Personen: Albus Potter, James Potter
Zuordnung: Teil 2, Kapitel 11
Affinität
Als wäre die Absage von Penelope nicht peinlich und schlimm genug gewesen, wartete am selben Abend noch etwas anderes auf Albus und das war fast noch peinlicher und schlimmer. Offenbar musste irgendjemand mitbekommen haben, dass Albus Penelope gefragt hatte, und nun hatte es bereits im ganzen Schloss die Runde gemacht.
„Stimmt es, was Morgaine vorhin erzählt hat?", fragte James ihn im Gemeinschaftsraum.
Morgaine McGregor war eine Mitschülerin aus Albus' Jahrgang und nicht auf den Mund gefallen. Im letzten Jahr hatte sie versucht Albus einen Liebestrank unterzujubeln, damit er mit ihr zum Ball ging.
„Was hat sie denn erzählt?", stellte Albus sich dumm.
„Dass du Penelope Scott gefragt hast, ob sie mit dir zum Ball geht!"
„Ja, das stimmt", sagte Albus trocken und kühl.
„Ich würde zu gern wissen, was dich da geritten hat!", fauchte James Albus plötzlich an und hatte damit das Interesse des gesamten Gemeinschaftsraumes geweckt.
„Wieso?", fragte er und versuchte unschuldig zu klingen.
Genau genommen jedoch wusste er, wo das Problem lag.
Trotzdem half James ihm auf die Sprünge: „Na, sie ist eine Slytherin. Warum bei Merlins Bart fragst du sie, ob sie mit dir zum Ball gehen will, außer es ist nur ein schlechter Scherz."
Ein Scherz? Albus würde mit so etwas nie einen Scherz machen. Dafür war es ihm viel zu unangenehm gewesen.
„Es war kein Scherz", murmelte er und lief bei dem Gedanken an die Peinlichkeit rot an.
„Um so schlimmer!", rief James nur weiter aufgebracht, „Muss ich dich daran erinnern, wohin dich deine Affinität zu den Slytherins das letzte Mal gebracht hat?"
Nun Albus verdrehte die Augen.
„Das war etwas anderes. Das weißt du genau. Deshalb kannst du Penelope doch nicht mit ihm über einen Kamm scheren."
„Doch das kann ich. Sie ist eine Slytherin. Du weißt doch ganz genau, was das bedeutet. Die sind alle schwarzmagisch und böse."
„Nicht alle!", entgegnete er laut.
James konnte sehr stur sein, was das Thema Slytherins anbelangte. Das hatte Albus in seinem ersten Jahr auf Hogwarts ganz besonders zu spüren bekommen. Doch das, wovon James sprach, war Vergangenheit und überhaupt hatte Penelope damit nichts zu tun. Er kannte sie nicht einmal. Das einzige, was James über sie wusste, war, dass sie eine Slytherin war, und das war auch sein einziges Problem.
„Ach, dann habe ich mir nur eingebildet, dass der Großteil von Voldemorts Anhängern Slytherins waren", sagte James provokant und brachte damit einige Schüler um sie herum dazu zusammenzuzucken.
Albus bekam inzwischen den Eindruck, dass James sich absichtlich streiten wollte. Die letzten Wochen waren für ihn sehr frustrierend gewesen und nun musste seine angestaute Wut heraus.
„Aber nicht alle Slytherins waren auch Todesser! Was ist zum Beispiel mit Teds Grandma?", stritt Albus trotzdem weiter.
Er hätte auch einfach gehen können, aber er wusste, dass er James einen Gefallen tat, und irgendwie tat es auch ihm gut, sich einmal wieder richtig zu streiten. Der Frust über Penelopes Absage löste sich damit irgendwie auf.
„Das ist die Sache von Teds Grandma, aber dass mein eigener Bruder sich mit dem Feind einlässt", fuhr James fort.
Albus schnaufte nun. James' Anschuldigungen wurden immer absurder.
„Der Feind? Hörst du dir selbst zu? Hat sie dir je etwas getan?"
„Mir nicht, aber ich denke da an dich. Du weißt doch selbst, was passiert, wenn man auch nur versucht, sich mit denen anzufreunden."
„Es ist mir egal, was du sagst, James. Ich finde sie nett. Aber wenn es dich beruhigt, sie hat sowieso „Nein" gesagt."
Eine Sekunde lang glaubte er Mitleid auf James' Gesicht zu sehen, aber es konnte auch gut sein, dass er sich das nur eingebildet hatte. Eingeschnappt jedoch warf Albus James einen letzten wütenden Blick zu und machte sich anschließend auf in den Schlafsaal. Dank Morgaine McGregor und seinem Bruder James wusste nun ganz Gryffindor von seiner Blamage.
