ᴇᴍɪʟʏ ʜᴜɴᴛᴇʀ

Als die Malfoys endlich gegangen waren, ging ich in mein Zimmer und lies mich auf mein Sofa sinken. Dabei nahm ich Lucius tolles Buch über Reinblüter und schmiss es mit einer gekonnten Bewegung in den Müll, aber erst nachdem ich es ins Klo getunkt hatte, natürlich mit Handschuhen. Verbrennen wäre auch eine Lösung gewesen, doch das hätte Mutter mitbekommen und sie wäre alles andere als begeistert gewesen.

In meinen Zimmer, setzte ich mich aufs Bett und dachte an den dämlichen Blick mit dem Draco mich vorhin angesehen hatte. Wie ein verletzter Hund, hatte er geglotzt. Wenn er dachte, dass ich ihm einen Funken Mitgefühl entgegenbrachte, hatte er sich gründlich geschnitten.

Ich sprang vom Bett auf und lief zu meinen Geschenken, die ich heute Morgen ausgepackt habe. Da waren ein paar Bücher, vor allem über Quidditch und Zaubersprüche. Dann ein paar neue Kleider, Umhänge und T-Shirts. Ein großes Paket voller Süßigkeiten und das Beste von allen- mein neuer Nimbus 2000! Den hatte ich mir schon seit dem Tag an dem er auf den Markt kam gewünscht. Um fair zu sein, er kam erst vor 1 Woche auf den Markt, lange musste ich nicht warten. Meine Eltern dachten, es wäre okay, mir so viele Geschenke zu machen und dann nie zuhause zu sein. Sie hatten keine Ahnung, dass man Zeit nicht kaufen konnte.

Auch wenn ich das Fliegen über alles liebte. In der Luft kann man seinen Emotionen freien Lauf lassen, vor allem wenn man wütend ist. Außerdem bin ich sehr talentiert im Quidditch. Meine Mum hat damals die Ravenclaw-Quidditchmannschaft mehrmals zum Sieg geführt, sehr zum Leidwesen der anderen Mannschaften.

Ich schnappte mir meinen neuen Besen und rannte die Treppe runter in unseren Garten. Vor 2 Jahren hatten mein Bruder und ich aus Langeweile mit den Ersatzzauberstäben unserer Eltern Torringe herbeigezaubert. Na ja mein Bruder weniger, der war erst siebeneinhalb. Das hatte ewig gedauert, weil wir beide überhaupt nicht Zaubern konnten. Das Endergebnis war ein Garten, der aussah als hätte eine Bombe eingeschlagen. Unsere Eltern hatten fast einen Herzinfarkt bekommen, als sie den Garten gesehen haben. Unnötig zu erwähnen, dass sie stinksauer waren.

Bei dieser Erinnerung musste lachen und schwang mich auf meinen Besen. Davor bin ich immer mit meinem Komet 62 geflogen, der war zwar auch gut, aber im Vergleich zu meinem neuen Nimbus war das ein himmelweiter Unterschied. Ich flog ein paar Runden als ich fast von einem Ball abgeworfen wurde.

Wütend drehte ich mich um und schnauzte meinen Bruder an: „Kannst du nicht aufpassen?!" Mein Bruder grinste mich nur an und fragte: „Lust auf ein Wettrennen?" „Gegen meinen Nimbus hast du keine Chance", lachte ich und setzte mich sofort in Bewegung. Das Gefühl auf einem Besen zu sitzen, der tosende Wind um einen herum, es war unglaublich! Ich zog ein paar scharfe Kurven, aber Jacob war mir dicht auf den Fersen.

Was das Talent fürs Fliegen anging, hatten Jacob und ich eindeutig die Gene unserer Mutter. Während Mutter für England hätte spielen können, was sie einige Jahre auch getan hatte, war Vater nun ja, das genaue Gegenteil. Er hatte uns vor ein paar Jahren mal erzählt, dass er genau einmal in seinem Leben geflogen ist, und das reichte ihm. Wir drei hatten versucht ihn dazu zu überreden noch einmal zu fliegen, von wegen Geschmäcker ändern sich. Das Ergebnis: Vater ist aus 20 Meter Höhe vom Besen gefallen, und lag 2 Wochen im St.Mungo, hauptsächlich wegen des Schocks, nicht wegen den gebrochen Knochen.

Damals waren sie noch nicht Lucius Malfoy verfallen, sondern hatten mehr Zeit für uns. Ein Grund mehr, warum ich diesen Mann hasste.

Ich schüttelte den Kopf bei dieser Erinnerung und flog weiter. Blöd nur, dass ich gerade so in Gedanken war, dass ich die falsche Abzweigung genommen habe. Fluchend drehte ich mich um und flog in die entgegengesetzte Richtung. Unnötig zu erwähnen, dass mein Bruder gewonnen hatte.

Als ich am Ziel ankam grinste er mich spöttisch an. „Tja, so viel zu du gewinnst." „Halt die Klappe", sagte ich gespielt beleidigt. „Was bringt ein schneller Besen, wenn man zu doof ist rechts und links auseinanderzuhalten?" Er grinste mich provozierend an. Ich wollte ihm einen bösen Blick zuwerfen, brach dann aber in Gelächter aus.

„Wo sind eigentlich Vater und Mutter?", fragte ich ihn nachdem ich mich wieder einigermaßen beruhigt hatte. "Vater muss natürlich wieder arbeiten, und Mutter wollte in die Küche um den Kuchen, den wir für die Malfoys gebacken hatten, wegzuschmeißen." Ach ja der Kuchen: Jacob und ich wurden gestern gezwungen, einen Kuchen für die Malfoys zu backen, ohne unsere Hauselfen. Nach einer etwas ausartenden Mehl- und Eierschlacht, hatten wir zu wenig Eier, und der Kuchen war viel zu trocken. Nicht das wir traurig darüber waren. Als Mutter ihn probiert hatte, ist sie natürlich ausgeflippt, doch das war mir herzlich egal. Hätte halt sie den Kuchen gebacken.

In diesem Moment trat unsere Hauselfe Juan, auf die Veranda. „Mr. Hunter, Ms. Hunter, ihre Eltern lassen ihnen zukommen, dass es Essen gibt. Es gibt Lasagne." Er machte einen kleinen Knicks und verschwand dann mit einem lauten Knall. Jacob und ich sahen uns an und stürmten los. Bei Lasagne war der Spaß vorbei.

Wir rannten in den Speisesaal und kamen verschwitzt vor dem Tisch zum stehen. Vater sah uns nur mit hochgezogener Augenbraue an und befahl uns duschen zu gehen. Motzend rannte ich ins Bad, ich hatte natürlich ein eigenes. 20 Minuten später kam unten an, die Haare fast vollständig getrocknet. Ich hatte meine Haare mit einem simplen stablosen Zauber getrocknet. Was Magie anging, war ich ziemlich gut, kein großes Wunder, denn meine Eltern zwangen mich jeden Tag zu lernen und zu üben.

Glücklicherweise waren Vater und Mutter waren schon weg, nur mein Bruder saß an der riesigen Tafel in der Mitte unseres Esszimmers. Manchmal fragte ich mich, was wäre wenn ich keinen Bruder hätte. Was ich dann den ganzen Tag machen würde. Ohne Jacob würde ich den ganzen Tag alleine Zuhause hocken, ich hätte nur noch Juan und Fernandez, unsere Hauselfen.

Ich setzte mich an den Tisch und mein Bruder und ich begannen zu labern. Man sah es mir im ersten Moment vielleicht nicht an, aber ich konnte ziemlich gut lästern, natürlich nur über Personen die es verdient haben, zum Beispiel Lucius Malfoy. „Hast du sein Parfüm gerochen? Ich saß am anderen Ende vom Tisch und habe es gerochen, du Arme musstest direkt neben ihm sitzen. Ich sag dir, ein Klärwerk riecht besser!"

Ich lachte. „Ja, der wollte nur das Geschleime überspielen."

„Draco war heute auch komisch, oder? Hat nicht mal „Hallo" gesagt", meinte er und schob sich eine Gabel Lasagne in den Mund " „Hm. " Wieso mussten wir schon wieder über Draco reden? Der war heute wirklich komisch. Hat mich nicht ein einziges Mal beleidigt. Gut, vielleicht weil heute mein Geburtstag war. Oder weil sein Vater in der Nähe war.

Nachdem ich meine Lasagne fertig aufgegessen hatte, stand ich auf und ging in mein Zimmer. Ich nahm mir eins meiner neuen Bücher und begann zu lesen. Unsere Villa hatte eine riesige Bibliothek, wobei ich die meisten Bücher schon gelesen hatte. Kein Wunder, wenn man elf Jahre Zeit hatte. Mir ist zu Ohren gekommen, dass Hogwarts eine riesige Bibliothek hatte und freute mich schon riesig darauf dort zu stöbern. Langsam wurde ich müde. Der Blick auf die Uhr verriet mir, dass es schon halb zwölf war. Ich schaute auf die Uhr. Ich legte das Buch weg, drehte mich auf die Seite und fiel in einen tiefen Schlaf.