„Karamell-Eclairs."

Der Wasserspeier-Phoenix beginnt sich zu drehen und die Treppe erscheint aus dem Boden. Hermine zögert noch einen kurzen Moment, doch als sie die letzte Steinstufe erblickt, springt sie auf und ihr Herzschlag erhöht sich mit jedem Meter, den sie näher zum Büro des Schulleiters kommt. Oben angekommen holt Hermine tief Luft, bevor sie an der Tür aus Gewohnheit anklopft und diese anschließend öffnet. Nach nur einem Schritt erschallt es aus der linken Ecke des Raumes.

„Der Schulleiter ist gerade nicht da. Versuche es später wieder Miss Granger.", grummelt es aus der Ecke hinter einem magischen Diebstahlschutz-Summer.

Hermine erschreckt sich leicht, doch sie hat schon mit dem sprechenden Hut gerechnet. Den Diebstahlschutz-Summer kennt sie bereits vom Schmeißfliegen-Besenmodell, doch Dumbledore benutzt ihn auch für sein Büro, was sicherlich nicht die einzige Maßnahme von ihm ist – und auch nicht die Beste, um sein Besitztum zu schützen. Vorsichtig macht Hermine ein paar Schritte nach vorne und antwortet.

„Alles in Ordnung. Keine Sorge ich warte auf ihn."

Der sprechende Hut zieht eine Falte hoch, doch ihm war es letztendlich gleichgültig.

„Tu, was du nicht lassen kannst.", sagt er und lässt die Hutspitze wieder fallen.

Hermine wartet wenige Minuten, bis sie Pavatis Zauberstab unbemerkt aus ihrem Ärmel zieht und subtil auf den sprechenden Hut richtet.

„Confundus.", flüstert sie und verschafft sich die nötige Zeit, um das Denkarium zu benutzen.

Hermine spürt wie das Adrenalin durch ihren Körper rauscht und in gewisser Weise findet sie dieses Gefühl reizend, da sie vollkommen in diesem Moment lebt und ihr Verstand am besten arbeitet. Vorsichtig berührt sie die Schale mit der verzauberten Flüssigkeit. Hermine hat zwar noch nie das Denkarium benutzt, doch sie hat alles darüber gelesen, als Harry zum ersten Mal davon berichtet hatte. Nach einer leichten Drehbewegung mit dem Zauberstab beginnt das Wasser sich in einem endlosen Strudel zu drehen und zu leuchten. Im nächsten Moment hält Hermine sich den Zauberstab an ihren Kopf und zieht ihre komplette wahrgenommene Erinnerung an die Feier, wenn auch an manchen Stellen seltsam getrübt, aus ihren Gedanken und lässt den magischen Faden vorsichtig in das Wasser gleiten. Die Bilder ihrer Erinnerung strahlen kräftig nach oben und bilden eine schemenhafte Projektion, die sich wie eine Pflanze im Sturm windet. Um keine Zeit mehr zu verlieren, taucht Hermine mit ihrem Gesicht in das Wasser ab und erkennt sich in der tanzenden Menge wieder. Ohrenbetäubender Lärm schallt durch den Innenhof. Deutlich sieht sie wie Dean aus Versehen sein Getränk auf Hermines Oberteil schüttet und er sich peinlich berührt, sowie sehr angetrunken bei ihr entschuldigen möchte. Dean wollte, um das Schlamassel zu beseitigen, seinen Zauberstab ziehen, doch Hermine nimmt ihm diesen kurzerhand ab. Sie packt seinen Kragen, schleift ihn erbost durch die Menge, über den Innenhof und zu einen Steinpfosten hinter der Bühne, wo sie allein sind.

„Sorry Hermine, das war nicht meine Absicht!", entschuldigt sich Dean auf dem Weg zum Steinpfosten vergeblich.

„Das hab' ich gemacht?!", flüstert Hermine geschockt, die sich an die Szene überhaupt nicht mehr erinnern konnte.

„Lüg nicht, das hast du sehr wohl mit Absicht gemacht!" sagt Hermine ihm scharf ins Gesicht und zieht sich ihr versautes Oberteil aus.

Dean wollte sich eigentlich nochmal verteidigen, doch ist überrascht und starrt ihr auf die Brüste, welche passend und bequem von ihrem schwarzen BH gestützt werden. Er möchte sich ihr nähern, doch Hermine richtet plötzlich seinen eigenen Zauberstab auf ihn.

„Impedimenta.", zaubert Hermine trocken.

Dean erstarrt auf der Stelle und sieht zu, wie Hermine sich direkt vor ihn stellt.

„Das bleibt unser kleines Geheimnis, ja?", flüstert sie ihm neckisch ins Ohr, zieht ihren BH vor seinen Augen langsam aus und legt diesen um seine Schultern.

Deans Augen fallen auf die Nippel von Hermine, die ihr Oberteil mit dem Ratzeputz Zauber wieder reinigt. Seine Atmung erhöht sich und er kann seine Augen nicht von ihren großen Brüsten lassen. Plötzlich packt sie Dean im Schritt und neckt ihn eine ganze Weile, bevor sie seinen Zauberstab in seine Unterhose steckt, ihr Oberteil anzieht und wieder zur tanzenden Menge huscht, ehe der Zauber schon bald nachlässt.

„Wir seh'n uns Dean!", ruft sie neckisch nach hinten und kichert, als seine Hose nach unten rutscht.

Die Szene füllt sich plötzlich mit Wasser und alles wird weggespült. Obwohl Hermine sich ihre Erinnerung ansieht, fühlt es sich an, als wäre sie Unterwasser. Hermine blinzelt drei Mal, ehe sie in einem leeren, endlosen Raum taucht und sie sich schwerelos fühlt. Panisch schaut sie sich in alle Richtung um und bekommt das Gefühl zu ertrinken. In der nächsten Sekunde zieht eine unsichtbare Kraft sie nach unten und Hermine verschwindet in einem leuchtenden Strudel, welcher sie verschlingt und ihr die nächste Erinnerung zeigt. Das Gesicht von Ginny taucht direkt vor ihr auf. Trotz ihrer Augenbinde erkennt Hermine ihr verkrampftes Gesicht und wie sie sich auf ihre Lippen beißt. Ginny öffnet ihren Mund, stöhnt aus und neigt ihren Kopf nach hinten. Hermine schaut nach unten und sieht sich selbst zwischen den Beinen von ihrer besten Freundin.

„Ist nicht wahr.", schallt es aus dem Mund von Hermine, die nicht fassen kann, was sie gerade beobachtet.

„Da hatte ich doch mehr Spaß, als ich dachte.", flüstert Hermine peinlich berührt in sich hinein und wagt einen Blick aus nächster Nähe.

Sie bemerkt, dass sie sich einen Zopf gebunden hat, um die Illusion zu wahren Harry würde Ginny gerade verwöhnen. Behutsam massiert sie Ginnys Schamlippen, während ihre Zunge ihren Kitzler sucht und auf dessen Oberseite wie an einem leckeren Eis im Sommer leckt. Hermine steht fassungslos da und dreht sich um. Harry, der gerade auch nicht glauben kann was passiert, steht ihr gegenüber. Er schaut immer wieder nach links und rechts in den Korridor hinein, denn um die Karte zu entfalten ist es jetzt zu spät, da das Auffalten zu viel Lärm verursachen würde. Hermine sieht, wie Harry seinen Knopf und Reisverschluss öffnet, damit er sich eine Hand in seine Unterhose stecken kann.

„Fuck.", sagt Hermine und fragt sich, ob das gerade wirklich passiert – beziehungsweise passierte.

„Genau. Soo." haucht Ginny auf und lenkt die Aufmerksamkeit wieder auf sich.

Hermines Blick wandert von Harry zu ihrem Erinnerungs-Ich. Mit der einen Hand packt sie die linke Brust von Ginny und mit drei Fingern der anderen Hand spreizt sie die Öffnung von ihr. Hermine ist erregt und sie spürt, wie sie feucht wird. Der Geschmack und Duft von Ginnys Vulva breitet sich auch auf ihrer Zunge aus und erwecken ihren Zugang zu dieser Erinnerung. Hermine hat es offensichtlich noch nicht erwartet, dass Ginny schon zum Orgasmus kommt, doch gerade als sie den Druck auf ihren Fingern bemerkt, spritzt Ginny ungewollt und unkontrolliert in ihr Gesicht und stöhnt laut durch den Korridor. Überrascht weicht Hermine zurück und sieht noch wie die Hüfte von Ginny durch ihr Zittern vibriert. Plötzlich flüstert Harry ihr direkt ins Ohr.

„Das bleibt unser Geheimnis. Wir treffen uns auf der Party."

Hermine sieht, wie Harrys Schwanz seine Unterhose ausbeult und zwinkert ihm zu. Grinsend schleicht sie sich davon, während Ginny noch damit beschäftigt ist nach Atem zu ringen. In einem letzten Blick nach hinten erkennt Hermine, dass Harry in sie eindringt und ihren Satz mit einer Hand um ihren Hals unterbricht. Der Korridor wird mit Wasser geflutet und Hermine taucht in eine neue Erinnerung ein.

„Dein Ex Freund ist ein miserabler Tänzer.", sagt sie zu Ginny spöttisch.

Ginny ignoriert ihre Aussage und hält einen Finger auf ihren Mund, damit sie still ist.

„Ooooh hab, ich dich damit jetzt verärgert? Oh Gott, ich bin ja so blöd!", sagt Hermine herablassend.

Ginny umschließt ihren Mund mit ihrer Hand und bringt sie zum Schweigen. Hermine schaut ihr in die Augen und ihr Körper beginnt zu kribbeln.

„Halt deinen Mund Hermine.", sagt Ginny und kommt ihr näher.

Hermine, die sich diese Erinnerung gerade anschaut, hatte das Gespräch in der dunklen Ecke am Ende der Feier ganz anders in Erinnerung und ist schockiert.

Ginny nimmt ihre Hand weg und beugt sich langsam vor, um an ihren Haaren zu riechen. Ihr Verdacht, dass Hermine sie auf der Steinbank vor der Bibliothek geleckt hat statt Harry verhärtet sich, da sie den Geruch des Parfums wiedererkennt.

„Reicht dir Harry jetzt nicht mehr, oder was?", fragt Hermine schnippisch.

Ginny bricht die Stille und flüstert leise in ihr Ohr.

„Du scheinst aber auch ziemlich geil zu sein. Wie schmecke ich denn da unten?", fragt Ginny und zieht eine Augenbraue hoch.

„Ganz schön muffig. Wasch dich mal lieber.", flüstert Hermine lustvoll in ihr Ohr.

„Das hast du jetzt nicht gesagt.", schreit Hermine sich selbst an.

Ginny neigt sich zurück und schaut ihr in die Augen. Sie weiß noch nicht genau was sie davon halten soll und versucht ihre Emotionen unter Kontrolle zu halten, sowie sich nicht von ihr provozieren lassen.

„War das geplant?"

„Ich habe euch nur zufällig getroffen.", gesteht Hermine.

Ginny glaubt ihr, wartet kurz und stellt eine weitere Frage.

„Hattest du es vor mir zu erzählen?"

Hermine kichert und legt ihre Arme um Ginny.

„Oh Gott nein. Ist doch so viel interessanter, findest du nicht? Du bist sooo neugierig Ginny!"

Ginny fand es durchaus interessant nicht zu wissen, von wem sie vorhin verwöhnt wurde, doch ist natürlich davon ausgegangen, dass es Harry allein ist.

„Und du etwa nicht?", fragt Ginny rhetorisch und zieht ihre Augenbrauen hoch.

„Niemals.", sagt Hermine und verschließt fest ihren Mund.

„Dann hast du uns also vor ein paar Nächten nicht heimlich zugesehen, wie wir es in seinem Bett gemacht haben?"

Hermine ist überrascht und wirft theatralisch die Arme hoch.

„Ich wurde erwischt! Na toll! Die neugierige Ginny hat mich in der Tür gesehen, wie sie ihren Freund gefickt hat. Und jetzt?"

„…bekomme ich jetzt eine Strafe dafür, dass es mir gefallen hat?" fragt Hermine neckisch, führt ihre Handgelenke zusammen und streckt ihre Hände erwartungsvoll zu ihr.

„Nein.", sagt Ginny und weist die Bitte ab.

„Komm schon Ginny – ich weiß doch schon was im Raum der Wünsche passiert ist.", posaunt Hermine und spielt auf Harrys Erinnerung während des Oblivate Zaubers an, in welcher sie von Ginny und ihm gefesselt und im Raum der Wünsche verwöhnt wurde.

„Dir hat Harry davon erzählt?", fragt Ginny neugierig.

Hermine lacht.

„Du musst jetzt nicht so unwissend tun. Du und Harry habt mich im Raum der Wünsche ziemlich verwöhnt. Sagen wir, er hat es mir indirekt erzählt."

Ginny kommt ihr einen halben Schritt näher.

„Ich habe keinen Plan von was du redest. Drehst du jetzt komplett durch?"

„Dein Gesicht sieht so interessant aus!", sagt Hermine beeindruckt und vernebelt.

Ginny neigt ihren Kopf, packt sie am Hals und drängt auf eine Antwort.

„Na gut, ich erzähle es dir!", sagt Hermine und kichert.

„Ich hatte mit Harry Sex.", gesteht sie ohne Hemmungen und ihr fällt ein belastender Stein vom Herzen.

Ginny steht vor ihr und versucht nicht an die Lügengeschichte zu glauben.

„Klar.", erwidert Ginny ironisch.

„Du glaubst mir nicht? Ohje.", sagt Hermine.

„Harry hat einfach mal wieder eine gute Muschi gebraucht, die nicht so muffig ist wie deine Ginny.".

Ginny schubst Hermine gegen die Wand und gibt Hermine eine Ohrfeige.

Hermine die nicht fassen kann, wie das Gespräch wirklich verlaufen ist schreit auf.

„Hast du Glück, dass das Elixier in dir Nebenwirkungen verursacht und du nicht mit Absicht so eine Scheiße erzählst.", sagt Ginny schnaubend.

Hermine die von der Ohrfeige angetan ist und wegen der Funken Lösung Spaß daran findet Ginny zu reizen treibt es auf die Spitze.

„Süßes kleines Muttermal hat Harry in seinem Schritt, findest du nicht?", fragt Hermine.

Ginny braucht eine Sekunde, um zu realisieren, dass Hermine kein Lügenmärchen erzählt. Sie packt sie an ihrem Oberteil und drückt sie gegen die Wand.

„Du hattest wirklich Sex mit ihm?!"

In ihrem Kopf rasen hunderte Gedanken gleichzeitig, die danach schreien sortiert und eingeordnet zu werden.

„Harry Schwanz fühlt sich super an. Denkst du er würde…", beginnt Hermine ihren Satz, doch Ginny wirkt einen Fluch auf sie.

„Langlock!", erschallt es aus Ginnys Mund und ein grüner Lichtblitz erhellt für einen kurzen Moment die abgeschiedene Ecke des Innenhofs.

Ginny schaut zur Seite und weiß nicht was sie sagen soll. Sie ist enttäuscht darüber, dass weder Hermine noch Harry ihr davon erzählt haben, selbst wenn sie an und für sich vielleicht nichts dagegen gehabt oder sogar mitgemacht hätte.

„Du kannst ganz schön scheiße sein Hermine. Das hätte ich nicht von dir erwartet."

Ginny schlägt ihr aus Wut ins Gesicht, sodass Hermines Nase leicht blutet.

Plötzlich verspürt Hermine große Schmerzen an ihrem Hinterkopf und einen Sog nach hinten. Es fühlt sich an, als würde sie mit einem Schwall kaltem Wasser aufgeweckt werden und ihr bleibt die Luft weg. Hermines Kopf wird kräftig aus dem Denkarium gerissen, die Erinnerung erlischt und sie spürt eine feste Hand an ihren Haaren, welche sie nicht loslässt. Für einen kurzen Moment ist Hermine verwirrt, doch schon gleich darauf erkennt sie die dunkle Gestalt, welche sie fest im Griff hat.

„Miss Granger, was fällt ihnen eigentlich ein?", schnaubt Professor Snape ihr ins Gesicht, sodass versehentlich Spucke auf ihrer Kleidung landet.

Hermines Bauch verkrampft sich und ihre Stimme versagt.

„Können Sie mir sagen, warum Sie unerlaubt die Einrichtung des Schuldirektors benutzen?", hakt Snape scharf nach.

„Ich.. ähm.. wollte.."

Hermine fühlt sich ertappt und versucht ihre Gedanken zu ordnen. Mit einer theatralischen Handbewegung lässt Professor Snape Hermines Haare los, als würde er sich davor ekeln und verschränkt seine Hände in seinen Ärmeln. Hermine schwebt die eine Frage im Kopf herum und sie versucht an Snapes Mimik zu erkennen, ob er ihre Erinnerungen beobachtet hatte oder nicht.

„Ich habe auf Professor Dumbledore gewartet und…", setzt sie ihre Verteidigung an, bevor sie Snape unterbricht.

„…und dann dachten sie sich, Sie können ungefragt das Denkarium benutzen."

„Warum sind sie hier Miss Granger?", fragt Snape direkt hinterher und schaut ihr in die Augen.

„Ich wollte mit Professor Dumbledore über das Passwort des Vertrauensschülerbads reden, da es aus Versehen an andere Schüler gelangt ist…"

„…und konnte Professor McGonagall nicht finden.", fügt Hermine rasch an.

„Ich bin mir sicher der Schulleiter hat wichtigeres zu tun, als sich um diese Angelegenheit zu kümmern und jetzt verlassen Sie bitte den Raum.", sagt Snape, der keine Zeit für Ausreden hat.

„Ja, Sir."

Hermine neigt sich beschämt und geht in Richtung der Tür.

„Miss Granger,", unterbricht Snape sie.

„kommen Sie bitte heute um 17 Uhr in mein Büro für ihre Strafarbeit. Professor Dumbledore mag zwar bei ihnen ein Auge zudrücken mit dem unerlaubten Benutzen des Denkariums, aber ich nicht. Seien sie pünktlich und lassen Sie ihren Zauberstab im Gemeinschaftsraum.", sagt Snape und starrt Hermine an, bis sie die Tür hinter sich geschlossen hat.

Hermine brodelt innerlich und schließt die Tür. Sie atmet tief ein und hält die Luft an, um ihren Herzschlag wieder zu verlangsamen.

„Fünf. Vier. Drei. Zwei…", zählt Hermine innerlich herunter und atmet aus. Sie richtet sich ihre Haare und macht sich auf den kürzesten Weg zurück zum Schlafsaal. Die Erinnerungslücken der Feier sind durch das Denkarium fast wieder geschlossen und sie macht sich Gedanken, über den Kuss mit Ginny und beißt sich auf die Lippe. Bisher hat sie sich nie Gedanken darüber gemacht, mit dem anderen Geschlecht sexuelle oder romantische Gefühle haben zu können. Doch, bevor sie darauf eine Antwort weiß, erreicht sie den Gemeinschaftsraum. Zügig geht sie zur Treppe und bemerkt Ron im Augenwinkel, der mittlerweile auf der Couch ist und seine Unterlagen durchwühlt.

„Hermine?", ruft Ron verzweifelt.

Hermine stoppt und schaut zu ihm rüber.

„Ja?"

„Könntest du mir bitte deine Mitschrift geben von der letzten Stunde Geschichte der Zauberei?".

„Klar.", entgegnet Hermine nüchtern und steigt zwei Stufen hoch, ehe sie erneut anhält.

„Warte. Du lernst? Und das so früh nach einer Party?", fragt Hermine verwundert und zieht ihre linke Augenbraue hoch.

„Naja nicht ganz. Ich versuche aber zumindest auf dem aktuellen Stand zu bleiben."

„In gewisser Form ist das doch schon Lernen. Du hättest letzte Stunde nicht schon wieder schlafen sollen.", entgegnet Hermine und lacht.

„Schon vergessen, dass Professor Binns ein Geist und sein Unterricht todlangweilig ist?", sagt Ron überspitzt und hebt die Hände in die Luft.

„Ja, sein Unterricht ist vielleicht langweilig, aber die Themen sind wirklich wichtig, um die Probleme von heute einzuordnen. Aber find' ich gut, dass du dir ein wenig mehr Mühe geben möchtest. Konntest du wieder nicht viel Schlafen?"

„Nein, nicht wirklich. Ich bin gerade ziemlich aktiv und es ist noch so früh, dass meine Faulheit noch schläft, denn die…", Ron dreht sich um und schaut auf die Standuhr, „wacht für gewöhnlich erst in einer Stunde auf.", sagt Ron und grinst.

„Warte kurz.", sagt Hermine und lacht.

Langsam öffnet sie die Tür zum Schlafsaal. Im gleichen Moment hebt Pavati ihren Kopf und öffnet ihre Augen.

„Guten Morgen Hermine.", sagt Pavati verschlafen.

Hermine erschreckt sich.

„Hallo. Guten Morgen.", begrüßt Hermine sie hastig und nähert sich ihrem Bett.

Pavati dreht sich um und richtet sich auf. Hermine tastet mit der linken Hand den entwendeten Zauberstab von Pavati, der sich noch immer in ihrer Hosentasche befindet. Sie erinnert sich an das erste Schuljahr zurück, indem die Jungs gerne mal die Zauberstäbe der Mädchen gestohlen und versteckt haben. Der Ärger war danach sehr groß. Hermine zieht den Zauberstab heraus und war gerade dabei ihn wieder unbemerkt auf den Nachttisch zu legen, da dreht sich Pavati plötzlich um. Blitzschnell versteckt Hermine den Stab hinter ihrem Rücken und macht eine Kratzbewegung, um den Schein zu wahren.

„So kenn ich dich gar nicht.", sagt Pavati.

„Was?", sagt Hermine und hat das Gefühl Pavati hat sie ertappt.

„Na, wie du auf der Feier warst.", sagt Pavati grinsend und reibt sich die Augen.

Hermine ist erleichtert, wartet kurz ab und überlegt sich ihren nächsten Satz.

„Kommt nicht so oft vor, dass an Hogwarts so eine Feier stattfindet. Ich schätze ich habe das nach dem letzten Schuljahr mit Umbridge gebraucht."

„Da sagst du was… ich geh ins Bad.", beendet Pavati die Konversation und verlässt den Raum.

Die Tür schließt sich und Hermine legt den Zauberstab wieder auf Pavatis Nachttisch. Normalerweise würde sie sich jetzt noch duschen, doch dafür hat sie keine Zeit mehr. Hermine zieht sich ihre Schuluniform an, packt das Lehrbuch zu Arithmantik I in ihre Umhängetasche und holt ihre Mitschrift für Ron hervor.

„Hier bitte. Auf der Rückseite sind die Notizen zum Koboldaufstand des 14. Jahrhunderts."

„Danke Hermine. Wo gehst du hin?", fragt Ron noch schnell.

„Du bist nicht der Einzige, der etwas von mir möchte.", sagt Hermine neckisch und verschwindet schon wieder aus dem Gemeinschaftsraum.

Im dritten Stock angekommen wartet im unbenutzten Raum für Zauberkunst bereits Malcom Baddock auf sie.

„Hallo Hermine.", sagt Baddock und wirkt plötzlich nervöser.

„Guten Morgen Malcom.", sagt Hermine, grinst und legt ihre Tasche neben ihm ab.

„Hier, ich habe uns schon was zum Frühstücken geholt für später."

„Oh perfekt, lass mich mal sehen."

Hermine schaut sich die bestrichenen Toasts an und freut sich darüber, dass Malcom die mit der Orangenmarmelade geholt hat.

„Das ist jetzt genau das was ich gebraucht habe.", sagt Hermine begeistert und nimmt schon mal einen Bissen.

„Okay lass uns anfangen.", sagt sie ausnahmsweise kauend.

Hermine und Malcom setzen sich auf die lange Bank und schlagen ihre Bücher auf.

„Aber das bleibt hier alles unter uns, richtig?", fragt Malcom nervös.

„Du solltest an deinem Selbstvertrauen üben, wenn es dir peinlich ist Nachhilfe zu nehmen.", sagt Hermine scharf.

„Ja du hast ja Recht. Ich habe nicht damit gerechnet, dass Arithmantik so schwer sein wird."

„Lass uns anfangen und weniger rumjammern, ja? Außerdem ist Frau Vektor sehr großzügig beim Bewerten der Prüfungen. Wenn du in Wahrsagen gut aufpasst, dann ist das sowieso schon die Hälfte von Arithmantik. Pass bei der Heptomologie besonders auf. Die Schnittmenge ist da teilweise sehr groß."

Malcom ist erstaunt, dass Hermine so gesprächig ist und gar nicht groß den Behauptungen aus dem Slytherin Gemeinschaftsraum entspricht.

„Wir schauen uns gerade im Unterricht verschiedene Zahlenkombinationen an.", sagt Baddock.

„Habt ihr schon den Zauberer Agrippa und seine numerische Zuordnung durchgenommen?"

„Nein noch nicht. Ich weiß einfach nicht, was das ganze bringen soll. Es fühlt sich an wie Wahrsagen, aber in kompliziert."

Hermine lacht.

„Früher hat man mit Hilfe von Arithmantik beispielsweise den Ausgang einer Schlacht bestimmen können.", sagt Hermine und holt ihre Zahlentabelle heraus.

„Keine Sorge. Wenn dir erstmal einfache Bestimmungen und Deutungen gelingen, dann kommst du aus dem Staunen nicht mehr heraus."

„Aber ist das nicht alles ein wenig an den Haaren herbeigezogen?"

„Eben nicht. Das finde ich ja gerade so faszinierend daran. Es verbindet in einer gewissen Weise zwei Bereiche – einen aus der magischen Welt und einen der Muggel. Mehr oder weniger. Es hängt alles viel mehr miteinander zusammen als du denkst.", sagt Hermine zuversichtlich.

„Bereit?"

„Bereit."

Nach einer gelungen Nachhilfe Stunde steckt Hermine ihre schwarze lange Feder in das Tintenfass und Malcom bedankt und verabschiedet sich.

„Ich muss leider jetzt los. Ich muss mich um mein Augery Vogelbaby kümmern. Hagrid hat jeder Gruppe eins zugewiesen.", sagt Baddock hastig.

Hermine denkt sich, dass das mal wieder genau Hagrids Art ist Unterricht zu führen.

„Maaalcom…", ruft Hermine und zieht ihre Augenbrauen hoch.

„Ja? Oh entschuldige! Das ist natürlich das Mindeste.", sagt Malcom und wirft ihr einen kleinen Beutel mit sieben Galleonen zu, den er ihr für eine Stunde versprochen hat.

Hermine war nicht gefasst den Beutel zu fangen. Dieser rutscht mit großem Tempo über den alten dunklen Tisch und stößt Hermines Tintenfass um, sodass nicht mehr viel Tinte darin übrigbleibt.

„Oh verflucht!", ruft Malcom und sieht wie Hermines Krawatte und weißes Hemd ein paar Flecken abbekommen haben.

Hermine erinnert sich kurz an die Szene mit Dean, als er sein Getränk auf ihr verschüttet hat. Für einen kurzen Moment hätte sie sogar Lust Malcom dafür ein wenig zu bestrafen.

„Entschuldige."

„Keine Sorge, das bekommt man ja sehr einfach mit Ratzeputz raus.", beschwichtigt Hermine und grinst.

Malcom ist wieder entspannt, da er es sich nicht verscherzen möchte bei ihr.

„Nächste Woche wieder?", fragt sie, bevor er in der Tür verschwindet.

„Ich gebe dir Bescheid Hermine.", sagt Malcom und dreht sich um.

„Achja Malcom?"

„Ja?"

„Lass dein Augerey Baby von Hagrid lieber mal nach Kitzpurfel untersuchen. Die befallen nämlich gerne das Holz von Zauberstäben.", sagt Hermine und zwinkert ihm zu.

„Ohje. Danke für den Tipp. Du hast's echt drauf Hermine!", bedankt sich Malcom, lächelt und verlässt den Raum.

Hermine grinst und läuft rot an.

„Hallo. Lass es dir schmecken.", begrüßt Malcom Ron, der gerade von der großen Halle kommt und den letzten Satz mitbekommen hat.

Ron, der einen Teller mit Schokoladenkuchen in den Händen hält, ist verwirrt, bleibt stehen und verzieht seine Augenbrauen. Er stellt sich an den Türrahmen, lehnt sich zur Seite und schaut in den Raum hinein.

„Das gibt's ja nicht.", flüstert er.

Hermine sitzt auf der Tischbank und zieht sich gerade ein neues Oberteil an. Ron sieht ihren schlanken Bauch und ihren schwarzen BH. Ron schluckt und ist erregt.

„Hermine und Malcom? Nein, das kann nicht sein…", flüstert Ron und ihm wird flau im Magen.

Hermine packt ihre Sachen in ihre Tasche und geht zur Tür. Ron läuft zügig mit seinem Kuchen zur Treppe, doch diese dreht sich gerade.

„Na, mit dem Lernen schon fertig?", ruft Hermine und Ron richtet sich aufgeschreckt auf.

Ron weiß nicht, was er sagen soll.

„Nicht gerade gesund Ronald.", mahnt ihn Hermine, schüttelt den Kopf und macht drei Zischlaute.

„Belohne dich lieber mit einem Schokoladenkuchen, wenn du länger produktiv oder in einem Test gut warst. Das ist ein besseres Belohnungsgefühl, glaub mir.", fügt sie ihrem Satz an.

„Der ist nicht für mich, sondern für Ginny.", entgegnet Ron zimperlich.

„Oh."

Plötzlich ist es Hermine sehr unangenehm und sie fühlt sich schlecht. Die Treppe stellt sich richtig und die beiden laufen weiter hoch.

„Hast du mit meiner Schwester gerade Streit oder so?", fragt Ron plötzlich.

„Ich…", stottert Hermine und sucht nach den passenden Worten.

„Ich versuche gerade alles wieder in Ordnung zu bringen."

„Was den in Ordnung?"

„Keine Sorge. Das klärt sich wieder.", beschwichtigt Hermine unsicher.

„Wenn du meinst…"

„Woher weißt du davon?", fragt sie neugierig.

„Sie hat ihren Schulbesen heute Morgen zerstört.", sagt Ron nüchtern.

„Sie hat was?!"

Hermine fühlt sich schuldig. Sie wünscht sich, dass sie es Ginny in einem günstigeren Zeitpunkt gestanden hätte, dass sie mit Harry Sex hatte. Darüber hinaus weiß Harry wegen Hermines Oblivate nicht einmal mehr, dass er mit ihr Sex hatte und könnte sich dafür auch nicht einmal entschuldigen ihr es nicht gesagt zu haben. Hermine ist sich durch die große Schuld in ihr nicht sicher, ob es vielleicht einfach besser gewesen wäre, es Ginny niemals zu erzählen, doch das ist dank dem Funken Elixier auf der Party zu spät. Andererseits hatte sie auch schon vor der Party mit der Schuld und schlimmen Gewissensbissen zu kämpfen – aber auch mit ihrer Lust.

„Oh doch. Sie kam mit beiden Hälften des Besens an der großen Halle vorbei und sie hatte rote Augen."

„Ich bin zu ihr und hab sie gefragt, ob sie einen Unfall hatte, doch sie hat nur gemeint sie hat ihn gegen einen Baum geschlagen."

„Ich habe danach Harry gefragt, aber er sagte nur, dass du mit ihm reden willst wegen Ginny."

Hermine findet keine Worte und die Treppe bleibt stehen. Ron hält einen Moment inne.

„Hör zu. Wir beide kennen Ginny gut. Wenn sie sauer oder traurig ist, dauert das in der Regel einen Tag oder zwei und dann ist alles wieder gut. Nur ist es das erste Mal, dass du darin verwickelt bist, und das verwirrt mich.", erzählt Ron besorgt.

„Verständlich. Keine Sorge, ich rede mit ihr.", verspricht Hermine und versucht die Konversation mit einem Lächeln aufzuheitern.

„Kommst du heute Abend mit zum Spiel Hufflepuff gegen Slytherin?", fragt Ron.

„Harry und ich wollen uns anschauen, wie der Jäger der Hufflepuffs spielt. Luna kommentiert auch wieder.", fügt er an.

„Ja klar gerne.", sagt Hermine, doch ihr fällt wieder die Strafarbeit von Snape ein.

„Oh Moment. Nein ich muss heute Abend doch noch etwas erledigen. Das klingt jetzt an den Haaren herbeigezogen, ich weiß."

Ron wird eifersüchtig und fragt sich, ob Hermine sich nochmal mit Malcom trifft.

„Schade. Zischende Zauberdrops.", sagt Ron und die fette Dame öffnet den Eingang zum Gemeinschaftsraum.

Hermine legt ihre Sachen auf ihrem Bett ab und braucht einen Moment für sich. Nachdem sie sich kurz ausgeruht hat, schnappt sie sich ihre lange schwarze Feder und ihre restliche Tinte, um damit direkt in die Bibliothek zu gehen. Dort angekommen setzt sie sich in die gepolsterte, sowie sonnige Fensterecke im Westflügel und packt ihr geheimes Buch aus. Das schwarze Buch besitzt auf der Seite dünne goldene Linien und auf der Titelseite ist die Silhouette des Schlosses zu sehen. Die Schemen kleiner Hogwarts Schüler sind auf den Booten zu erkennen, welche über den schwarzen See zum Bootshaus schwimmen, während Quidditch Spieler um die Türme kreisen und die peitschende Weide sich schüttelt. Filigran ist in der Spiegelung des schwarzen Sees „Das Flüstern von Hogwarts" eingraviert. Vorsichtig blättert Hermine bis zur ersten noch leeren Seite, um dort weiterzuschreiben. Es ist ihr erstes eigenes Buch und ihr Versuch selbst kreativ zu schreiben, statt immer nur zu lesen. Abends vor dem Schlafen gehen denkt sie des Öfteren daran, ob sie das Buch irgendwann veröffentlichen oder sogar verkaufen möchte, doch Hermine will für's erste nur ein Ventil für ihre Fantasie haben. Ungeduldig wippt sie ihre Feder zwischen ihren Fingern hin und her, denn sie weiß nicht, wie sie ihr neues Kapitel anfangen soll. Ratlos lehnt sie ihren Kopf an das kalte Buntglas und schaut auf die schwarzen Rillen, welche die einzelnen Glasbilder miteinander verbinden. Leise hört Hermine wie jemand von draußen Flöte spielt. Die schöne Melodie regt Hermines Fantasie an. Sie schließt langsam ihre Augen und stellt sich ein begleitendes Klavier zur Melodie vor, welches im Kanon einen interessanten Kontrast geben könnte. Sachte tippt Hermine auf dem leeren Blatt mit ihren Fingern, als läge ihre Hand auf den Tasten des Klaviers, welches bei ihr Zuhause steht. Plötzlich ertönt jedoch ein schriller Ton aus der Flöte und kurz darauf hört Hermine das Kichern eines Mädchens. Sie setzt, ohne länger nachzudenken, die Feder an und schreibt den Titel des nächsten Kapitels. Es vergehen mehrere Stunden. Zwischenzeitlich beruhigte sie ihren hungrigen Magen in der großen Halle, doch war im Gedanken wieder nur bei ihrem Kapitel. Mit blasser Schrift schreibt Hermine den letzten Satz zu Ende, welcher ihr Tintenfass nun komplett aufgebraucht hat. Stolz und froh den freien Tag so gut genutzt zu haben, verstaut sie ihre Sachen in ihrer Tasche und macht sich auf den Weg zum Gemeinschaftsraum, bevor sie zum Klassenraum von Snape muss. Sie ist sich sicher, dass die Strafarbeit herabwürdigend sein wird, aber Hermine will sich ihre gute Stimmung nicht nehmen lassen. Außerdem denkt Hermine sich, dass sie sowieso keine andere Wahl hat, weil Snape das sonst noch an die große Glocke hängen wird.

„Hermine?", ruft Harry, als er sie gerade dabei entdeckt den Gemeinschaftsraum wieder zu verlassen.

Hermine fühlt sich irgendwie ertappt und dreht sich wie ein aufgescheuchtes Reh um. Harry winkt sie zur Couch.

„Hi, was gibt es Harry?", fragt Hermine nach.

„Hast du kurz Zeit?"

Hermine schaut auf die Standuhr und sieht, dass sie nur noch 4 Minuten hat, um in den dritten Stock zu laufen.

„Eher nicht, wieso?"

„Ich wollte nochmal nachfragen, wann wir miteinander reden.", fragt Harry nach, als er sein Fernglas einpackt, um gleich das Quidditch Spiel zu analysieren.

„Ja, heute war ich ehrlich gesagt sehr beschäftigt. Du hast morgen nach der Mittagspause keine Fächer mehr, richtig?"

„Ja, wieso?", fragt Harry.

„Okay gut, dann lass uns doch morgen bei Madam Puddifoot etwas essen und wir reden über alles. Sie hat angeblich auch neue Teesorten."

„Warum eigentlich bei Madam Puddifoot? Es gelten immer noch die Ausgangssperren.", fragt Harry verunsichert nach.

„Nur um sicher zu gehen. Außerdem möchte ich die heiße Schokolade mit Vanillesahne wieder trinken.", sagt Hermine.

„Na gut, wenn es denn unbedingt sein muss.", sagt Harry und akzeptiert den Vorschlag von ihr.

„Du weißt, wo wir uns morgen treffen. Bring den Tarnumhang mit." sagt Hermine und verschwindet kurz darauf schon.

Ginny, die am Geländer oberhalb nur sehr lückenhaft das Gespräch mitbekommen hat verzieht ihre Augenbrauen und schreitet langsam die Treppenstufen nach unten.

„Hey.", begrüßt Ginny Harry mit emotionsloser Mimik.

Harry ist wie erstarrt, doch dreht sich dann mit einer kleinen Verzögerung um.

„Hallo Schatz.", entgegnet Harry und fühlt sich sofort danach bescheuert sie mit Schatz angesprochen zu haben, obwohl sie heute Morgen noch sauer auf ihn war und sicherlich noch ist.

„Na, wo geht's hin?", fragt Ginny.

„Nur zum Quidditch Spiel.", sagt Harry.

„Aha.", sagt Ginny und trifft ihn damit in die Magengrube.

Harry weiß nicht was er sagen soll. Ginny erkennt, wie er hilflos vor ihr steht und hakt nach.

„Willst du mir nicht etwas beichten, Harry?".

Harrys Herz rutscht ihm in die Hose. Er hat Angst das falsche zu sagen und weiß nicht einmal was er ihr genau sagen soll. Ginny steckt sich die Hände in die Hosentaschen.

„Ich gebe dir noch zehn Sekunden, um mir die Wahrheit zu sagen." sagt Ginny scharf und schaut ihm in die Augen.

Es vergehen bereits zwei Sekunden, bis Harry begriffen hat was Ginny gesagt hat und weitere drei, um einen Satzanfang in seinem Gedankenchaos zu suchen. Ginny zieht eine Augenbraue nach oben und neigt ihren Kopf, als Harry den Mund öffnet.

„Ich…", beginnt er seinen Satz, bevor er direkt unterbrochen wird.

„Harry hast du alles für das Quidditch Spiel?", ruft Ron und platzt in das Gespräch.

Harry schaut zu Ron und wieder zu Ginny zurück, die ihn immer noch fordernd anstarrt.

„Wir reden morgen Abend, okay? Ich verspreche dir ich bin ehrlich zu dir Ginny.", flüstert Harry, als Ron sich nähert.

„Komm wir müssen los, das Spiel beginnt jeden Moment.".

Ginny nickt Harry zu.

„Viel Spaß Jungs!", verabschiedet sich Ginny und geht die Treppe hoch.

Ron und Harry warten auf die Treppe im zweiten Stockwerk, als Ron heimlich eine Süßigkeit in den Mund steckt und isst.

„Irgendwie ist mir schlecht.", sagt Ron.

„Die Feier war gestern Ron. Hast du denn was Richtiges gegessen heute Mittag?", fragt Harry besorgt nach.

„Nein. Geht schon."

Noch bevor die beiden die Holzbrücke erreichen, bleibt Ron stehen.

„Moment. Warte kurz.", sagt Ron blass und verschwindet im Busch, wo er sich wegen der Nasch und Schwänzleckereien übergeben muss.

„Oh man Ron.", sagt Harry und schüttelt den Kopf.

Ron würgt nochmal.

„Madam Pomfrey wird sicherlich jetzt beim Quidditch Spiel sein. Geh am besten nochmal in unseren Schlafraum zur Kiste mit den Notfall Tränken.", schlägt Harry vor.

„Nein, das geht schon…", sagt Ron, doch muss sich nochmals übergeben.

„Ron, ich kriege das schon hin, keine Sorge. Ich mach mir die Notizen zum neuen Jäger von Hufflepuff und du ruhst dich aus.", sagt Harry.

Ron richtet sich auf und trinkt von seiner Wasserflasche.

„Das hat geholfen. Ich geh doch wieder zurück. Entschuldige Harry.", lügt Ron.

„Wir seh'n uns.", verabschiedet er sich.

Hermine geht den langen Korridor im westlichen Teil des dritten Stocks entlang und bemerkt, wie eine menschliche Gestalt in den Gemälden hin und her schleicht. Sie öffnet die Tür zu Snapes Klassenraum, den er sich für dieses Schuljahr umdekoriert hat und nun düsterer wirkt. Überrascht stellt sie fest, dass der ganze Raum vermüllt ist. Snape sitzt vorne an seinem Pult und korrigiert die letzte Hausarbeit der Zweitklässler.

„Kommen Sie ruhig näher Miss Granger und schauen Sie sich an, wie zivilisiert ihre Mitschüler doch gewesen sind.", sagt Snape, ohne sie eines Blickes zu würdigen.

Hermine bahnt sich einen Weg durch die verschobenen Tische und umgeworfenen Stühle. An der Fensterseite stehen noch umgekippte Flaschen und Krüge, welche die Wand verschmiert haben. Auf der anderen Seite liegt das Skelett des Snallygaster-Jungen auf dem Boden, welches vorher die hintere rechte Ecke des Raums verzierte.

„Ich unterrichte nun schon lange an der Schule, doch so eine Unverschämtheit, habe ich schon lange nicht mehr gesehen."

Snape setzt den Stift kurz ab.

„Mit Ausnahme vielleicht von den unbelehrbaren Weasley Zwillingen. Ich hoffe für die Beiden, dass die Realität außerhalb von Hogwarts ihnen ein wenig mehr Disziplin lehrt.", beendet Snape seinen Satz und schaut Hermine an, welche vor ihm steht.

„Ich will mir gar nicht die Mühe machen und herausfinden, wer für dieses Chaos verantwortlich ist. Für sowas habe ich leider keinen Nerv mehr und ganz besonders nicht opfere ich meine wertvolle Zeit dafür."

Severus hält kurz inne.

„Miss Granger."

„Ja, Professor?"

Hermine versucht ihre Gedanken zu kontrollieren.

„Ich würde lügen, wenn ich das Denkarium im Büro des Schulleiters nicht hin und wieder selbst ungefragt benutzt hätte."

Hermines Gesicht formt ungewollt eine überraschte Mimik.

„Nur im Gegensatz zu Ihnen erlaube ich mir damit nicht mehr als einem auch zusteht."

„Nur weil man zaubern kann, heißt das nicht, dass man einen Freifahrtsschein hat. Merken Sie sich das. Es geht mir hierbei nicht groß um das Benutzen des Denkariums, sondern viel mehr um den Einsatz des Verwirrungszaubers auf den sprechenden Hut. Haben Sie das verstanden?", sagt Snape scharf und schaut ihr, ohne zu blinzeln in die Augen.

Hermine schluckt und hat nicht damit gerechnet, dass er das mit dem sprechenden Hut herausfindet.

„Ja, Sir.", sagt Hermine.

„Auch wenn ich das Einmischen des Ministeriums letztes Schuljahr mit all den Konsequenzen nicht für gutheiße, so haben Sie sich und ihre Mitschüler in Schwierigkeiten gebracht. Sie sind fleißig und klug, also bleiben Sie auch bitte dabei. Hören Sie auf mit unüberlegten Dingen, weil sonst am Ende nochmal jemand das Leben verliert.", mahnt Snape sie.

Hermine ist verwundert, über die überraschenden Worte von Snape und muss an Sirius denken. Severus schaut sie an und Hermine nickt teilweise widerwillig.

„Jetzt wo das geklärt ist, räumen Sie bitte das Klassenzimmer auf. Anschließend bitte alle Bänke und den Boden putzen, sowie diese Hausarbeiten bitte einsortieren. Ihr Mitschüler wird ihnen dabei behilflich sein. Ich komme nach dem Quidditch Spiel wieder. Seien Sie bis dahin fertig.", befiehlt Snape und holt sich seinen Mantel.

„Keine Zauberei. Den Wert von Arbeit kann man nur dann verstehen, wenn man wirklich was dafür leistet und nicht schummelt."

Snape schreitet zur Tür und öffnet diese.

„Ah da sind sie ja. Sie sind zu spät.", hört Hermine ihn im Türrahmen reden.

„Ihre Mitschülerin wird Ihnen sagen, was ihr zu tun habt, Mister Malfoy.", sagt Snape, verlässt den Raum und gibt Hermine den Blick auf Draco frei.

„Fuck.", flüstert Hermine.

Draco verdreht die Augen und geht widerwillig in die Richtung von Hermine.

„Das ist doch ein schlechter Scherz.", flüstert Draco und steigt über den Tisch, um nicht außen rum gehen zu müssen.

„Jetzt verpasse ich nicht nur das Spiel, sondern muss meine Zeit auch noch mit dir verbringen. Das ist doch lächerlich.", beschwert sich Draco und schaut die Wand an.

Hermines Mund steht offen und ihre gute Stimmung hat sie nun doch endgültig verlassen.