ᴇᴍɪʟʏ ʜᴜɴᴛᴇʀ
,Emily! Herzlichen Glückwunsch!" rief auch so gleich Lucius Malfoy und zog mich in eine Umarmung. Während ich versuche nicht zu viel von seinem Geruch einzuatmen, er hat sich anscheinend ein paar Liter Parfüm heute morgen drübergekippt, konnte ich durch seine Armbeuge Narzissa und Draco hinter ihm ausmachen. Nach einer Ewigkeit lies Lucius mich endlich los.
Narzissa lächelte mich an und verzichtete glücklicherweise auf eine Umarmung. ,Hast du schon deinen Hogwarts Brief bekommen?", fragte sie mich. Ich nickte. ,Hast du dir schon Gedanken gemacht in welches Hogwarts Haus du kommst?", fragte sie erneut. ,Nicht wirklich", log ich. Natürlich hatte ich mir schon Gedanken gemacht und bin zu dem Schluss gekommen, dass Gryffindor am besten zu mir passte.
Um ehrlich zu sein verspürte ich aber nicht das Bedürfnis, ihnen das mitzuteilen, besonders nicht Lucius Malfoy. In seiner Nähe fühlte man sich klein und unbedeutend, wenn er mit seinen eiskalten Augen und dem Schlangenstock einen musterte. Was er schon wieder tat. Mir schauderte. Als ich ihre ungläubigen Mienen und den tadelnden Blick meiner Mutter sah, hatte ich das dringende Bedürfnis noch etwas hinzuzufügen. ,Ich denke Ravenclaw würde gut zu mir passen", fügte ich noch schnell hinzu und hoffte, dass sie sich dann endlich auf etwas anderes konzentrierten.
Draco Malfoy musterte mich hämisch und zog in seiner arroganten Art eine Augenbraue nach oben. Er war natürlich Slytherin. Alle Malfoys waren in Slytherin und ich würde meinen neuen Nimbus verwetten, dass Draco dorthin kommt. ,Du wirst bestimmt eine tolle Ravenclaw", meinte Narzissa Malfoy und lächelte mich warm an, während ihr Mann daneben stand wie ein Stock und uns kühl ansah. Manchmal fragte ich mich echt, wie sie so jemanden heiraten konnte.
Eben jener versuchte sich nun in den Vordergrund zu drängen, indem er irgendetwas meinte, von wegen ihm sei zu Ohren gekommen ich war sehr ehrgeizig und bestimmt gut in Slytherin aufgehoben. Fast musste ich die Augen verdrehen, doch ich unterlies dies, als ich den Blick meiner Mutter sah. Sofort pflasterte ich ein strahlendes Lächeln auf mein Gesicht und fügte ein zuckersüßes ,Vielleicht" hinzu, was ihre Miene noch härter werden lies.
Nach Slytherin zu kommen war wirklich nicht mein Traum, auch wenn ich mich gut mit den Häusereigenschaften identifizieren konnte, doch niemals würde ich in das selbe Haus wie Draco Malfoy wollen.
Auf einmal schlug sich Lucius die Hände vor den Mund und meinte gespielt schockiert: ,Wir haben dir dein Geschenk ja noch gar nicht gegeben, wie unhöflich von uns! Es steht dahinten." Er deutete auf den Tisch hinter mir. Ich drehte mich um und gestattete mir ein Augenrollen, was mein Bruder, der inzwischen am Tisch saß und Kuchen aß, bemerkte und versuchte nicht loszulachen, nachdem er mir einen mitleidigen Blick geschenkt hat. Zur Antwort bekam er einen pikierten Blick meinerseits.
Entgegen der ganzen Geschwisterklischees hatten mein Bruder und ich ein sehr gutes Verhältnis. Unsere Eltern hatten durch ihre Jobs fast nie Zeit für uns, heute war eine Ausnahme, deshalb hatten wir schon früher viel Zeit miteinander verbracht. Klar nervte er auch ziemlich manchmal, aber welcher Bruder tat das nicht?
Ich packte mein Geschenk aus, es war: Ein Buch über die 10 reinsten Reinblüter der Welt. Nicht deren Ernst! Das hatte bestimmt Lucius gekauft. Wie kann man nur so oberflächlich sein. ,Da du ja so gerne liest", meinte Lucius. Ich musste mich sehr zusammenreißen um nicht zu schnauben. Ein Buch über Quidditch oder über Zaubersprüche hätte es nicht getan? Stattdessen schenkte ich ihm ein strahlendes Lächeln und bedankte mich so überschwänglich, dass es für viele zu viel des Guten wäre, doch Lucius verstand nicht, dass dies Sarkasmus war und meinte mit einem Ton, der seiner Meinung nach väterlich klingen sollte, dass es ihn freue, dass mir ihr Geschenk so gefiel.
Hastig legte ich das Buch beiseite und setzte mich auf einen Stuhl, um auch ein Stück Kuchen zu essen. Zu meinen großen Leidwesen, musste Lucius ausgerechnet neben mir Platz nehmen. Das konnte ja heiter werden.
