Kapitel 11


Sturmgraue Augen blickten durchdringend und eisig in braune Augen und in ihnen, so schien es, tobte ein Gewitter, wie man es in der Natur nur selten erlebte. Der schmale Mund des Mannes, zu dem die grauen Augen gehörten, war zu einem kaum erkennbaren Strich zusammen gepresst und die Stimme klang nicht minder eisig, als der Mann fragte:

Was wollt Ihr hier?"

Ohne zu zögern verstärkte der weißblonde Magier seinen Griff am Hals des dunkelhaarigen Mannes und die Folge darauf war ein ersticktes Röcheln nach Luft, gefolgt von einem halbherzigen Versuch, sich aus dem Klammergriff zu befreien. Madame Pomfrey hatte die Hände noch immer auf ihren Mund gepresst und schaute abwechselnd von einem Mann zum Anderen. Albus Dumbledore, der Schulleiter von Hogwarts, stand etwas abseits und betrachtete das Geschehen vor sich mit gerunzelter Stirn. In seiner Körperhaltung war eine deutliche Anspannung zu erkennen, seine Augen hinter den halbmondförmigen Brillengläsern blickten hochkonzentriert. Falls nötig, war er bereit einzugreifen und die beiden Männer voneinander zu trennen.

„Airell…", begann der Direktor mit leiser Stimme beschwichtigend, doch ein wütendes Fauchen war die Antwort und ein noch stärkerer Klammergriff um den Hals des Fremden. Airells dunkler Zauberstab war noch immer auf das Herz des anderen Mannes gerichtet und die Anspannung in der Luft schien fast greifbar zu sein.

Wieder war ein ersticktes Röcheln zu hören, als der Fremde mit krächzender Stimme herauspresste:

„Lasst es…mich bitte erklären…", brachte er mühsam hervor, doch Airell Malfoy drückte den dunkelhaarigen Mann nur noch fester gegen die Wand, während in seinen Augen noch immer ein Unwetter zu toben schien. Ein leises Schnauben entkam Airell.

„Für wie dumm haltet Ihr mich? Ich weiß, was Ihr seid und ich weiß, dass Ihr ihn wollt. Doch dafür müsst Ihr zuerst an mir vorbei!"

Sein Zauberstab bohrte sich schmerzhaft in die Brust Kheelans und Madame Pomfrey zog scharf die Luft zwischen den Zähnen ein. Sie machte einen Schritt nach vorne und wollte bereits in das Geschehen eingreifen, als der Direktor sie von hinten wieder etwas zurück zog und leicht den Kopf schüttelte.

„Nicht, Poppy, lass die Beiden das unter sich regeln…"

Verwundert blinzelte die Heilerin. „Wie bitte?", fragte sie und man hörte ihr an, dass sie glaubte der Direktor habe den Verstand verloren. „Airell wird ihn umbringen!"

Wieder schüttelte dieser jedoch den Kopf und zum Erstaunen Madame Pomfreys bildete sich auf seinen Lippen ein schmales Lächeln.

„Airell tötet nicht, wenn es sich vermeiden lässt. Er ist nicht sein Bruder, Poppy! Er hätte unserem Besucher schon längst schaden können, wenn er es wirklich gewollt hätte…"

Madame Pomfrey hatte den Eindruck, man hätte ihr einen Kübel eiskalten Wassers den Rücken hinab geschüttet. Sie dachte nicht gerne an Amergin Malfoy. Ein gefährlicher Mann. Ein unberechenbarer Mann. Nein, mit seinem Bruder konnte man Airell nun wirklich nicht vergleichen. Aber nichts tun in dieser Situation erschien ihr auch nicht richtig. Doch was hätte sie tun können?

Mit einem ungläubigen Kopfschütteln starrte die Heilerin gebannt auf die beiden Männer vor sich, die rein äußerlich nicht unterschiedlicher hätten sein können und die dennoch, auf eine beinahe unheimliche Weise, einiges gemeinsam hatten. Selbst ihre Umhänge schienen einen erbitterten Kampf gegeneinander auszutragen, denn die dunklen Wogen verbanden sich und trennten sich wieder, nur, um gleich darauf erneut aufeinander zu prallen. Ein unheimliches Bild. Eine bedrohliche Begegnung.

Ein lautes Poltern ließ den Direktor und die Heilerin zusammen zucken. Ungläubig blinzelten beide und gingen einige Schritte zurück. Kheelan Daray hatte es irgendwie geschafft, sich aus dem Griff Airell Malfoys zu befreien und seinen Zauberstab zu ziehen, den er nun dem blonden Aristokraten direkt ins Gesicht hielt. Er schnappte immer noch nach Luft und seine Brust hob und senkte sich schnell, doch seine Stimme war ruhig und dunkel, als er sprach:

„Ihr müsst Airell Malfoy sein. Ich habe schon viel von Euch gehört. Bitte lasst es mich erklären…"

Airell schnaubte und bedachte seinen Gegenüber mit einem abfälligen Blick. Er senkte seinen Zauberstab nicht, doch ging er einen winzigen Schritt zurück. Offenbar hatte er erkannt, dass von Kheelan keine Bedrohung auszugehen schien. Jedenfalls nicht für den Moment. Doch seine sturmgrauen Augen waren noch immer aufgewühlt und sein Körper bereit zum Kampf.
Seine Stimme war ein eisiges Flüstern, als er sprach:

„Und Ihr seid ganz ohne Zweifel einer von ihnen! Ich sage es Euch noch ein letztes Mal: Weg von Severus!"

Er machte wieder einen drohenden Schritt auf Kheelan zu und dieser wich mit einem schmalen Lächeln an die Wand hinter sich zurück. Den Zauberstab noch immer erhoben schüttelte er langsam den Kopf.

„Und ich bitte Euch noch ein letztes Mal: Lasst es mich erklären! Ich wollte Severus zu keiner Zeit schaden, ich…"

„Lügner!", zischte Airell und wollte sich schon nach vorne stürzen, als eine leise, kaum wahrnehmbare Stimme ihn mitten in der Bewegung erstarren ließ.

„Airell?", kam es flüsternd von der anderen Richtung des Raumes und noch ehe die anderen wussten, was geschehen war, hatte Airell Malfoy sich umgewandt, Kheelan stehen gelassen und war an das Bett des einzigen Patienten in dieser Nacht gestürmt. Severus Snape. Dort ließ er sich auf der Bettkante nieder, legte eine kühle Hand auf die nunmehr warme, nicht mehr glühende Stirn des Jungen und sprach mit einer Sanftheit in der Stimme, die ihm niemals ein Mensch zugetraut hätte. Alle anderen Personen um sie herum schienen vergessen, Airell schenkte seine ganze Aufmerksamkeit seinem Adoptivsohn.

„Ja, Severus, ich bin hier. Ich…es tut mir Leid, dass ich jetzt erst komme, aber…"

Er brach ab und sah beschämt zur Seite, eine Geste, die Madame Pomfrey den Mund offen stehen ließ.

„Aber….was…wie…warum?", stotterte sie und warf dem Direktor einen fragenden Blick zu in der Hoffnung, er würde ihr die Antworten geben können, die sie in diesem Moment erwartete. Doch die blauen Augen funkelten nur hinter den goldenen, halbmondförmigen Brillengläsern und ein sanftes Lächeln lag auf den Zügen des alten Zauberers. Sie schaute weiter zur Seite, wo Kheelan Daray gerade dabei war, seine Robe zu richten und Anstalten machten, sich erneut auf den kalten Boden zu setzten, ganz so, als sei nichts geschehen. Als hätte ihn kein wütender Airell Malfoy, in dessen Augen ein wahrer Sturm der Gefühle getobt hatte, gegen die Wand gepresst und als hätte es keinen Moment so ausgesehen, als würden die beiden Männer auf der Krankenstation der Schule einen Kampf ausfechten. Madame Pomfrey schnaubte und fand sich damit ab, dass sie auf ihre Antworten wohl noch etwas würde warten müssen. Männer. Einfach entsetzlich.

Leicht frustriert ließ sie sich auf das nächstbeste Bett sinken, warf sowohl Kheelan, als auch dem Direktor einen nicht gerade freundlichen Blick zu und zwang sich dazu, stattdessen Airell Malfoy zu beobachten, wobei Erstaunen, aber auch ein Anflug von Dankbarkeit gegenüber dem blonden Zauberer ihre Züge weicher werden ließen. Seitdem er Severus' Adoptivvater war kümmerte er sich erstaunlich gut um den Jungen und es war für Madame Pomfrey immer wieder ein Rätsel, warum dieser Mann nicht selbst eine eigene Familie hatte. Frau und Kinder. Er schien das Zeug dazu zu haben. Und trotzdem war er alleine gewesen, bis er sich Severus' angenommen hatte.

Der Slytherin hatte die Augen einen Spalt breit geöffnet und schien glanzlos und schwach geradewegs durch Airell hindurch zu sehen, doch immerhin – er hatte die Augen geöffnet. Etwas, womit Madame Pomfrey in den letzten Stunden immer weniger gerechnet hatte und dennoch war es diesem Mann, Kheelan Daray, gelungen, Severus das Leben zu retten. Sie wusste noch immer nicht wie und warum, doch er hatte es geschafft, ihn von der Grenze zwischen Leben und Tod herunter zu holen.

„Airell, ich…es tut mir Leid…", krächzte Severus mit leiser Stimme und hustete.

Airell Malfoy schüttelte den Kopf, legte seine schmale, bleiche Hand auf die rechte Wange des Jungen und verzog die Lippen zu einem angedeuteten Lächeln.

„Wir haben noch genug Zeit, über alles zu sprechen, Severus! Jetzt musst Du erst einmal schlafen und wieder gesund werden, hörst Du? Ich mache Dir keine Vorwürfe und werde warten."

Severus öffnete den Mund um etwas zu sagen, doch Airell legte ihm einen Finger auf die Lippen und schüttelte noch einmal den Kopf. Seine Augen blickten mit einem Mal vollkommen ruhig, der Sturm in ihnen hatte sich innerhalb eines Augenblickes gelegt.

„Bitte schlafe jetzt, Severus. Ich verspreche Dir, dass ich hier sein werde, wenn Du aufwachst – und dann können wir reden. Einverstanden?"

Severus deutete ein Nicken an, seufzte leise und drehte sich ein wenig zur Seite. Sein Körper zitterte wieder leicht und die Augenlider flatterten, doch sein Zustand schien sich von Stunde zu Stunde zu bessern. Etwas, was Madame Pomfrey und die beiden Männer mit Erleichterung feststellten, hatten sie doch bis vor kurzem noch um das Leben des Jungen gebangt.

Keine Minute war vergangen, als Severus bereits wieder eingeschlafen zu sein schien und Airell sanft die Hand von seiner Wange nahm. Mit einem letzten, prüfenden Blick auf seinen Schützling erhob er sich leise vom Bettrand, drehte sich zu den anderen Dreien im Raum um und bedachte Kheelan erneut mit einem finsteren, beinahe angriffslustigen Blick. Ruhe und Sturm schienen bei diesem Mann nur den Bruchteil eines Augenblickes zu benötigen um in das jeweilige Gegenteil umzuschwenken.

„Ihr habt ihm geholfen…", presste er mühsam hervor und schien Kheelan mit seinem Blick am liebsten erdolchen zu wollen. Er hatte innerhalb kürzester Zeit Severus' Zustand erkannt und das Zutun des fremden Zauberers.

Der Angesprochene nickte leicht und erhob sich vom Boden, doch in seinem Gesicht war keine einzige Regung zu lesen. Weder Wut über den zuvor erfolgten Angriff und die Anschuldigungen, noch Belehrung oder dergleichen bezüglich des letzten Satzes von Airell Malfoy. Sturmgraue Augen blickten in dunkelbraune Augen und die Zeit schien in diesem Moment absolut still zu stehen.

Dann, ganz plötzlich und ohne Vorwarnung, holte Airell Malfoy aus und schlug Kheelan Daray mit der flachen Hand auf die linke Wange. Madame Pomfrey stieß einen erstickten Schrei aus, doch um jedes weitere, laute Geräusch zu unterdrücken legte sie sich die Hände auf den Mund und starrte fassungslos auf das Schauspiel vor sich. Albus Dumbledore runzelte leicht die Stirn und machte einen kleinen Schritt nach vorne, doch noch immer unterbrach er die beiden Männer nicht.

Kheelan schüttelte sich leicht, blinzelte einmal kurz, fuhr sich dann mit der Hand über die gerötete Wange und schluckte etwas hinunter – offenbar sein eigenes Blut. Seine dunkelbraunen Augen glitzerten und es sah so aus, als würde er sich jeden Moment auf Airell stürzen, doch stattdessen blieb er vollkommen ruhig, blinzelte noch einmal und schwieg.

Schließlich ging ein sichtbarer Ruck durch den in teure Stoffe gehüllten Körper Airells, er ging den letzten Schritt auf Kheelan zu und beugte seinen Kopf. Kaum erkennbar zwar, aber dennoch ein Zeichen, welches der dunkelhaarige Zauberer durchaus zu deuten vermochte. Auch er deutete ein Nicken an.

„Ich…danke…", meinte Airell und hatte seinen Kopf bereits wieder erhoben. Der feindselige Ausdruck in seinen Augen war nicht verschwunden, doch er richtete den Zauberstab nicht mehr auf Kheelan und das makellose, bleiche Gesicht war nicht mehr entstellt von tiefen Zornesfalten. Langsam schien er wieder zu seiner alten Fassung zurück zu finden und Madame Pomfrey fragte sich bereits, ob es überhaupt möglich war Airell Malfoy wirklich zu kennen. Sie entdeckte immer wieder neue Facetten an ihm und war immer wieder erstaunt über Dinge die er sagte oder tat; oder eben nicht.

„Keine Ursache, Mr. Malfoy!", erwiderte Kheelan Daray mit seiner dunklen, klaren Stimme und ließ sich langsam wieder auf den Boden sinken. Dabei rutschte er jedoch ein wenig zur Seite als würde er für jemanden Platz machen wollen. Madame Pomfrey runzelte verwundert über diese Tat die Stirn und warf einen schnellen Blick zu Dumbledore, der ein breites Lächeln auf den Lippen hatte, jedoch immer noch schwieg. Leises Rascheln von Stoff zog ihre Aufmerksamkeit wieder zurück zu Airell Malfoy und sie traute ihren Augen nicht.

„Was zum…?", keuchte sie verwundert und wusste nicht, was hier gerade passierte.

Das war nicht gerade wirklich Airell Malfoy, das Oberhaupt einer der angesehensten und reichsten Reinblüterfamilien der ganzen Zaubererwelt, der sich da neben Kheelan Daray, einem Mann, den er vor kurzem noch hatte umbringen wollen, auf den harten, eiskalten Steinboden gesetzt hatte, oder!? Das konnte doch unmöglich der blonde Aristokrat sein, von dem man lediglich im Tagespropheten las und den die Menschen so gut wie niemals selbst zu Gesicht bekamen? Der mehr als jeder andere für etwas stand, von dem Madame Pomfrey bisher immer nur in verächtlichem Ton gesprochen hatte?

Aber scheinbar war sie der einzige im Raum, der mit diesem Verhalten der beiden Männer überhaupt nichts anfangen konnte, denn der Direktor klatschte leise in die Hände und lächelte in die Runde. Seine Augen funkelten und seine Stimme klang schon beinahe heiter, als er sprach:

„Da wir das nun geklärt hätten – was halten Sie beide davon, mit mir in mein Büro zu kommen und unser weiteres Vorgehen zu besprechen? Ich bin mir sicher, Sie werden auch noch einiges unter sich zu bereden haben und ich bin gerne bereit, Ihnen dafür mein Büro zur Verfügung zu stellen!"

Airell und Kheelan nickten gleichzeitig, während sie sich gegenseitig einen abschätzenden Blick zuwarfen.

„Ich kann hier nicht weg", sagte Airell entschlossen und nickte in Richtung Severus Snapes Krankenbett. „Ich habe ihm versprochen hier zu sein, wenn er aufwacht."

Dumbledore nickte. „Aber natürlich, Mr. Malfoy, dafür haben wir vollstes Verständnis." Er wandte sich an Kheelan. „Wie lange, denken Sie, wird Mr. Snape schlafen?"

Kheelan legte den Kopf leicht zur Seite und runzelte die Stirn. „Ich denke, mindestens noch den halben Tag, wahrscheinlich noch etwas länger. Sein Körper muss sich komplett regenerieren und er war dem Tode näher als dem Leben. Das braucht seine Zeit."

Airell Malfoy räusperte sich leise und warf ihm einen weiteren, durchdringenden Blick zu. „Was genau habt Ihr mit ihm gemacht?" Seine Stimme war kontrolliert ruhig, doch ein eisiger Unterton war nicht zu überhören.

Kheelan erwiderte den Blick ruhig und verzog seine Lippen zu einem schmalen, neutralen Lächeln.

„Ich habe seinen Geist zurückgeholt und ihn in einen tiefen Schlaf versetzt. Sein Körper war kurz davor, seine Seele zu verlieren und beinahe wäre ich zu spät gekommen…"

Wenn möglich, wurde das Gesicht Airells noch eine Spur bleicher, doch er sagte nichts dazu und nickte nur leicht. „Ich verstehe", antwortete der weißblonde Magier und verengte die Augen zu Schlitzen.

Die beiden ungleichen Männer machten noch immer keine Anstalten sich vom Boden zu erheben und nun war es an Dumbledore, sich etwas verlegen zu räuspern und einige Schritte auf den Ausgang der Krankenstation zu zugehen.

„Nun, meine Herren, ich denke, das sollten wir lieber in meinem Büro besprechen, finden Sie nicht? Severus braucht jetzt Ruhe und wenn er in den nächsten Stunden ohnehin nicht aufwachen wird, werde Sie Ihr Versprechen ihm gegenüber keinesfalls brechen, wenn Sie jetzt mit nach oben kommen, Mr. Malfoy. Poppy wird Ihnen Bescheid geben, sobald sich an Severus' Zustand etwas ändern sollte."

Madame Pomfrey nickte schnell und versuchte sich an einem beruhigenden Lächeln.

„Ich werde gut auf ihn Acht geben, Mr. Malfoy, und sobald sich etwas ändert, Sie sofort benachrichtigen!"

Airell zögerte einen Augenblick, warf seinem Schützling einen letzten Blick zu und erhob sich schließlich leise seufzend vom Boden. Er klopfte sich den Staub von der schwarzen, schweren Robe und nickte leicht.

„In Ordnung. Gehen wir in Ihr Büro, Professor Dumbledore."

Auch Kheelan erhob sich nun, achtete jedoch darauf, Airell Malfoy nicht zu nahe zu kommen. Beide Männer waren noch immer auf der Hut, beide trauten sie einander nicht und waren bereit, sich zu verteidigen falls notwendig.

„Und Sie werden mir sofort Bescheid geben, sollte sich etwas ändern?", vergewisserte sich Airell noch einmal, als er an der Tür angekommen war und sich umgedreht hatte. Wieder nickte Madame Pomfrey und endlich schien er mit dieser Antwort zufrieden zu sein. Ohne auf den Direktor oder Kheelan zu warten verließ er die Krankenstation und ließ die Tür offen stehen, scheinbar vollkommen davon überzeugt, dass die Anderen ihm folgen würden. Dumbledore quittierte dieses Verhalten mit einem leichten Lächeln, während Kheelan leise brummte und die Augen verdrehte.

„Ein Malfoy, wie er im Buche steht!", meinte er abfällig und schnaubte.

„Aber, aber", lenkte Dumbledore ein und schob Kheelan nun ebenfalls durch die Tür. „So schlimm ist Airell gar nicht, wenn man ihn erst einmal kennt."

Wieder ein Schnauben seitens Kheelan. „Ich will ihn gar nicht kennen lernen, Direktor Dumbledore, doch ein Aufeinandertreffen mit ihm erwies sich leider als unvermeidlich. Auch, wenn ich nicht ganz so früh damit gerechnet hatte." Er fasste sich, ob nun bewusst oder unbewusst, an den Hals und rieb sich die Stelle, an der Airell Malfoy ihn gepackt und gegen die Wand gedrückt hatte.

Auch Madame Pomfrey konnte sich ein leichtes Lächeln nicht verkneifen, doch sie drehte sich schnell um und richtete die Bettdecke, die sich selbst zerknittert hatte. Sie hörte, wie die Tür zur Krankenstation geschlossen wurde und als sie sich langsam umdrehte, war sie wieder alleine mit Severus Snape. Erleichtert atmete sie aus. Die letzten Stunden waren turbulent gewesen und die Stille erschien ihr mit einem Mal fast schon wie ein fremder Gast. Dabei war sie normaler Weise Stille gewohnt und schätzte diese.

Auf dem Gang draußen konnte sie noch die Schritte der drei Männer hören, doch bald waren auch diese verklungen und sie gestattete es sich, müde zurück auf das gerade gemachte Bett zu sinken. Wenn Severus Snape noch mindestens den halben Tag lang schlafen würde, könnte auch sie sich ein paar Stunden der Ruhe gönnen. Und der Weg in ihre Gemächer erschien ihr in diesem Moment einfach viel zu lang. Außerdem musste sie hier sein, wenn mit Severus etwas nicht stimmte oder wenn er aufwachte.

Nur einen kurzen Moment ausruhen…", war ihr letzter Gedanke, bevor sie die Augen schloss und Stille sie umgab.


To be continued...