10 Stunden zuvor

Hermine öffnet ihre Augen, denn sie kann nicht einschlafen. Der Sex mit Harry hat sich großartig angefühlt. Ihre Schamlippen sind immer noch sehr sensitiv, doch es liegt ihr schwer im Magen, da sie weiß, dass es das Falsche war. Harry konnte seiner Versuchung nicht mehr widerstehen, nachdem Hermine sich selbst nicht mehr unter Kontrolle hatte, sondern ihre Lust sie steuerte.

„Ich bin so dumm." flüstert Hermine.

Sie weiß, dass es ein Fehler war und dass diese einmalige Affäre mit Harry noch komplizierte Folgen haben wird. Sie will unter keinen Umständen einen Keil zwischen Harry und Ginny treiben und auch nicht die Freundschaft zwischen Ginny und ihr gefährden – doch es war längst zu spät. Hermine schätzt Ginny nicht als eine Person ein, die ihren Freund gerne mal mit anderen teilt – auch nicht mit ihrer besten Freundin – oder doch? Sie schätzt darüber hinaus Harry auch als einen loyalen Freund ein und sie schiebt die Schuld, dass Harry seiner Lust ergeben war vollkommen auf sie selbst. Für einen Moment fühlt sich Hermine sogar sehr begehrt, da Harry sich beim Anblick von ihrem nackten Körper nicht mehr klar denken konnte, doch sie zwingt sich aus Scham den Gedanken zu verwerfen.

„Was hab ich nur getan?" fragt sie sich vorwurfsvoll.

Hermine schluckt ihre Gefühle herunter und analysiert die Situation so objektiv es nur geht, um zu verstehen, wie es dazu kam. Alles drehte sich in letzter Zeit um Liebe und Sex. Die Spannung zwischen ihr und Ron war nicht mehr auszuhalten. Sie erinnert sich daran, wie sie seinen Oberkörper berührte oder wie sie ihn kurz nackt im Schlafsaal gesehen hatte. Ihr Neid und ihre Neugier wurden immer größer, als sie die heimlichen und interessanten Sextreffen von Harry und Ginny beobachtete. Hermine fragt sich, ob es in der Bibliothek auch Ratgeber Bücher gibt, für lüsterne junge Hexen in Hogwarts, denn sie braucht dringend eine Lösung dafür. Plötzlich steht Hermine auf und nimmt ihren Zauberstab, sowie die Karte des Rumtreibers. Vorsichtig öffnet sie die Tür von Harrys Schlafsaal. Er ist eingeschlafen und liegt mit dem Rücken zu ihr. Sie erhebt ihren Zauberstab doch zögert.

„Ist es ein größerer Fehler ihm die Erinnerung an heute Nacht zu rauben?" fragt sie sich innerlich.

Hermines Hand verkrampft sich. Sie fragt sich weiterhin, ob es mit einer Notlüge zu vergleichen ist. Man lügt zwar eine geschätzte Person an, doch nur um sie nicht zu verletzen, zieht Hermine den Vergleich. Sie zögert noch immer, da sie noch nicht weiß, wie sie verhindern kann, dass das Ganze nochmal passiert. In der Ferne ertönt ein Donnern.

„Er hat mir noch nicht zugestimmt." sagt sich Hermine, doch sie fühlt sich dazu gezwungen ihm diese Entscheidung abzunehmen – aber dieses Mal, um das Richtige zu tun.

„Oblivate." sagt Hermine zaghaft und sie taucht in Harrys Kopf ein.

Millionen von Gedanken und Bilder schwirren um sie herum – manche präsenter und größer als andere. Sie sieht wie Ginny und er Sex im Bad der Vertrauensschüler haben, wie Pettigrew Cedric auf dem Friedhof tötet, wie Cho und Michael Corner sich küssen, wie der leblose Körper von Sirius vor ihm liegt, wie Harry Hermine vor dem Kamin im Fuchsbau beobachtet, wie der Vater von ihm in Snapes Erinnerung mit Lily spricht oder wie Ron und er vorhin die Pakete mit Fred und Georges Scherzartikeln in das Schloss schmuggeln. Hermine ist verwirrt, als sie klar und deutlich eine Erinnerung von Harry beobachtet, in welcher er sie im Raum der Wünsche an den Händen fesselt und Ginny Hermine über ihre Vulva streicht.

Sie droht sich im Kopf von Harry zu verlieren und würde ihn am liebsten von sämtlichen schmerzhaften Erinnerungen befreien. Hermine konzentriert sich auf die letzte Stunde mit ihm. Die Erinnerung ist so kräftig und klar vor ihr wie es nur sein kann. Sie sieht aus Harrys Perspektive wie er sie erkennt, als der Tarnumhang von ihr runtergefallen ist und sein Schwanz in ihr steckt. Hermine ist für einen kurzen Moment sehr erregt sich selbst zu sehen, wie sie von ihm genommen wird.

Die Erinnerung wird so verschwommen wie die Fenster vom Schlafsaal. Regentropfen plätschern gegen das Glas und gleiten zum Boden. Hermine hat seine Erinnerung gestohlen und sie beendet den Zauber. Sie atmet tief ein und langsam aus. Sie kann ihm die Erinnerung jederzeit wieder zurückgeben, doch nur solange sie keinen anderen Zauberspruch wirkt.

„Was war das?" fragt sich Hermine innerlich, als sie klar und deutlich gesehen hat, wie Harry sie im Raum der Wünsche gefesselt hat und Ginny dabei war sie zu verwöhnen. Hermines Mund steht offen und sie kann sich nicht daran erinnern.

„Wurde mir auch eine Erinnerung gestohlen?" fragt sie sich und ihr läuft es kalt den Rücken runter. Sie legt die Karte des Rumtreibers ab, dreht sich um und geht zügig zu ihrem Schlafsaal.

Hermine deckt sich zu, doch zittert weiter. Sie ist sich sicher, dass sie von Harry und Ginny nicht erwischt wurde, als sie die beiden im Raum der Wünsche beim Sex beobachtet hatte. Hermine ruft sich in Erinnerung was geschehen ist. Sie schlich sich vorsichtig die Tür hinaus und rannte vor Filch weg, um nicht entdeckt zu werden, denkt sie zumindest. Hermine grübelt darüber nach, ob Harry vorhin die Wahrheit gesagt hat oder einfach nur gut schauspielte, als Hermine ihm gebeichtet hat, dass sie die Beiden im Raum der Wünsche beobachtet hatte.

Der Gedanke lässt Hermine nicht los, dass ihr eventuell auch bereits eine Erinnerung gestohlen wurde. Sie fragt sich, was sie davon halten soll, da sie genau das gleiche bei Harry eben auch getan hat. Hermine kommt zu dem Entschluss, dass sie keine Doppelmoral haben möchte – wenn Harry oder Ginny ihr die Erinnerung daran gestohlen haben mit ihnen Sex gehabt zu haben, dann nur, um die Situation nicht komplizierter zu machen und damit nichts im Weg steht zwischen ihr und Ron. Solange die Verantwortung bei ihren besten Freunden liegt, hat sie damit weniger Probleme, doch sie fühlt sich dessen ungeachtet ein wenig bestohlen und möchte die Wahrheit herausfinden. Sie fragt sich, ob sie selbst darauf bestanden hat, die Erinnerungen davon genommen zu bekommen. Der Raum erhellt sich für den Bruchteil einer Sekunde, als ein Blitz wohl in der Nähe des Quidditchfelds eingeschlagen ist.

„So kenne ich dich gar nicht. Die Seite an dir gefällt mir." hört sie die Stimme von Harry mit einem Hall in ihrem Kopf.

„So kenne ich dich gar nicht… So kenne ich dich gar nicht…" wiederholt sie die Stimme und versucht die Tonart zu rekonstruieren.

„Versteh mich nicht falsch. Das ganze hier muss unser Geheimnis bleiben oder würde ich lieber vergessen wollen, damit das nicht die Beziehung zu Ginny gefährdet und dich auch nicht hindert mit Ron etwas anzufangen." führt die Stimme fort.

Hermine fragt sich, ob Harry sie angelogen hat und ihre Zweifel werden groß, doch sie kann nicht mehr klar denken. Sie schließt ihre Augen und schläft trotz Kopfschmerzen ein, da sie erschöpft ist.