Personen: James Potter, Gracie Conner

Zuordnung: Teil 2, Kapitel 11

Wünsche

Seinen Sonntagabend nutzte James dazu, im Gemeinschaftsraum einen Aufsatz für Zauberkunst fertigzustellen. Was sollte er auch anderes tun? Quidditch war schließlich verboten und da Marius schon wieder eine neue Freundin hatte und Fred angeblich zu weit in Verwandlung hinterherhinkte, hatten sie auch das nächtliche Herumtreiben vorerst eingestellt.

„James?", fragte plötzlich eine Stimme neben ihm.

Verwirrt sah James auf. Es war Gracie Connor.

„Äh... hi", gab James lediglich von sich.

Er war ein wenig perplex. Gracie und er hatten in diesem Schuljahr erstaunlich wenig miteinander gesprochen. Nicht nur, weil James sie in der Küche mit Marius gesehen hatte, sondern auch, weil sie vermutet hatte, dass er mit einem kindischen Scherz hinter den Anschlägen steckte.

„Hast du kurz Zeit?", fragte sie.

James nickte.

„Was gibt's denn?", fragte er.

Gracie sah sich ein wenig verlegen um, ob sie auch nicht beobachtet wurden, und wandte sich dann wieder an James.

„Komm einfach mit, ja?"

James runzelte die Stirn, ließ sich das jedoch nicht zweimal sagen. Sein Interesse hatte sie mit ihrem seltsamen Verhalten auf jeden Fall geweckt.

Gracie lief vor und führte ihn aus dem Porträtloch heraus. James folgte ihr einfach schweigend, war jedoch gespannt, was sie ihm letztendlich zeigen wollte. So durchquerten sie ein paar Korridore bis sie plötzlich am Wandteppich von Barnabas dem Bekloppten angelangt waren.

„Der Raum der Wünsche?", fragte James verdutzt, doch Gracie ließ sich nicht beirren und fing an, davor auf und ab zu schreiten, bis plötzlich gegenüber an der Wand eine Tür erschien und, als sich diese öffnete, wurde James klar, worauf Gracie hinauswollte.

„Wow", staunte er und lief auf den Rasen, der den Boden eines riesigen Quidditchfeldes darstellte.

„Dass ich da nicht selbst drauf gekommen bin!", rief er begeistert und ließ sich auf das frische Gras fallen, nur um gleich danach wieder aufzustehen.

Er sah hinüber zu Gracie, die bei seinem Anblick breit lächelte.

„Ich war über Weihnachten in Hogwarts", erklärte sie, „und irgendwann kam mir dann die Idee, dass man Quidditch auch einfach im Schloss spielen könnte, wenn Wennell es draußen nicht mehr erlaubt."

„Einfach genial!", gestand James ihr zu und sah sie begeistert an.

„Ja, weißt du, bei den Muggeln gibt es Sporthallen, in denen wir...", wollte sie anfangen.

„Ich weiß", sagte James jedoch und grinste breit.

„Ach, hast du in Muggelkunde doch einmal aufgepasst?", fragte sie ihn und James grinste noch breiter.

„Ein ums andere Mal", gab er zu, „Für ein Ohnegleichen in den OWL hat es jedenfalls gereicht."

Gracie sah ihn verblüfft an.

„Du hattest ein Ohnegleichen in den Muggelkunde OWL?", fragte sie ungläubig.

James zuckte nur die Schultern. Er wollte nicht, dass sie ihn schon wieder nur für einen Angeber hielt, weshalb er den Blick von ihr abwandte und ihn über das Spielfeld gleiten ließ. Es war wahrlich riesig, genauso wie das Spielfeld draußen im Sommer und die Luft war warm und nicht eisig kalt. Sein Team würde sich freuen.

„Danke!", sagte er und blickte wieder zu Gracie.

„Gern", gab sie zurück, „Ob du es glaubst, oder nicht, aber ich will auch, dass Gryffindor gewinnt."

James grinste und seine Hand fuhr verlegen zu seinem Hinterkopf.

„Übrigens", fuhr Gracie fort und ihre Stimme klang nun ernster, „Ich glaube nicht, dass du hinter den Anschlägen steckst und das habe ich auch nie, nur um das richtigzustellen."

James war überrascht. Das hatte er nicht erwartet.

„Oh", sagte er, „Dann tut es mir leid, dass ich dich so angefahren habe."

„Schon okay", sagte Gracie leise, „Es war bestimmt nicht einfach von allen verdächtigt zu werden. Vor allem wegen der Hufflepuffs und Emilia.

James musterte sie einen Augenblick.

„Ja", sagte er dann und nickte kurz.

Er konnte ihr nicht die Wahrheit sagen. Er hatte es Emilia versprochen und am Ende war er sich auch nicht sicher, ob es überhaupt etwas bringen würde.