Kapitel 35

Dreistigkeit

Verhaltensweise keine Hemmungen, keine Zurückhaltung zu zeigen

In Gedanken machte sich Draco auf den Weg in die Bibliothek. Es war schon kurz nach Zehn. Sein Gespräch mit Snape hatte länger gedauert als erwartet. Snape hatte ihm nur bestätigt, was Draco bereits vermutet hatte. Bei dem Ritual bei dem Snape das Dunkle Mal erhalten hatte, war ebenfalls ein Dolch benutzt worden. Snape wusste nicht, ob er aus Koboldsilber gewesen war, aber Draco würde seinen linken Arm darauf verwetten.

Draco war noch immer wenig begeistert über das Dunkle Mal zu recherchieren, aber er musste zugeben, dass Hermione wahrscheinlich Recht hatte. Wenn er tatsächlich jemals von dem Dunklen Lord freikommen wollte, würde er das Mal loswerden müssen. Auch wenn er noch keine Idee hatte, wie er sich um seinen Auftrag drücken konnte, war das vielleicht ein erster Schritt. Aber zu versuchen das Mal loszuwerden hieße offen gegen den Dunklen Lord zu rebellieren. Das war ein Gedanke, den er bis jetzt noch nie verfolgt hatte. Er war sich noch nicht sicher, ob ihm die Idee gefiel.

„Hey, Malfoy", holte ihn eine hohe Stimme aus seinen Gedanken. Aus einem Geheimgang vor ihm war Potters kleine Weasleyfreundin getreten. Eines musste er Potter lassen. Sie war ein hübsches Ding. Vielleicht etwas flachbrüstig für seinen Geschmack, aber nett anzusehen. Auf der Liste der hübschesten reinblütigen Mädchen die es gab, konkurrierte sie mit Astoria Greengrass um Platz eins und das obwohl sie eine Blutsverräterin war.

„Du stehst im Weg", informierte er sie, als sie direkt vor ihn trat und ihn anfunkelte. Sofort verzogen sich ihre Lippen ziemlich missbilligend.

„Charmant wie immer. Keine Ahnung was Hermione in dir sieht", sagte sie und sah ihn an, als wäre die Antwort in seinem Gesicht geschrieben.

Draco konnte nicht umhin, dass sich seine Mundwinkel leicht nach oben verzogen. Also hatte Hermione mit ihr gesprochen. Bis jetzt hatte ihn noch niemand von Hermiones Freunden aufgelauert. Draco war einigermaßen neugierig, was sie wohl zu sagen hatte.

„Gibt es einen Grund, warum du hier stehst, oder genießt du nur die gute Aussicht?"

„Was ist das zwischen Hermione und dir?", wollte sie wissen, ohne auf seinen Kommentar einzugehen. Draco verdrehte genervt die Augen.

„Bei Merlin, Weasley, zerbrich dir nicht den Kopf darüber. Es hat nichts mit dir zu tun."

„Es hat sehr wohl mit mir zu tun. Hermione ist meine beste Freundin und du brichst ihr das Herz!"

„Jetzt sei nicht so melodramatisch. Ihrem Herz geht es gut."

„Ja, jetzt noch, aber wir wissen beide, dass das mit euch beiden keine Zukunft hat. Ich kenne deinen Klüngel. Ihr habt nichts übrig für Leute wie sie."

Jetzt musste Draco belustigt schnauben.

„Du meinst wir ficken keine Schlammblüter?", wollte er von ihr süffisant grinsend wissen.

„Ja, ja genau das meine ich", fauchte die kleine Weasley und sah ziemlich wütend aus.

„Ich tu es trotzdem, nichtwahr? Also denk darüber, was du willst und bevor du jetzt vor Sorge graue Haare bekommst, solltest du wissen das deine Hermione kein zerbrechliches kleines Pflänzchen ist. Sie ist verdammt taff und sie wird es schon nicht umhauen ein bisschen Spaß mit mir zu haben."

Das Weasleymädchen sah ihn perplex an.

„Du magst sie", stellte sie verblüfft fest.

„Brilliant geschlussfolgert und wenn du mich jetzt entschuldigst. Deine kostbare Freundin wartet in der Bibliothek auf mich."

Die kleine Weasley runzelte irritiert die Stirn, machte aber keine Anstalten den Weg frei zu geben.

„Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass du es wirklich ernst mit ihr meinst", sagte das Weasleymädchen und Draco seufzte genervt auf.

„Du machst dir viel zu viele Gedanken. Definiere „Ernst" während wir alle kurz davor sind im nächsten Krieg zu sterben. Wir haben größere Probleme, als ob ich deine kostbare Freundin zu meinem persönlichen Vergnügen flachlege oder ob ich ihr in grenzenloser Liebe verfallen bin."

„Ich traue dir nicht, Malfoy. Ich traue dir kein Stück und diese ganze Sache mit dem Sicherheitswort ist mir schon gar nicht geheuer. Irgendwas läuft da verdammt schief, wenn sie sowas braucht!"

Draco war einen Moment tatsächlich überrascht. Hatte Hermione ihr tatsächlich von ihren Sexspielen erzählt? Das hätte er nicht von ihr erwartet. Sie schien sich dessen immer zu schämen.

Ihm selbst war das mit dem Sicherheitswort zuerst auch seltsam vorgekommen. Aber nachdem er einmal darüber nachgedacht hatte, erschien es ihm nur vernünftig. Er kannte sich gut genug, um zu wissen, dass er immer hinterfragen würde, ob es ehrlich war, wenn sie sich gegen ihn wehrte. Er wäre wahrscheinlich immer geneigt einfach zu tun, was er wollte, da er wusste, dass sie darauf stand. Hermione hatte ihn da wohl ziemlich gut durchschaut. Er nahm ihr nicht übel, dass sie seinem Urteilsvermögen nicht traute. Sie hatte keinen Grund dazu. Aber er wollte sie nicht vergewaltigen. Er wollte nichts tun, was sie nicht auch wollte. Also war es wahrscheinlich eine gute Idee gewesen.

„Nur weil es dir an Fantasie fehlt, muss nicht gleich etwas schieflaufen. Ich kann nichts dafür, dass Potter es dir nicht ordentlich besorgen kann", spottete Draco belustigt und sah, wie sie rot wurde. Ob vor Wut oder vor Scham war Draco nicht ganz klar.

„Du bist ein arrogantes, überhebliches Arschloch, Malfoy. Ich habe absolut keine Ahnung was Hermione an dir findet!", brause sie auf und stemmte die Hände in die Hüften.

„Dessen bin ich mir bewusst, Danke", spottete Draco herablassend und machte Anstalten an ihr vorbeizugehen. Seine Geduld wurde langsam wirklich auf die Probe gestellt. Hermiones Freunde waren wirklich nervig.

„Ich werde nicht zulassen, dass du ihr wehtust!", fauchte das Weasleymädchen und ein bösartiges Grinsen schlich sich auf Dracos Züge. Anstatt weiter zu versuchen an ihr vorbeizutreten, packte er ihre Schultern und pinnte sie an die nächste Wand. Er hörte ihr erschrockenes fauchen.

„Reden wir mal Klartext, Weasley", sagte Draco dicht neben ihrem Gesicht. „Ich schade Hermione nicht und ich breche ihr auch nicht ihr Herz. Was dein besorgtes Sicherheitswort angeht. Sie hat es bis jetzt noch nie gebraucht. Alles, was wir tun, ist einvernehmlich. Also wenn du mich jetzt entschuldigest-"

Draco ließ den Satz offen und stieß sich von der Wand ab. Einen Moment erwartete er die kleine Weasley würde ihn aufhalten, doch sie starrte ihm nur fassungslos hinterher. Freunde waren echt nervig. Vielleicht brauchte er sowas doch nicht.

Hermione las gerade in einem alten Wälzer über Koboldsilber, als Draco endlich in die Bibliothek kam. Er ließ sich mit einem knappen Gruß auf den Stuhl neben ihr fallen.

„Ich bin mir fast sicher, dass der Dolch eine Bedeutung hat", sagte Draco und steckte die Beine unter dem Tisch aus.

„Es gibt eine Möglichkeit herauszufinden mit was der Dolch getränkt ist", sagte Hermione und schob Draco das Buch hin. „Wir müssen ihn einschmelzen. Dann kann man die ursprüngliche Substanz Extrahieren und so vielleicht rekonstruieren welches Ritual genutzt wurde, um das Dunkle Mal zu erschaffen."

Draco beugte sich vor und zog das Buch zu sich. Hermione beobachtete ihn, wie er konzentriert las. Umblätterte, weiterlas. Er runzelte leicht die Stirn, als würde er über etwas nachdenken und blätterte wieder zurück. Tippte einmal auf eine Textstelle und sie sah förmlich wie sein Gehirn arbeitete und irgendwelche Informationen verarbeitete, die ihr nicht ganz klar waren. Irgendwie war es noch immer ein ungewohnter Anblick. Draco Malfoy der angestrengt in einem Buch las. Sie mochte diesen Anblick.

„Was denkst du?", wollte sie wissen.

„Ich denke du hast Recht", sagte er schließlich und runzelte die Stirn. „Aber es ist ein knapper Zeitplan. Das Extrahieren des Tranks aus dem Koboldsilber dauert bis zu 24 Stunden. Dann müssen wir den Trank noch analysieren, was nochmal ein paar Stunden dauern kann. Das bedeutet wir bräuchten den Dolch spätestens Freitagabend. Eher noch Freitagmittag und müssten sofort mit der Extraktion beginnen. Es wird ein verdammt knappes Ding, wenn wir das innerhalb einer Zeitschleife hinbekommen wollen."

Hermione nickte. Sie war sich nicht sicher, ob die Zeit reichen würde.

„Wir müssen uns aufteilen. Ich bereitet alles für das Einschmelzen und die Extraktion vor. Wir werden dafür besondere Gerätschaften brauchen, von denen ich noch nicht weiß, woher wir sie bekommen und du musst den Dolch besorgen. Denkst du, du schaffst das?"

„Ich war während der Zeitschleife ein paar Mal zuhause. Wenn der Dolch im Herrenhaus ist, dann kann ich ihn besorgen", sagte Draco und lehnte sich zurück. Nachdenklich sah er kurz aus dem Fenster, bevor er sich ihr wider zuwandte. „Aber ich kann danach nichtmehr zurück nach Hogwarts. Schon gar nicht mit einem solchen Artefakt. Das heißt wir müssen uns irgendwo verstecken. Meine Familie hat zwar mehrere Häuser, aber ich weiß nicht, ob sie sicher sind. Wir sind zu stark in die Aktivitäten des Dunklen Lords involviert."

„Wir haben ein Ferienhaus auf Mallorca", sagte Hermione bevor sie weiter darüber nachgedacht hatte. „Es gehört meinen Großeltern, aber alle aus der Familie können es jederzeit benutzen. Dieses Wochenende dürfte keiner dort sein."

Draco schien einen Moment darüber nachzudenken.

„Mallorca ist nicht gerade nebenan. Glaubst du, du schaffst die Apparation von Frankreich aus?"

Hermione zögerte kurz. Aber es war ihr eigener Vorschlag gewesen. Es wäre feige jetzt einen Rückzieher zu machen.

„Ja. Vielleicht können wir ein Stück das Flohnetzwerk benutzten oder uns wechseln uns mit dem Apparieren ab. Das wird sonst eine ziemlich lange Strecke."

Draco nickte zustimmend. „Gut. Dann lass uns nächsten Zyklus dorthin reisen und schauen, ob wir dort ungestört sind. Dann werde ich ein paar Zyklen Zeit brauchen, um herauszufinden wo der Dolch ist und wie ich ihn möglichst unauffällig besorgen kann."

„Außerdem müssen wir schauen, woher wir die Einschmelzwerkzeugen für Koboldsilber bekommen", fuhr Hermione fort. „Die werden schwer zu beschaffen sein in so einer kurzen Zeitspanne. Vielleicht sollten wir auch Abwehrzauber und Heimlichkeitszauber benutzen, nicht das Ron mich wieder sucht."

„Wir sollten bei Snape oder Slughorn schauen, ob wir etwas nützliches finden können", wandte Draco ein und Hermione zog ein Blatt Pergament hervor um Notizen zu machen. Langsam nahm ihr Plan Gestalt an.

Es war gar nicht so schlecht mit Draco zusammen Pläne zu schmieden. Er hatte tatsächlich ein paar brauchbare Ideen und war umsichtig genug nicht unnötige Gefahren einzugehen. Eine Angenehme Abwechslung zu Harry und Ron die Gefahren einfach nicht einschätzen konnte. Sie brauchten den ganzen Tag, um sich auf ein Vorgehen zu einigen und Hermione hoffte, dass sie die Liste nächsten Zyklus rekapitulieren konnte. Sie verpassten das Mittagessen und beschlossen nach dem Abendessen in ihre Gemeinschaftsräume zu gehen und sich im nächsten Zyklus so früh wie möglich am Quidditchfeld zu treffen.

Draco hatte ziemlich gute Laune als er diesen Abend neben Zabini im Schlafsaal auf dem Boden saß und seinen Feuerwhisky trank, während alle seinen Geburtstag feierten. Draco hatte sich dagegen entschieden Somnuspilze unter die Pfeife zu mischen, denn irgendwie unterhielt er sich heute gerne mit Zabini. Es war seltsam locker und angenehm mit ihm zu sprechen. Vielleicht fühlte sich Zabini privilegiert, da er der Einzige war, den Draco ins Vertrauen gezogen hatte mit der Zeitschleife. Aber andererseits gab es dafür keinen Grund. In der linearen Zeit hätte er ihm niemals etwas gesagt. Trotzdem genoss Draco es mit ihm zu reden.

Draco hatte im Nachhinein keine Ahnung mehr, wie sie auf das Thema gekommen waren. Aber irgendwann zwischen dem zweiten und dritten Feuerwhisky hatten sie angefangen über Frauen zu sprechen und über Sex. Zabini hatte genug Freundinnen verschlissen, um die ein oder andere Geschichte beizusteuern. Nur Nott erwähnte er mit keiner Silbe und Draco ließ es darauf beruhen.

Draco hatte ihm erzählt welche Mädchen sich in der Zeitschleife besonders leicht rumkriegen ließen, wenn man nur dreist genug war. Dreistheit war eine verdammt effektive Waffe gegen Frauen. Es gab die einen, die einem dafür eine Ohrfeige verpassten, wenn man nicht auf der Hut war und die anderen, die die Beine breit machten.

„Ich hätte niemals gedacht das Granger zu letzter Kategorie zählt. Ich wäre davon ausgegangen die würde dir eine langen", grinste Zabini und Draco lachte nur.

„Sagen wir unser Zusammentreffen am Anfang war nicht ganz so harmonisch. Sie hat mir einen Todesfluch auf den Hals gehetzt für sexuelle Nötigung."

Zabini prustete in seinen Whiskey. „Ganz klar", lachte er.

„Nein, kein Scherz", sagte Draco und dachte zurück an das Vertrauensschülerbad. „Damals hat das alles mit ihr angefangen. Ist schon eine Weile her. Aber sie ist kein Unschuldsengel im Bett glaub mir. Das Mädchen ist verdammt versaut. Zumindest wenn sie sich überwinden, kann zu ihren Vorlieben zu stehen."

„Dann erzähl, was hat sie für Vorlieben?"

Draco schmunzelte belustigt. Er würde Zabini nicht zu viel erzählen. Er glaubte nicht, dass Zabini verstehen konnte, wie es ihn angemacht hatte ein bewusstloses Mädchen zu vögeln. Er verstand es selbst noch nicht ganz. Aber ihren gefügigen Körper unter sich zu spüren, als er sie genommen hatte und ihr desorientierter Blick, als sie wieder zu Bewusstsein gekommen war. Die Lust und das Wissen, dass sie das auch genoss. Es hatte ihm einen Kick verpasst auf einer ganz anderen Ebene als körperlicher Reizung. Scheiße. Jetzt darüber nachzudenken, machte ihn nur wieder geil. Warum war sie nicht hier?

„Willst du sie vögeln?", fragte Draco, anstatt zu antworten.

„Ich würde nicht nein sagen", antwortete Zabini schulterzuckend. „Normalerweise sind Schlammblüter nichts, aber du hast mich neugierig gemacht. Ich kann mir unsere Schulstreberin einfach nicht so vorstellen."

„Okay, dann fragen wir sie. Es ist noch keine Sperrstunde", entgegnete Draco unbekümmert und stürzte den Rest seines Feierwhiskeys runter.

„Jetzt?", fragte Zabini überrascht.

„Naja, es gibt kein Morgen du erinnerst dich? Klar jetzt."

„Das heißt ich soll einfach hingehen und fragen, ob sie ficken will? Ich glaub nicht das das klappt", erwiderte Zabini zweifelnd. „Ich mag schließlich nicht ermordet werden!", fügte er grinsend hinzu.

„Ich dachte ich frage, ob sie es mit uns beiden treiben will. Und fragen kostet nichts. Du erinnerst dich an das, was ich über Dreistigkeit gesagt habe?"

Draco stand auf und sah auffordernd zu ihm runter.

„Du meinst das erst", sagte Zabini perplex und stürzte jetzt auch den Rest seines Whiskeys runter. „Okay, ich bin gespannt."

Damit stand Zabini ebenfalls auf. Zusammen machten sie sich auf den Weg hoch ins Schloss, wobei ihm Zabini immer wieder ungläubige Blicke zuwarf.

„Das ist doch verrückt", urteilte er, als sie am Porträt der Fetten Dame ankamen, die den Zugang zum Gryffindor Gemeinschaftsraum gewachte. Sie warteten eine Weile, dann hielt Draco einen Zweitklässler auf, der gerade rein gehen wollte und befahl ihm Hermione Bescheid zu geben, dass sie rauskommen sollte. Der Schüler warf ihm einen verängstigten Blick zu und Draco hoffte, dass er gehorchen würde. Doch er sorgte sich umsonst. Es dauerte nicht lange und Hermione trat auf den dunklen Korridor.

„Was ist los?", wollte Hermione wissen und blickte neugierig zu Zabini der etwas hinter Draco stand und die ganze Szene misstrauisch beäugte.

„Wir haben unten gefeiert. Aber ohne dich ist es nicht das gleiche. Wir würden dich gerne ficken", sagte Draco und sie bemerkte sein breites Grinsen. Einen Moment war sie perplex über seine Direktheit. Aber wann war er schon nicht direkt gewesen. Es sollte nichts sein, was sie überraschte. Sein Atem roch nach Feuerwhisky, als er sich zu ihr runterbeugte und mir rauer Stimme ins Ohr raunte. „Wir können es hier tun, aber ich würde den Raum der Wünsche vorziehen."

Kurz zögerte Hermione. Draco hatte eindeutig getrunken. Aber nicht sonderlich viel, denn er wirkte ziemlich nüchtern. Hermione selbst war nüchtern. Sie hatte weder getrunken noch Somnuspilze geraucht. Sie hatte bis jetzt noch nie Sex mit mehreren Jungs gehabt, wenn sie voll zurechnungsfähig gewesen war. Der Gedanke sorgte dafür, dass sich ihr Puls beschleunigte.

„Nur ihr beide?", fragte sie etwas nervös und Draco lachte leise.

„Heute nur wir beide", bestätigte er und Hermione bemerkte Zabinis fassungslosen Blick. Sie wollte gar nicht wissen, was er in die Frage reininterpretierte.

„Okay", sagte Hermione und ihr Körper begann aufgeregt zu kribbeln. Ihre Vagina zog sich vorfreudig zusammen bei dem Gedanken gleich wieder Dracos großen Schwanz zu bekommen. Sie hatte keine Ahnung, seit wann sie ihm so willig verfallen war. Aber es sollte sie nicht überraschen. Ohne weiter darüber nachzudenken, ließ sie zu, dass Draco sie an der Hand mit sich zog.

„Ausgezeichnet", urteile Draco und Zabini schloss zu ihnen auf.

„Einfach so?", fragte er überrascht an sie gewandt.

„Warum nicht einfach so", erwiderte Hermione und musste etwas verlegen lächeln. Es war ihr wirklich peinlich. Aber Zabini würde es wieder vergessen und Draco wusste bereits, wie sie war. Ihm brauchte sie nichts vormachen.

„Ich war tatsächlich der Meinung Malfoy verarscht mich."

„Ich bin zutiefst enttäuscht über dein mangelndes Vertrauen in meine Person", frotzelte Draco melodramatisch und öffnete den Raum der Wünsche.