Personen: Albus Potter, Ascella Longbottom, Kelly Winter
Zuordnung: Teil 1, Kapitel 16
Tanzen
Albus, der bereits seinen smaragdgrünen Festumhang trug, wartete in der Eingangshalle, in der er sich mit Kelly verabredet hatte.
Auch die meisten anderen hatten das getan, denn er erkannte viele Jungen in Festumhängen, die auf ihre Begleitungen warteten. Zu seiner Überraschung stand dort auch James, von dem viele wussten, dass er in diesem Jahr keine Begleitung gefunden hatte und sich in letzter Zeit vielleicht auch zu sehr in das Quidditchspiel hineingesteigert hatte. Doch nun wartete er offenbar auf jemanden. Dabei hatte er sein übliches breites Grinsen aufgesetzt und warf öfter verstohlene Blicke auf einen der Gänge.
Plötzlich lenkte etwas Albus Aufmerksamkeit auf die Marmortreppe, die in diesem Moment gerade mehrere Mädchen hinabstiegen, darunter auch Kelly, auf die sein Blick zuerst fiel. Sie trug einen leicht rosafarbenen Festumhang und hatte die Haare hochgesteckt.
Albus musste zugeben, dass sie wirklich gut darin aussah, und er lächelte, als er ihr entgegenkam und ihr die Hand reichte. Kelly nahm diese lächelnd an und unter neidischen Blicken einiger anderer Mädchen geleitete Albus Kelly in die Große Halle hinein, die bereits wundervoll geschmückt war und heute eine riesige Tanzfläche bot. Albus überlegte noch, dass er gar nicht wirklich tanzen konnte, da hatte Kelly ihn schon dorthin gezerrt und nun versuchte er kläglich einen Walzer mit ihr hinzulegen.
Es waren noch nicht allzu viele Schüler anwesend und die wenigsten waren wie er und Kelly auf der Tanzfläche, weshalb Albus sich ein bisschen ausgesetzt und lächerlich vorkam. Bei der nächstbesten Gelegenheit zog er seine Partnerin auf einen der Stühle, die am Rande der Tanzfläche mit Tischen aufgestellt waren, und machte sich mit dem Versprechen, ihr etwas zu trinken zu holen, aus dem Staub.
„Wenigstens war die Musik in Ordnung", dachte Al missmutig, als er sich auf zu einem länglichen Tisch machte.
Er wünschte, er wäre weit weg von alldem. Beim nächsten Ball, so hatte er beschlossen, würde er niemanden fragen und sich so lange im Schlafsaal verkriechen, bis dieser zu Ende war.
Kurz ließ er sich zwei Gläser Butterbier einschenken und kehrte wieder um zu Kelly. Solange sie trank, konnte sie nicht tanzen, dachte Albus grimmig und reichte ihr eines der beiden Gläser.
„Ich liebe Bälle", teilte Kelly ihm fröhlich mit und Albus nickte nur.
Im Augenwinkel erhaschte er einen Blick auf Ascella und Rose, die gerade mit ihren Begleitungen auf die Tanzfläche getreten waren. Demonstrativ wandte er sich ab.
„Hast du Lust auf noch eine Runde?", fragte Kelly grinsend.
Albus zögerte und betrachtete die anderen Pärchen auf der Tanzfläche, die sich nun bereits gefüllt hatte. Noch bevor er antworten konnte, hatte Kelly ihm das Glas aus der Hand gerissen und ihn wieder mit sich geschleift. Alles ging so schnell, dass er sich nicht wehren konnte und, als sie sich im Getümmel befanden, wechselte die Musikrichtung von dem langsamen Walzer zu einem schnellen. Albus wusste auch nicht, was es gerade war, er orientierte sich meist an seinen Nachbarn, doch kam nicht wirklich hinterher. Alles in allem war er eine Katastrophe und so viel Spaß Kelly auch zu haben schien, er wünschte sich jede Sekunde mehr, irgendwo anders zu sein.
Nach einiger Zeit, Albus wusste nicht wie viel mittlerweile vergangen war, wiederholte er sein Spiel mit dem Trinken, nur dass er sich bei diesem Mal mehr Zeit ließ.
Im Gegensatz zu ihm schien den meisten hier das alles sehr zu gefallen. Wo man auch hinsah, überall waren gut gelaunte Gesichter zu erkennen. Unfassbar, dass er offenbar der einzige war, dem Tanzen keinen Spaß machte.
Gerade nahm er sich ein neues Glas, als eine bekannte Person neben ihm auftauchte.
„Und wie gefällt es dir bisher?"
Es war Ascella.
Albus betrachtete sie. Sie sah völlig anders aus als sonst, natürlich. Ihr Festumhang war himmelblau und schlicht, doch er passte sehr gut zu ihr und ihren blonden Haaren, außerdem betonte er ihre Augenfarbe, was Albus gleich auffiel. Es war ein Grund gewesen, warum er, oder viel mehr seine Mutter sich für einen Smaragdgrünen bei ihm entschieden hatte.
Er erinnerte sich daran, wie sie ihn ihm regelrecht aufgezwängt hatte und er sich schließlich einfach für einverstanden erklärt hatte, damit sie endlich Ruhe gab.
„Großartig", log Albus, ohne zu wissen, warum, „Und dir?"
Ascella nickte fröhlich.
„Lucas ist nicht nur gut im Quidditch, wenn du verstehst, was ich meine", sagte sie geheimnisvoll und Al zog die Brauen hoch.
„Schön", antwortete er gereizt.
„Dann noch viel Spaß mit Lucas", wünschte er ihr, nahm sich seine gefüllten Gläser und ließ sie stehen.
