan alles gehört was Elena gesagt hatte, verfinsterte sich sein Blick und er kam uns mit energischen Schritten entgegen. „Elena, Christina? Was ist passiert?" Elena seufzte. „Es tut mir so leid Stefan, ich wollte unbedingt glauben, dass Damon ein guter Mensch ist. Aber...Caroline hat...", sie unterbrach sich, unsicher was sie als nächstes sagen sollte. „Sie hat Wunden oder eher Bisswunden an ihrem Hals. Und sie hat Angst, sie wirkt total verwirrt.", ergänzte ich schließlich. Stefan wirkte jedoch keinesfalls überrascht oder geschockt, sein Blick verfinsterte sich lediglich. Mein Herz rutschte mir in die Hose bei dieser Erkenntnis und ich erinnerte mich plötzlich an mein unsicheres Bauchgefühl, welches ich gegenüber den beiden Brüdern hatte. Ich wusste, es konnte nur etwas mit dem Geheimnis zu tun haben, was beide hüteten. „Es gibt Dinge die ich nicht sagen kann.", sagte er schließlich und richtete schnell seinen Blick auf Elena. „Dinge die ich dir jetzt und die ich vielleicht nie sagen kann. Du mir einfach vertrauen. Ihr beide müsst das." Sein Blick wandte sich auf etwas hinter meiner Freundin und mir. "„s tut mir leid, ich muss gehen." Er lief an uns vorbei und durchquerte den verlassen Garten. Fast verlassen. Selbst über diese Entfernung konnte ich zwei dunkle Gestalten in der Ferne sehen, genau in der Richtung in die Stefan gerade ging. Ich konnte Elenas Verzweiflung erkennen und nahm ihre Hand in meine. „Das ist deine Chance mehr herauszufinden.", raunte ich ihr zu. Elena warf mir einen verunsicherten Blick zu und drehte ihren Kopf erneut in die Richtung in welche ihr Freund gegangen war. Sie nickte langsam und so schnell und leise wie wir konnte folgten wir Stefan.

Kaum hörten wir zwei Stimmen kamen wir zum stehen, gut geschützt von einem Busch vor uns. „Ich verspreche dir ich habe ihnen nichts gesagt." Carolines weinerliche Stimme drang an meine Ohren und ich versuchte durch das Gestrüpp mehr zu erkennen. Als ich meinen Kopf etwas rekte, fand ich schließlich eine kleine Lücke zwischen den verzweigten Ästen und konnte nun das Spektakel vor mir, wenigstens halbwegs erkennen. Ich deutete mit meinem Finger auf die Lücke und Elena hob ihren Kopf ebenso an, um mehr von der Situation sehen zu können. „Ich.. ich hab wirklich nichts gesagt, wirklich...", ein schluchzen unterbrach Carolines Worte. Damon atmete tief aus, drehte Caroline um und presste sich an ihren Rücken, ein Arm um ihren Bauch und einer um ihren Schultern geschlungen. „Du machst mich fertig, weißt du das?", raunte er ihr zu, so dass es für mich kaum möglich war die Worte zu verstehen. Im nächsten Moment passierten so viele Dinge auf einmal, dass es für mich kaum möglich war alles in meinem Kopf zu behalten. Unter Damons Augen begannen schwarze Adern aufzutauchen und er biss plötzlich in Carolines Hals. Als Damon nach weniger Zeit von Caroline abließ, fiel das blonde Mädchen ohnmächtig zu Boden. Damon stieß plötzlich ein keuchen und husten aus und fiel vorne aus seine Knie. „Ich wusste, dass ich in dein Getränk nichts mischen konnte.", hörte ich plötzlich Stefans Stimme sagen und er tauchte hinter Damon auf. „Also habe ich es bei ihrem Drink getan." Einen Herzschlag später fiel Damon nach hinten und lag ebenfalls Ohnmächtig auf dem Boden.

Elena sprang förmlich hinter dem Busch hervor und rannte zu Caroline hinüber. „Elena?", rief Stefan erstaunt und in seiner Stimme lag nun Angst. Vorsichtig kam ich hinter dem Busch hervor und stellte mich schützend zwischen Stefan und Elena. „Erklärung. Jetzt!" Das war im Moment das einzige was ich herausbrachte. Unsicherheit spiegelte sich in seinen Augen wieder und ich wusste das egal was er nun sagen würde, es nichts gutes sein konnte. Er holte tief Luft. „Was ist er, Stefan? Was ist mit Caroline?", rief Elena und an ihrer Stimme konnte ich erkennen, dass sie bereits den Tränen nahe war. „Caroline wird es wieder gut gehen." Er seufzte. „Und ich werde mich um Damon kümmern." Ohne nachzudenken ging ich einen kleinen Schritt zurück. „Was ist er? Und was bist du?", fragte ich. Eine Sekunde lang herrschte Stille. „Vampire. Damon und ich sind Vampire." Elena begann hinter mir zu schluchzen und ich war so überrascht von Stefans Worten, dass ich es nicht schaffte mich von selbst nur einen Meter zu bewegen. Erst als ich Elenas Hand an meinem Handgelenk ziehen spürte, schaffte ich es meinen Körper in Bewegung zu bringen. Kaum hatten wir uns umgedreht, stand Stefan auch schon wieder vor uns. „Elena, warte." Er war so schnell dort gewesen, so unmenschlich schnell. Augenblicklich übermannte mich Panik und nun war ich diejenige die Elenas Hand packte und sie in die andere Richtung davon zog. Diesmal stellte er sich nicht erneut in unseren Weg und ich wusste ehrlich gesagt nicht ob ich dieses mal hätte stoppen können. Ich wusste nicht wie lange ich gerannt war, doch nach einer gefüllten Ewigkeit blieb ich stehen, genau als ich spürte, dass Elena hinter mir zusammengebrochen war. Ich blickte mich um. Wir waren kurz vor Elenas Auto zum halten gekommen. Ohne Worte nahm ich Elena in den Arm. „Sollen wir darüber reden?", fragte ich sie vorsichtig. Wild schüttelte Elena ihren Kopf. „Lass mich dich wenigstens noch nach Hause bringen." Es dauerte ein paar Minuten bis ich es schaffte Elena zu überreden ins Auto zu steigen. Vor ihrer Türe kamen wir zum halten, ihre Tränen flossen unaufhörlich weiter. „Ich brauch Zeit für mich.", brachte sie stockend und unter Tränen hervor und ich nickte verständnisvoll. Sie zog den Schlüssel aus der Zündung streckte ihn mir entgegen. „Damit du sicher heim kommst.", flüsterte sie. Ich nahm den Schlüssel aus ihrer Hand und betrachtete sie kurz. Sie wich meinem Blick aus und ich wusste das ich nicht nochmal versuchen sollte, sie zum reden zu bringen. „Ich bringe dir dein Auto morgen wieder und dann entscheiden und reden wir über alles." Elena nickte und ohne ein weiteres Wort öffnete sie die Türe. Ich stieg die Treppen der Veranda hoch und spürte wie zittrig meine Beine immer noch waren. Kurz bevor wir bei ihrer Türe angekommen waren hörte ich erneut ihre zittrige Stimme. „Christina?" Ich drehte mich zu ihr. „Ich weiß nicht ob du es jemanden erzählen möchtest... aber kann das bis morgen warten?" Ich nickte. „Wir reden morgen darüber wie wir weiter vorgehen können. Ich sag es keinem bis dahin. Versprochen!"

Erleichterung durchfuhr mich als ich endlich vor meinem Haus zum stehen kam. Während der kurzen Fahrt hatte ich mich kaum auf die Straße konzentrieren können, da ich versuchte alles Geschehene nochmals zu verarbeiten. Meine Hände waren ständig am zittern und erst als ich den Motor ausgestellt hatte, konnte ich einen tiefen Atemzug nehmen und schloss für einen Moment meine Augen. Während ich aus dem Auto ausstieg kramte ich bereits eine Zigarette und mein Feuerzeug aus meiner Handtasche und bereits im laufen zündete ich mir diese an. Auf meiner Veranda setzte mich auf einen der Stühle welche dort standen. Während ich rauchte, stützte ich meinen Kopf auf meiner freien Hand ab, mein Arm auf dem kleinen Gartentisch aufgestützt. Ein Geräusch hinter mir ließ mich zusammenzucken und mir entfuhr ein kleiner Schrei. Hinter mir stand unverkennbar Elena Gilbert. Allerdings eine komplett veränderte Elena. Ihre braunen Haare lagen in sanften Wellen über ihren Schultern. Sie trug ein lilafarbenes Oberteil und darüber eine schwarze, feminine Lederjacke. Eine dunkle Jeans schmeichelte ihre Beine und sie hatte schwarze Pumps an. Unwillkürlich betrachtete ich sie von oben bis unten. Dieser Look stand Elena wahnsinnig gut und mein Mund klappte vor Überraschung auf. Es dauerte ein paar Sekunden bis meine Augen wieder nach oben fanden und direkt in ihre sahen. Ein ungutes Gefühl machte sich in mir breit. Auch wenn die Person vor mir Elena glich wie keine zweite, so hatte ich das ungute Gefühl, dass die Person vor mir nicht Elena war. Nach all dem was heute passiert war, kam mir der Gedanke auch nicht mehr so unglaubwürdig vor, wie er es mir heute morgen vorgekommen wäre. Der Blick in den schokoladenbraunen Augen vor mir bestätigte mir fast meine Überlegung. Elenas Augen waren warm, voller Lebensfreude und Mitgefühl, doch diese Augen starrten mir kalt und selbstsicher entgegen. Ich spürte wie mein Herzschlag schneller wurde und trotz das ich mir fast sicher war, dass die Person nicht Elena war, konnte ich nicht umhin nachzufragen. „E...Elena?" Ein teuflisches grinsen breitete sich auf den Lippen von der Person aus und sie trat einen Schritt auf mich zu. Zu ängstlich um mich zu bewegen blieb ich stehen. Mein Körper schien mir den Dienst zu versagen. Alles in mir schrie danach wegzulaufen, zu rennen und nicht mehr stehen zu bleiben, doch ich schaffte es nicht. Elenas Double blieb dicht vor mir stehen. Durch ihre Absätze und dadurch, dass ich sowieso schon etwas kleiner war als Elena, musste ich meinen Kopf etwas anheben um in das Gesicht der fremden blicken zu können. „Du musst Christina sein." Die Stimme der fremden klang ebenso kalt wie ihr Blick, mit einem verführerischen Unterton darin. Auch wenn mein ganzer Körper versagte, spürte ich trotzdem wie mein Kopf eins und eins zusammen zählte. Mein Bauchgefühl bestätigte meine Gedanken und ich wusste, wer auch immer das Mädchen war, sie war genauso wie Stefan und Damon.