„Wie bist du reingekommen?", stotterte ich und trat einen Schritt von dem Vampir zurück. Katherine ging an mir vorbei und ließ ihren Finger über die Küchenzeile streifen, während sie sich wie bereits bei ihrem ersten Besuch umsah. „Ich brauche niemanden der mich hineinlässt. Sobald ich reingebeten wurde, finde ich immer einen Weg selbst reinzukommen." Wunderbar, also schien sie nun für immer einen Zugang zu meinem Haus zu haben. Nicht gerade beruhigend. Ich seufzte laut und setzt mich auf einen der Küchenstühle. „Was willst du hier?" Katherine antwortete nicht, sondern wanderte weiter umher bis sie die Küche verlies und ins Wohnzimmer stakste. Genervt stand ich auf und folgte ihr. Im Wohnzimmer angekommen schaute sie sich erneut um, wobei ihre Augen nie an einem festen Punkt blieben, sondern eilig im Zimmer umher wanderten. Ich lies mich auf die Couch fallen und überkreuzte die Beine. „Was tust du hier?" Sie drehte sich zu mir um und betrachtete mich für einen Moment. „Ich überprüfe nur, ob du noch von nutzen für mich bist." Gelangweilt betrachtete Katherine die Bilder an der Wand und Schritt die Bilderreihe entlang. Ich biss mir auf die Lippe. Vielleicht schaffte ich es dieses mal ihr wenigstens ein paar Antworten entlocken zu können. „Warum sehen Elena und du gleich aus? Seid ihr Verwandt oder so was?" Bei dem letzten Bild war Katherine stehen geblieben und betrachtete es für einen Moment. „Mhm, Hexen und ihre Magie." Ich runzelte die Stirn. „Hexen? Die auf Besen fliegen oder wie?" Sie schenkte mir einen ihrer abwertenden Blicke und hob dabei eine Augenbraue. „Ich würde das an deiner Stelle nicht zu einer Hexe sagen." Mit einem letzten Blick auf das Bild wanderte sie weiter durch das Wohnzimmer und lies ihre Augen über das gefüllte Bücherregal neben dem Fernseher wandern. Mir fiel plötzlich wieder ein, dass Bonnie mir mal etwas über Hexen in ihrer Familie erzählt hatte und ich machte mir innerlich eine Notiz um sie dazu nochmals zu befragen, wenn ich sie das nächste mal sehen würde. Da Katherine anscheinend in der Stimmung war, fragen zu beantworten, forderte ich mein Glück weiter heraus. „Wie funktioniert das?" Katherine zuckte mit den Achseln, während sie eines der Bücher aus dem Regal nahm und kurz durch die Seiten blätterte. „Warum tust du das alles? Mich retten, Elena beschützten?" Katherine stellte das Buch erneut ins Regal, drehte sich um und ich spürte wie ich unter ihrem Blick förmlich schrumpfte. „Glaub mir wenn ich wollte, dass du es erfährst, würdest du es bereits wissen." Mit langsamen Schritten kam sie auf mich zu und ich spürte einmal wieder einen Anflug von Angst in mir hochkriechen. Kurz vor mir blieb sie stehen, verschränkte ihre Arme über dem Körper und betrachtete mich von oben herab. „Genug fragen gestellt?" Unwillkürlich wanderte mein Blick von ihrem Gesicht über ihren Oberkörper und weiter nach unten zu ihren Beinen. Es war wirklich faszinierend wie ähnlich sie und Elena sich sahen und wie Katherine trotzdem ein ganz anderer Typ war. Die Art wie sie sich bewegte, ihre Stimme und ihr Charakter wirkten zwar bedrohlich, doch auch wirklich attraktiv. Äußerlich fühlte ich mich wahnsinnig zu ihr hingezogen, obwohl das lustigerweise bei Elena nicht so der Fall war.
Katherine hatte meinen Blick natürlich bemerkt und hob erneut eine Augenbraue. „Gefällt dir was du siehst?" Blitzschnell blickte ich in ihr Gesicht und schluckte einen Klumpen in meinem Hals runter. „Warum hast du dich Stefan und Damon nicht gezeigt?", versuchte ich vom Thema abzulenken, doch die Frage-Antwort-Runde schien vorbei zu sein. Katherine löste ihre Arme und lehnte sich bedrohlich und gleichzeitig verführerisch zu mir runter. „So gern ich Stefan wieder sehen würde, geht es dich nichts an, warum ich mich ihm noch nicht gezeigt habe. Es übrigens sehr unhöflich, seinen Gästen nichts zu trinken anzubieten." Ihre Hände legten sich links und rechts von meinem Kopf an die Couchlehne und sie kam meinem Gesicht immer näher. Ich unterdrückte den Drang mir auf die Lippe zu beißen und hielt meine Augen fest auf ihre gerichtet. „Du wirst mir nicht wehtun!", flüsterte ich zittrig und lehnte mich soweit wie möglich gegen die Couchlehne. Katherines Augen verdunkelten sich und die dunklen Adern unter ihren Augen traten hervor. „Ich habe es dir schon mal gesagt. Meine Pläne können sich jederzeit ändern. Außerdem...", ihre Lippen kamen meiner Kehle bedrohlich nahe und ich hielt automatisch die Luft an, schloss meine Augen und bereitete mich auf das stechende Gefühl von Vampirzähnen vor. „Würde es dich nicht gleich umbringen, wenn ich nur ein wenig trinken würde." Ich biss mir auf die Lippe, die Augen immer noch fest geschlossen, doch ich spürte wie Katherine sich von mir entfernte. Vorsichtig öffnete ich sie wieder und sah wie sich Katherine auf der anderen Seite der Couch niederlies. „Zu deinem Glück, habe ich momentan keinen Hunger." „Ich glückliche.", nuschelte ich und erlaubte es mir wieder normal zu Atmen. Sie grinste nur und schlug ein Bein über das andere. „Du musst mir einen gefallen tun Christina." Ein ungläubiges auflachen entfloh mir. Wahrscheinlich hatte sie mich deswegen gerettet, damit ich für sie Aufgaben erfüllte, sobald sie etwas brauchte. E„s ist einfach.", fuhr sie fort. „Du musst Stefan und Damon davon abhalten, in die Gruft zu kommen." Ich runzelte die Stirn. „Gruft? Welche Gruft?" Meine Frage wurde wieder einmal ignoriert. Ich sollte es langsam gewohnt sein. „Damon weiß, dass ich 1864 nicht getötet wurde. Keine Ahnung woher er es weiß, doch ich befürchte, dass Stefan es auch bald herausfinden wird und ich bin mir ziemlich sicher, dass beide versuchen werden hinein zu kommen." Ich lies meinen Kopf in den Nacken fallen und betrachtete für einen Moment die Decke. „Und was erwartest du von mir? Solang ich nur die Hälfte weiß, ist es leider nicht so einfach deinen "Wünschen" gerecht zu werden." Auf Katherines kichern hin, blickte ich erneut zu ihr. „Du weißt gar nichts.", sie hob grinsend eine Augenbraue. „Und das wird auch so bleiben!" Verzweifelt rang ich die Hände in die Luft. „Und was macht das für einen Unterschied? Ich kann nicht einmal daran denken jemand anderen von dir zu erzählen." Stolz auf ihr Werk grinste Katherine noch breiter und neigte ihren Kopf leicht zur Seite. „Du wirst schon selbst herausfinden wie du das anstellst. Sagen wir sobald sie mit ihren Überlegungen in Richtung der Gruft gehen, lenk sie ab, überleg dir was anderes." „Klingt ja wahnsinnig einfach.", murmelte ich ironisch und legte meinen Kopf erneut in den Nacken und betrachtete für einen Moment die Decke. „Kannst du dir nicht jemand, sagen wir geeigneteren für deine Aufgaben aussuchen.", sagte ich frustriert und wand meinen Blick wieder nach unten. Ich zuckte zusammen, denn Katherine war bereits verschwunden. „Gott, kannst du wenigstens Tschüss sagen?", rief ich aus. Ein fernes lachen war zu hören, bevor es langsam abklang und ich wusste sie war fort.
Abgesehen davon, dass Katherine mich darum gebeten hatte, Elena und Stefan wieder näher zueinander zu bringen, merkte ich, dass es Elena selbst auch wollte. Seit dem Zwischenfall bei der Gründerparty, waren die beiden weder zusammen, noch wirklich getrennt gewesen und langsam war es an der Zeit, dass die beiden über ihre Beziehung sprechen sollten.
Vor zwei Tagen hatte Elena mich angerufen und erzählte mir, dass sie, als sie Stefan besuchen wollte, eine blonde jungen Frau angetroffen hatte. Ich befürchtete schon, dass dies nun alles zwischen den beiden zerstören würde, doch es stellte sich heraus, dass die besagte Frau Lexi, Stefans beste Freundin war. Sie war zu seinem Geburtstag nach Mystic Falls gekommen. Elena und ich hatten sie anschließend im Grill kennengelernt und ich musste zugeben, dass Lexi wirklich nett war. Ich mochte sie von Anfang an und dadurch, dass wir uns gut unterhielten, gab es für Elena auch die Möglichkeit wenigstens eine kurze Zeit mit Stefan zu sprechen. Aus dem Augenwinkel hatte ich die beiden beobachtet und es war sehr offensichtlich, dass beide noch etwas für einander empfanden. Ich freute mich wirklich für sie und wünschte ihnen nur das beste, doch als ich mich an Katherine und ihre Worte erinnerte, versetzte es mir einen kleinen Stich in der Brust. Ob ich wollte oder nicht ich konnte ihnen nichts von Katherine erzählen, doch einmal mehr meldete sich mein schlechtes Gewissen. Es gefiel mir nicht, dass die Beziehung der beiden offenbar zu Katherines Plan gehörte.
Der Abend nahm, wie eigentlich fast jeder Abend, seit dem ich auf der Gründerparty gewesen war, erneut ein schlechtes Ende. Damon war zu dem Schluss gekommen, dass er Lexi beseitigen wollte und hatte sie an dem Abend gepfählt. Stefan war so in Rage gewesen, dass er es fast geschafft hatte Damon zu töten. Seit dem ich hier wohnte war ich so umgeben von Tod, Blut und kämpfen, dass ich fast nicht überrascht war, nachdem Elena mir das ganze erzählt hatte.
Meine Beifahrertüre öffnete sich und ich wurde plötzlich aus meinen Gedanken gerissen. „Hey du.", grüßte mich Elena und lies sich auf dem Sitz nieder. Nachdem Elenas Auto noch bei Stefan und Damon stand, hatte sie mich gefragt ob ich sie zu den beiden fahren könnte. Außerdem wollte sie sowieso nach Stefan schauen. „Hey.", antwortete ich bevor ich meinen Wagen in Bewegung setzte. „Also. Hast du schon darüber nachgedacht was zwischen dir und Stefan jetzt ist?", fragte ich vorsichtig. Das Thema war in den letzten Tag einmal wieder untergegangen, da zu viel andere Dinge passiert sind. Elena seufzte laut. „Ich weiß nicht genau, ehrlich gesagt." Ich warf ihr einen flüchtigen Blick zu, ein grinsen zuckte kurz über meine Mundwinkel. „Weißt du, man kann die Luft zwischen euch förmlich knistern spüren." Elena verdrehte die Augen, aber ein schwaches lächeln war auf ihren Lippen zu erkennen. „Warum dem nicht nachgeben?", fügte ich hinzu. Es dauerte ein paar Sekunden, länger als gewöhnlich, bevor sie antwortete. „Du hast eigentlich recht. Aber es ist zur Zeit alles so schwierig. Irgendwie kommt ein Drama nach dem anderen und ich weiß nicht ob ich bereit bin mich auf eine Beziehung einzulassen." „Elena, seien wir ehrlich, es wird wahrscheinlich nicht besser werden mit dem Drama. Seit dem wir beide wissen das es Vampire gibt, hat sich unser Leben sehr gewandelt und das ist überfordernd und anstrengend aber du hast auch etwas gutes zwischen dem ganzen gefunden. Lass dir deine Chance nicht entgehen." Elena dachte für einige Momente über meine Worte nach und schwieg. Ich bog auf die letzte Straße zum Haus der beiden Brüder ein und wartete immer noch auf eine Antwort. Ich war gerade am überlegen, ob ich etwas falsches gesagt hatte, doch Elena unterbrach meine Gedanken. „Du hast recht. Ich sollte dem ganzen noch eine Chance geben." Ich drückte auf die Bremse und langsam kamen wir vor dem Haus zum stehen. Elenas Auto stand neben meinem, sie würde alleine zurück fahren. „Ich weiß das ich recht habe.", antwortete ich lächelnd und legte meine Hand auf ihre Schulter. „Rede mit ihm. Ihr werdet das schon klären können." Elena nickte und umarmte mich kurz, bevor sie ausstieg und mit einem winken von meinem Wagen zum Haus hinüber ging.
Ich drehte vorsichtig auf dem Platz vor dem Haus um und fuhr aus dem Gelände heraus. Ich war keine Minute gefahren, bevor mein Handy zu klingeln begann und mit einem Blick auf das Display sah ich, dass mein Vater anrief. Eilig fuhr ich an den Rand, bevor ich mein Handy an mein Ohr hielt. „Hallo Dad." „Hallo, meine große. Wie geht es dir?" Ich lächelte breit. In letzter Zeit hatten wir nicht oft Zeit gehabt zu telefonieren, da mein Vater meist sehr beschäftigt mit der Arbeit gewesen war und ich viel zu beschäftigt mit übernatürlichen Ereignissen. „Mir geht es gut, ich bin nur erschöpft. Ich hoffe dir geht es auch gut?" Er lachte kurz auf. „Erschöpft? Bist du zu viel unterwegs? Oder ist es die Schule?" Seufzend lehnte ich meinen Kopf gegen die Fensterscheibe. „Irgendwie alles. Es gibt über all sehr viel Drama."
Wir redeten ein paar minutenlang und ich versuchte ihm so viel zu erzählen wie mir möglich war, ohne dabei die übernatürlichen Dinge zu erwähnen. „Ach das wird alles schon wieder und ein bisschen Stress gehört immer mit dazu. Dadurch bist du wenigstens beschäftigt.", versuchte er mich aufzubauen. „Ich freue mich wirklich, dich bald wieder zu sehen, Dad." Seit meinem Einzug waren nun fast drei Monate vergangen und am Ende dieses Monats würde mein Vater wieder nach Hause kommen. „Ich freu mich auch auf dich! So jetzt fahr nach Hause und komm gut an." Seine Stimme klang etwas heißer und ich wusste er wollte nur so schnell auflegen weil ihm gerade die Tränen kamen. „Dad wir sehen uns doch bald! Wo sind deine eisernen Nerven?" Wir lachten beide. „Sind wieder aktiviert! Ich hab dich lieb große, bis bald." „Bis bald, Dad. Ich hab dich auch lieb."
Während ich auflegte, sah ich in meinem Rückspiegel plötzlich ein Auto auf mich zurasen. Da ich noch am Seitenrand stand, musste mich das Auto überholen. Während des Überholvorgangs schaute ich automatisch zur Seite um die Person in dem anderen Auto zu sehen. Mein Herz sackte nach unten. Es war Elena. Ich war mir nicht ganz sicher ob sie geweint hatte, dafür hatte ich sie zu kurz gesehen, doch an der Art wie schnell sie fuhr, merkte ich sofort das irgendwas los war. Ich startete sofort meinen Wagen und presste meinen Fuß auf das Gaspedal. Ich wusste, dass es nur einen Weg gab, den Elena fahren würde und so fuhr ich so schnell wie ich es mir zutraute hinter ihr her. Dadurch, dass es schon sehr dunkel war und ich durch ein kleines Waldstück fahren musste, traute ich mich nicht zu schnell zu fahren. Gerade als ich mir dachte, dass ich lieber langsamer fahren und Elena anrufen oder zu Hause antreffen sollte, sah ich nach einer Kurve ihr Auto ein Stück weiter vorne um die nächste Kurve biegen. Ich beschleunigte erneut und fuhr um die Kurve, viel schneller als ich es sollte. Ich bereute es sofort. Vor mir auf der Straße stand ein Mann in einem schwarzen Hoodie, der sich mitten auf meine Spur gestellt hatte. Ich war so geschockt und viel zu schnell um irgendwie zu reagieren. Als ich gegen ihn prallte entfuhr mir ein Schrei, der sofort wieder erstickte, da sich mein Auto überschlug und ich hin und her geschleudert wurde. Endlich kam mein Wagen zum stehen und ich blieb kopfüber hängen. Blinzelnd öffnete ich meine Augen. Kurz war alles verschwommen, ich konnte kein klares Bild vor mir erkennen, es dauerte ein paar Sekunden bis ich vor mir auf der Straße die Person liegen sah. Bei dieser Geschwindigkeit musste er einfach Tot sein, der Aufprall war viel zu hart gewesen. Ich spürte wie mein Körper schmerzte und einmal mehr fragte ich mich, warum ich seit dem ich über Vampire bescheid wusste, immer in solche Situationen gerat. Ich versuchte mich im Auto umzuschauen, doch mein Körper fühlte sich viel zu erschöpft an. Mein Blick wanderte wieder zu dem Mann und mein Herz blieb stehen.
Er hatte einen Arm in die Luft gestreckt, der offensichtlich gebrochen war. Mit einem Ruck wurde der Arm wieder in die richtige Position manövriert. Die anderen Gliedmaßen rückten nach und nach ebenfalls an ihren rechtmäßigen Platz. Der Mann stand langsam auf, die Kapuze immer noch über seinem Gesicht so weit, dass ich nichts erkennen konnte. Dann lief er auf mich zu. Panik machte sich in mir breit, ich kämpfte gegen meinen Gurt an und begann kurz darauf wild zu schreien. Als seine Füße fast vor mir stehen blieben, verschwand er plötzlich. Bei der Geschwindigkeit, in welcher er verschwunden war, wurde mir klar, dass es nur ein Vampir sein konnte. Was auch sonst? Ich lies meinen Kopf kurz hängen, bevor erneut zwei Beine vor mir auftauchten und erneut schrie ich los. „Beruhig dich, ich bin es nur!", sagte eine genervte feminine Stimme und für einen Moment dachte ich, es wäre Elena. Erst als ihr Gesicht vor mir auftauchte, erkannte ich Katherine. Natürlich war es sie, es ist immer sie. „D-da war ein Mann! Ein Vampir.", brachte ich stotternd heraus und augenblicklich erhob sich Katherine und blickte sich wild um. Es dauerte einen Moment bis sie sich erneut zu mir herunter beugte. „Hier ist niemand." Sie grinste mir plötzlich zu und betrachtete mich von oben bis unten. „So du hängst hier so herum?", fragte sie mich spöttisch. Ich wimmerte leise und schloss kurz meine Augen. Mein Kopf fühlte sich langsam an, als würde er explodieren und Katherines necken, war mir gerade einfach zu viel. Ihr machte das alles viel zu viel Spaß. „Ich sitze fest.", murmelte ich. „Gut das du es erwähnst, ich hatte es fast übersehen." „Kannst du mir einfach hier raushelfen?!", fuhr ich sie wütend an. Katherine legte den Kopf noch schiefer und begann zu schmollen, bevor sie sich erhob und so tat als würde sie beleidigt davon gehen. Ich hatte die Belustigung in ihren Augen gesehen und wusste genau, dass sie nur mit mir spielte. Doch meine Angst und mein langsam immer mehr schmerzender Körper, sagten mir, ich musste hier raus. „Katherine! Bitte hilf mir! Bitte.", schrie ich aus und hasste wie weinerlich meine Stimme geworden war. Ich spürte wie meine Stirn feucht wurde und ich innerlich verfluchte ich mich dafür. Katherine bewegte sich nun schneller wieder zu mir und Erleichterung stieg in mir hoch.
Sie beugte sich erneut grinsend zu mir hinunter, doch es verschwand in dem Moment als sie meine Tränen sah. Seufzend griff sie in Richtung des Gurtes und betrachtete mich kurz. „Stütz dich mit deinen Armen gegen das Dach, damit du dir nicht den Kopf verletzt.", bedeutet sie mir ruhig und ich folgte ihrem Befehl. Meine Arme waren so zittrig, ich wusste nicht ob ich mich überhaupt halten konnte. In dem Moment riss Katherine an meinem Gurt und ich versuchte mich mit aller Kraft abzustützen. Katherine packte mich kurz bevor meine Arme zum einbrechen drohten und zog mich aus dem Auto heraus. Sie stellte mich auf meine Beine, doch diese gaben sofort nach und ich sank langsam zu Boden. Sie verdrehte die Augen, griff mich und hob mich mit Leichtigkeit nach oben, wo ich im "Brautstyle" in ihren Armen hing. Mein Kopf lehnte schwach an ihrer Schulter und ich kämpfte damit nicht in einen Schlaf zu fallen. „Danke Katherine.", flüsterte ich und meine Augen fielen zu. Ich war so müde und erschöpft. „Das meine ich ernst." Ich öffnete für eine Sekunde erneut meine Augen und sah ein leichtes lächeln auf ihrem Gesicht. Ich weiß nicht ob ich es mir nur eingebildet hatte, doch ich glaubte, dass es das ehrlichste und freundlichste kleine lächeln war, was ich bei ihr je gesehen hatte. Dann driftete ich in einen tiefen Schlaf.
