Personen: James Potter, Gracie Connor, Marius Proudfoot
Zuordnung: Teil 2, Kapitel 4
Schokopudding
„Also hier bist du", stellte Marius fest, als er die Küche betrat.
Gracie sah von einer Schüssel, in der sie gerade herumrührte auf.
„Ja, genau hier bin ich", antwortete sie sarkastisch und begann heftiger umzurühren, was jedoch in Kürze dazu führte, dass sie die Kontrolle über die Schüssel verlor, die ihr wegrutschte und schließlich mit voller Wucht auf dem Boden zerbarst. Sofort waren unzählige Hauselfen zur Stelle, um den Schaden zu beseitigen.
„Ich kann dir helfen einen neuen zu machen. Ich habe früher immer mit meiner Grandma Schokopudding gemacht", erklärte Marius und reparierte die alte Schüssel.
„Gut, dann los, aber ohne Magie", sagte Gracie eindringlich.
Marius nickte schmunzelnd und schaffte neue Zutaten heran, während er da stand so ganz in seine Arbeit vertieft beobachtete Gracie ihn und es bildete sich ein Lächeln auf ihren Lippen.
Sie unterhielten sich über belanglose Dinge und Gracie war heilfroh, dass Marius nicht nach dem Grund fragte, warum sie wirklich hier war.
Schließlich war Marius fertig und füllte den Schokopudding in zwei Schalen, wovon er eine Gracie reichte.
„Danke", sagte Gracie und nahm sich einen kleinen Löffel.
Der Schokopudding schmeckte himmlisch. Sie hätte schwören können nie im Leben einen so guten Schokopudding gegessen zu haben.
„Wow", sagte sie, nach dem sie den ersten Löffel herunter geschluckt hatte.
Marius grinste breit, mindestens genauso breit, wie Fred oder James es getan hätten, doch Gracie versuchte den Gedanken daran zu verdrängen. Schließlich war sie hier, seit sie James eben mit seiner neuen Freundin Emilia Hopkins gesehen hatte. Sie wusste nicht, wieso, doch irgendwie schien es ihr mehr auszumachen, als sie gedacht hatte, obwohl sie nie wirkliches Interessen an ihm gezeigt hatte, oder ihr überhaupt wirklich bewusst gewesen war, dass sie es hatte, auch wenn Madeleine da anderer Meinung gewesen war.
Gracie seufzte, während sie genießerisch ihren Schokopudding auslöffelte.
„Ich glaube wir sollten mal öfters zusammen Schokopudding machen", sagte Gracie und grinste.
„Solange wir beide dann nicht enden wie Kevin Flint", lachte Marius und Gracie stimmte mit ein.
Sie begann sich allmählich besser zu fühlen. Gracie war froh hier nicht allein zu sitzen und die ganze Schüssel essen zu müssen.
Marius war als erster fertig und stellte seine leere Schale auf der Arbeitsfläche ab. Irgendwie unbewusste stützte er seine Arme rechts und links neben ihr ab, während Gracie noch den Rest aus ihrer Schale kratzte.
„Warum grinst du so?", fragte Gracie ihn, als sie ihre Schale ebenfalls wegstellte.
„Weil du überall Pudding im Gesicht hast", antwortete Marius und grinste um so breiter.
Gracie leckte mit ihrer Zunge um ihren Mund herum und Marius musste lachen.
Er hob seine linke Hand und fuhr mit seinem Zeigefinger über ihre Nase und lutschte dann den Schokopudding von seinem Zeigefinger ab.
Zwischen den beiden entstand ein magischer Moment, in dem sie sich tief in die Augen sahen und plötzlich küssten sie sich, ganz sanft und unschuldig.
Ob James auch so gut küssen konnte, dachte Gracie und fühlte sich dafür gleich ein wenig schuldig, doch just in diesem Moment wurde ihr Kuss unterbrochen, von einem entsetzt aussehenden James, der gerade in die Küche geplatzt war.
„Oh... ähm, tut mir Leid", stammelte er, „Ich... also... wollte... nur ein paar Kürbispasteten."
Sein Blick hatte etwas fassungsloses, als könnte er es nicht glauben, was er gerade gesehen hatte.
Während er so da stand und Marius und Gracie einfach anstarrte, drückten ihm die Hauselfen Unmengen an Essen in die Hände.
„Ich... gehe dann wieder", sagte er, als er nicht mehr tragen konnte und drehte sich herum. Ein paar Sekunden später war er verschwunden.
„Ich muss dann auch", versuchte Marius sich auf einmal heraus zu reden. Er warf ihr einen entschuldigenden Blick zu, sagte jedoch nichts mehr und eilte James schließlich hinterher.
Verwirrt und allein blieb Gracie in der Küche zurück.
