XXX.
Han Solo hatte inzwischen jedes Zeitgefühl verloren. Sie mochten erst seit Stunden in dieser Zelle herumsitzen oder schon seit Tagen, er konnte es wirklich nicht sagen. Nicht einmal sein natürlicher Schlaf-Wach-Rhythmus war ein zuverlässiges Indiz dafür, wie lange sie hier eingesperrt waren – er war nämlich immer noch hellwach, was an seinem Adrenalinspiegel liegen mochte oder vielleicht doch eher an der grellen Beleuchtung.
Und sein knurrender Magen verriet ihm nur, dass seine letzte Mahlzeit lange genug zurücklag, um in ihm das Bedürfnis nach einer ordentlichen Portion deftiger corellianischer Hausmannskost zu wecken – ein saftiges Nerfsteak zum Beispiel wäre jetzt nicht schlecht gewesen, am besten garniert mit gedünsteten Baikalpilzen und mit ein paar gerösteten Bataten als Zugabe. Aber es war ziemlich unwahrscheinlich, dass man ihnen hier solche Delikatessen auftischen würde. Extrem unwahrscheinlich …
„Die Imps könnten allmählich wenigstens mal ein paar Proteinriegel rausrücken, bevor wir hier verhungern", sagte er schließlich, nur um irgendetwas zu sagen.
Chewbacca, der auf der Pritsche ihm gegenüber saß, seufzte schwer. Sein Wookie-Magen war auch schon unter normalen Umständen pünktlicher als die Zeitschaltuhr eines Banktresors und sein Metabolismus reagierte wesentlich empfindlicher auf eine drastisch reduzierte Kalorienaufnahme. Außerdem hatte er Kopfschmerzen, was seine Laune nicht gerade verbesserte. Aber er wuffte immerhin eine Antwort, um Han darauf hinzuweisen, dass Menschen sehr viel schneller an Dehydrierung starben als an Nahrungsentzug.
„Ja, klar. Aber du weißt doch, wie mies ich immer drauf bin, wenn mein Blutzuckerwert in den Keller geht."
Chewie seufzte noch tiefer. Das wusste er nur zu genau – er hatte viel Erfahrung mit Hans Stimmungsschwankungen und ihren Ursachen.
„Was macht eigentlich dein Schädel? Brummt er immer noch so?" erkundigte Han sich fürsorglich.
Chewie warf ihm nur einen gepeinigten Blick zu.
„Okay, okay. Ich wollte ja nur mal fragen ..."
Han streckte vorsichtig seinen verletzten linken Arm aus und winkelte ihn wieder an, um seine Beweglichkeit zu testen. Es ging einigermaßen, aber auch nur deshalb, weil der Arm sich dank dem Schmerzstiller auf seinem Synthhautpflaster mehr oder weniger taub anfühlte. Es wäre bestimmt besser gewesen, wenn man ihm diese Schlinge gelassen hätte, die der Sanitäter ihm auf Endor angelegt hatte. Aber die Imps hier auf dem Schiff hatten ihm das Teil natürlich sofort weggenommen. Sie hatten offenbar befürchtet, er würde einen von ihnen damit strangulieren – oder sich selbst …
Er fragte sich voller Sorge, wie es Leia jetzt wohl gerade ergehen mochte. Er betete darum, dass sie in Sicherheit war und gut behandelt wurde. Zumindest schienen die Imps jetzt auf einmal an ihrem Wohlergehen interessiert zu sein. Auf Endor hatte er gesehen, dass sie mit Leia nach ihrer Verwundung plötzlich so behutsam umgegangen waren wie mit einem rohen Ei. Besonders dieser Commander schien geradezu ängstlich darauf bedacht gewesen zu sein, dass Leia die bestmögliche Versorgung erhielt. Er war nur fünf Minuten nachdem dieses Sackgesicht von einem Captain sie beide niedergeschossen hatte, am Tatort erschienen (mit einem ziemlich verbeulten und gefesselten Chewie im Gepäck), und danach war er die ganze Zeit über in ihrer Nähe geblieben. (Das Sackgesicht war dagegen sofort getürmt oder sonst was!) Und als man Leia, Han und Chewie mit einem Shuttle hierher geflogen hatte, war er sogar mitgekommen, um persönlich auf sie aufzupassen und sie abzuliefern.
Alles wies darauf hin, dass die Imperialen mittlerweile wussten, wer Leias echter … nein! … biologischer Vater war. Die Tochter von Bail Organa – die notorische Rebellen-Prinzessin, über deren Kopf die längst überfällige Vollstreckung eines Todesurteils schwebte – hätte niemals so viel Aufmerksamkeit oder Rücksichtnahme erfahren. Eher das Gegenteil.
Aber wie hatten die Imps es herausgefunden? Nach Hans Meinung gab es dafür nur eine logische Erklärung: Luke musste Vader über die Existenz seiner Tochter aufgeklärt haben. Und er musste einen gravierenden Grund dafür gehabt haben. Denn nicht einmal Skywalker junior hätte dieses Geheimnis nur preisgegeben, um im Überschwang der Gefühle eine Familienzusammenführung zu ermöglichen.
Aber es war offensichtlich geschehen. Und es war noch gar nicht abzusehen, welche Folgen das für sie alle haben würde …
Na ja, zumindest waren sie alle vier noch am Leben. Vorläufig. Aber das konnte sich jederzeit ändern, wenn Han Skywalker senior richtig einschätzte …
„Ich hoffe, Leia ist in Ordnung", sagte er.
Chewie gab ein vorwurfsvolles Grummeln von sich.
„Ja, ja! Luke natürlich auch!"
Hans Verdauungssystem gab ebenfalls ein vorwurfsvolles Grummeln von sich. Er beschloss bis zehntausend zu zählen und dann etwas zu unternehmen. Etwas Drastisches!
Er begann zu zählen. Er kam bis zweihundertneunundneunzig.
Dann stand er auf und sagte: „Die haben uns bestimmt einfach nur vergessen. Es ist wirklich höchste Zeit, dass wir diese Schlafmützen mal aufwecken und ein bisschen auf Trab bringen!"
Er stellte sich vor eine der sieben Überwachungskameras (es war die gut sichtbare mit der großen Linse, die direkt über der Tür hing), winkte schwungvoll und rief: „Hallo da oben! Zimmerservice! Ich will eine Bestellung aufgeben. Das erste Drei-Gänge-Menü auf Ihrer Speisekarte und eine Flasche Corellia Magna auf Eis. Und das Ganze ein bisschen flockig oder ich beschwere mich beim Management! Außerdem könnten Sie mal wieder die Hausbar auffüllen und die Handtücher wechseln."
Und zu dem Wookie sagte er laut: „Schlampiges Personal ist wirklich eine Zumutung, findest du nicht auch?"
Chewie hielt sich nur die Pfoten vor das Gesicht und stöhnte.
Ein paar Minuten vergingen, ohne dass sich etwas rührte …
Dann klopfte Han nonchalant mit den Fingerknöcheln ein SOS-Signal an die Zellentür. Und als auch das ignoriert wurde, begann er damit, einen bei den Rebellen überaus beliebten, aber ziemlich anstößigen Gassenhauer zu singen, der die mutmaßlichen sexuellen Vorlieben des Imperators zum Thema hatte. Den Takt dazu klopfte er ebenfalls an die Tür, allerdings jetzt mit seiner Stiefelspitze. Das zeigte endlich die erhoffte Reaktion.
Er schmetterte gerade mit schallender Stimme das Ende der dritten Strophe …
„Die Hinterflosse fehlte, die vorne war zu breit,
aber trotzdem hatte Palpie 'ne wirklich heiße Zeit!"
… als die Tür aufflog und ein Wachoffizier auf der Schwelle erschien, der aussah wie eine vor Wut geifernde Bulldogge. In seinem Kielwasser folgte ein Sturmtruppen-Trio, das irgendwie auch nicht gerade glücklich wirkte. (Alle hielten ihre Blaster in der Hand und alle Mündungen zielten eindeutig direkt auf die Region südlich von Hans Gürtellinie!)
„Was soll das?!" bellte die Bulldogge wütend.
Han drehte sich zu seinem Wookie-Freund um und rief mit gut geheuchelter Überraschung:
„Hast du das gehört, Chewie? Es kann sprechen!"
Dann wandte er sich wieder dem Offizier zu und sagte streng: „Wo ist unser Essen? Und wo sind die frischen Handtücher? Die Bedienung hier ist wirklich unterirdisch! Chewie, erinnere mich daran, dass wir kein Trinkgeld geben, wenn wir wieder auschecken."
Das Gesicht des Wachoffiziers nahm einen interessanten Farbton an – es war irgendeine Schattierung zwischen Scharlachrot und Pflaumenblau. An seiner Schläfe pochte plötzlich eine Ader, die vor Zorn dick anschwoll.
„DAS HIER IST EIN GEFÄNGNIS, KEIN GOTTVERDAMMTES HOTEL!"
Er brüllte so laut, dass die Wände zu erbeben schienen.
Han schüttelte den Kopf, aufrichtig betrübt.
„Tut mir Leid, aber das gibt eine Null-Sterne-Bewertung in meinem Touristen-Blog. Und ich weiß auch schon den Titel: Zehn gute Gründe, warum Sie Ihre Flitterwochen niemals auf einem versifften imperialen Seelenverkäufer verbringen sollten."
Das war eindeutig zu viel!
Der Offizier kam mit erhobener Faust auf ihn zu und die Soldaten rückten sofort nach. Chewie sprang auf (angeschlagen, aber jederzeit kampfbereit!) und röhrte ein ziemlich provokantes Wookie-Schimpfwort, das zum Glück niemand außer Han verstand. Der Ausbruch von Gewalttätigkeiten stand unmittelbar bevor und wer weiß, wie dieser Schlagabtausch für die Gefangenen ausgegangen wäre…
...wenn nicht plötzlich und unerwartet eine hochgewachsene schwarze Gestalt vor der Tür aufgetaucht wäre wie ein einsamer Stern in einer wolkenverhangenen Nacht...
„WAS GEHT HIER VOR SICH?!" donnerte Vader.
Der Wachoffizier wirbelte zu ihm herum und rief erregt: „Dieser dreckige Rebellenabschaum hat Seine Majestät beleidigt, Mylord! Und unsere Executor auch!"
„Ach ja?" sagte Vader ausdruckslos.
Er sah zu dem Corellianer hinüber und irgendwie schaffte er es, allein durch seine Körperhaltung eine so monumentale Überlegenheit und gleichzeitig so viel eisige Geringschätzung auszustrahlen, dass die meisten Lebewesen angesichts ihrer totalen Erniedrigung sofort in den Bodenplatten unter ihren Füßen versunken wären. Oder das wenigstens versucht hätten…
Aber Han Solo hob mit bewusster Arroganz sein Kinn und hielt dieser emotionalen Hinrichtung stand, was nicht viele Zeitgenossen von sich behaupten konnten, wenn sie es mit dem Sith zu tun hatten. Und er reagierte ganz spontan auf die darin enthaltene stumme Herausforderung, indem er die freche Schnauze einsetzte, für die er allgemein bekannt war. (Was noch weniger Zeitgenossen in einer ähnlich gelagerten Situation von sich behaupten konnten!)
„Hui! Darth Vader in voller Lebensgröße und frisch aufpoliert. Welch Glanz in unserer armseligen Hütte … Also wenn das keine nette Überraschung ist, dann weiß ich auch nicht", sagte er.
Chewie, der unter bösen Vorahnungen litt, zupfte von hinten nervös an seinem Hemd, aber Han war jetzt in Fahrt und nicht mehr zu bremsen.
„Treten Sie ruhig näher, Euer Boshaftigkeit, dann wird es hier drinnen erst so richtig kuschelig. Und der kleine Blonde mit dem belämmerten Gesicht darf auch noch reinkommen, wenn er will..." (Diese Einladung galt einem Lieutenant, der tatsächlich mit einem ziemlich perplexen Ausdruck hinter dem Sith stand.)
Vader schritt in die bereits reichlich überfüllte Zelle hinein (verfolgt von seinem Adjutanten), was auf die übrigen Anwesenden ungefähr denselben Verdrängungseffekt hatte, als hätte er sich in eine randvolle Badewanne gesetzt. Die drei Soldaten und Offizier Bulldogge drifteten wieder auf den Gang hinaus, um ihrem Lord und seinem grau uniformierten Schatten Platz zu machen. Auch die Gefangenen wichen unwillkürlich vor ihm zurück – Han nur zwei Schritte, aber Chewie so weit, bis er mit dem Rücken an die Wand stieß, denn weiter ging es nun mal nicht. (Er hatte eben wesentlich mehr Verstand als sein offensichtlich geistig umnachteter Lieblingsmensch!)
„Ja genau … Immer rein in die gute Stube, Lordschaft und Gefolgschaft. Ich verspreche auch, dass ich heute ganz brav bin und auf niemanden schieße.
He, das war übrigens ein ganz toller Trick damals auf Bespin. Ich meine, einen richtigen echten Blasterschuss einfach so mit Ihrem Handschuh weg zu wedeln wie eine Fliege mit der Fliegenklatsche … Wirklich toll! Das wollte ich Ihnen damals schon sagen, aber Sie haben mich ja nie zu Wort kommen lassen."
Vader musterte sein Gegenüber mit so viel Abneigung, als wäre Han eine Dianoga, die es unbegreiflicherweise irgendwie geschafft hatte, aus einer Müllhalde herauszukriechen, dann sagte er kalt: „Ich frage mich, Solo, ob Sie sich darüber im Klaren sind, dass ich ein Dutzend Methoden kenne, um Sie auf besonders qualvolle Weise sterben zu lassen."
„Was denn – nur ein Dutzend? Und ich dachte immer, Sie sind der Fachmann auf diesem Gebiet. Ich meine, was das Quälen von anderen Leuten angeht und so... Ich muss schon sagen, jetzt bin ich fast ein bisschen enttäuscht."
Vaders gleichmäßige Atemzüge fegten durch den engen kleinen Raum wie die unerbittlichen Böen eines arktischen Windes. Die abgestandene Luft in der Zelle schien zu knistern vor Spannung wie ein statisch geladenes Feld. Chewbacca im Hintergrund kniff seine Augen und seine Lefzen zusammen und wartete auf die unvermeidliche Sith-Explosion …
„Sie sind nur deshalb noch am Leben, weil mein Sohn in Ihnen einen Freund sieht, Solo. Aber bilden Sie sich ja nicht ein, dass Sie deshalb hier Narrenfreiheit haben. Weder Lukes Gefühle noch Ihre höchst bedauerliche Beziehung zu Prinzessin Leia werden mich daran hindern Sie zu töten, wenn ich entscheide, dass ich genug von Ihnen habe. Sie machen jetzt schon mehr Ärger als Sie wert sind und wenn Sie den Bogen endgültig überspannen, dann werde ich Sie auslöschen wie eine Kerze – einfach so!" Vader schnippte mit den Fingern.
„An Ihrer Stelle würde ich es mir also sehr genau überlegen, ob Sie sich in Zukunft weiter aufführen wollen wie ein grenzdebiler Schaumschläger, der immer noch große Töne spuckt, obwohl er lieber ganz, ganz still sein sollte."
Han maß seinen Gegner mit einem langen harten Blick, der keine Fragen mehr offen ließ.
„Wow … Jetzt habe ich aber wirklich Angst!"
„Das sollten Sie auch, Solo. Aber wie ich sehe, ist Ihre Dummheit sogar noch größer als Ihre Unverschämtheit – so unglaublich das auch ist."
Vader wandte sich ab und marschierte wieder auf die Tür zu. Doch Han musste unbedingt das letzte Wort behalten, auch wenn es ihn das Leben kostete.
„Wiedersehen! Und wenn Sie uns das nächste Mal die Ehre erweisen, dann bringen Sie doch einfach ein Deck Sabacckarten mit. Dann zocken wir ein paar Runden. Das wird lustig. Wir brauchen nicht mal Credits dafür. Sie setzen einfach diesen scharfen schwarzen Umhang, ich meine Stiefel, Chewie ein paar Büschel Haare..."
Vader blieb stehen und sah über seine Schulter zurück. Seine Verachtung war so deutlich zu spüren wie ein Hauch von Frost an einem Wintermorgen.
„Spielen Sie ruhig den Pausenclown – das beeindruckt mich gar nicht. Ich habe schon mutigere und bessere Männer als Sie um Gnade winseln sehen, lange bevor ich mit ihnen fertig war." Er legte eine Kunstpause ein, bevor er gefährlich sanft fortfuhr: „Aber vielleicht sollte ich mich trotzdem dazu herablassen, Ihnen wenigstens Manieren beizubringen – falls so etwas überhaupt machbar ist."
Und damit rauschte er hinaus. (Sein Adjutant stiefelte hastig hinter ihm her, ohne dass ihm auch nur die geringste Beachtung geschenkt wurde.)
Draußen auf dem Flur sagte er zu dem Wachoffizier: „Captain Ozark, nur für den Fall, dass Sie es noch nicht mitbekommen haben: General Solo ist unser ganz spezieller Ehrengast. Also sorgen Sie dafür, dass er es da drinnen so kuschelig hat wie nur möglich. Er soll alle Annehmlichkeiten genießen, die wir ihm zu bieten haben – wirklich alle! Ich will, dass seine Reise nach Coruscant ein wahrhaft unvergessliches Erlebnis für ihn wird."
Ozark strahlte, als hätte Vader ihm gerade seinen Herzenswunsch erfüllt.
„Ja, Mylord", sagte er mit Feuereifer. „Und was ist mit dem Wookie, Sir? Sollen wir ihn vorher in eine andere Zelle verlegen?"
Vaders Blick glitt zu Chewbacca zurück, der sich immer noch gegen seine Wand drückte wie eine gepresste Blume auf ein Stück Papier.
„Aber nein! So viel Anhänglichkeit und Treue muss doch gebührend belohnt werden", sagte er seidenglatt.
Dann schloss sich die Tür und die Insassen von Zelle Nummer 13 (was niemals ein gutes Vorzeichen war!) waren wieder alleine.
Han sah Chewie an und sagte leichthin: „Na, was sagst du? Das lief doch eigentlich ganz gut, oder nicht?"
Chewie starrte ihn nur wortlos an. Er war zu aufgewühlt, um darauf zu antworten.
„Ich meine, wenn man bedenkt, dass er mit Abstand der widerwärtigste künftige Schwiegervater aller Zeiten ist... Aber wer hat denn keine Probleme mit der angeheirateten Verwandtschaft? Das ist doch ganz normal."
Chewie runzelte die Stirn und grollte eine Frage, sichtlich beunruhigt.
„Neeeiiin!" sagte Han gedehnt. „Ich glaube nicht, dass er etwas gegen mich persönlich hat. Warum sollte er auch? Ich bin doch ein ganz netter Kerl – frag Leia, sie wird dir das bestätigen!
Nein, ich denke, er würde einfach jeden hassen, der zuerst versucht ihn abzumurksen und dann mit seiner Tochter herumknutscht. Und wir wissen ja alle, dass der Mann keinen Widerspruch ertragen kann … und dass er mit Rebellen so rein gar nichts am Hut hat … und dass er generell ein Psychopath wie aus dem Bilderbuch ist."
Er pausierte für eine Weile, dann …
„Sag mal, kommt mir das nur so vor oder wird es hier drinnen wirklich immer wärmer und stickiger? Puuuh!" Er öffnete den Kragenknopf seines nicht allzu sauberen Hemdes und fächelte sich mit der Hand Luft zu.
„Da haben wir es wieder! Nicht mal die Klimaanlage funktioniert auf diesem hässlichen Pott. Saftladen!"
In diesem Augenblick ging das Licht aus und Han und Chewie standen in absoluter Dunkelheit da wie auf dem Grund eines tiefen Brunnens.
„He! Was ist denn jetzt los? Hat der Prinz der Finsternis vor lauter Wut in den Hauptverteilerkasten rein gebissen? Oder setzt Palpie jetzt auf Energiesparmaßnahmen? Zutrauen würde ich das dem alten Knacker ja, der ist bestimmt der knickrigste Geizkragen auf dieser Seite des Universums." Und in einem Singsangton, der vage an Luke in seinem besten Jedi-Modus erinnerte: „Unterschätze niemals die dunkle Seite der nächsten Stromrechnung!"
Und als der Wookie neben ihm eine Serie von langgezogenen unheilverkündenden Muhlauten von sich gab...
„Jaaa! Ich weiß, dass du durchdrehst, wenn du nichts sehen kannst. Aber Phobien sind eine reine Kopfsache, Chewie, das habe ich dir schon so oft gesagt. Du kannst doch nicht dein ganzes Leben lang vor engen dunklen Räumen Angst haben, nur weil du dich als Kind mal in einer Höhle verirrt hast und in einem Schacht steckengeblieben bist. Du musst dich deinen Ängsten endlich stellen, um mit ihnen fertig zu werden!
Mach dir keine Sorgen, Kumpel, ich helfe dir dabei, deine Pritsche wiederzufinden. Hier, nimm meine Hand … So, jetzt zwei Schritte nach links … Autsch! Das war mein Schienbein! Okay, wir haben dein Heiabettchen gefunden. Jetzt setz dich wieder hin … Setz dich einfach ganz ruhig hin … und entspann dich gefälligst! Ich setz mich mal neben dich … Und ja, du darfst ruhig weiter meine Hand halten.
Wir werden uns schon irgendwie die Zeit vertreiben. Du kennst doch das schöne alte Sprichwort: Im Dunkeln ist gut munkeln, wenn Wookies munter schunkeln..."
Und noch ein paar Minuten später, nachdem die Temperatur um gefühlt zwanzig Grad angestiegen war, während die Luftfeuchtigkeit langsam, aber sicher das Niveau eines tropischen Regenwaldes erreichte...
„Oh Mann, das ist ja wie in einer Sauna! Und wenn wir schon davon reden … Hör mal, Chewie, sollten wir das hier überleben, dann schicke ich dich auf meine Kosten in ein Spa mit einem Extra-Pflege-Programm für Langhaarträger. Ich will dir ja nicht zu nahe treten, Kumpel, aber du müffelst langsam ein bisschen …
Ich meine, du kannst ja nichts dafür, aber du riechst eindeutig wie ein nasses Tauntaun..."
Chewbacca fauchte ...
