Personen: Albus Potter, Morgaine McGregor, James Potter, Fred Weasley, Marius Proudfoot

Zuordnung: Teil 1, Kapitel 7

Wachsam

Albus war auf dem Weg in den Gemeinschaftsraum.

Rose und Ascella wollten die nächsten Stunden in der Bibliothek verbringen, aber er brauchte jetzt erst einmal eine Pause. Zwischen all den neuen Fächern in diesem Jahr und ständigem Quidditchtraining hatte man kaum noch Zeit, einfach mal überhaupt nichts zu tun. Vielleicht gab es ja jemanden im Gemeinschaftsraum, der Lust auf eine Runde Zauberschnippschnapp hatte.

„Hey Albus", rief da plötzlich eine Stimme hinter ihm.

Er drehte sich herum. Es war Morgaine McGregor, ein Gryffindor-Mädchen aus seinem Jahrgang.

„Hi", sagte Albus überrascht.

„Du magst doch so gern Lakritzzauberstäbe, oder?", fragte sie.

„Ähm, ja?", antwortete er.

„Meine Tante hat mir schon wieder welche geschickt, obwohl sie genau weiß, dass ich die überhaupt nicht leiden kann, deshalb hier bitte. Ich glaube, du kannst eher etwas damit anfangen."

„Oh, danke", sagte Albus.

„Kein Problem", sagte Morgaine fröhlich und verabschiedete sich dann allerdings, denn auch sie wollte in die Bibliothek.

Dankbar fing Albus an, die Schachtel zu öffnen, doch gerade als er in den ersten Zauberstab hineinbeißen wollte, hielt jemand seine Hand zurück.

„Albus, Albus, Albus", erklang die tadelnde Stimme seines Bruders.

„Sei nicht so streng mit ihm James, er ist noch jung", erklang nun auch Freds Stimme hinter ihm.

„Und weiß es nicht besser", sagte Marius.

Alle drei waren plötzlich aus dem Nichts aufgetaucht und sahen Albus nun kopfschüttelnd an.

„Bist du sicher, dass du die essen willst?", fragte James, während Albus nur zweimal blinzelte.

„Ist schließlich seine Lieblingssüßigkeit", erklärte Fred, doch es war offensichtlich, dass er sich nur über Albus lustig machte.

„Komm schon, das ist doch der älteste Trick der Welt!", rief James, doch wieder blinzelte Albus nur.

Er verstand gar nichts.

„Die kleine Morgaine hat sie bekommen von ihrer Tante?", fragte Marius, obwohl er die Antwort genau kannte.

„Aber sie mag sie überhaupt nicht", sagte Fred und schüttelte übertrieben angewidert den Kopf.

„Was ein Zufall!", rief Marius plötzlich, als wäre ihm gerade aufgefallen, was für eine glückliche Fügung das doch alles war.

„So ein nettes Mädchen", seufzte Fred, „Weißt du, was noch ein Zufall wäre, Marius?"

„Was denn Fred?"

„Wenn er sich jetzt ganz plötzlich in sie verliebt", antwortete Fred.

„Das wäre ja Zauberei!", staunte Marius.

„Ja, oder...", wollte Fred gerade ansetzen, doch Albus hatte es inzwischen verstanden.

„Schon klar, ich habe es kapiert!", rief er aufgebracht und tat den herausgezogenen Stab wieder zurück in die Tüte.

„Und wieder eine gute Tat vollbracht!", sagte Marius, während er Fred und James umarmte, die Albus allesamt angrinsten.

„Vorsicht sei geboten, was du nimmst in deine Pfoten und steck nicht jeden Fund gleich gierig in den Mund", reimte James, nahm ihm die Lakritzzauberstäbe aus der Hand und warf sie mit dem gekonnten Wurf eines Jägers in den nächsten Mülleimer.

„Immer wachsam!", sagten die drei Freunde im Chor und machten schließlich auf dem Absatz kehrt.