Kapitel 44

ernst

wirklich so gemeint, nicht nur zum Schein [vorgebracht]

Es war fast Mittag als sie es endlich hinunter in die Küche schafften. Hermione lehnte mit dem Laptop am Küchentresen und suchte auf irgendwelchen Internetseiten nach Lieferdiensten die Ihnen etwas zu essen bringen würden, während Draco Kaffee kochte. Zumindest versuchte er es. Er hatte gestern schon mit der Kaffeemaschine gekämpft, aber es schien so, als wäre sein zweiter Kampf nichtmehr so schlimm. Jedenfalls begann nach einiger Zeit verlockend duftende, dunkle Flüssigkeit aus dem Gerät herauszulaufen.

„Wenn wir öfter hierher kommen, sollten wir zwischendrin einkaufen. Ich kann zwar nicht gut kochen, aber es ist nervig immer auf das Essen zu warten", sagte Hermione und Draco musste schnauben. Zum Kochen hatten sie immer Hauselfen gehabt.

„Ich kann auch nicht kochen. Aber mir wäre es auch deutlich lieber, jetzt gleich etwas zu essen und nicht erst in einer Stunde", gab er zu. Wahrscheinlich würde er in dieser Zeitschleife kochen lernen müssen. Eine Schande, dass er keinen Zugriff auf seine Hauselfen hatte.

„Vielleicht finde ich in Hogwarts ein Buch, dass sich mit Kochzaubern beschäftigt. Ich habe bei den Weasleys gesehen, dass es ziemlich viele Zauber gibt, die beim Essen zubereiten helfen", sagte Hermione und klickte diesmal auf etwas das ziemlich nach asiatisch aussah.

„Ich habe gehört, dass sie wohl keine Hauselfen haben", stellte Draco abfällig fest und bereute die Aussage sofort wieder, als er Hermiones bösen Blick sah.

„Nein, sie haben keine Hauselfen", sagte sie spitz. Draco hatten diesen Ton noch nie bei ihr gehört und etwas an der Tonlage warnte ihn, dass er, was immer er über Hauselfen gerade sagen wollte, es besser unterlassen sollte, wenn er heute nochmal Sex wollte. Und das wollte er ganz sicher.

„Okay", sagte er nur und studierte angestrengt die Speisekarte des Asia Lieferdienstes.

„Ich finde es nicht gut Hauselfen zu versklaven. Generell finde ich Sklaverei fürchterlich", sagte Hermione und stemmte die Hände in die Hüften. Draco hätte am liebsten die Augen verdreht. Er hatte Gerüchte gehört, in seinem vierten Schuljahr, dass Hermione Granger irgend so einen Hauselfen Befreiungs-Club gegründet hatte. Sie hatten in Slytherin ziemlich darüber gelästert. Jetzt mit ihr eine Diskussion über Hauselfen anzufangen, würde nur im Desaster enden.

„Hm", sagte Draco deshalb nur und tippte auf den Bildschirm. „Ich denke ich nehme Frühlingsrollen und das Hähnchen. Was denkst du, sollten wir auch Krabbenchips bestellen?"

Er sah zu Hermione und sie hatte einen ziemlich säuerlichen Gesichtsausdruck aufgesetzt.

„Dobby hat mir alles erzählt, wie schlecht ihr Hauselfen behandelt. Dass er sich die Finger hat Bügeln müssen und das er nur froh ist euch nichtmehr dienen zu müssen."

Draco stöhnte innerlich auf. Er hatte keine Lust sich über Hauselfen zu streiten. Schon gar nicht mit ihr. Das waren Hauselfen einfach nicht wert.

„Vater verachtet Hauselfen. Hat er schon immer. Aber sie sind nützlich. Ich war vielleicht auch nicht immer freundlich zu ihnen, aber ich habe eingesehen, dass das eventuell nicht der Beste weg ist."

„Wirklich?", fragte Hermione und hatte die Arme vor der Brust verschränkt. Bei Merlin konnte sie das Thema nicht einfach fallen lassen. Sie musterte ihn wie einen Schwerverbrecher, den sie gerade auf frischer Tat ertappt hatte und der sich versuchte herauszureden, indem er schwor, nur ein Passant zu sein.

Genervt seufzte Draco auf und stand jetzt ebenfalls auf. Er überragte Hermione um mehr als einen Kopf und sie musste zu ihm aufschauen. Draco bemerkte wie sie kämpferisch das Kinn rekte und hätte vor Belustigung am liebsten aufgelacht. Sie war wirklich niedlich, wenn sie diesen entschlossenen wütenden Blick drauf hatte.

„Willst du wirklich mit einem Reinblüter und einem Todesser für Hauselfen diskutieren?", fragte Draco belustigt und griff nach ihrem Kinn. Hermione entzog es ihm.

„Versteck dich nicht immer dahinter. Wir wissen beide das du mehr bist als das", fauchte sie aufgebracht und Draco seufzte. Niedlich und nervig beschloss er.

„Was willst du denn das ich sage? Das ich Hauselfe als gleichberechtigt empfinde?", erwiderte Draco und musterte sie von oben herab. „Das wird nicht geschehen. Ich bin bereit einzusehen, dass sie Gefühle haben. Es ist nicht zu leugnen. Nur weil Kreacher Gefühle hatte, konnte Tante Bella ihn davon überzeugen Sirius Black zu hintergehen. Ich habe das früher nicht so gesehen, aber ich habe durchaus dazugelernt. Hauselfen sind in der Lage, sich zu gewissen Graden dem Willen ihrer Herren zu entziehen und wenn wir gut mit ihnen umgehen, werden sie treuere Diener sein. Ich bin durchaus bereit, Hauselfen angemessen zu behandeln."

Hermione spürte, wie ihr die Wut durch die Eingeweide floss.

„Das ist alles was zählt, oder? Wie treu sie dienen! Wer kümmert sich bitte um ihre Rechte!", fauchte sie.

„Sie haben Rechte", entgegnete Draco stur.

„Oh, was sollen das bitte für Rechte sein? Das Recht dazu Sklaven zu sein?", ereiferte sich Hermione und Draco musterte sie herablassend.

„Sie haben das Recht auf Leben", begann er. „Es ist ein Verbrechen einen Hauselfen zu töten oder unnötig leiden zu lassen. Dazu zählen auch Nahrung und eine Schlafstätte in dem Haus, in dem sie dienen. Hauselfenrechte haben sich in den letzten Jahren immer mehr verbessert. Ich meine im 19. Jahrhundert wurden auch Hauselfenkämpfe verboten und unter Strafe gestellt. Es ist viel passiert, um Hauselfen zu schützen. Du siehst also, sie haben durchaus Rechte."

„Hauselfenkämpfe?", fragte Hermione entsetzt. „Wer sollte sowas bestialisches tun."

„Naja ich finde sowas auch widerlich", sagte Draco und verzog angewidert das Gesicht „Aber es gibt immer noch einen illegalen Kampfring in der Nokturngasse. Ich war einmal mit Vater da und glaub mir, sowas will man nicht sehen."

„Was passierte da?", fragte Hermione und starrte Draco fassungslos an.

„Naja", sagte Draco und setzte sich auf einen der Barhocker. Er nahm seinen Kaffee und trank einen Schluck, bevor er sie wieder ansah.

„Komm her", bat er sie und streckte die Hand aus. Hermione zögerte einen Moment, dann setzte sie sich neben ihn und nahm die Tasse, die er ihr hingestellt hatte.

„Also?", hackte sie nach und sah Dracos resigniertes Lächeln.

„Du gibst keine Ruhe, bevor ich es dir erzähle."

„Nein", antwortete Hermione schlicht.

„Naja, illegale Hauselfenkämpfe sind nicht gerade das, was man als human bezeichnen würde. Es geht ums Geld und um Machtmissbrauch. Es gibt Zauberer. Meistens sind es tatsächlich Zauberer und keine Hexen, die Hauselfen zum Kämpfen ausbilden und gegeneinander antreten lassen. Manche Kämpfe gehen nur bis zur Bewusstlosigkeit, andere bis zum Tod. Oft sind schwere Verletzungen die Folge."

Draco verzog verächtlich den Mund, als würde der Gedanke irgendwelche unschönen Erinnerungen hervorrufen. Dann fuhr er fort.

„Die Hauselfen werden extra dafür gezüchtet, um zu kämpfen und zu sterben. Vater hat Dobby damals einem Züchter abgekauft, weil er sich dafür begeistert hat. Wahrscheinlich einer der Gründe, warum Dobby Zauberer nie so wirklich leiden konnte. Er hatte wahrscheinlich kein gutes Leben."

Zu sagen Hermione wäre angewidert war eine Untertreibung. Ihr wurde geradezu übel bei dem Gedanken. Sie hatte von sowas noch nie gehört. Aber wahrscheinlich war das kein Thema, das in Hogwarts thematisiert wurde und auch nichts, über das Menschen wie die Weasleys sprachen. Es erinnerte sie irgendwie an illegale Hundekämpfe und wahrscheinlich lag die damit gar nicht so weit daneben.

„Das ist bestialisch", urteile sie mit Entsetzen und Draco nickt zustimmend.

„Ja und es gibt genug die dagegen Kämpfen. Es ist aus gutem Grund verboten und es gibt auch eine Befreiungsorganisation die missbrauchte Hauselfen aufnimmt und an bessere Herren vermittelt."

„Aber das macht es doch nicht besser. Sie kommen aus einer schrecklichen Umgebung und werden erneut in die Sklaverei verkauft. Dobby ist das beste Beispiel, dass sie unglücklich sind und Hilfe brauchen!"

Nachdenklich runzelte Draco die Stirn.

„Aber was sollte man sonst mit ihnen machen?", wollte er ahnungslos wissen.

„Na ihnen die Freiheit schenken!", rief Hermione aus, doch Draco schien das nicht so zu sehen.

„Sie sind doch keine Menschen. Sie brauchen ein Zuhause. Jemand der sich um sie kümmert. Ihnen Essen und ein Dach über dem Kopf bietet."

„Drauf will ich doch gerade hinaus. Sie fühlen wie Menschen, sie können Zaubern wie Menschen, sie sind wie Menschen."

„Würdest du sagen eine Eule ist ein Mensch?", wollte Draco wissen und diesmal war es an Hermione irritiert zu sein.

„Eine Eule ist ein Haustier. Das ist nicht das gleiche wie ein Hauself."

„Ich sehe da wenig Unterschied. Auch Eulen oder Kniesel oder Gnome haben Gefühle. Auch sie erledigen Aufgaben für ihre Herren wie zum Beispiel die Post austragen. Es ist verboten sie zu quälen und zu töten und wer sich ein Haustier kauft, ist dazu verpflichtet es zu füttern und ihm einen adäquaten Schlafplatz zur Verfügung zu stellen. Es ist das gleiche wie bei Hauselfen. Für mich gibt es da keinen Unterschied."

„Aber ein Hauself kann sprechen. Er ist doch kein Haustier", widersprach Hermione.

„Meinst du nur weil Eulen nicht sprechen können, sind sie weniger Wert als Hauselfen? Ich finde es ist ein genauso großes Verbrechen eine Eule zu töten wie einen Hauselfen."

„Natürlich ist es das", stimmte Hermione zu, sie verabscheute Tierquälerei. Das sollte Draco zur Genüge wissen nach der Sache mit Seidenschnabel. Draco runzelte einen Moment die Stirn, dann nickte er, als würde er verstehen.

„Aber dann denke ich, ist dein Problem ein anderes", fuhr er fort und nippte an seinem Kaffee. „Vielleicht geht es gar nicht so sehr um die Rechte die Hauselfen haben, sondern darum, als was sie kategorisiert werden. Ich meine Hauselfen sind magische Tierwesen. Deshalb haben sie die Recht von Haustieren. Wenn sie als Halbwesen kategorisiert wären, wie Kobolde und Zentauren dann sähe es wieder ganz anders aus."

„Ja", stimmte Hermione überrascht zu. So hatte sie das noch gar nicht gesehen. Draco hatte damit nicht so unrecht. Vielleicht würde das enorm helfen, Hauselfen zu mehr Rechten zu verhelfen. Sie würde sich damit im bestehenden Rechtsystem bewegen, was den Kampf für Elfenrechte deutlich einfacher machen könnte. Hermione war noch dabei darüber nachzudenken, was das alles bedeutete, als ihr etwas anderes auffiel.

Sie hatte gerade ihre erste wirklich konstruktive Unterhaltung über Hauselfenrechte geführt. Sie hatte schon so oft über Hauselfen geredet. Mit Ron, mit Harry, mit jedem der ihr zugehört hatte. Aber meistens war sie es gewesen die geredet hatte und keiner hatte ihr wirklich widersprochen. Keiner hatte ihr zugehört und hinterfragt, was sie sagte. Keiner hatte sie wirklich ernst genommen. Keiner bis auf Draco. Er mochte vielleicht nicht einer Meinung mit ihr sein. Sie war sich nicht mal so sicher, ob er Hauselfen als Halbwesen sah. Aber er hatte sich auf ein ehrliches Gespräch mit ihr eingelassen. Er hatte ihr zugehört und sie ernst genommen. Diese Einsicht hinterließ ein ziemlich seltsames Gefühl, dass sie nicht so richtig einzuordnen vermochte.

„Ich finde tatsächlich, dass Hauselfen mehr wie Halbwesen sind. Vielleicht noch nicht ganz so selbstständig, da sie keine Rassenvertreter haben aber sie entwickeln sich dorthin", sagte Hermione zustimmend und konnte nicht umhin Draco anzulächeln.

„Können wir dann endlich etwas zu essen bestellen? Ich habe wirklich Hunger", quengelte Draco beinah und Hermione zog den Laptop zu sich.

Hermione war durchaus klar, dass er vom Thema ablenken wollte. Dass er diese Unterhaltung nicht weiterführen wollte aus Sorge ihre Weltanschauungen könnten gegeneinanderprallen und sich zu einem nicht lösbaren Konflikt entwickeln. Sie war tatsächlich der Meinung, dass das nicht zwingend geschehen musste. Aber für heute gab sie nach. Sie würde über Hauselfen als Halbwesen nachdenken und vielleicht hatte er gerade mehr für Hauselfenrechte getan, als er selbst ahnte.

„Ich nehme das Hühnchen Süß-Sauer. Magst du bestellen?", fragte sie und hielt ihm das Telefon hin.

„Muss das sein?"

„Wir können auch weiter über Hauselfen diskutieren", bot Hermione an und Draco verdrehte genervt die Augen.

„Okay, ich bestelle. Wie geht das?", gab er nach und Hermione konnte sich ein breites Grinsen nicht verkneifen. Niemand würde ihr jemals glauben, dass sie Draco Malfoy dazu gebracht hatte ein Telefon zu benutzen.

Draco musste zugeben, dass er Internet spannend fand. Er gab es nur ungern zu, aber es übte eine gewisse Faszination auf ihn aus.

Internet war nicht wie Bücher. Bücher hatte jemand geschrieben der sich immer mehr oder minder Gedanken um ein Thema gemacht hatte. Natürlich gab es auch Bücher, in denen viel Unsinn stand, aber im Internet stand noch viel mehr Unsinn. Unsinn zusammengetragen von unqualifizierten Muggeln die ungefiltert ihre eigene Wahrnehmung wiedergaben. Im Internet zu lesen, befriedigte auf perverse Weise seine voyeuristischen Gelüste.

Zugegeben, so wirklich interessant war es erst geworden, als er im Internet auf Pornographie gestoßen war. Pornographie kam leider in keiner Weise magischen Erotik-Tagtraumzaubern nah, da man es nur sehen konnte und nicht riechen fühlen und schmecken. Aber das, worüber sich Muggel in diversen Foren unterhielten, war gar nicht so uninteressant und sich durch die perversen Fantasien anderer Individuen zu lesen war durchaus etwas, womit er sich die Zeit vertreiben konnte. Einen Moment wünschte er sich es gäbe ein Zaubereiinternet und dort würden sich Zauberer über die besten Sexzauber austauschen. Kurz überdachte er den Gedanken und beschloss bei nächstbester Gelegenheit in einer Bücherei nach Sexzaubern zu suchen. Leider war das nichts, was sich in der Hogwarts Bibliothek finden ließ. Außer vielleicht in der verbotenen Abteilung. Die Hogwartsgründer waren viel zu prüde gewesen. Oder irgendein Schulleiter nach ihnen.

Alles in allem konnte Draco sich nicht beschweren. Es war ein angenehmer Zyklus in dem Muggelhaus von Hermiones Familie. Es kam auch keiner, um sie zu stören und was auch immer sie hier taten, sie blieben ungestört.

Es wurde dunkel, als Draco den Laptop zuklappte und feststellte, dass er wahrscheinlich einen Sonnenbrand bekommen hatte. Zum Glück waren solche Ärgernisse egal, wenn man in einer Zeitschleife festhing. Allerdings würde es auch verhindern, dass er jemals braun werden würde. Nicht, dass er Wert darauf legte.

„Ich denke nicht, dass heute noch jemand von deiner Familie hierher kommt. Was hältst du davon, wenn wir mit diesen Fahrrädern in die Stadt fahren und etwas essen", schlug Draco vor und kühlte seine heißen Schultern, indem er seine Hände darauf legte.

Er stand am Rand des Pools und beobachtete Hermione dabei, wie sie auf ihn zu schwamm. Sie war vollkommen nackt und er genoss den Anblick. Nach dem letzten Sex hatte er ihr den Bikini wieder unter den Fingern weghexen müssen. Aus irgendwelchen Gründen schien sie sich zu schämen nackt rumzulaufen. Aber dieses falsche Schamgefühl war wohl etwas, das er ihr noch austreiben musste. Nackt gefiel sie ihm deutlich besser.

„Willst du etwa wirklich ein Muggeltransportmittel benutzen?", neckte sie und zog sich am Beckenrand hoch. Ein paar Wassertropfen tropften von ihren runden schönen Brüsten.

„Ich würde es vorziehen den Besen zu nehmen, aber ich denke wir werden kaum in Ruhe in einem Muggelrestaurant essen können, wenn sie uns landen sehen", merkte Draco an. Hermione grinste ihn nur breit an. Aus irgendwelchen Gründen schien sie es zu mögen, wenn er sich mit Muggeldingen beschäftigte. Draco hatte noch nicht ganz verstanden warum. Aber wenn er es tat, konnte er sie dazu bringen seinen Wünschen Folge zu leisten. Also war das ein vergleichsweiser geringer Preis dafür, jederzeit seinen Schwanz in sie schieben zu können.

Letztendlich zogen sie sich etwas Wärmeres an. Jetzt nachdem die Sonne untergangen war, wurde es Anfang Juni doch noch etwas frisch. Irgendwie kam es Hermione surreal vor, als sie mit Draco Malfoy auf einem Fahrrad die Wege ihrer Kindheit entlangfuhr. Er trug die gleichen Sachen, die er auch in Paris getragen hatte. Eine schwarze Hose, einer Jeans nicht unähnlich und ein ebenso schwarzes T-Shirt. Von allen Sachen, die er hatte, sahen diese am muggeltauglichsten aus. Auf den ersten Blick fiel nicht auf, dass etwas damit nicht stimmte. Aber Hermione hatte festgestellt, dass das T-Shirt aus irgendeinem ihr unbekannten Stoff gewebt war, denn es fühlt sich fast wie Seide an, auch wenn es nicht so aussah. Draco hatte gemeint, es sei ein atmungsaktiver Stoff aus Amerika, den er trug, wenn er Fechttraining hatte. Es war schon ein sehr eigentümliches Hobby.

Immer schneller näherten sie sich den Lichtern von Santa Ponca am Ende der Straße. Es war ein Touristenort und obwohl es noch Vorsaison war, waren dennoch schon viele Restaurants gut besucht. An der Strandpromenade stiegen sie ab und schoben die Fahrräder den nächsten Berg hinauf.

Draco war es ein Rätsel wie Hermione sich ohne Magie auf dem Fahrrad hielt. Aber vielleicht brauchte man Muggelblut, damit Fahrräder bei einem funktionierten. Draco jedenfalls war ziemlich froh über seinen Stabilisierungszauber und als sie den Berg hinab in die Stadt rasten fand er Fahrradfahren plötzlich doch ganz lustig. Einen Moment überlegte er, ob man Fahrräder wohl auch so verhexen konnte, dass sie flogen. Bestimmt. Vielleicht würde er sich den Spaß irgendwann mal geben.

Sie fanden einen kleinen Burgerladen und Hermione bestellte ihnen etwas, dass sie Sangria nannte und meinte das hatte sie schon immer trinken wollen. Aber ihre Eltern hätten sie nie gelassen, weil sie noch zu jung gewesen war und es alkoholhaltig war. Draco bestellte sich das gleiche und ließ den Blick neugierig über die ausgelassenen Muggel schweifen, die im Pub nebenan laut zu grauenvoller Musik grölten. Muggel konnten wohl ebenso besoffen, laut und hirnlos Party feiern wie Zauberer.

„Lass uns den Plan mit dem Koboldsilberdolch und dem Dunklen Mal noch etwas zurückstellen. Mir gefällt es hier. Wir könnten noch ein paar Bücher zur Recherche hierher mitnehmen und noch ein paar Zyklen Zeit hier verbringen", schlug Draco vor und schob sich eine Pommes in den Mund.

„Du weißt, dass das hier ein reiner Muggelort ist? Ich glaube nicht, dass es hier auch nur einen einzigen Zauberer gibt", sagte Hermione und nippte an ihrer Sangria.

Draco zuckte mit den Schultern. Er hatte wenig Lust ins Herrenhaus zu reisen und dort gefoltert und getötet zu werden bei dem Versuch den Dolch zu stehlen. Aber das brauchte er ihr nicht sofort auf die Nase binden.

„Ich habe noch nie einen solchen Urlaub gemacht. Ich war nie so frei tun zu können, was immer ich wollte. Wir könnten uns etwas die Insel ansehen. Ich habe meinen Besen und mit Desillusionierungszauber sollte uns kein Muggel sehen. Oder aber wir versuchen es tatsächlich mit dem Autofahren."

Hermione hatte zuerst wenig begeistert ausgesehen, doch die Erwähnung, dass er Autofahren würde, ließ ein kleines Lächeln auf ihre Züge treten. Sie war wirklich erstaunlich einfach zu manipulieren.

„Und das Dunkle Mal?", wandte Hermione ein.

„Wir machen das, mit dem Dolch und den Analysezaubern. Aber ich brauche noch etwas Zeit, mir darüber Gedanken zu machen und es läuft uns nicht davon. Wir könnten nächsten Zyklus etwas später herkommen und vorher noch in die Bibliothek gehen."

Hermione schien zu zögern.

„Wir können in Paris frühstücken. In dem kleinen Café in der Rue Chacé bevor wir herkommen", schlug Draco vor und Hermione begann plötzlich zu strahlen.

„Da ist dieses Antiquariat mit den ganzen alten Büchern in der Nähe. Vielleicht können wir dort hingehen und welche mitnehmen", sagte sie ganz aufgeregt und Draco konnte ein Lächeln nicht unterdrücken. Sie sah wahnsinnig niedlich aus, wenn sie so strahlte.

„Natürlich, mein süßer kleiner Bücherwurm", neckte er und beugte sich vor, um sie zu küssen. Er bemerkte wie Hermione die Augen schloss, als ihre Lippen sich berührten. Wie sich ihr Körper entspannte, als er seine Hand an ihren Nacken legte und als er ihr leises glückliches seufzen hörte wurde ihm klar, dass er gerade dabei war einen verdammt großen Fehler zu begehen.

Einen Moment zögerte er. Einen Moment kämpfte das letzte bisschen rationaler Verstand das er noch hatte um seine Aufmerksamkeit. Doch es verlor und als Draco die Augen Schloss und sie leidenschaftlich küsste, dachte er nichtmehr daran, dass es vielleicht doch keinen Weg zurück gab.

Nachwort:

Es muss dieses Gespräch geben. Das Hauselfengespräch. Es ist irgendwie fast ein muss in jeder Dramione Geschichte und immer kann man daran so ein bisschen sehen, wie die Charaktere miteinander interagieren. (Zumindest wenn man nach den Büchern und nicht nach den Filmen geht)

Ich hatte zuerst überlegt, es einfach weg zu lassen. Aber dann wollte ich es doch schreiben. Es ist ganz witzig die versteckte und die offensichtliche Manipulation darin zu sehen. Wie Draco einfach nicht über Hauselfen reden will. Weil sie für ihn nun mal einfach nur Diener sind. Wie er Hermione manipuliert, indem er ihr ein anderes Feindbild gibt. Nicht sich, sondern die Zauberer, die Hauselfenkämpfe austragen. Es stimmt sie milde ihm gegenüber und der Rest ergibt sich.

Achja und Hauselfen sind tatsächlich, wie magische Tierwesen kategorisiert. Es ist die gleiche Kategorie von Tierwesen, wie die Gnome die Harry bei den Weasleys an den Füßen packt, um seinen Kopf herumschleudert, um sie aus dem Garten herauszuwerfen. Daran hat übrigens nie jemand etwas Schlimmes gesehen.

Ich hoffe ich habe die Unterhaltung gut genug gelöst, ohne dass Draco zu gut weg kam oder Hermione zu nachgiebig war.

LG

Salarial