Personen: James Potter, Gracie Connor, Fred Weasley, Marius Proudfoot, Lily Potter, Max Fry

Zuordnung: Teil 1, Kapitel 12

Streit

Es war am Abend im Gemeinschaftsraum, nach dem Spiel gegen Hufflepuff, das sie 280 zu 50 gewonnen hatten. Die Gryffindors waren wie immer nach Quidditchspielen in bester Feierlaune, zumindest die meisten. Laute Musik dröhnte aus einer Ecke und Marius und Fred hatten ein wahres Festessen aus der Küche organisiert. James stand etwas abseits und flirtete mit Lisa McGuffin, einer Viertklässlerin.

„Hey, Lily! Lust auf ein Glas Butterbier?", hörte er Marius auf einmal fragen.

„Nein, danke", gab Lilys Stimme zurück.

„Bist du sicher?", fragte Fred, „das hier ist wirklich gut. Probier mal!"

„Ach hört auf, ich trinke das nicht!", sagte Lily bestimmt.

„Schade", rief Marius hinüber zu Fred.

„Lass uns jemand anderen fragen", schlug dieser daraufhin vor und kurze Zeit später versuchten sie es bei einem kleinen blonden Jungen, der jedoch auch ablehnte.

„Max nimmt bestimmt etwas", sagte Fred hoffnungsvoll und glucksend und sah sich nach einem kleinen schwarzhaarigen Erstklässler um.

„Max", rief Marius durch den ganzen Gemeinschaftsraum und plötzlich tauchte ein kleiner schwarzhaariger Junge neben ihnen auf.

„Ein Schluck Butterbier gefällig?", fragte Fred ihn, „Für dich sogar umsonst!"

„Habt ihr da etwas hineingemischt?", fragte Max und sah die beiden Fünftklässler misstrauisch an, doch diese schüttelten die Köpfe.

„Okay, ich nehme eins", stimmte Max zu und streckte die Hand nach dem Glas aus.

„Vergesst es!"

Alle vier Köpfe, auch der von James, drehten sich herum und erblickten ein Fünftklässler-Mädchen mit schwarzen schulterlangen lockigen Haaren und grauen Augen, die wütend dreinschauten. Sie hatte die Hände in die Hüften gestemmt und auf ihrer Brust prangte ein rot-goldenes Vertrauensschülerabzeichen.

„Ich beschlagnahme alles!", sagte sie und wollte gerade ihren Zauberstab aus dem Umhang ziehen, um die Sachen verschwinden zu lassen, als James sich in die Szene einmischte.

Es war schließlich seine Party. Er war der Kapitän. Er hatte seine Mannschaft zum Sieg geführt. Deshalb veranstaltete auch er die Party!

„Ach, komm schon, Gracie", versuchte James sie zu beruhigen, „Lass ihnen doch den Spaß. Selbst schuld, wenn sie etwas nehmen."

Doch wieder einmal ging sein Vorhaben nach hinten los.

„Du bist so ein verantwortungsloser Idiot!", schrie Gracie ihn daraufhin an und prompt darauf rauschte sie aus dem Porträtloch davon.

James sah seine Freunde entschuldigend an.

„Macht einfach weiter!", empfahl er und eilte ebenfalls aus dem Porträtloch davon hinter Gracie her.

Ein Stockwerk tiefer am Fuße einer Treppe fing er sie noch ab.

„Wo willst du hin?", fragte er sie, doch sie antwortete nicht und ging geradeaus weiter, weshalb er an ihr vorbeilief und sich ihr in den Weg stellte, um sie daran zu hindern.

„Zu Professor Longbottom", antwortete sie kühl und versuchte an ihm vorbeizukommen.

„Wozu?", fragte James sie.

„Wozu?", äffte Gracie ihn nach, „Damit er die Party beendet!"

„Ach ja, und warum willst du unbedingt, dass sie zu Ende ist?", giftete James sie an.

„Vielleicht, weil sie komplett aus dem Ruder läuft", giftete Gracie zurück.

„Nur weil es meine Party ist, entspricht sie nicht deinen Prinzipien, oder was?", fragte James.

„Deine Party? Wenn es deine Party wäre, solltest du dich vielleicht auch darum kümmern, dass deine Freunde kein Butterbier an Erstklässler verteilen! Aber während du in der Ecke turtelst, machen die, was sie wollen. Vorhin ist ein Zweitklässler fast erstickt!"

„Selbst schuld, wenn er nicht richtig kauen kann!"

„Siehst du! Du hast absolut gar nichts unter Kontrolle. Ich will auch nicht wissen, was da oben jetzt gerade passiert, während ich hier unten stehe. Du bist so etwas von egoistisch und selbstverliebt. Wenn du das nächste Mal eine Party schmeißt, dann pass gefälligst besser auf!"

Gracie bahnte sich einen Weg an ihm vorbei.

„Sag mal, was ist eigentlich mit dir los?", rief James ihr hinterher und holte sie wieder ein, „Seit Wochen redest du kein Wort mehr mit mir und das alles nur, weil ich dich gefragt habe, ob du mit mir zum Ball gehst und, wenn ich jetzt diese Party gebe, damit alle ein bisschen Spaß haben, kommst du an, um mir alles wieder zu verderben. Ich glaube, dir ist wirklich nicht mehr zu helfen. Aber schön, wenn du es unbedingt willst, dann gehe ich eben wieder nach oben und blase die Party ab. Ich hoffe, du bist dann glücklich!"

James drehte sich herum und stieg die Treppen wieder hinauf.