Hermine schaut sich die letzten Minuten des Trainings an. Es ziehen nur kleine Wolken am Himmel vorbei und die Sonne strahlt heute kräftig. Harry hat zu Beginn der Stunde das Kommando an Ginny übergeben, die er vorher mit den heutigen Übungen eingeweiht hatte, sodass er sich Zeit für Winky nehmen konnte, die langsam, aber sicher Kurven fliegen kann.

„Fantastisch!" sagt Dobby neben ihr und strahlt.

Hermine musste schon des Öfteren ihr Lachen verkneifen, weil Winky sich schusselig anstellte und es allgemein auch sehr witzig aussieht. Als Winky wie ein Faultier am Ast an ihrem Besenstil hing, konnte Hermine nicht anders als laut zu lachen, dabei will sie auf keinen Fall gemein rüberkommen. Sie erinnert sich an die gemeinsamen Ski Ausflüge mit ihren Eltern. Als Kind flog sie hunderte Male in den Schnee. Hermine vermisst es in den kalten Bergen zu sein mit warmen Kakao und einem guten Buch. Ginny nimmt zwei Finger in den Mund und pfeift das Training ab, während Winky ihre erste erfolgreiche Runde neben Harry um das Feld gedreht hat.

„Komm Dobby, wir gehen schon mal vor." sagt Hermine, nimmt ihn an der Hand und sieht, wie die Mannschaft in den Umkleideraum geht.

Winky kommt aus dem kleinen Holztunnel heraus, der zu den Umkleideräumen führt. Sie trägt noch immer ihre Windschutzbrille, die ihr viel zu groß ist. Dobby rennt und springt auf sie zu – er ist stolz auf sie und freut sich. Harry und die anderen kommen ebenfalls aus dem Tunnel und machen sich auf den Weg zum Gemeinschaftsraum, bevor sie schon in die große Halle müssen. Die Gruppe trennt sich am Schlosseingang von den beiden Hauselfen und sie legen ihre Sachen in den Schlafräumen ab, ehe sie eine Minute vor dem Schlag der Mittagsstunde in der großen Halle Platz nehmen und sich die Doppeltür schließt. Die vier langen Tische sind bedeckt mit einer weißen Tischdecke. Hagrid, Filch, Madame Pince, Poppy Pomfrey und alle Hausgeister, sowie alle Lehrer sitzen oder schweben am Lehrertisch. Sogar der sprechende Hut hat seinen eigenen Platz, was sehr ungewöhnlich ist. Fawkes hat es sich auf Dumbledores Rednerpult gemütlich gemacht, doch fliegt auf eine Steinstatue an der Wand, als Albus hinten Links aus dem Pokalzimmer kommt. Dumbledore trägt ein weißes Gewand und sieht sehr gepflegt aus. In seiner Hand hält er ein altes Pergament.

„Ich habe gehört Hogwarts wird vielleicht geschlossen wegen der zunehmenden Bedrohung durch Ihr-Wisst-Schon-Wer!" flüstert eine Erstklässlerin voller Anspannung neben Hermine.

„Ach Quatsch! Ich habe gehört Dumbledore weiß schon längst, wo sich Ihr-Wisst-Schon-Wer befindet und er ihm eine Falle stellt." antwortet ihr Freund neben ihr.

Dumbledore starrt über die Köpfe der Schüler hinweg, bis auch das letzte Flüstern komplett zum Erliegen kommt. Harry wird nervös, da das sonst nicht die Art von ihm ist.

„Liebe Schüler und Schülerinnen von Hogwarts. Ich hoffe ich habe eure Pläne für euren freien Sonntag nicht durchkreuzt – falls doch, dann bitte ich das zu entschuldigen. Ihr fragt euch sicherlich, warum ihr heute hier seid, doch lasst mich vorher euch etwas anderes erzählen."

„Typisch Dumbledore." flüstert Ron und grinst.

„Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich die Hallen und Räume dieses Schlosses zum ersten Mal betrat. Es war der erste September 1892 – ich hatte gerade erst meinen Zauberstab von Gerbold Ollivander bekommen. Als der sprechende Hut…"

Dumbledore dreht sich um und begrüßt mit einer Hand den sprechenden Hut wie einen alten Freund.

„…mich in das Haus Gryffindor eingeteilt hat."

„HA! War die richtige Entscheidung oder Albus?" posaunt der sprechende Hut und lacht.

„Ich habe mich gut aufgehoben gefühlt." stimmt Dumbledore ihm zu und verbeugt sich leicht aus Dankbarkeit.

„Auch wenn in meiner Schulzeit nicht immer alles gut verlief, so hatte ich eine neue Familie gefunden – und ein neues Zuhause."

Harry atmet schwer aus und ein. Er hängt gebannt an seinen Lippen. Hermine erkennt Harrys Gefühle und sie streicht ihm kurz über seine Schulter. Er weiß, dass er sich immer auf sie verlassen kann.

„In meiner Schulzeit strebte ich stets nach Wissen und es hat mir schon damals sehr gefallen meinen Freunden zu helfen, wo ich nur konnte – solange ich konnte."

Hermine erhebt ihren Kopf und kann seine Worte komplett nachempfinden. Sie bemerkt, wie Ron sie anschaut und lächelt.

„Schon damals sah ich mich in der Pflicht die Verteidigung gegen die dunklen Künste voranzutreiben, da dunkle Mächte auf dem Vormarsch waren, welche ihre verdrehten Grundsätze mit Zwang auf die Welt stempeln wollten. Ich wusste, dass ich allein es nicht schaffen konnte, die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Nach meiner Schulzeit kehrte ich nach Hogwarts zurück. Schulleiter Phineas Nigellus Black war zu der Zeit nicht sonderlich beliebt, denn er kritisierte die seiner Meinung nach rechthaberische Art von Schülern aufs Schärfste. Black und Ich waren in diesem und weiteren Punkten unterschiedlicher Meinung, doch er erkannte mein Potential an, gab mir die Stelle als Professor und mein geliebtes Klassenzimmer 3C." sagt Dumbledore und schwärmt.

„Ich hegte weiterhin Kontakt mit bekannten Zauberern auf der ganzen Welt, sowie meinen Freunden aus der Schulzeit, die später einmal selbst bekannte Zauberer und Hexen wurden."

Dumbledore hält kurz inne.

„Schon bald werdet ihr alle nicht mehr unter dem großen Dach dieses Schlosses weilen, sondern bestreitet euer Leben. Ich rate euch: Reist durch diese Welt – ob allein oder zu zweit und findet etwas was euch glücklich macht. Findet zu euch selbst, doch vergesst am Ende nicht, woher ihr kommt und welche Menschen euch begleitet haben und immer für euch da waren." sagt Dumbledore sentimental.

„Oh und falls sich doch jemand dazu berufen fühlt an Hogwarts zu unterrichten…"

Dumbledore gestikuliert ulkig mit seinen Händen und neigt den Kopf.

„Hogwarts kann immer kluge Zauberer und Hexen gebrauchen, die sich für die Schule und für die Schüler einsetzen." führt er fort und lächelt.

„Damit wäre ich auch bei einer Person, die sich dieser Aufgabe schon immer mit vollem Einsatz, Herzblut und Sorgfalt gewidmet hat."

Dumbledore dreht sich um und blickt zu Minerva, die daraufhin rot im Gesicht wird.

„Minerva, ich bedanke mich bei dir im Namen von ganz Hogwarts für deine leidenschaftliche Hingabe, deine unermüdlichen Mühen, deine brillanten Ideen und für deinen Einsatz diese Welt besser zu machen - was du uns jeden Tag aufs Neue beweist. Danke."

Dumbledore klatscht in die Hände. Alle Schüler und Lehrer stehen auf und klatschen gleichermaßen voller Freude und jubeln Professor McGonagall zu, die gerade in Tränen ausbricht, da sie damit nicht gerechnet hatte. Hagrid kommt mit einem gigantischen Blumenstrauß und selbstgebackenen Keksen, sowie weiteren Leckereien auf sie zu. Er reicht ihr zudem ein sauberes weißes Taschentuch. Dumbledore führt fort, als sich der Applaus kurz gelegt hat.

„Mein Dank kann deinen Mühen nicht gerecht werden, aber ich versuche es. Daher ehrt es mich zu verkünden, dass wenn ich nach dem nächsten Hogwarts Jahr zurücktrete, Minerva die neue Schulleiterin von Hogwarts sein soll."

Professor McGonagall schreit stumm vor Freude auf und muss weinen. Hagrid und Sybill legen einen Arm um sie. Harry, Hermine und die anderen jubeln lauter als an allen anderen Tischen. Hermine hat Gänsehaut am ganzen Körper.

„Doch das war nicht der einzige Grund, warum ihr euch heute alle hier versammeln solltet." führt Dumbledore fort und die Schüler setzen sich wieder.

Er entfaltet das uralte Pergament, was in einer Vitrine im Pokalzimmer aufbewahrt wurde und liest daraus vor:

„In der Hoffnung, dass das Wissen der Zauberei auch für die Generationen nach uns gelehrt und von ihnen richtig angewandt wird. Draco Dormiens Nunquam Titillandus. Gezeichnet von Godric Gryffindor, Helga Hufflepuff, Rowena Ravenclaw und Salazar Slytherin." liest Dumbledore vor und rollt das Pergament vorsichtig wieder zusammen.

„Die ersten Schüler wurden vor genau 1000 Jahren in diesem Schloss unterrichtet und aus diesem Grund, feiern wir dieses Jahr das Jubiläum von Hogwarts." sagt Dumbledore und erhebt seine Hände.

An den Wänden rollen lange weiße Flaggen mit Hogwarts Wappen herunter. Die große Halle erstrahlt elegant im Sonnenlicht.

„Es ist wahrlich nicht gerade die beste Zeit, um etwas zu feiern – doch vielleicht ist es gerade deswegen umso wichtiger. Mit der Planung und Unterstützung vom Ministerium, sowie der Hilfe durch den Elternbeirat, seid ihr heute Abend alle zum großen Festakt im Innenhof eingeladen."

Harry und Ron schauen sich an, freuen sich und klatschen ein.

„Der Unterricht morgen entfällt…" sagt Dumbledore.

Die Schüler jubeln vor Freude – selbst Hermine.

„…und natürlich feiern wir das ganze heute nicht allein. Professor McGonagall, wären sie so freundlich?"

„Mit Vergnügen Albus." antwortet sie.

Minerva steht auf, nimmt ihren Zauberstab und verzaubert plötzlich die Decke der großen Halle so, dass Konfetti in den Hogwarts Farben runter regnet. Die Doppeltür öffnet sich und unzählige Menschen betreten die Halle.

„WIR SIND WIEDER DA HOGWAAARTS!" schreien Fred und George, rennen durch die mittlere Reihe und klatschen links und rechts in die Hände der Schüler, die sich gerade alle erheben.

Harry, Ginny und Ron drehen sich um und ihr Mund steht offen. Hinter ihnen befinden sich Molly, Arthur, Bill, Remus, Tonks und sogar Amos Diggory.

„Oh. mein. Gott." sagt Ron mit großen Augen.

„Passiert das gerade wirklich Harry?" führt er fort.

„MOM?" schreit Hermine auf, bevor sie vor Freude in die Luft springt, als sie ihre Eltern neben Molly entdeckt. Harry erkennt wie Oliver Wood, Angelina Johnson und weitere Abgänger zurückkehren. Neville streckt sich und findet in der Menge seine Oma mit ihrer roten Handtasche, neben der Mutter von Malfoy und den Eltern von Seamus. Dumbledore zaubert voller Freude kleines Feuerwerk durch die Luft. Die Schüler begrüßen ihre Eltern und Freunde an ihrem Platz. Luna umarmt fest ihren Vater und bemerkt, dass Rolf Scamander ihn begleitet. Ihr ist es ein wenig peinlich, was für eine Luna nahezu undenkbar ist, doch sie freut sich sehr und umarmt ihn auch. Colin und Dennis reden ohne Pause und Luftschnappen auf ihren Vater ein, der wiederum versucht beide gleichzeitig zu verstehen. Am Ravenclaw Tisch umarmt Cho ihre Mutter, die eigentlich außerplanmäßig im Zaubereiministerium heute hätte arbeiten müssen. Neben Cho redet ihre beste Freundin Marietta Edgecombe mit ihrer Mutter und Molly umarmt Ron, Ginny, Harry und Hermine so dolle sie nur kann.

„Es ist so schön euch zu sehen meine Lieben!" sagt sie.

Die große Halle ist so voll wie noch nie. Dumbledore ist überglücklich und begrüßt Remus und Tonks, die ihm ein Foto schenken. Neben Albus steht Kingsley Shacklebolt, zusammen mit einigen weiteren Auroren, die für die Sicherheit zuständig sind.

„Dein Otter hat uns erreicht Kleine." sagt Hermines Vater zu ihr.

Hermine weint und möchte ihre Eltern nicht loslassen.

„Gibs zu Bruder, du hast uns vermisst." sagt Fred zu Ron und lacht.

„Hallo Harry!" sagt Amos und reicht ihm die Hand.

„Arthur hat mir im Ministerium die Einladung von Dumbledore überreicht – da konnte ich mir das Spektakel natürlich nicht entgehen lassen." sagt er und zwinkert ihm zu.

„Du musst mir unbedingt später vom Quidditch Spiel von letzter Woche erzählen Harry!" sagt Oliver Wood im Vorbeigehen, bevor er in der Menge schon wieder verschwindet.

Es geht alles so schnell. Harry kann kurz durch die Menge schauen und sieht wie Draco mit den Eltern von Pansy Parkinson redet und ihnen die Hand schüttelt.

„Pass doch besser auf, wie du aussiehst." meckert Nevilles Oma Augusta und richtet ihm seine Krawatte.

„Ist das deine Freundin Neville?" fragt sie ungeniert und Neville läuft rot an.

„Hallo, ich bin Hannah. Nett Sie kennenzulernen." sagt sie und schüttelt ihr die Hand.

Fred und George stoßen heimlich mit Ron, Ginny, Bill und Fleur an und trinken einen Schluck Feuerwhisky, der mit Kürbissaft vermischt wurde.

„Habt ihr noch einen für uns?" fragt Lupin, der sich von hinten angeschlichen hat und lacht.

„Remus!" sagt Harry und umarmt ihn.

„Na wie macht sich Professor Snape in seiner Rolle als Lehrer für Verteidigung gegen die dunklen Künste?" fragt er grinsend.

„Es ist…" sagt Harry.

„die reinste Hölle!" ergänzt Ron.

„Ronald!" meckert ihn Molly an und seine Brüder müssen kichern.

„Was Mom, es ist nun mal die Wahrheit." sagt er und lacht dabei.

„Wo ist eigentlich Percy?" fragt Ron.

„Drei Mal darfst du raten." sagt George, während hinter ihm Vincent Grabbe mit seiner Mutter Irma nach draußen läuft – dicht gefolgt von Justin Finch-Fletchley.

„Bis später Hannah!" sagt Justin im Vorbeigehen, der mit seinen Eltern, sowie Ernie Macmillan frische Luft schnappen geht.

Fawkes liefert sich ein Wettrennen in der Luft mit Peeves und fliegt nach draußen, wo ein langer roter Teppich den Boden bedeckt und bis ins Außengelände reicht, wo dutzende Kutschen auf der großen Steinbrücke parken.

„Sonorus." zaubert Dumbledore, um seine Stimme magisch zu verstärken.

„Im Außenbereich, auf dem Gelände des Viadukts haben wir genug Platz für alle geschaffen. Dort warten bereits leckeres Essen und verschiedene Getränke. Ich hoffe diese Überraschung war gelungen. Ich bedanke mich nochmal herzlichen bei Jedem, der geholfen hat das Jubiläum zu organisieren und ich wünsche euch allen noch ein schönes Hogwarts Fest." sagt Dumbledore und lächelt.

Die große Halle klatscht und jubelt, ehe die Schüler zusammen mit ihren Eltern und Freunden zum Viadukt laufen. Harry war einen kurzen Moment traurig, als so viele seiner Freunde ihre Eltern begrüßten, doch er blieb so stark wie Hannah und freut sich riesig Molly und die anderen wiederzusehen. Die Menge löst sich auf und geht die Treppen runter zum Steinhof. Hermine blickt auf das Viadukt und sieht acht große gedeckte Tafeln zum Hinsetzen, eine kleine Bühne, dutzende weiße Hogwarts Jubiläums Flaggen, Girlanden mit magischen Lichtern in Gläsern und unzählige Blumen, die wohl alle von Hagrid aufgestellt wurden. Auf der Bühne spielt eine unbekannte Band mit Posaunen, Trommeln, Trompeten, Flöten, Gitarren und einem Glockenspiel. Auf den Tischen befinden sich dutzende Töpfe und Speisewärmer, unter denen kleine magische blaue Flammen brennen und am hinteren Ende steht Hagrid hinter einem beträchtlichen runden Grill, der sich gerade eine große Schürze anzieht und sich mit einer Grillzange rüstet.

„Das ist echt unglaublich!" sagt Hermine zu Harry, während sie auf die Tische zulaufen.

„Ich bin dafür, dass das einmal im Monat gemacht wird." sagt Ron neben ihr.

Draco läuft in dem Moment vorbei und hat nichts weiter beizusteuern, als schelmisch zu lachen. Rons Mine verfinstert sich, doch er zwingt sich dazu die Zeit mit seiner Familie nicht zu vergeuden.

Die Weasleys und die Grangers setzen sich an einen äußeren Tisch und schließen Harry, Remus, Tonks und Amor in ihrer Mitte ein. Hermine läuft das Wasser im Mund zusammen, als sie den Deckel vorsichtig anhebt und der Geruch von Käse-überbackenen Nudeln mit Sahnesoße in ihre Nase gelangt. Ron steht mit seinem Teller bereits vorne in der Schlange von Hagrid, der ihm ein großes Steak auf den Teller legt. Fred und George stoßen mit Butterbier an, während Ginny sich einen Salat zusammenstellt.

„Was gibt's neues Schatz?" fragt Hermines Mutter, die zur Feier gerade Sekt-Orange in drei Sektgläser füllt.

Hermine hadert einen Moment, da sie das Spannendste in den letzten Tagen gar nicht erzählen kann.

„Wir haben einen Liebestrank gebraut, ich war bei Hagrid zum Tee eingeladen, wir lernen gerade einen Angriffszauber und heute Morgen habe ich noch beim Quidditch Training zugesehen, bei dem Winky die Hauselfe zum ersten Mal auf einem Besen flog." zählt Hermine auf.

„Ein Angriffszauber? Ich dachte man lehrt euch hier nur die Verteidigung." sagt ihre Mutter ein wenig besorgt und reicht ihr ein Sektglas.

„Ja das stimmt. Aber es war nicht so schlimm und im Notfall ist es ja auch wichtig." sagt Hermine und lügt ein kleines bisschen.

„Nun gut, solange du hier glücklich bist. Lass uns anstoßen!" sagt ihr Vater und erhebt das Glas.

Die Gläser klirren – nicht nur bei den Grangers, sondern auch bei Fred und George, die ihre Krüge bereits geleert haben.

„Ich hab euch vermisst." sagt Hermine.

„Oh wir dich auch. Zuhause ist es einfach so ruhig ohne dich." gibt ihre Mutter zu.

„Die Arbeit lenkt ab, aber wir müssen in den Ferien unbedingt mal wieder gemeinsam Urlaub machen." sagt ihr Vater.

„Genau daran habe ich heute Morgen auch gedacht!" antwortet Hermine, lacht und nimmt noch einen Schluck.

Harry hat mit seinem Teller von allen Speisen eine kleine Portion aufgenommen und kann sich nicht entscheiden, was er zuerst essen mag. Amos redet gerade mit Remus über seine Arbeit im Ministerium in der Abteilung zur Führung und Aufsicht Magischer Geschöpfe. Hermine vermerkt sich diese Information im Hinterkopf und schaut rüber zu Neville, der gerade in Peinlichkeit versinkt, da seine Oma wohl mit Hannah über ihn redet. Hermine grinst.

„Die Nudeln sind echt magisch." scherzt Hermines Vater und sie zieht ihre Augenbrauen hoch.

„Oh Sie sind dann bestimmt Mister und Misses Granger, habe ich Recht?" sagt Slughorn, der mit seinem Met-gefüllten Becher durch die Reihen geht.

„Ihr Tochter leistet wirklich großartige Arbeit. Ich habe selten so eine kluge Hexe an Hogwarts gesehen!" sagt er und Hermine errötet.

„Sie sind ihr Professor in…?" fragt Hermines Vater stolz.

„Zaubertränke. Horace Slughorn mein Name! Sehr erfreut Sie kennenzulernen." sagt er, schüttelt ihre Hände und stoßt mit Hermines Eltern an, ehe er sich freundlich verabschiedet und weiterzieht.

„Er wirkt sehr sympathisch." sagt Hermines Mutter grinsend.

Ginny steht auf, um sich in die Schlange von Hagrid einzureihen und wuschelt im Vorbeigehen Harrys Haare.

„Ich bin ja stolz auf dich Ron!" sagt Molly, nachdem er vom Quidditch geredet hat.

„Aber bitte schau auch, dass deine Noten stimmen!" fügt sie ihrem Satz hinzu.

„Ach Molly, bei uns hat's doch auch geklappt!" sagt Fred frech, der sich nochmal Butterbier nachfüllt.

„Es hätte genauso gut nicht funktioniert können und jetzt macht mal langsam ihr beide!"

Xeonophilius und Rolf lachen plötzlich so laut, dass man sie am anderen Ende des Tisches hören kann. Das Lachen von Rolf ist so witzig, dass Hermine direkt davon angesteckt wird.

„Hast du Lust auf Fangen auf dem Besen mit Oliver und Angelina nach dem Essen?" fragt George Harry.

„Wenn ich meinen Feuerblitz verwenden darf." scherzt Harry.

„Natürlich darfst du das Harry." sagt Fred.

„Du musst dabei nur eine Augenbinde tragen." sagt George und zieht eine Grimasse.

„Das könnten wir doch echt mal machen George! Ich hab' da eine neue Geschäftsidee."

„Kaufen Sie unser neustes Produkt – wie immer auf eigene Lebensgefahr!" sagt George mit verstellter Stimme und gestikuliert mit einer Hand.

Ginny kommt nach ein paar Minuten zurück und setzt sich wieder neben Harry. Sie streichelt ihm über den Rücken, während er gerade von den Reisbällchen kostet.

„Schmeckt es dir Schatz?" flüstert sie ihm leicht ins Ohr.

Harry nickt, schenkt ihr ein Lächeln und schaut ihr in die Augen. Er hält inne.

„Ich will nie wieder hier weg." sagt er entschlossen und nimmt ihre Hand.

Ginnys Herz macht einen Sprung, während ein leichter Windzug ihre Wange kitzelt. Es vergeht eine kleine Ewigkeit in diesem Moment.

„Ich auch nicht." sagt Ginny zaghaft und leicht lächelnd, bevor zwei Freudentränen von ihr zu Boden fallen.