„Ruhe bitte!" befiehlt Snape seinen Schülern in seiner eindringlichen Art, als er durch die ersten beiden Tischreihen des Klassenraums hindurch marschiert.

„Mr. Longbottom, packen sie ihr Pergament aus. Der Unterricht hat angefangen."

Neville holt überstürzt ein leeres Pergamentblatt aus der Tasche und wirft dabei seine Feder vom Tisch. Hermine dreht sich zu Neville, bückt sich und greift nach seiner Schreibfeder.

„Hier."

„Danke Hermine." flüstert Neville.

Snape geht zielstrebig zur Tafel und schreibt in seiner aggressiven Art den Namen eines Zaubers an die Tafel.

INCARCERUS

„Wer kann mir außer Miss Granger sagen, was das für ein Zauber ist?" fragt Snape und dreht sich zur Klasse.

Snape weiß genau, dass Harry diesen Zauber kennt. Harry wartet einen Moment, denn er möchte sich nicht melden.

Snape blickt zu Harry.

„Mr. Potter, wären sie so freundlich und teilen sie ihre Erfahrung mit der Klasse?"

Harry erkennt die Anspielung, warum Professor Snape nicht Wissen gesagt hat, sondern Erfahrung. Nicht nur wurde Harry in seinem ersten Jahr bereits mit Incarcerus von Quirrell belegt, sondern er sah auch zu, wie Remus Snape in der heulenden Hütte damit gefangen hat.

Incarcerus ist ein Angriffszauber, mit dem man sein Opfer fesseln kann."

„Oder auch fast umbringen…" murmelt Hermine erzürnt in sich hinein, als sie sich an letztes Schuljahr zurückerinnert, in dem Umbridge mit Incarcerus den Zentauren fast erstickt hat.

„Sie benötigen heute nicht ihr Buch, da Incarcerus darin nicht behandelt wird."

Snape dreht sich zur Tafel und schreibt auf:

Wortherkunft: lateinisch incarcerare = ‚einkerken'

Gattung: Angriffszauber, Flüche

Beschreibung: Incarcerus erschafft…

„Warum höre ich Sie alle noch nicht mitschreiben?" ruft Snape verärgert in den Raum hinein und vollendet seinen Text an der Tafel.

…einen oder mehrere Stricke aus dem Zauberstab, die auf ihr Opfer zufliegen und es bewegungsunfähig machen. Der Zaubernde hat nach dem Wirken des Zauberspruches keine Kontrolle mehr über die Stricke. Sie lassen erst nach wenigen Minuten los oder wenn sie magisch dazu aufgefordert werden.

Zauberbewegung: Stechen

Aussprache: Verbal

Verteidigung: Ausweichen, Protego Horribilis

„Wenn sie fertig mit dem Abschreiben sind, dann rücken sie die Tische zur Seite und stellen sie sich in zwei Gruppen auf." weist Snape seine Klasse an.

Hermine streckt ihr Hand, nachdem sie den Text so schnell es ging abgeschrieben hat.

„Miss Granger?"

„Professor, warum nehmen wir heute einen Angriffszauber durch?" fragt Hermine, die gerne einen roten Faden im Lehrplan hätte und auch darauf hinaus möchte, dass an Hogwarts ausschließlich die Verteidigung unterrichtet werden darf.

„Nun Miss Granger, manchmal ist eben ein guter Angriff die bessere Verteidigung." sagt Snape stumpf.

Die Schüler schieben die Tische auseinander und stellen sich in zwei Schlangen gegenüber.

„Die Schüler auf der Seite der Tafel werden nun auf meinen Befehl Incarcerus auf ihr Gegenüber wirken." sagt Snape.

Neville, Ron und Hermine werden blass, doch trauen sich nichts zu sagen. Selbst Harry hat großen Respekt vor diesem Fluch.

„Da wir letzte Woche Protego Horribilis durchgenommen haben und sie sich natürlich vorbildlich wie zu jeder Stunde angemessen vor- und nachbereiten, sollte es für sie denke ich kein Problem sein den Zauber erfolgreich abzuwehren. Vielleicht sogar auf ihr Gegenüber zu reflektieren." führt Snape in seiner peniblen und gestochenen Art zu Sprechen fort.

„Die Fesseln werden mit Finite Incarcerate gelöst und nun Zauberstäbe hoch!"

„Ich möchte kein erbärmliches Ausweichen sehen und versuchen Sie erst gar nicht zu apparieren nur weil Sie gerade darin Unterricht nehmen – es wird nicht funktionieren." stellt Snape klar.

Draco steht ungewollt seiner angeblichen Freundin Pansy Parkinson gegenüber, da er nicht schnell genug reagiert hat.

Hermine würde sich wünschen Incarcerus gegen Pansy einzusetzen. Das schwarzhaarige Mädchen schikaniert sie, wann immer sie nur kann. Besonders im letzten Jahr half sie dem Inquisitionskommando die DA aufzudecken.

Die Schüler machen Platz für Draco und Pansy. Draco steht auf der Seite für den Schutzzauber und seine Hand zittert.

„Und bitte." gibt Snape das Kommando.

Incarcerus!" erschallt es von Pansy ohne zu zögern und blitzschnell schleudern zwei dicke Stricke in die Richtung von Malfoy.

„Pr… Pro…" war alles was aus Dracos Mund zu hören war, denn er zögerte zu lange und hatte wohl nicht mehr im Gedächtnis wie die Handbewegung für den Zauber war.

Die Stricke reißen Draco aggressiv zu Boden, peitschen ihn und schnüren seine Arme so fest zusammen, dass Seidenschnabels Tritt im dritten Schuljahr ein Witz dagegen ist. Die Stricke arbeiten sich zu Dracos Hals vor und würgen ihm von der einen zur anderen Sekunde so fest die Luftröhre zu, dass seine Augen rot anlaufen. Der Rest der Klasse ist geschockt, denn sie hatten nicht erwartet, dass Malfoy den Zauber nicht abwehrt und das der Zauber doch so heftig ist. Harry, Ron, Neville und Hermine hingegen genießen es teilweise, doch Hermine und Neville können nicht länger hinschauen. Snape wirkt enttäuscht.

Finite Incarcerate" hört man von Pansy, die den Gegenzauber auch ein Ticken schneller hätte wirken können.

Draco hustet und schnappt nach Luft.

„Bitte schauen sie sich nochmal die Unterlagen zu Protego Horribilis von letzter Woche an, Mister Malfoy. Die nächsten bitte." sagt Snape kühl und verschränkt seine Arme.

Ron und Neville stehen sich gegenüber und Ron muss angreifen.

„Und bitte." erteilt Snape das Kommando.

Incarcerus!" ruft Ron, führt die Stechbewegung aus und ein langer Strick fliegt auf Neville zu.

Protego Horribilis!" kontert Neville blitzartig und der Strick umklammert Rons Arm.

Hermine schreit auf und hält sich die Hand vor den Mund.

Ron wehrt sich mit aller Kraft gegen den Strick, der ihn aber zu Boden wirft und versucht an seinen Hals zu gehen.

Finite Incarcerate" reagiert Neville schnell.

Ron wickelt den Strick ab, der sich in kürzester Zeit mehrmals um seine Arme und Beine gewickelt hat.

„Die nächsten Bitte." sagt Snape ohne Neville Lob auszusprechen, denn er erwartet bereits Perfektion.

Hermine hat nicht bemerkt, wie sich die Person vor ihr plötzlich gedrückt hat und sie nun an der Reihe ist. Sie schaut zu ihrem Gegenüber und muss schlucken.

Harry schaut Hermine verwirrt, kopfschüttelnd und mit offenem Mund an – es ist auch nicht in seinem Interesse den Fluch auf Hermine wirken zu müssen.

„Keine Zeit verlieren. Zauberstäbe hoch." befiehlt Snape.

Hermine ist verunsichert und erhebt ihren Zauberstab.

„Protego Horribilis. Gattung: Verteidigungszauber, Kommunikation: Non Verbal und Verbal, Zauberbewegung… Zauberbewegung… im Uhrzeigersinn. Beschreibung: Wehrt schwere Flüche ab." prüft Hermine innerlich ihr Gedächtnis ab und wiederholt den Aufschrieb von letzter Woche so oft, bis sie keine Zeit mehr hatte.

„Und bitte." gibt Snape schon früh das Kommando, doch Harry wartet, bis die Unsicherheit in Hermines Augen verflogen ist. Er nickt ihr zu.

Hermine hört auf zu zittern und atmet tief ein. Sie schaut Harry in seine Augen und schweift plötzlich ab, als sie an letzte Nacht denkt, in der Harry Ginny die Hände gefesselt hatte.

Incarcerus." führt Harry den Fluch fehlerlos aus.

Hermine steht nur da und macht nichts. Zwei Stricke werfen sie mit dem Gesicht nach vorne unsanft zu Boden und fesseln ihre Beine und Arme, bevor sie ihren Hals fest in die Schlinge nehmen und würgen. Harry wartete einen Moment zu lange und ist verwirrt, da er fest damit gerechnet hatte, dass Hermine den Zauber mühelos abwehrt.

Protego Horribilis!" erschallt es nicht von Harry, sondern von Ron.

Hermine weiß nicht, wieso sie gezögert hat. Hatte sie einfach Angst oder kann es sein, dass sie von der Vorstellung erregt war? Am Anfang fand sie den Kontrollverlust sogar noch gut, doch danach war es viel zu schmerzhaft. Von Harry gefesselt zu werden hat sie sich schöner vorgestellt. Sie löst die Stricke und Ron hilft ihr hoch.

„Danke." sagt sie ihm und blickt ihm in die Augen.

„Enttäuschend Miss Granger. Die nächsten bitte." ertönt es im Hintergrund, während Schritte lauter werden.

„Geht es dir gut?" fragt Harry besorgt, der soeben vorbeikommt und die Spuren an Hermines Hals sieht.

„Was war los mit dir?" fragt er fast schon vorwurfsvoll.

„Ich weiß nicht." antwortet Hermine beschämt und ist kurz davor traurig zu werden.

Harry und Ron legen ein Arm um sie und ihr geht es wieder besser.

„Ich denke, ich geh schon mal hoch." sagt Hermine, packt ihre Sachen ein und verlässt vorzeitig den Unterricht – Snape hätte sie sowieso nicht aufgehalten.

Hermine läuft den Innenhof entlang, da hört sie auch schon eine vertraute Stimme.

„Hermine?"

Hermine lächelt und nähert sich.

„Hallo Hagrid!"

Hagrids Gesicht ist kaum zu sehen. Er trägt zwei große Töpfe mit bunten Blumen in allen Farben mit sich herum. Fang begleitet ihn und versucht an die Innentasche mit den Hundekuchen zu kommen.

„Aus Fang! AUS!" weist Hagrid ihn an.

Fang lässt sich enttäuscht zu Boden fallen.

„Wofür sind die Hagrid?" fragt Hermine und schaut auf die Blumen.

„Die kommn in den Garten von Ogg." antwortet Hagrid stolz.

„Der Garten vom wem?" fragt sie ihn und macht einen verwirrten Blick.

„Komm ich zeig's dir!"

Hermine zieht ihren Zauberstab.

„Wingardium Leviosa."

„Mach es dir doch nicht immer so schwer Hagrid. Du bist ein Zauberer, vergiss das nicht." sagt Hermine und grinst.

Hagrid schmunzelt und geht mit ihr ein Stück durch den Innenhof und dann weiter runter in den Außenbereich. Hermine ist schon lange an Hogwarts, aber war insgesamt selten in der Ecke des Schlosses.

„Hast du nicht noch Unterricht?"

„Wir hatten früher aus." lügt Hermine, um die Wahrheit nicht sagen zu müssen.

„Alles in Ordnung bei dir?" fragt Hagrid und trifft bei Hermine genau ins Schwarze.

Hermine bleibt kurz stehen und holt tief Luft.

„Es ist kompliziert." antwortet sie ihm und macht den ersten Schritt.

„Die klügste Hexe der Welt nennt etwas kompliziert." merkt Hagrid an und lacht kurz auf.

„Es geht um Gefühle. Vor Allem um Liebe… Freundschaft… gewisse Bedürfnisse…"

Hagrid bleibt ebenfalls kurz stehen und wird rot.

„Ohh."

„Verstehe."

Hermine hebt einen Ast vor ihr auf und wirft diesen für Fang die Wiese hinunter, doch Fang denkt nicht daran sich groß zu bewegen.

„Hoffnungsloser Fall, glaub mir. Aber ein guter Freund." antwortet Hagrid und geht mit ihr eine Weile weiter.

„Da sind wir schon."

Hermine schaut sich um.

„Hier ist doch nichts?!"

„Ogg wollt' auch nicht, dass jeder weiß, wo sein Garten ist. Hättn ihm sonst alles ruiniert."

Hagrid nähert sich der Mauer und tippt mit dem Ende seines Schirms eine Steinstatue von Hogwarts drei Mal an. Die Statue beginnt sich zu bewegen, was Hermine stark an das Zauberschach erinnert, und schneidet hinter sich eine große Menge an verwilderten Pflanzen ab, um damit einen Gang freizulegen. Die Statue kniet sich wieder auf ihren Platz.

„Wohin führt der Geheimgang Hagrid?" fragt Hermine neugierig und dachte nicht, dass sie nochmal geheime Ecken von Hogwarts kennenlernen würde.

„Der Durchgang führt zwischn zwei äußere Mauern von Hogwarts Hermine. Diese Ranken sind in ein paar Minuten wieder da, nicht wundern."

Hermine geht voran und schiebt die übrigen Pflanzen mit ihrem Handrücken aus dem Weg. Sie kommt in einen wundervollen kleinen Garten, indem Pflanzen aller Art und allen Farben blühen. Sie sieht, wie mehrere Bowtruckle den Mantel von Hagrid hochklettern und voller Freude in die schwebenden Töpfe hüpfen, um Insekten zu suchen.

„Nur langsam meine Freunde. Is genug für alle da!"

„Hagrid, was ist das hier?" fragt sie ihn, während ein Bowtruckle sie genau mustert.

„Mister Ogg war der Wildhüter vor meiner Zeit Hermine. Das ist sein geheimer Garten und Vermächtnis. Nur wenige wissen von ihm und das soll auch so bleiben, also niemandem weitersagen." sagt Hagrid, grinst dabei und hält sich seinen Zeigefinger an den Mund.

„Dein Mitschüler Neville ist beispielsweise oft hier. Genauso wie Luna und Hannah Abbot."

Hermine ist überrascht, dass sie das nicht wusste. Neville und Hannah verbringen seit der DA viel Zeit miteinander. Hannah ist allerdings seit einiger Zeit nicht mehr in Hogwarts, aber darüber will Hermine nicht nachdenken. Sie fragt sich, ob Neville und Hannah öfter hier allein waren und schaut sich weiter um. Hermine sieht eine kleine Fee am anderen Ende des Gartens, die auf vier Sonnenblumen hin und her hüpft.

„Ogg nahm mich damals bei sich auf, als ich aus Hogwarts ausgeschlossen wurde. Meine Eltern sind tot und ich konnte nirgends hin. Er hat mir alles beigebracht was ich heute weiß."

Hermine will gerade eine Frage stellen, da erscheint eine Echse vor ihr, die die Größe von Fang annimmt.

„Keine Sorge. Das ist eine Moke-Echse, die tun nichts. Die können sich aber so klein und groß machen wie sie möchtn!"

Hermine zieht beeindruckt ihre Augenbrauen hoch.

„Sind ne gefährdete Spezies. Werdn gejagt für ihre Haut, um Geldbeutel draus zu machen. Fürchterlich. Wenn ein Dieb versucht die Geldbörse zu klaun, zieht sich die Tasche zusammn."

„Und du pflegst seinen Garten bis heute?"

„So ist's. Tradition gewordn. Ich hoffe mein Nachfolger findet daran auch Interesse. So hätte Ogg sich es gewünscht. Jeder Wildhüter bringt etwas Neues mit sich."

„Wenn wir nicht langsam begreifen, dass magische Geschöpfe und Tiere zu uns gehörn wie die Magie selbst, dann gibt es sie bald nicht mehr. Die Muggel sind da schlechte Vorbilder." sagt Hagrid und schüttelt dabei den Kopf.

„Wo kommen die hier hin?" fragt Hermine und neigt ihren Kopf zu den zwei schwebenden Töpfen.

„Oh äh ja. Da hinten neben der Bank. Wärst du so lieb?" fragt Hagrid und geht einen Spaten holen.

Hermine geht an einem Teich voller Seerosen vorbei und zur kleinen Holzbank, die den besten Blick auf den wundervollen Garten gewährt. Sie platziert die Töpfe vorsichtig auf dem Boden und sieht dabei im Holz eine alte magische Inschrift.

Ich war das Monster, das du liebtest und dir alles nahm. Bitte vergib mir, wenn die Zeit mich genommen- und dich geheilt hat. Bis wir uns irgendwann wiedersehen und zusammenwachsen.

Ich vergebe dir. Bis wir uns irgendwann wiedersehen und zusammenwachsen.

Der letzte Teil scheint gar nicht so alt zu sein. Hermine berührt die Inschrift und spürt die große Trauer in ihr. Das hat sie an diesem schönen Ort nicht erwartet. Sie richtet ihren Zauberstab auf die Inschrift.

Specialis revelio." sagt Hermine, doch es passiert nichts.

„Hat Ogg diesen Garten übernommen?" fragt Hermine so laut, dass Hagrid sie am anderen Ende verstehen kann.

„Ja, von seinem Vorgänger. Mir fällt der Name nicht ein. Wieso?" ruft Hagrid ihr beiläufig rüber.

„Ich frage mich wie alt diese Inschrift schon ist."

Hagrid kommt mit dem Spaten an und fängt an zu graben.

„Die war schon da, als ich noch Schüler in Hogwarts war."

„Weißt du von wem sie stammt Hagrid?"

„Nein Hermine. Aber manchmal ist es besser die Vergangenheit ruh'n zu lassen." sagt er und wird emotional.

Hermine setzt sich auf die Bank und kann den Schmerz in der Botschaft nachempfinden.

„Wenn ich ein's gelernt hab Hermine, dann, dass das Leben einem Dinge gibt und einem Dinge wieder nimmt. Doch die schönen Dinge weißt du, die schönen Dinge habn die Chance länger als ein Leben zu bestehen. Man muss sie nur mit viel Geduld, Vorsicht und Liebe pflegen."

Hermine schaut auf den Garten und versteht was er damit sagen möchte.

„Bis wir uns irgendwann wiedersehen und zusammenwachsen." denkt sie sich und schaut in den Himmel.

„Wie kommt es, dass der Garten nicht bekannter ist? Man kann…"

„…doch einfach von oben reinschaun?" vollendet Hagrid ihren Satz.

„Ganz alter Zauber. Von außen sieht man ein ganz normales Dach aus Ziegeln. Kann sogar drauf stehn!" erklärt Hagrid.

„Fast so wie bei der Decke der großen Halle." stellt Hermine fest.

„Korrekt. Nur, dass es hier auch wirklich reinregnen kann." antwortet Hagrid, der soeben den letzten Topf umpflanzt.

Hermine bemerkt, wie ein plüschiges Knuddelmuff gerade den Steinboden entlang hüpft und die Erde von der Umpflanzung wegfegt, bevor es Hermine anspringt und geknuddelt werden möchte.

„Ich glaube du hast einen neuen Freund gefunden!" sagt Hagrid und lacht.

Fang steht auf und nähert sich Hermine erwartungsvoll.

„Willst du jetzt, dass ich werfe Fang?" fragt Hermine und Fang setzt sich hin.

Hermine blickt zu Hagrid und grinst, bevor sie den Knuddelmuff über den Garten wirft.

Fang flitzt über den Steinboden und sucht den Knuddelmuff.

„Bei Merlin. Gibt wohl doch noch Wunder." stellt Hagrid fest und lacht.

„Komm doch mit deinen Freunden heute Abend bei mir in der Hütte vorbei Hermine. Ich mach leckeren Zitronentee. Professor Dumbledore ist schon ganz verrückt danach!"

„Gerne. Ich frag die anderen später, ob sie mitkönnen."

„Denk dran: Acromantula!" sagt Hagrid und grinst.

Hermine braucht eine Weile, bis sie den Witz verstanden hat.

„Stimmt. Das Passwort!".

Fang kommt mit dem Knuddelmuff im Mund zurück zu Hermine. Sie befreit ihn und hindert Fang daran ihn nochmal zu jagen, da er den Steinweg weiter putzen möchte. Hagrid will gerade die Töpfe in die Hand nehmen, um sie zurück zu stellen, da nimmt er seinen Regenschirm.

„Wingardium Leviosaa"

Die Töpfe wackeln, doch schweben nicht.

„LeviOsa, nicht Leviosa" korrigiert sie ihn und schmunzelt.

„Türlich. Nur ein wenig außer Übung." sagt Hagrid und grinst dabei.

Er nimmt seinen Regenschirm und versucht es erneut.

„Wingardium LeviOsa"

Hagrid bringt die Töpfe zum Schweben und freut sich. Hermine zieht ebenfalls ihren Zauberstab und richtet ihn auf eine freie Fläche auf der Holzbank. Hagrid lächelt und begleitet sie anschließend zurück ins Schloss.