Kapitel 73
ehrlich
ohne Verstellung; aufrichtig, offen
Pansy Parkinson wusste nicht so recht, was sie von der Situation halten sollte. Nein sie hatte keine Ahnung, was das hier bedeuten konnte. Sie saß auf dem Boden im Schlafsaal der Jungen und nippte an ihrem Feuerwhisky. Es war schon spät am Abend und in einer Ecke spielte das magische Radio den neusten Hit der Schwestern des Schicksals. Vielen Gäste waren schon wieder gegangen, doch Pansys Gedanken waren schon den ganzen Abend nur auf eine einzige Sache fixiert. Denn direkt vor ihr lag Streberschlammblut Granger auf Dracos Bett.
Sie lag dort vollkommen entspannt auf dem Bauch, zog Rauch durch das Mundstück der Pfeife und trug Dracos viel zu großes Hemd und seine Boxershorts. Pansy glaubte zumindest, dass es Dracos Sachen waren, denn das Hemd hatte eindeutig ein Slytherin Wappen abgedruckt. Draco saß neben ihr, redete mit Zabini und wickelte eine ihrer Haarsträhnen um seinen Finger, als wäre es vollkommen normal, dass sich Streberschlammblut Granger auf seinem Bett räkelte.
Ihre Blicke trafen sich und Pansy konnte den Blick nicht von ihr abwenden. Grangers neugieriger Blick schien sie geradezu aufzufordern zu ihr zu gehen. Oder war es nur Einbildung, weil sie selbst so neugierig war. Irgendwas an Granger war anders als sonst.
Sie hatte sie heute zusammen gesehen, am See, wo Draco Granger übers Knie gelegt und ihr den Hintern versohlt hatte. Pansy hatte nicht gewusst, was sie davon halten sollte und dieses Mädchen jetzt hier zu sehen, in Dracos Kleidung in Dracos Bett schrie geradezu danach, dass sie gefickt hatten.
Aber würde Draco wirklich Potters Streberschlammblut ficken? Ja, okay sie würde es ihm zutrauen. Zutrauen, dass er sowas tun wollte. Draco war ziemlich pervers, wenn man ihn besser kannte, aber sie hätte nie gedacht, dass er es wirklich durchzog.
Aber Granger? Sie war Keuschheit und Tugend in Person. Oder doch nicht? Pansy dachte darüber nach. Granger war Streberin und Besserwisserin und die wahrscheinlich regelfanatischste Vertrauensschülerin, die es gab. Aber sie war auch mit Viktor Krum zum Weihnachtsball gegangen. Sie war mit Harry Potter zusammen erwischt worden und dass beides im gleichen Jahr. Pansy hatte damals gedacht, dass nicht viel dahintersteckte. Aber vielleicht war sie nicht nur Streberin, sondern nebenbei eine ziemliche Schlampe, die sich durch Hogwarts hurte.
Pansy beobachtete ihre Bewegungen. Sie hatte guten Blick auf Grangers große Brüste dessen Ansatz durch die Position und Dracos viel zu großes Hemd gut zu sehen war. Pansy könnte schwören, dass sie keinen BH trug. Granger setzte sich auf, beugte sich zu Draco vor und nahm ihm sein Glas aus der Hand, um einen Schluck zu trinken. Dann gab sie es ihm wieder und er sagte etwas, das Pansy nicht verstand. Granger lächelte und es war ein Lächeln, dass Pansy noch nie bei ihr gesehen hatte. Irgendwie ließ es Granger verdammt verrucht aussehen.
Granger schien aufstehen zu wollen, doch Draco hielt sie fest. Presste seine Lippen auf ihre, zog sie näher und Pansy konnte einfach nicht wegsehen, als sie einen heißen Zungenkuss teilten. Sie nahm Millicent die Pfeife ab, um daran zu ziehen und als der benebelnde Rauch ihre Lunge füllte, konnte sie sich eingestehen, dass sie der Anblick ziemlich heiß machte.
Granger stand auf und Pansys Blick blieb an ihr Hängen. An ihren langen nackten Beinen, der breiten Hüfte und dem aufreizend wiegenden Gang. Sie ging zur Kommode, die an der Wand stand und Pansy bemerkte mehrere längliche blaue Flecken auf ihren Oberschenkeln, die im Dunkeln kaum zu sehen waren. Sie war noch dabei zu überlegen, wo sie sich die zugezogen hatte, als Granger sich umwandte und mit zwei Gläsern auf sie zu kam. Ihre lockigen Haare waren etwas unordentlich und ringelten sich wild über das große Hemd und in den tiefen Ausschnitt. Pansy würde es bestreiten, wenn sie irgendjemand jemals danach fragen würde. Aber jetzt gerade in dem Moment erschien ihr Hermione Granger als verdammt erotisch.
„Hallo Pansy", sagte sie und ließ sich in einer fließenden Bewegung neben ihr nieder.
„Hier", fügte sie hinzu und reichte Pansy ein Glas. Es war kein Feuerwhisky, sondern Goldlackwasser. Das gute süße Zeug und Pansy hatte nicht gewusst, dass sie etwas davon dahatten.
Pansy wusste im ersten Moment nicht, was sie sagen sollte, doch dann Griff sie zu dem Glas.
„Du hier auf der Party?", fragte sie an Granger gewandt und diese grinste sie nur breit an.
„Draco hat mich eingeladen", sagte Granger, als sei es nicht offensichtlich. Granger streckte ihre langen Beine aus und nippte an ihrem Drink. Pansy hatte das Gefühl diesem Mädchen noch nie so nah gewesen zu sein. Jetzt von nahem fiel Pansy auf, dass ihre Haare an manchen Stellen noch etwas feucht waren und sie roch eindeutig nach Dracos Duschgel. Verdammt, sie hatte tatsächlich mit Draco gefickt und sie versuchte es nicht mal zu verbergen.
Pansy nahm einen Schluck von dem Goldlackwasser und das süße Zeug rann ihr angenehm die Kehle hinunter. Sie mochte es eindeutig lieber, wenn man den Alkohol nicht herausschmeckte. Es war deutlich angenehmer sich damit zu betrinken. Und mit dieser neuen Schlampengranger konnte sie nur klar kommen wenn sie sich ordentlich betrank.
„Du siehst aus, wie eine Schlampe, wenn du hier so halbnackt rumrennst", teilte sie ihr böse grinsend mit, doch anstatt beschämt zu Boden zu blicken oder sonst irgendwie verletzt zu sein grinste Granger sie nur an. Es war ein fast belustigtes Grinsen.
„Nur Draco darf mich als Schlampe bezeichnen."
„Du fickst ihn", sagte Pansy und konnte nicht verhindern, dass sie irgendwie noch immer fassungslos über diese Tatsache war.
„Viel interessanter ist die Frage, warum du es nicht tust. Warum habt ihr euch getrennt?", sagte Granger und musterte sie eingehend.
„Warum fragst du nicht Draco?", wollte Pansy wissen und Granger zuckte nur mit den Schultern.
„Er meinte, dass ihr euch nie geliebt habt, nur zusammen wart, weil es sich eben angeboten hat. Ich habe irgendwie das Gefühl da steckt mehr dahinter. Also Pansy. Was steckt dahinter?", fragte Granger und kam mit ihrem Oberkörper etwas näher. Beugte sich zu ihr herüber, als wären sie nicht zwei Menschen, die sich eigentlich auf den Tod nicht ausstehen konnten.
„Als würde es dich etwas angehen", fauchte Pansy und fühlte sich unbehaglich. Ihr war diese Granger nicht geheuer. Irgendwas war anders an dieser Granger als an der, die sie aus dem Unterricht kannte.
„Ich würde schon sagen, dass es mich etwas angeht", erwiderte Granger und Pansys Blick flackerte zu Draco der sie von seinem Bett aus beobachtete und mit Zabini sprach.
„Vielleicht liegt es daran, dass Draco tief in sich ein sadistisches Schwein ist, wenn er mal seine nette Seine abgelegt hat", sagte Pansy und wusste nicht, woher die Worte kamen. Sie hatte das nicht so sagen wollen. Es war mehr Wahrheit, als sie hatte offenbaren wollen. Nicht mal Draco wusste, dass sie so von ihm dachte. Trotzdem fuhr Pansy fort. Jetzt wo sie einmal angefangen hatte, tat es gut, dass endlich auszusprechen. „Er tut immer so liebevoll und zärtlich und verführt jede die er haben will. Glaub mir, du bist nicht die Erste und dann, wenn er dein Vertrauen gewonnen hat und du dich ihm hingibst, dann wird er dir wehtun und keine Rücksicht mehr auf dich nehmen."
Pansy hatte irgendwie erwartet, dass Granger entsetzt sein würde, dass sie ihr widersprechen würde. So wie Astoria ihr vehement widersprochen hatte, als sie sie vor Draco gewarnt hatte. Astoria hatte davon geschwärmt, wie zärtlich und sanft Draco doch war. Aber Granger reagierte anders. Ihr Blick war durch und durch verständnisvoll.
„Er hat dir weh getan, weil er zu grob war", stellte sie fest. „Deshalb habt ihr euch getrennt und deshalb hat Draco manchmal noch immer das Gefühl sein Penis wäre zu groß, um normal Sex zu haben."
Granger sagte das alles mit einer so abgeklärten Stimme, dass Pansy einen Moment einfach sprachlos war. Sie wusste nicht, was sie mehr überraschte, dass Granger das alles so einfach begriff oder dass es bedeutete, dass sie Draco weit besser kannte als Pansy bewusst gewesen war. Soweit Pansy wusste, war Draco nie grob beim Sex. Es war einmal passiert. Ein einziges Mal, Anfang des Schuljahres, als sie beide auf einer Party zu viel getrunken hatten. Er hatte nicht auf sie geachtet, als sie Sex gehabt hatten. Er hatte sich nicht für ihre Bedürfnisse interessiert und sie einfach genommen und es hatte grauenvoll weh getan. Sie hatten sich gewehrt und geweint, aber keine Chance gegen ihn gehabt. Manchmal, wenn Pansy daran zurückdachte, glaubte sie fast Draco hätte es genossen, dass sie geweint hatte. Was auch immer es gewesen war, er hatte viel zu lange gebraucht, um zu begreifen, dass etwas schieflief, bevor er von ihr abgelassen hatte.
„Ich bin mir sicher, dass er dir nicht wirklich wehtun wollte", fügte Granger hinzu und Pansy beschloss, dass was immer zwischen Granger und Draco war, sie ihn eindeutig zu gut kannte.
„Er hat mir trotzdem weh getan", sagte Pansy und presste die Lippe zusammen. Irritiert über so viel Ehrlichkeit fuhr sie fort. „Und egal wie sanft er danach war, es war nie wieder wie vorher."
Sie hatte sich danach nie wieder vollkommen entspannen können und letztendlich hatten sie sich getrennt. Draco war es gewesen, der sie darauf angesprochen hatte und sie hatte zugestimmt. Sie mochte Draco immer noch. Aber sie würde nie wieder eine Beziehung mit ihm eingehen, da sie immer Sorge hätte, dass es sich in einem unbedachten Moment wiederholen könnte. Es war eine Dunkle Seite in Draco die sich nur offenbarte, wenn er alle Hemmungen fallen ließ. Sie wollte sie nie wieder sehen.
Granger lächelte und es war irgendwie ein ziemlich glückliches Lächeln. „Danke, dass du mir das gesagt hast."
„Was bringt es dir", wollte Pansy wissen und sie hatte keine Ahnung, was sie mit der Schlampengranger anfangen sollte. Was hatte Draco mit ihr? Und wie lange ging das schon?
„Draco meinte du bist ihm wichtig und ich habe überlegt, ob ich eifersüchtig sein sollte. Jetzt weiß ich, dass ich es nicht sein muss. Weil egal was zwischen euch ist. Es wird ziemlich sicher platonisch bleiben", erklärte Granger und nippte an ihrem Drink. Sie sah eindeutig viel zu glücklich aus.
„Der Sex mit ihm ist immer noch gut", widersprach Pansy. Der Sex war wirklich gut, wenn Draco sich zusammenriss. Doch das Lächeln auf Grangers Gesicht wurde nur noch breiter und noch selbstzufriedener.
„Für dich vielleicht, aber nicht für Draco. Dafür genießt er es zu sehr, einfach hemmungslosen, brutalen Sex zu haben. Zärtlich zu sein ist nicht das, was er als befriedigend empfindet."
Pansy hatte keine Ahnung, was sie darauf antworten sollte. Sie wusste nicht, was Granger ihr damit sagen wollte und sie wollte gerade anfangen zu sprechen, als ihr etwas auffiel. Sie hatte etwas verteidigendes Sagen wollen. Sagen wollen, dass sie mit Draco auch hemmungslosen Sex gehabt hatte, doch die Lüge kam ihr nicht über die Lippen und plötzlich wurde ihr klar, was hier geschah.
„Du hast mir Medaciumtrank gegeben!", brauste Pansy auf und stellte das Goldlackwasser weg. Granger grinste ziemlich zufrieden.
„Ich wollte einfach mal ein paar ehrlich Worte mit dir reden, Pansy", sagte Granger und nippte selbstzufrieden an ihrem eigenen Glas. Pansy war fassungslos. Das hätte sie Granger niemals zugetraut, so durchtrieben und heimtückisch zu sein und sie so auszuspielen! Sie hatte ihr Dinge über Draco gesagt, die sie so noch niemandem gesagt hatte!
„Wart nur ab, Granger. Ich werde es dir heimzahlen!", fauchte sie aufgebracht und wollte Granger am Hemd packen, doch eine Hand hielt sie auf.
„Nana, Pansy wer wird denn gleich handgreiflich werden?", mischte sich Draco mit ruhiger Stimme ein.
„Sie hat mir Medaciumtrank untergeschoben", sagte Pansy wie aus dem Zauberstab geschossen und deutete anklagend auf Granger. Draco wandte sich Granger zu und Pansy konnte sich ein böses Grinsen nicht verkneifen. Sie würde was erleben.
„Warst du etwa ein unartiges Schlammblutmädchen?", fragte Draco an Granger gewandt und Pansy hatte diesen Tonfall bei ihm noch nie gehört. Seine Stimme klang etwas tiefer, als sie sie von ihm kannte und dieser Ton hatte etwas, das dafür sorgte, dass sich Pansy die Nackenhaare aufstellten. Sie war sich nicht mal sicher, ob es ein angenehmes oder unangenehmes Kribbeln war, dass sich über ihren Körper zog. Doch was immer sie für eine Reaktion von Granger darauf erwartet hatte, vielleicht eine Zurechtweisung sie Schlammblut zu nennen, es kam einfach nicht. Granger senkte verlegen den Blick und biss sich auf die Unterlippe. Pansy war so überrascht, dass sie Granger nur sprachlos anstarrte, als diese antwortete.
„Ja, Sire", murmelte Granger demütig.
„Hast du Pansy Medaciumtrank gegeben, um sie über meine Beziehung zu ihr auszuquetschen", fragte Draco weiter und Granger antwortete wieder.
„Ja, Sire."
Pansy hatte keine Ahnung was hier gerade geschah, aber irgendwie fand sie die Situation gerade ziemlich spannend. Sie konnte kaum den Blick davonlassen.
„Das war wirklich sehr unartig", tadelte Draco. „Trink Pansys Glas leer."
Was auch immer Pansy erwartet hatte, nie im Leben wäre sie auf die Idee gekommen, dass Granger tatsächlich nach dem Glas mit Medaciumtrank griff und es in einem Zug leerte.
„Brav und jetzt darf Pansy dir drei Fragen stellen, die du ihr beantworten wirst."
„Ja, Sire", sagte Granger und rutschte etwas unbehaglich auf ihrem Hintern herum.
„Also Pansy, frag sie was du wissen willst", sagte Draco und ließ sich neben ihnen auf dem Boden nieder.
„Warum in Merlins Namen hast du diesen Trank getrunken?", fragte Pansy fassungslos und starrte Granger an. Diese schien nur noch verlegener zu werden und schloss kurz die Augen, bevor sie tief durchatmete und antwortete.
„Weil ich darauf stehe Dracos Befehle zu befolgen. Es macht mich geil", sagte sie und Pansy beschloss, dass sie heute einfach nichtmehr überrascht sein sollte. Was immer hier geschah, es erschien ihr vollkommen surreal.
„Hat Draco dich unter irgendeinen Zauber gestellt?", wollte sie wissen. Das könnte die Situation erklären.
„Draco hat eine Zeitschleife geschaffen, die auf mich wirkt. Für uns beide wiederholen sich immer wieder die gleichen Tage, während der Rest der Welt nichts davon mitbekommt."
„Das hast du nicht getan!", schnappte Pansy in Richtung Draco, der neben Hermione saß und an ihrem Drink nippte.
„Doch genau das habe ich getan. Er war nicht geplant, dass unser süßes Schlammblutmädchen mit mir in der Zeitschleife ist. Aber ich denke, dass ich mittlerweile sehr gut damit leben kann."
„Gib es zu, es ist das Beste, was dir passieren konnte", sagte Granger lächelnd und Draco lachte leise. Er zog sie näher an sich und Granger rutschte auf seinen Schoß. Pansy beobachtete sie, wie Draco nach ihrem Kinn griff, sich ihre Lippen trafen und irgendwas war anders an Draco. Sie konnte es nur nicht in Worte fassen. Irgendwann rutschte Granger zwischen Dracos Beine und lehnte sich an ihn, während er seine Arme um sie legte.
„Du hast noch eine Frage, Pansy. Was willst du wissen?", fragte Granger und wirkte viel zu zufrieden. Pansy schnaubte abfällig.
„Es ist doch vollkommen egal was ich frage. Ich werde es sowieso wieder vergessen. Es war eine ungerechte Bestrafung sie den Medaciumtrank trinken zu lassen", beschwerte sich Pansy und Draco lachte leise.
„Ich habe das doch nicht für dich getan, Pansy. Ich habe das für mich getan. Jetzt muss sie mir den ganzen Rest des Zyklus die Wahrheit sagen", sagte Draco selbstzufrieden.
„Du bist ein absoluter elender Narzisst", informierte Pansy ihn, doch Draco schien es nicht zu kümmern. Er spielte mit Grangers Haaren und sah viel zu zufrieden aus.
„Ich halte Draco nicht für einen Narzissten", sagte Granger plötzlich und schmiegte sich in seine Arme.
„Was bringt dich zu der Annahme, meine Süße", fragte Draco sie und Granger legte den Kopf schief als würde sie überlegen.
„Okay, du hast viele narzisstische Persönlichkeitsmerkmale. Du bist überheblich, neidisch und missgünstig. Du genießt es bewundert zu werden und manipulierst andere kaltherzig, um deine Ziele zu erreichen. Das sind alles narzisstische Züge", sagte Granger und Pansy starrte fassungslos auf die Szene. Vor allem, dass Draco noch immer lächelte. Wenn sie das gesagt hätte, würde er toben vor Wut. Draco kam nur schlecht mit Ablehnung und Kritik zurecht.
„Aber du bist dir nicht selbst der nächste", fuhr Granger unbekümmert fort. „Du hast ein ausgeprägtes Verantwortungsbewusstsein und bist nicht so empathielos wie du tust. Du kannst dich sehr gut in Menschen hineinversetzen und du bist öfter nett, als du dir selbst bewusst bist. Du bist meistens netter, wenn du unbewusst handelst und dein Handeln nicht vorher analysierst."
Jetzt schien Draco tatsächlich überrascht und Pansy lauschte gespannt der Unterhaltung.
„Nenn mir ein Beispiel", verlange Draco und Granger grinste katzenhaft. „Wenn wir unterwegs sind, machst du manchmal Menschen eine Freude in dem du ihnen viel Trinkgeld gibst oder andere solche Kleinigkeiten. Du rechtfertigst es dann immer vor dir selbst, dass dir dadurch kein Nachteil entsteht. So als müsstest du dich dafür vor dir selbst rechtfertigen kein totales Arschloch zu sein."
„Das stimmt gar nicht", protestierte Draco, doch Pansy musste jetzt grinsen.
„Als Vincent kurz davor war in Zauberkunst durchzufallen, hat Draco sich mit ihm jeden Tag zwei Stunden hingesetzt, um zu lernen. Er hat damals immer betont es würde ein schlechtes Licht auf ihn werfen, wenn Vincent durchfällt, aber in Wirklichkeit hat er es einfach nicht ertragen, dass Vincent so verzweifelt war und als-", begann Pansy, doch Draco würgte sie ab.
„Schon gut", sagte er gereizt. „Ich habe es verstanden. Ich bin ein Weichei, das auf hart macht", sagte er und Granger prustete lauthals.
„Nein, Draco. Du bist eindeutig narzisstisch und sadistisch veranlagt und du bist ganz sicher kein gutmütiger Kerl. Wir wissen beide, dass du deine Freude daran hast andere Menschen zu schikanieren. Aber Charakter ist mehr als Extreme und du bist alles davon. Es gibt kein Wort, das alle unsere Charaktereigenschaften zusammenfasst. Ich wollte dir nur sagen, dass du alles andere als ein klinischer Narzisst bist."
„Also bin ich ein klinischer Sadist?", wollte Draco belustigt wissen und Granger lachte. Sie schmiegte sich an ihn und Draco legte seine Hände auf ihren Hintern, als er sie an sich zog.
„Krankhafte Persönlichkeitsstörungen gehen immer mit einem gewissen Leiden einher. Du leidest nicht an der Art wie du bist. Also würde ich sagen, dass du vollkommen gesund bist. Ich leide auch nichtmehr an der Art wie ich bin, also bin ich auch gesund."
„Brauchtest du jetzt Wahrheitsserum, um das einzusehen, meine kleine perfektionistische Hexe?", wollte Draco wissen und Granger verdrehte die Augen, bevor sie ihn küsste.
Pansy sah die beiden an und irgendwie hatte sie das Gefühl nur die halbe Unterhaltung zu verstehen. Sie hatte Draco nie so kennengelernt und plötzlich wurde ihr klar, was sie so irritierte. Es war die Art wie er wirkte. So entspannt, zufrieden, eigentlich wäre das richtige Wort dafür glücklich. Es hing damit zusammen wie er sprach, wie er Granger ansah, wie er lachte. Es wirkte alles viel weniger abweisend, viel weniger kalt und distanziert als sie ihn jemals erlebt hatte.
Pansy glaubte von sich sagen zu können, dass keiner Draco so gut kannte wie sie und es war ein schmerzhaftes Eingeständnis gewesen, dass Draco sie nie geliebt hatte. Sie hatte es erst wirklich akzeptiert als ihr klar geworden war, dass sie Angst vor ihm hatte. Vor dem, was unter der Oberfläche lauerte. Aber ihn so zu erleben. Zu sehen, wie er Hermione Granger küsste und es so wirkte, als wäre es das Natürlichste auf der Welt, machte Pansy erst klar, dass er niemals auch nur ansatzweise etwas ähnliches für sie empfunden hatte. Irgendwie war Pansy fast froh, dass sie diese Erinnerung wieder verlieren würde.
Entspannt lehnte Pansy sich zurück und griff nach ihrem Feuerwhisky, während sie Granger und Draco beim Knutschen beobachtete. Sie war bei weitem nicht die Einzige, die sie anstarrte und es sah schon fast verboten heiß aus. Als sie sie heute Mittag zusammen am See gesehen hatte, hatte sie noch gedacht jemand hätte ihr einen Verwechslungszauber aufgehalst.
„Granger, warum hat Draco dich heute Mittag übers Knie gelegt und dir den Hintern versohlt?", fragte Pansy noch bevor sie wirklich darüber nachgedacht hatte. Es war einfach so ein skurriles Bild gewesen. Und sie beide hier jetzt vor sich zu sehen, machte ihr klar, dass es real gewesen war.
Ertappt löste sich Granger von Draco und schien etwas unsicher zu sein. Draco grinste sie vielsagend an.
„Willst du nicht antworten?", fragte er sie und Granger biss sich verlegen auf die Lippe.
„Ich stehe drauf das Draco mich so schlägt und Draco steht darauf mich so zu schlagen. Es ist so etwas wie Vorspiel. Danach sind wir hier in die Kerker gegangen, um Sex zu haben."
Pansy wusste nicht, was sie auf dieses Eingeständnis sagen sollte. Es war wahrscheinlich das Verrückteste, was sie jemals gehört hatte und wenn Granger nicht gerade unter Wahrheitsserum stehen würde, hätte sie gedacht, dass das eine kolossale Lüge war. Aber das war keine Lüge.
„Ihr seid absolut pervers und abartig ihr alle beide", sagte sie und es war die absolute Wahrheit.
Nachwort:
Ja ich weiß alle haben was anderes erwartet und ich böses Mädchen habe die Sexszene einfach übersprungen. Aber ganz ehrlich. Aus dem Kontext hat sich für mich einfach nichts Neues, Interessantes ergeben. Also nichts, was ich nicht schon geschrieben hätte. Sex mit Blaise, erwischt werden im Schlafsaal. Das hatten wir alles schon. Blaise wird sich nicht anders verhalten als beim ersten Mal. Für ihn ist es das erste Mal. Ich schreibe keine Szenen doppelt. Lieber verfolgen wir eine andere Fantasie und die beginnt bei Pansy. Ich wollte einfach mal ein bisschen außen Ansicht auf die beiden haben. Schließlich sind sie gerade ziemlich aus der Realität gefallen. Im wahrsten Sinne des Wortes.
LG
Salarial
