Kapitel 9
genervt
nervlich strapaziert; durch lästiges, störendes o. ä. Verhalten anderer zermürbt
Irgendwann hatte Hermione sich beruhigt. Sie lag noch immer in Malfoys Bett. Sie hörte seinen regelmäßigen Atem und als sie aufsah fiel ihr auf, dass er wohl eingeschlafen war.
Hermione musterte ihn. Er sah müde aus. Zu gerne hätte sie gewusst, was ihn dazu gebracht hatte den Auftrag von Du-weißt-schon-wem anzunehmen. Er hatte gesagt, er würde ihn hassen. Aber warum tat er das dann für ihn. Irgendwie ließ sie dieser Gedanke nicht los. Kraftlos setzte sie sich auf und Dracos Hand fiel von ihrer Schulter.
Er grummelte und sah dabei irgendwie nett aus. Fast schon ein bisschen niedlich. Ohne seinen typischen arroganten Gesichtsausdruck hatte er sehr weiche Züge. Hermione strich ihm eine Haarsträhne aus dem Gesicht. Wie hatte sie mit ihm Sex haben können. Wenn sie jetzt hier saß, kam es ihr absolut unwirklich vor. Sie hatte wahnsinnig guten hemmungslosen befriedigenden Sex mit diesem widerlichen arroganten Jungen gehabt und sie beide wussten es. Es war real. Sie würde ihm diese Erinnerungen nichtmehr nehmen können und eines war ihr irgendwie klar. Er würde sie nicht in Ruhe lassen. Nicht in nächster Zeit und sie konnte ihm nicht widerstehen, nicht in nächster Zeit. Aber durfte sie dem nachgeben? Irgendwann würde es ihr langweilig werden und irgendwann würde es ihm langweilig werden. Vielleicht konnten sie dem so lange nachgeben. Bis sie die Lust aneinander verloren hatten.
Es widerte sie an, dass es ausgerechnet Malfoy sein musste, der diese Zeitschleife geschaffen hatte. Aber irgendwie fühlte es sich gut an nichtmehr allein zu sein. Sie sollte wütend sein. Toben und ihm Vorwürfe machen. Er hatte all das verdient. Aber gerade hatte sie wenig Lust darauf. Sie fühlte sich seltsam entspannt und ausgeglichen. Wahrscheinlich war das auch sein verdienst.
Hermione stand auf und zog sich an. Sie brauchte einen Zauber um die abgesprungenen Knöpfe an ihrer Bluse wieder zu richten. Irgendwie musste sie grinsen, als sie daran dachte, wie hemmungslos sie übereinander hergefallen waren. Ihr Blick glitt zu dem schlafenden Jungen. Sie musterte seine platinblonden feinen Haare, sein blasses spitzes Gesicht und seine Lippen, die sie immer so unnachgiebig küssten und die trotzdem wahnsinnig weich waren. Ihr Blick glitt runter über seine Brust, auf der die dünne Narbe zu sehen war, die Harry ihm zugefügt hatte. Sie konnte feine Muskeln erkennen und die blonden Haare die unter seinem Bauchnabel bis zu seiner Schambehaarung führten. Wie ein Störfaktor blieb ihr Blick an dem Dunklen Mal auf seinem Arm hängen. Es wirkte brutal und düster auf seinem hellen Körper. Als würde es da nicht hingehören. Aber das Mal spiegelte wunderbar sein inneres wider.
Malfoy war ein Widerling. Er hatte sie sexuell genötigt und unter dem Imperius missbraucht. Auch wenn er gedacht hatte, dass sie Teil der Zeitschleife war, war das keine Entschuldigung. Er hatte perverse abartige Fantasien. Wer fantasierte schon davon ein Mädchen unter dem Imperius zu versklaven und zu missbrauchen. Das war krank. Vor allem es auszuleben. Egal ob es nicht real bleiben würde.
Sie hätte das nie getan. Zumindest nie so hemmungslos. Es war ihr falsch vorgekommen sich einfach zu nehmen, was sie wollte. Sie hatte die anderen um sich herum zumindest immer als fühlende Wesen gesehen und nie als Objekte.
Mit einem Seufzen riss sie sich von dem schlafenden Jungen los. Sie musste sich darüber klar werden, was er ihr heute alles gesagt hatte. Es war viel gewesen. Viel über das sie nachdenken musste.
Hermione verließ den Schlafsaal der Slytherinjungen. Der Gemeinschaftsraum war fast leer nur ein paar Slytherin Sechs- und Siebtklässler die Freistunde hatten saßen herum und lernten. Unter ihnen war zu Hermiones Leidwesen auch Pansy Parkinson.
„Was machst du hier, Granger. Das hier ist der Slytheringemeinschaftsraum", erboste sie sich und trat Hermione in den Weg.
„Lass mich durch ich habe gerade keinen Nerv auf dich", antwortete Hermione genervt.
„Hat das zufällig was mit deiner Knutscherei mit Draco heute Morgen zu tun?", fragte sie und ihre Freundinnen begannen zu kichern. Hermione verdrehte die Augen.
„Weißt du Parkinson. Wir haben den ganzen Vormittag hemmungslos Sex gehabt. Jetzt ist dein Draco eingeschlafen und ich gehe zurück in meinen Gemeinschaftsraum", fauchte Hermione und ließ das perplexe Mädchen stehen. Sie hatte keinen Nerv sich mit diesem Mädchen auseinanderzusetzen.
Leider hatte Hermione über alles, was Malfoy ihr diesen Vormittag erzählt hatte fast schon vergessen, dass er sie in der großen Halle geküsst hatte. So begrüßte sie Getuschel, als sie in den Gryffindor Gemeinschaftsraum kam. Es war früher Nachmittag. Sie hatten wohl mehrere Stunden zusammen verbracht.
„Hermione, da bist du ja!", begrüßte sie Harry, als sie durch das Porträtloch kletterte. Er hatte den Nachmittag immer frei. Genauso wie Ron der neben ihm saß.
„Hallo. Ihr wollt wohl eine Erklärung?", fragte sie seufzend und setzte sich zu ihnen an den Tisch. Sie hasste dieses Gespräch. Sie hatte es früher so oft geführt. Aber seit sie die Hoffnung aufgegeben hatte die Zeitschleife selbst beenden zu können, hatte sie es lange nichtmehr gemacht.
„Ich denke das wäre gut", sagte Harry und wechselte einen unsicheren Blick mit Ron.
„Also. Ich befinde mich in einer Zeitschleife. Das heißt das sich für mich heute und morgen immer und immer wieder wiederholt. Aber ihr erinnert euch an nichts, was passiert ist", sagte Hermione und als Harry etwas sagen wollte hob sie die Hand, um ihm Einhalt zu gebieten,
„Wir haben diese Unterhaltung schon ein paar Mal geführt. Ich war bei allen Lehrern habe mit allen gesprochen und alles an Wissen ausgeschöpft. Der Stand ist, dass ich warten muss, bis die Zeitschleife von allein endet. Also spart euch alle Vorschläge in dieser Richtung die haben wir schon durch", fügte Hermione hinzu.
„Okay", sagte Harry und schien zu versuchen das zu verarbeiten. „Und was hat das mit Malfoy zu tun?", wollte er wissen.
„Er steckt mit mir in dieser Zeitschleife. Wir sind die einzigen beiden die sich an alles erinnern. Im letzten Zyklus haben wir uns, sagen wir, wir haben uns ziemlich gestritten und Malfoy wollte mit mir reden."
„Und deshalb knutscht ihr in der Großen Halle herum?", fragte Ron und bekam rote Ohren.
„Er wollte nur erreichen, dass ich mit ihm die Große Halle verlasse. Er wusste, dass ich nicht dort sitzenbleiben würde, wenn er mich vor allen küsst. Er wusste, dass er mich damit manipulieren kann. Malfoy ist ein verdammtes Arschloch!" Hermione hatte sich in ihre Wut hineingesteigert.
„Er ist ein elender, widerlicher, verschlagener Todesser und ich kann nichts gegen ihn tun!", rief sie aus und schlug wütend auf den Tisch.
„Hast du herausgefunden, was er tut?", wollte Harry begierig wissen. Hermione schloss geschlagen die Augen.
„Ich habe sein Dunkles Mal gesehen, Harry. Ich weiß in welchen Raum er im Raum der Wünsche betritt. Darum ging es auch in unserem Streit. Ich wollte herausfinden, was er macht."
„Und?", fragte Harry aufgeregt. Auch Ron schien an ihren Lippen zu hängen.
„Malfoy hat gesagt, dass er mich zu ihr-wisst-schon-wem bringt sollte ich ihm weiter hinterherschnüffeln. Das er dafür sorgen wird das er mich foltert und meine Geheimnisse, alles, was ich über den Widerstand weiß, aus mir herausholt. Selbst wenn sich dann die Zeit wiederholt und ich wieder in Sicherheit hier in Hogwarts bin, alles was Malfoy weiß, kann er ihm erneut sagen. Er könnte so von den Horkruxen erfahren, Harry. Ich kann Malfoy nicht hinterherspionieren."
Harry sah sie entsetzt an. „Er kann dich nicht einfach so hier wegbringen. Wir sind in Hogwarts. Hier ist es sicher!"
Hermione schüttelte verzweifelt den Kopf. „Aber er weiß, was alle tun werden, wie sie reagieren werden. Er hätte tausende Versuche, um es zu tun und irgendwann würde es ihm gelingen. Malfoy ist gefährlich. Er hat mich einmal unter den Imperius-Fluch gestellt. Nichts hätte ihn davon abhalten können mich zu ihr-wisst-schon-wem zu bringen."
„Er hat was!", sagte Ron entsetzt und sprang auf.
„Setz dich Ron. Es ist nichts passiert. Er hat mich nicht ausgeliefert und ich glaube ihm, wenn er sagt, dass er es nicht vorhat."
„Warum sollte er. Du darfst ihm nicht vertrauen", sagte Ron aufgebracht.
„Er hat behauptet er hasst ihn. Er will ihm nicht dienen, aber er hat keine Wahl. Ich glaube Malfoy, denn er hat mich nicht ausgeliefert als er die Chance dazu hatte. Er hätte mich, als ich unter dem Imperius stand einfach ausliefern können, aber es hat ihn nicht interessiert. Er hat in keiner Wiederholung irgendeinem von uns etwas getan."
„Aus deinem Mund klingt das so, als wäre es eine große Leistung. Er hat dich unter den Imperius gestellt. Dafür gehört er nach Askaban!", fauchte Ron aufgebracht.
Hermione verdrehte genervt die Augen.
„Das hier ist eine Zeitschleife. Es hat keine Konsequenzen was wir einander oder irgendwem anders antun. Nach einem Zyklus ist alles wieder ungeschehen. Ron wir haben schon so viele Unterhaltungen geführt. Wir haben schon so viele Dinge miteinander erlebt, an die du dich nicht erinnern kannst", sagte Hermione verzweifelt. Es tat so weh, dass Ron sich nicht erinnerte. An nichts erinnerte. Aber es war nicht seine Schuld. Sie hätte ihm niemals nah kommen dürfen. Aber sie hatte es getan. Ihm tat es nicht weh. Die Einzige, die sie verletzte war sich selbst. Nur sie selbst konnte sich in dieser Zeitschleife Schaden zufügen.
„Aber Malfoy erinnert sich und du küsst ihn!", sagte Ron. Geschlagen schloss Hermione die Augen.
„Er hat mich geküsst, Ronald. Es hat keine Bedeutung."
„Also hat es keine Bedeutung, wenn du jemanden Küsst?", fragte er sie und Hermione verdrehte die Augen.
„Soll ich dich küssen, geht es dir dann besser. Einen bedeutungslosen sinnlosen Kuss. Ist es das, was du möchtest?", fuhr sie ihn an. „Malfoy ist gefährlich und er weiß, wie er euch manipulieren kann. Er hat dich einmal dazu gebracht ihn ins Koma zu prügeln damit wir seine Geheimnisse nicht erfahren. Wenn du jetzt darauf herumhackst, ist es genau das was er will."
Ron sah sie entgeistert an und setzte sich wieder auf seinen Stuhl.
„Hermione hat recht", sagte Harry nachdenklich. „Malfoy ist verzweifelt. Vielleicht weiß die Maulende Myrthe etwas über ihn. Bei meinem Zusammenstoß mit ihm, da hat er gesagt, dass er es bald tun müsse… dass er ihn sonst umbringen würde… Ich wusste nicht was er meint. Aber wenn du sagst, dass er Voldemort hasst und nicht freiwillig zum Todesser geworden ist, dann bin ich mir fast sicher, dass er Voldemort gemeint hat. Was immer er tun soll. Voldemort wird ihm umbringen, wenn er es nicht tut", sagte Harry grimmig und Hermione schluckte.
Sie schloss die Augen voller Horror. Er hatte diese Zeitschleife geschaffen, weil ihm die Zeit davonlief. Malfoy wollte nicht sterben, aber er wollte Voldemort auch nicht dienen. Irgendwie tat er ihr leid.
Malfoy war kein netter Kerl. Bei weitem nicht. Das hatte er mit seinen Taten mehr als bewiesen. Aber durfte sie ihn verurteilen? Sie hatte ihn ermordet. Sie hatte die Kontrolle über sich verloren, getriggert von dem, was er ihr angetan hatte und ihr erster Reflex war es gewesen ihn zu töten.
„Ich gehe hoch in meinen Schlafsaal. Ich will duschen und darüber nachdenken, was Malfoy mir gesagt hat. Vielleicht fällt mir etwas ein, wie ich seine Drohung mich auszuliefern entkräften kann. Es muss etwas geben, was ich tun kann", sagte Hermione und verschwand nach oben, bevor sie jemand aufhalten konnte.
Ihr ganzer Körper klebte vor Schweiß und sie hatte das Gefühl, dass sie nach Sex riechen musste. Auf jeden Fall roch sie nach ihm und sie war nur froh, dass Ron nicht aufmerksam genug war, um das zu bemerken. Malfoys Samenflüssigkeit klebte an ihrer Unterwäsche und Hermione warf sie in die Wäsche, bevor sie sich unter die Dusche stellte. Wie hatte sie das heute nur tun können. Sie hatte sich doch vorgenommen, dass sie das nichtmehr wollte. Er hatte sich ihr aufgezwungen und sie hatte es zugelassen. Vielleicht sogar gewollt. Aber jetzt, nachdem sie wusste, dass er Teil der Zeitschleife war, hätte sie es nichtmehr tun dürfen.
Seufzend setzte sie sich auf ihr Bett und warf dem Brief von ihren Eltern der gestern angekommen war einen bösen Blick zu. Sie wusste was darin stand. Wütend warf sie ihn in den Papierkorb und ärgerte sich darüber, dass er bald wieder auf ihrem Nachttisch liegen würde.
Hermione kuschelte sich unter ihre Decke und begann alles aufzuschreiben, was Malfoy ihr erzählt hatte. Dinge geschrieben zu sehen, half ihr sich daran zu erinnern. Sie würde den Zettel nicht behalten können, aber sie hatte ein sehr gutes Gedächtnis.
Es war später Nachmittag als Draco aufwachte. Er hatte lange nichtmehr so gut geschlafen. Träge sah er sich um und stellte fest, dass sein kleines Schlammblut gegangen war. Er fand es ein bisschen schade, dass sie weg war, aber wahrscheinlich war es besser. Zufrieden stand er auf und ging unter die Dusche. Das war der mit Abstand beste Vormittag seit langem gewesen.
Er seufzte als ihm das heiße Wasser auf den Körper prasselte. Er hoffte, dass seine Drohung, sie dem Dunklen Lord auszuliefern, sie davon abhalten würde hinter ihm herumzuschnüffeln. Zumindest so lange, bis er herausgefunden hatte, wie er das Verschwindekabinett reparieren konnte. Er war kurz davor. Wenn er erst herausgefunden hatte, was er tun musste, gab es keinen Grund mehr in den Raum der Wünsche zu gehen und sie hatte keine Chance mehr ihn dabei zu ertappen. Irgendwie hatte er das Gefühl, dass es wieder ein Kampf um Zeit wurde, nur seine Gegnerin wusste es nicht. Wenn sie dachte sie hätte ewig Zeit, um hinter seine Pläne zu kommen, dann würde er sie eines besseren lehren.
Draco glaubte nicht einen Moment, dass seine Drohung sie lange aufhalten würde. Sie hatte bewiesen, dass mehr in ihr steckte als man vermutete. Mit einem unangenehmen Schauer musste er an ihren Gesichtsausdruck denken, als sie ihn mit dem Todesfluch ermordet hatte. Er würde sie niemals unterschätzen.
Zudem war sich Draco auch nicht sicher, ob er seine Drohung nicht trotzdem wahrmachen würde. Konnte es schaden, wenn er ihre Geheimnisse erfuhr? Er war sich nicht sicher. Er hatte wenig Interesse daran, dass der Dunkle Lord an die Macht kam. Aber es gab für ihn auch wenig andere Optionen. Er saß zwischen den Stühlen. Würde der Dunkle Lord fallen, saß er mit dem Dunklen Mal auf dem Arm mit einem Bein in Askaban. Würde er gewinnen, würde Draco dem Mörder seines Großvaters dienen und jeden Tag wieder Sorge haben, dass er oder seine Eltern sterben konnten. Keines von beidem war ein Gedanke, der ihm gefiel. Er sah nur nicht den Weg heraus in dem keiner Schaden nahm.
Entschlossen trat Draco unter der Dusche hervor und zog sich an. Er musste so schnell wie möglich mit den Verschwindekabinett fertig werden. Egal was er tun würde. Er musste es reparieren, wenn er wollte, dass er und seine Mutter überlebten.
Er ging gerade durch den Gemeinschaftsraum, als ihm Zabini entgegenkam.
„Du hast echt nerven Malfoy. Wenn McGonagall irgendwann erfährt, dass du ihren Unterricht schwänzt, um mit ihrer Lieblingsschülerin rumzumachen, dann will ich nicht in deiner Haut stecken."
„Sie wird es nie erfahren, wenn du die Klappe hältst. Außerdem war es das Wert. Das kleine Schlammblut ist wirklich ganz süß."
Zabini schüttelte belustigt den Kopf.
„Was ist das mit euch? Hast du sie irgendwie verhext? Sie hat so anders gewirkt."
Draco lachte freudlos auf. Nein, er hatte sie verhext aber nicht heute. Heute war sie freiwillig bei ihm gewesen und es war berauschend gewesen.
„Nein Zabini. Glaub mir ich war auch ziemlich überrascht von ihr. Sie hat etwas, oder? Es ist wie von einer verbotenen Frucht zu naschen. Einer ziemlich verbotenen ziemlich süßen Frucht."
„Was werden ihre Freunde dazu sagen?", wandte Zabini ein und Draco zuckte nur mit den Schultern. Ihm konnte nichts gleichgültiger sein. Sobald der Zyklus zu Ende war würden sich weder Potter noch Wiesel daran erinnern.
„Soll sie mit ihnen klären. Aber ich bin mir sicher, dass mein kleines Spielzeug sie irgendwie beschwichtigen kann. Sie ist ziemlich taff."
„Du magst sie", stellte Zabini mit hochgezogener Augenbraue fest. Draco schnaubte nur.
„Jetzt übertreib nicht Zabini. Ich ficke sie gerne. Belassen wir es dabei. Jetzt entschuldige mich, ich habe heute noch was vor."
Damit verschwand er hinauf in den siebten Stock, um sich weiter mit dem Verschwindekabinett zu beschäftigen.
Als Hermione zum Abendessen in die große Halle ging, konnte sie nicht verhindern, dass ihr einige Blicke vom Slytherintisch auffielen. Zabini saß neben Parkinson und starrte sie unverhohlen an. Er sagte etwas zu dem Mädchen und auch sie sah zu Hermione. Hermione wandte ihnen den Rücken zu.
Parvati die Hermione gegenüber saß schien es ebenfalls bemerkt zu haben. Sie wechselte einen Blick mit Lavender.
„Parkinson hat behauptet, Zabini hätte dich mit Malfoy im Bett erwischt", sagte Parvati an Hermione gewandt.
„Was für ein Unsinn", erboste sich Ginny, die neben Hermione saß.
„Gestern hätte ich das auch gesagt. Aber keiner kann mir erzählen, dass du heute das erste Mal mit ihm rumgeknutscht hast. Das sah aus, als hättet ihr das öfter gemacht", sagte Lavender und hatte ein ziemlich bösartiges Grinsen im Gesicht. Lavender machte Hermione für ihre Trennung von Ron verantwortlich und konnte sie seitdem nichtmehr wirklich leiden. Nicht dass sie früher Freundinnen gewesen waren.
„Glaubst du neuerdings alles, was Parkinson sagt?", fragte Hermione bissig. Sie musste sich, was diese Sticheleien anging, eindeutig ein dickeres Fell zulegen. Sie war doch sonst nicht so dünnhäutig. Die letzten Tage war eindeutig zu viel passiert, dass sie aufwühlte.
„Susan Bones hat dich heute Mittag aus den Kerkern kommen sehen und du hast in Zauberkunst gefehlt. Du schwänzt sonst nie eine Stunde", sagte Lavender.
„Was sollte Hermione von Malfoy wollen? Sich dauernd beleidigen lassen?", fragte Ginny abfällig.
„Er beleidigt sie doch schon länger nichtmehr. Dieses Schuljahr ist er ziemlich zurückhaltend. Er ist reich und sieht gut aus. Das kannst du nicht bestreiten", sagte Parvati.
„Wisst ihr, mir ist der Appetit vergangen", sagte Hermione und stand auf. Sie hatte keine Lust auf diese Unterhaltung. Das führte doch zu nichts. Es war nicht so, dass sie sich Mühe geben musste irgendwelche Beziehungen zu kitten. Nur noch morgen und ihr Kuss mit Malfoy in der Großen Halle gehörte dem Vergessen der Zeitschleife an.
Sie verließ die Große Halle. Doch heute schien sie kein Glück zu haben. Kaum war sie die Treppe hinauf gelaufen hielt Zabini sie auf.
„Hey, Granger", rief er und Hermione blieb genervt stehen. Sie würde nie wieder zulassen das Malfoy sie Freitag morgens in der Großen Halle küsste. Sie musste noch den ganzen morgigen Tag damit leben.
„Was willst du Zabini?", fauchte sie genervt.
„Malfoy vögelt dich also?", sagte er und musterte sie von oben bis unten. Sein Blick blieb einen Moment zu lange an ihren Brüsten hängen, um dann schnell höher zu wandern als hätte er sich bei etwas unanständigem ertappt.
„Du hast uns dabei zugeschaut. Also nehme ich an es ist eine rhetorische Frage", antwortete Hermione kühl.
„Was zahlt er dir dafür?", wollte Zabini wissen und Hermione sah ihn verächtlich an.
„Warum glaubst du, dass ich mich für Sex bezahlen lassen würde. Das ist eine widerwärtige Vorstellung, Zabini."
„Also machst du das freiwillig?", fragte er und trat einen Schritt näher. Er brach eindeutig in ihre Privatsphäre ein. Hermione wich an die Wand zurück. Zabini kam noch näher und stützte sich mit der ausgestreckten Hand neben ihrem Kopf ab.
„Wenn ich du wäre", sagte Hermione. „Würde ich das sein lassen."
„Malfoy meinte, dass du sein kleines Spielzeug bist", sagte Zabini und grinste böse. Hermione lächelte ihn überlegen an.
„Malfoy und ich haben nur ein bisschen Spaß. Aber ich glaube nicht, dass ich dir die Erlaubnis gegeben habe mit mir Spaß zu haben, Zabini", sagte sie und beugte sich vor. Jetzt brach sie in seine Intimsphäre ein und es war ihm eindeutig unangenehm. Zabini musterte sie einen Moment und stieß sich dann von der Wand ab.
„Scheiße und ich dachte schon er hätte jemand dazu gebracht Vielsaft-Trank zu nehmen", sagte Zabini und musterte sie verwundert.
„Jetzt tu nicht so überrascht. Warum hätte er das tun sollen?" Zabini zuckte mit den Schultern.
„Du bist echt heiß. Wenn man dich nur auf deinen Körper reduziert, versteht sich."
Hermione konnte sich ein Schnauben nicht verkneifen. Männer waren wohl alle gleich.
„Ein zweifelhaftes Kompliment", erwiderte sie.
„Wie auch immer. Wir machen morgen Abend eine kleine Geburtstagsfeier für Malfoy. Ab 18 Uhr im Jungenschlafsaal du weißt glaube ich, wo das ist. Komm vorbei. Wir holen die von anderen Häusern um 18 Uhr vor dem Gemeinschaftsraum ab."
„Ich kenne das Passwort. Aber erwarte mich nicht.", sagte Hermione und wandte sich zum Gehen.
„Ich vergas das du wohl regelmäßiger Gast in diesen Zimmern bist", sagte Zabini bösartig und Hermione ignorierte ihn.
Einen Moment glaubte sie jemanden in den Geheimgang hinter dem Wandteppich verschwinden zu sehen. Doch es interessierte sie nicht. Sie wollte heute einfach nur noch ins Bett. Es war ein verdammt langer Tag gewesen.
Sie lieh sich ein paar Bücher aus der Bibliothek und verschwand in ihren Schlafsaal. Parvati und Lavender tuschelten miteinander als sie in den Schlafsaal kamen, ließen sie allerdings in Ruhe.
