Kapitel 7


Die übrigen Augustwochen verliefen wie im Flug. Die Siebtklässler hatten alle Hände voll damit zu tun, sich während des regulären Unterrichtes bereits inhaltlich mit ihren Abschlussprüfungen zu befassen und einige wenige, besonders fleißige Schülerinnen und Schüler trafen bereits Absprachen, um vor dem Weihnachtsfest mit den ersten Lerngruppen zu beginnen.

Severus interessierte sich für keine dieser Gruppen. Er hatte in den vergangenen Sommerferien bereits begonnen, seine Unterlagen zu sortieren und entsprechende Zusammenfassungen zu schreiben. Darüber hinaus vertiefte er in seiner Freizeit allerhand Themen die ihn entweder interessierten oder von denen Airell ihm gesagt hatte, dass sie beliebte Themen bei den Abschlussprüfungen waren. Er hatte keine Angst vor den Prüfungen. Er war sich noch nicht einmal sicher, ob diese überhaupt stattfinden würden. Es stand in den Sternen, ob sie das Schuljahr überhaupt beenden konnten.

Immer stärker wurden die Nachrichten beherrscht von Meldungen über Morde, verschwundene Personen oder sonstige Überfälle. Die Auroren des Ministeriums schienen gar nicht hinterher zu kommen und man munkelte, dass bereits Kolleginnen und Kollegen aus dem Ausland gebeten wurden einzuspringen. Voldemort gewann immer mehr an Stärke, die Todesserüberfälle häuften sich und hochrangige Personen des Ministeriums verschwanden spurlos.

Doch in Hogwarts blieb es ruhig. Den gesamten August über hatte der Dunkle Lord Severus nicht ein einziges Mal zu sich gerufen. Natürlich erschien ihm das durchaus verdächtig, doch soweit er es beurteilen konnte waren auch Lucius und die anderen Syltherins, die zu den Todessern gehörten, nicht gerufen worden. Vielleicht ließ der Dunkle Lord ihnen Zeit zum Verschnaufen, jetzt, wo das Schuljahr gerade erst begonnen hatte. Vielleicht wurden sie auch einfach nicht gebraucht im Moment. Wer wusste das schon.

Außerdem hatte das seltsame Brennen seines Dunklen Mals nicht mehr aufgehört, täglich wurde er daran erinnert, zu was er geworden war. Das sonst dunkle, fast schwarze Mal war bei ihm stets dunkelrot, an besonders schlechten Tagen brannte es ununterbrochen und leichte Blasen bildeten sich auf der Haut. Severus hatte bereits ein ganzes Arsenal an Cremes, Tinkturen und Salben für seinen Unterarm gemischt und besorgt, doch alles schien nur kurzweilig zu helfen, wenn überhaupt. Er hatte die Hoffnung bereits aufgegeben, ein Mittel gegen das Brennen zu finden und sich im Alltag mit dem Schmerz arrangiert. Es war ja nicht so, als wäre er keinen Schmerz gewohnt. Severus versuchte also, nicht allzu viel darüber nachzudenken und sich auf die Schule zu konzentrieren. Hier hatte er genügend Hürden, die es täglich zu überwinden galt.

Seit dem Beginn des Schuljahres hatte er seine guten Vorsätze bezüglich seinem äußeren Erscheinungsbild beibehalten. In seiner Truhe hatte er mehr als ausreichend neue Kleidung, die ihm Airell in den letzten zwei Jahren gekauft hatte. Darüber hinaus musste Severus sich eingestehen, dass er es tatsächlich mochte, die edlen, weichen Stoffe zu tragen. Sie fühlten sich angenehm an auf seiner Haut und ließen ihn die Vergangenheit immer mehr vergessen. Sein hoffnungsloses Leben bei seinen Eltern, die ihn nie geliebt hatten. Die ihn behandelt hatten wie ein Stück Dreck, obwohl er doch ihr Sohn gewesen war. Bis heute wusste Severus nicht, woher die tiefe Abneigung seiner Eltern ihm gegenüber gekommen war, doch jetzt, wo sie tot waren, war es müßig darüber nachzudenken. Und trotzdem holte ihn die Vergangenheit immer wieder ein. So beispielsweise bei seiner Kleidung.

Severus hatte es sich nicht ausgesucht, dass er in abgetragenen, alten Kleidern herumlief. Aber seine Eltern hatten es nicht eingesehen, ihm neue Kleidung für Hogwarts zu kaufen und so waren er und seine Mutter vor jedem Schuljahr in irgendwelche Hinterhofläden gegangen, wo man Schulkleidung für wenig Geld bekam, die eigentlich nicht mehr tragbar war. Davon hatte Severus sich dann wenigstens die Teile aussuchen können, die noch einigermaßen in Ordnung waren. Aber Spott und Hohn waren ihm damit vom ersten Tag an sicher gewesen.

Und jetzt, am Ende seiner Hogwartszeit, trug er das genaue Gegenteil. Teure, neue Kleidung, die Hemden sogar noch aus besserem Stoff als die Standardhemden, der Hosenstoff für den Sommer leicht und kühlend, im Winter wärmer und wunderbar weich. Wenn man sein ganzes Leben nie solche Kleidung getragen hatte, kam einem ein sauberes, neues Hemd vor wie Weihnachten und Geburtstag zusammen. Und dieses Gefühl mochte Severus. War er deswegen eitel? Vielleicht ein wenig, aber nach all den Jahren Spott und Hohn war ein wenig gesunde Eitelkeit durchaus in Ordnung, befand er.

Auch an diesem Morgen saß er wie üblich etwas abseits am Slytherintisch zum Frühstück. Eine Tasse Tee vor sich stehend löffelte er eine kleine Schüssel Porridge und las den heutigen Tagespropheten. Er versuchte, in den Schilderungen der Überfälle bekannte Muster zu erkennen. Todesser hatten ihre ganz eigene Vorgehensweise. Manche waren sehr brutal, andere hinterhältiger, wieder andere erledigten ihren Auftrag so still und reibungslos wie möglich. Solch ein Todesser war beispielsweise Airell. Als Mitglied des innersten Kreises hatte er zwar kaum Aufträge, die Morde oder Entführungen beinhalteten, aber wenn er einmal einen solchen Auftrag bekam, konnte man eigentlich immer sehr gut seine Handschrift erkennen. Aber es waren überwiegend brutale Vorfälle, die es in die Zeitungen schafften. Offensichtlich hatte die Sensationslust der Menschen noch nicht völlig aufgehört. Erschreckend.

Severus hielt kurz inne in seinem Frühstück. Da war es wieder, dieses flaue Gefühl, dass ihn so oft überkam. Einfach so. Ein Schauer lief seinen Nacken hinab, kalter Schweiß bildete sich innerhalb von Sekunden auf seiner Stirn und seine Hand, die den Löffel Porridge noch in der Luft hielt, begann zu zittern. Schnell ließ er den Löffel zurück in die Schale sinken, schloss die Augen und senkte den Kopf. Er konzentrierte sich auf seine Atmung und versuchte so, das Schwindelgefühl zurück zu drängen. Sterne tanzten vor seinen Augen. Er würde es heute wieder nicht schaffen. Er musste schnell die Große Halle verlassen…

Etwas wackelig auf den Beinen erhob er sich, stützte sich schwer am Tisch ab und stolperte dem Portal entgegen. Nur am Rande bemerkte er, wie einige Schülerinnen und Schüler ihm seltsame Blicke zuwarfen. Sollten sie doch, er konnte sich darüber jetzt keine Gedanken machen.

Sein Blick verschwamm immer häufiger, Übelkeit kroch in ihm hoch und der kalte Schweiß lief mittlerweile seinen Rücken hinab. So einen schlimmen Anfall hatte er seit den Sommerferien nicht mehr gehabt. Severus spürte, wie das wenige an Frühstück, was er zu sich genommen hatte, wieder seine Speiseröhre hinaufbefördert wurde und hielt sich die Hände vor den Mund. Schnell in die nächste Toilette. Hinter der Halle bog er nach rechts in einen kleinen Korridor, dort befanden sich die nächsten Toiletten für Schüler. Er blinzelte angestrengt als er nach der dunklen Tür zur Jungentoilette suchte und dabei fast gestürzt wäre. Seine Beine waren auf einmal unendlich schlapp, die Übelkeit drohte ihn zu überrollen. Er fand eine Tür, ob es die richtige war, schien in diesem Moment bedeutungslos. Severus stieß sie auf, schaute nicht nach rechts oder links sondern stolperte in eine der Kabinen. Die Tür stieß er noch gerade so hinter sich zu, als auch schon sein Frühstück Bekanntschaft mit der Toilette machte. Noch immer tanzten Sterne vor seinen Augen, Severus keuchte und zitterte, während er das Wenige aus seinem Magen erbrach.

„Was zum…?", murmelte er während einer kurzen Pause und spürte bereits einen neuen Schwall Porridge, Tee und Galle seine Kehle hinauf schießen. So viel dann zu seinem spärlichen Frühstück. Nachdem nichts mehr in seinem Magen war, was er hätte erbrechen können, würgte er noch einige Male und ließ sich dann, völlig verschwitzt und zittrig, nach hinten gegen die Kabinenwand sinken. Sein Kopf pochte, seine Hände zitterten. Alles drehte sich. Es schien überstanden.

In den letzten Monaten hatte er immer mal wieder solche „Anfälle" gehabt, wie er sie nannte. Übelkeit überkam ihn bei den seltsamsten Dingen. Manchmal waren es Gerüche, dann wieder etwas, was er zu sich nahm. Vollkommen überraschend zog es ihm dann buchstäblich den Boden unter den Füßen weg. Aber so einen Anfall wie heute hatte er seit den Ferien nicht mehr gehabt. Bisher hatte er niemandem davon erzählt, auch Airell nicht. Ob das ein Fehler gewesen war?

Die Schulglocke ertönte und signalisierte, dass der Unterricht in fünf Minuten beginnen würde. Konnte Severus daran teilnehmen? So wie er aussah und sich fühlte eher nicht. Was hatte er noch gleich in der ersten Stunde? Seine Gedanken drehten sich, aber er brauchte unnatürlich lange um sich zu erinnern, dass er eine Doppelstunde Verwandlung bei Professor McGonagall hatte. Wunderbar. Sie würde sofort Meldung beim Direktor machen, soviel war Severus klar. Aber daran konnte er im Moment nichts ändern. Er musste erst einmal zurück zum Slytheringemeinschaftsraum kommen um sich zu waschen und umzuziehen. So konnte er nicht in den Unterricht gehen. Ganz zu schweigen davon, dass er nicht wusste, wie er es in seinem Zustand überhaupt bis in den Gemeinschaftsraum schaffen sollte. Erst einmal zur Ruhe kommen, Kraft tanken. Dann versuchen, sich zu erheben. Das klang nach einem guten Plan.

Severus seufzte und versuchte, seine geschlossenen Augen einen Spalt zu öffnen. Das Licht blendete ihn auf einmal so stark, dass er sie sofort wieder schloss. Auch das war ihm nicht neu. Diese Lichtempfindlichkeit hatte er auch bereits seit einigen Jahren, doch auch sie schien stärker zu werden. In diesem Sommer gab es Tage, an denen konnte er kaum nach draußen, so brannte das Licht in seinen Augen. Dann war es wieder einige Zeit normal und er konnte sich im Schloss und draußen bewegen wie er wollte. Was ging hier vor sich?

Noch eine Woche bis zum Treffen mit Airell in Hogsmead, aber inwiefern der blonde Zauberer ihm helfen konnte wusste Severus nicht. Aber er konnte sich ihm anvertrauen, und das zählte schon. Wahrscheinlich hätte er das besser viel früher getan. Severus seufzte. Er war häufig zu spät dran, wenn es darum ging sich Airell anzuvertrauen. Ein weiterer Punkt, den er zukünftig endlich ändern sollte!

Mit zittrigen Fingern fuhr Severus sich durch das verschwitzte Haar. Er fühlte sich unendlich elend. Und wenn er nur halb so schlimm aussah wie er sich fühlte, würde der Weg hinunter in die Slytherinräume ein wahrer Spießrutenlauf. Wie er so etwas hasste! Aber es half nichts, er musste hoch, wenn er im Laufe des Vormittages noch am Unterricht teilnehmen wollte. Für die versäumten Stunden würde er sich etwa ausdenken. Übelkeit zählte als Grund für Fehlstunden, er musste diese lediglich von Madame Pomfrey bescheinigen lassen…

Jetzt erst einmal hochkommen", dachte Severus und zog sich schwach und mit wackeligen Beinen an der Kabinenwand hoch. So weit, so gut. Er konnte einigermaßen stehen, immerhin etwas. Bevor er die Kabinentür öffnete lauschte Severus und versuchte zu ermitteln, ob außer ihm noch jemand hier war. Es war alles ruhig. Keine Atemgeräusche, kein Rascheln von Stoff. Er schien alleine zu sein. Unbewusst die Luft anhaltend öffnete er die Tür und blickte nach draußen. Tatsächlich, der Bereich vor den Waschbecken war leer. Es war niemand zu sehen. Langsam trat er aus der Kabine hinaus, bewegte sich unsicher zur Tür und musste immer wieder an der Wand Halt suchen, weil sein Blick unscharf wurde und ihm die Kraft fehlte.

Wie erbärmlich!", zog ein frustrierter Gedanke durch seinen nebeligen Kopf. So würde er doch niemals bis in die Kerker kommen!

Severus spürte ein verräterisches Brennen hinter seinen geschlossenen Augenlidern. Die letzten Tage und Wochen forderten ihren Tribut, der Frust über sich selbst und die Hilflosigkeit, in der er sich befand, drohten ihn unter sich zu begraben wie eine Welle auf stürmischer See. Er musste sich beruhigen, jetzt bloß nicht durchdrehen! Er war schon fast an der Tür nach draußen in den Korridor angekommen, als diese sich mit einem Quietschen öffnete. Hätte Severus die Kraft dazu gehabt, hätte er die Augen verdreht. Natürlich musste gerade jetzt jemand herein kommen, wo doch eigentlich Unterricht war…

„Severus…?"

Severus wäre am liebsten im Erdboden versunken. Ein Schüler wäre ihm lieber gewesen. Aber natürlich war es der Direktor von Hogwarts, Albus Dumbledore. Was hatte der in einer Schülertoilette verloren?

„Ja, Sir?", presste Severus zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor und versuchte, sich so gerade hinzustellen wie es ihm möglich war. Die Augen öffnete er und wartete, dass die verschwommenen Konturen an Schärfe gewannen. Was sollte er jetzt tun?

„Severus, geht es Dir gut? Ich habe gesehen, wie du die Große Halle verlassen hast…"

Severus überlegte für den Bruchteil einer Sekunde, welche Ausrede er dem Direktor hätte präsentieren können, damit dieser wieder ging und ihn in Ruhe ließ. Aber ihm wollte nichts Gescheites einfallen und sein Kopf schien noch immer nicht richtig zu funktionieren. Also blieb ihm wohl nur der Weg der Halbwahrheiten…

„Mir ist etwas schwindelig, Sir."

Sein Blick hatte sich soweit geklärt, dass Severus den besorgten Gesichtsausdruck des Direktors sah und die blauen Augen, die ihn über die halbmondförmigen Brillengläser zu durchleuchten schienen. Professor Dumbledore ließ seinen Blick von oben nach unten über Severus' Körper gleiten, auf der Suche nach Anhaltspunkten, was mit seinem Schüler nicht stimmen könnte. Doch natürlich fand er keine offensichtlichen Verletzungen.

„Soll ich dich zur Krankenstation begleiten?", fragte der Direktor und seine Stimme klang beinahe zaghaft, als wolle er Severus nicht verschrecken.

Severus versuchte seine Stimme so fest wie möglich klingen zu lassen, doch es war eher ein leises Krächzen, als er antwortete: „Ich war gerade auf dem Weg dorthin, Sir…"

Noch ehe er den Satz zu Ende gesprochen hatte spürte Severus eine neue Welle der Übelkeit gepaart mit einem Brennen in seinem linken Unterarm, wie er es noch nie zuvor gespürt hatte. Mit einem erstickten Schrei zog er den Arm reflexartig an sich und seine Beine versagten erneut ihren Dienst. Er fiel auf den steinernen Boden und alles drehte sich.

„Severus?!" Der Direktor war die zwei Schritte nach vorne geeilt, die sie voneinander getrennt hatten und ließ sich neben Severus auf den Boden sinken. „Severus? Was ist los? Severus, kannst du mich hören?"

Doch Severus hörte die Stimme des Direktors kaum noch. Sein Körper begann unkontrolliert zu zittern und Hitze und Kälte wechselten sich ab. Er schien zu verbrennen, dann wieder zu erfrieren. Severus begann zu wimmern, was immer mehr in ein Schreien überging. Dabei warf er sich auf dem Boden von rechts nach links und schlug wild um sich.

Professor Dumbledore überlegte nicht lange, hob den dürren Körper auf und lief mit dem sich immer noch aufbäumenden Severus Richtung Krankenflügel. Der schwarzhaarige Slytherin schien mit letzter Kraft zu versuchen, seine Schreie zu unterdrücken. Er wimmerte und keuchte, sein Armen ging stoßweise und er zitterte unkontrolliert. Der Direktor war noch nicht weit gekommen, als sich das zittrige Luftholen und Wimmern erneut in Schreie änderte. Die Schmerzen schienen so stark zu sein, dass selbst Severus sie nicht mehr geräuschlos ertragen konnte.

Er begann erneut wild um sich zu schlagen und erwischte den weißhaarigen Zauberer einige Male unsanft im Gesicht. Doch das kümmerte diesen jetzt nicht. Er beschleunigte seine Schritte nur und drückte den noch immer viel zu schmalen Körper enger an sich, während er einen Gang nach dem anderen hinter sich ließ und glücklicher Weise nur wenigen Schülern und Lehrern auf seinem Weg begegnete. Er hatte nicht die geringste Ahnung, was hier gerade geschah, doch Severus' Körper schien zu glühen, das konnte er selbst durch den Stoff ihrer beider Kleidung hindurch spüren. Und dann wieder zu erfrieren, wie das Zittern zeigte. Die schrillen Schreie des jungen Mannes gingen ihm durch Mark und Bein. Sie waren bald da, nur noch wenige Meter bis zur Krankenstation!

Den letzten Korridor ließen sie mit wenigen, großen Schritten hinter sich, der Direktor atmete schwer aufgrund der langen Strecke, doch er hatte Severus sicher bis hierhin getragen. Ohne zu klopfen öffnete er die Tür zur Krankenstation mit einer kurzen Handbewegung und kam erst im Inneren des Raumes zum Stehen. Severus schrie noch immer, doch seine Stimme versagte immer mehr und der Direktor merkte jetzt, wie sehr ihn dieser Sprint angestrengt hatte. Er war eben auch nicht mehr der Jüngste!

Madame Pomfrey kam aus ihrem Büro und war sofort in Alarmbereitschaft.

„Legen Sie ihn auf das Bett hinten in der Ecke!", wies sie den Direktor an und schlug gleich die Bettdecke zurück. Professor Dumbledore legte den noch immer wild um sich schlagenden Körper so behutsam wie möglich auf dem Bett ab und ließ sich selbst auf das Bett daneben sinken. Er musste erst einmal selbst zu Kräften kommen und in diesem Moment gab es für ihn nichts weiter zu tun.

Während die Heilerin ihren Zauberstab über den sich windenden Körper schweben ließ stieß Severus Snape auf einmal einen so hohen, markerschütternden Schrei aus, dass verschiedene Glasbehälter in der Krankenstation zersprangen und ihre Scherben klirrend auf dem Steinboden landeten.

Professor Dumbledore und Madame Pomfrey sahen sich erschrocken an und mit einem letzten Kreischen schien das letzte Bisschen Kraft aus Severus' Körper zu weichen und er lag auf einmal stumm und regungslos auf dem Bett. Die Stille nach dem Sturm wirkte beinahe gespenstisch und keiner der beiden Professoren wusste, was er in diesem Moment sagen sollte. Was war hier gerade geschehen?


To be continued...