Minerva McGonagalls private Gemächer zu betreten, fühlte sich für Hermine an, als würde sie eine unsichtbare Grenze überschreiten, derer sie sich zuvor überhaupt nicht bewusst gewesen war. Ihre nur wenige Minuten zurückliegenden intimen Momente im Büro der Schulleiterin waren zwar ebenfalls überaus grenzüberschreitend gewesen, doch in einer völlig körperlichen, rauen und hormongesteuerten Weise.

Wie ein Sturm aus Lust und Verlangen waren ihre niederen Triebe über sie hereingebrochen, ohne ihr eine Möglichkeit zu lassen, sich über ihr Handeln konkrete Gedanken zu machen, geschweige denn anders zu agieren. Sie hatte sich noch nie so ihren Instinkten ausgeliefert gefühlt wie in diesen Momenten der körperlichen Schwäche.

Und Gott, hatte es sich gut angefühlt, einfach loszulassen und sich Minerva komplett hinzugeben, ihr das Ruder zu überlassen und ihren Körper in ihre talentierten Hände zu übergeben, von denen sie so lange geträumt hatte.

All ihre Fantasien hatten sich immer an Orten abgespielt, die sie kannte: ihr eigenes Zimmer, das sie in Hogwarts bewohnt hatte, das Klassenzimmer für Verwandlung, das Bad der Vertrauensschüler und natürlich das Büro der respekteinflößenden Frau selbst.

Nie hatte sie in ihren Gedanken das Schlafzimmer der Frau betreten, die so sehr angehimmelt hatte – und immer noch anhimmelte. Dieser Ort war rein und unberührt von all den schmutzigen Fantasien, die sie in Bezug auf die schwarzhaarige Frau entwickelt hatte. Unerforschtes Territorium, genau wie seine Besitzerin selbst, die bislang die absolute Kontrolle über das Geschehen zwischen ihnen hatte und nach der Hermine sich immer noch sehnte, sie endlich berühren zu dürfen.

Hier, an dem Ort, der ganz und gar Minerva war. Ein Raum, in dem sie weder Professor McGonagall, Lehrerin für Verwandlung und Schulleiterin der renommiertesten Schule für Hexerei und Zauberei in der ganzen Welt, noch die Kriegsheldin Minerva McGonagall war, Trägerin des Ordens der Merlin erster Klasse und eine der tragenden Säulen ihrer Zauberergemeinschaft, sondern einfach nur eine Frau mit Sehnsüchten, Wünschen und Träumen.

Diese innersten Gedanken der schwarzhaarigen Schottin zu erfahren, war eine Intimität, die Hermine noch mehr begehrte als ihre körperliche, auch wenn schon allein der Daumen, der beständig über ihren Handrücken strich, während Minerva sie in ihr Schlafzimmer führte, ihr Herz zum Flattern brachte.

Hermine war in diesem Moment völlig überfordert mit den Reizen, die auf sie einprasselten, auch wenn der Raum, in dem sie sich jetzt befand, alles andere als besonders war. Aber es war der Raum, in dem Minerva ganz sie selbst war, offen und verletzlich, unbeobachtet von der Außenwelt, die sie als ehrwürdiges Vorbild stigmatisierte.

In diesem Raum legte sie ihre Kleider und Roben ab, die sie symbolisch als Schulleiterin von Hogwarts kennzeichneten, hier befreite sie ihre langen schwarzen Haare von ihrem für sie charakteristischen strengen Dutt und legte die Brille ab, die ihre Emotionen in smaragdgrünen Augen oft hinter einem Schleier der Professionalität verbargen.

Hermine wollte nichts mehr, als all das zu sehen, all das, was sich hinter der Frau befand, die so stark im Fokus der Öffentlichkeit stand. Kannte sie die Frau eigentlich, die jetzt neben ihr stand und geduldig darauf wartete, bis Hermine alles in ihrem Schlafzimmer eingesogen hatte? Hermine wusste es nicht.

Aber sie wusste mit jeder Faser ihres Körpers, dass sie diese Frau kennenlernen wollte, die Frau hinter der professionellen Fassade, auf deren großes Herz sie in der Vergangenheit immer mal wieder einen flüchtigen Blick erhaschen konnte.

Mit dieser Gewissheit wandte sie sich Minerva zu, die sie immer noch still und durchdringend mit ihren grünen Augen beobachtete und die in den haselnussbraunen Augen der jüngeren Hexe zu erkennen schien, dass sie zu einer Art Entschluss gekommen war.

Fragend hob sie eine Augenbraue, was Hermine sofort in ihren Unterricht für Verwandlung zurückversetzte, in deren Stunden die ältere Hexe genau diese stumme Geste so oft verwendet hatte, um ihre Schüler je nach Situation herauszufordern, zu maßregeln oder zum Nachdenken zu animieren.

Hermine entfuhr ungewollt ein Lachen angesichts dieser für sie so bekannten Darstellung von Emotionen im Gesicht der älteren Frau, deren Lippen sich zu einem warmen Lächeln verzogen, als sie die Heiterkeit, die Hermine ausstrahlte, aufzusaugen schien.

„Magst du mir mitteilen, was du so amüsant findest, Liebes?"

„Dich", lachte Hermine.

„Mich? Das musst du mir erklären, meine Liebe, denn ich bin in der Vergangenheit als Vieles bezeichnet worden, aber amüsant war bestimmt nicht dabei." Sie kräuselte die Lippen und hob erneut eine Augenbraue, was Hermine nur noch mehr zum Lachen brachte.

„Hier", die jüngere Frau hob ihre Hand und ließ ihren Zeige- und Mittelfinger langsam über Minervas Augenbraue gleiten, die sich bei der Berührung sofort senkte, als hätte sie eine beruhigende Wirkung auf sie, „da ist sie wieder, deine Augenbraue. Ob du es bewusst oder unbewusst tust, weiß ich nicht, aber ich kenne niemanden, der so viel mit dem Heben von nur einer Augenbraue kommunizieren kann wie du. Es gibt niemanden sonst, der mit einer solch simplen Geste einen ganzen Raum zum Schweigen bringen kann. So viel Macht in so einem zarten Körperteil."

Hermines Stimme war mit jedem Wort immer leiser geworden, als würde sie mehr zu sich selbst als mit der Frau vor sich sprechen, ganz in ihren Gedanken versunken, völlig ahnungslos, was ihre kaum spürbare Berührung in der Schulleiterin auslöste, die keinen Muskel bewegte, als hätte sie Angst, die jüngere Frau mit einer zu raschen Bewegung zu verscheuchen.

Hermine hatte das Ende der Augenbraue erreicht und ließ ihre Finger weitergleiten, als wollte sie jede Kontur in Minervas Gesicht mit ihren Fingern in ihr Gedächtnis einzeichnen, um es sich dort auf ewig einzuprägen.

„Diese hohen Wangenknochen, die dir ein fast schon aristokratisches Aussehen verleihen. Wenn die Liste der Unantastbaren Achtundzwanzig nicht öffentlich zugänglich wäre, würde niemand glauben, dass jemand wie du nicht auf dieser Liste stehst. Dass jemand wie du, der so über den Dingen steht, aus so einfachen Verhältnissen kommt. So unnahbar…"

Ein fast schon ehrfürchtiger und gleichzeitig trauriger Klang hatte sich in Hermines Stimme bei dem letzten Wort eingeschlichen, als sie sich des Grabens bewusstwurde, der zwischen ihnen lag, und wie sehr die Frau vor ihr außerhalb ihrer Liga war.

Ihre Finger glitten zu Minervas Lippen hinab, die sich bei der Berührung ganz leicht öffneten und einen zitternden Atemhauch freisetzten. „…und doch so nah…so weich…so warm."

Ein leises Seufzen entfuhr der Schulleiterin und Hermines Augen schossen nach oben und begegneten smaragdgrünen, die jedoch fast schwarz wirkten, so groß waren Minervas Pupillen geworden, ob von ihren Worten oder ihren Berührungen oder beidem konnte Hermine nicht sagen.

Minervas feuriger Blick riss Hermine aus ihrer Trance und sie realisierte, was sie soeben getan hatte, wie sehr sie gerade in die Privatsphäre der Frau eingedrungen war, die für ihre Zurückgezogenheit bekannt war.

Doch bevor sie ihre Hand zurückziehen konnte, schlossen sich schmale Finger um ihren Handrücken und Hermine stockte der Atem, als Minerva ihre Wange in ihre geöffnete Hand schmiegte, wie eine Katze, die darum bettelte, gestreichelt zu werden.

„Nicht." Minervas Augen waren fast flehend. „Nicht unnahbar…Hermine…bitte."

Schockiert erkannte Hermine, dass die Frau vor ihr alles andere gefasst, stoisch und über allen Dingen erhaben war. Das mochte die Maske sein, die sie für die Welt dort draußen aufsetzte, das Gesicht, das sie der Welt präsentierte, die sich immer so sehr auf sie verlassen konnte und für die sie bereitwillig die Verantwortung übernommen hatte.

Für all die Schüler, die in ihrer Schule zaubern lernten, für die Mitarbeiter, die zu ihr als Führungskraft aufsahen, und für alle magischen Menschen in Großbritannien und darüber hinaus, die wussten, dass, solange Minerva McGonagall existierte, immer jemand da sein würde, der sie und die Welt, in der sie lebten, beschützte. So viel Verantwortung auf den Schultern einer einzigen Person, eines einzigen Menschen, einer einzigen Frau.

Hermine brach es das Herz, als sie erkannte, wie einsam die Frau vor ihr sein musste, die ihr wahres Ich vor dem Großteil der Welt verbarg, und wie viel Anstrengung es sie kosten musste, den Anforderungen der Welt gerecht zu werden.

Sie wollte nichts mehr, als alle Schichten dieser Frau zu entblößen, Stück für Stück, um ihr innerstes Wesen in ihre Arme schließen und beschützen zu können. Die Säule und der Anker für die Frau zu sein, die die Stütze der magischen Welt war.

Sie legte ihre andere Hand auf Minervas freie Wange, umschloss ihr Gesicht so sanft wie einen warmen Kokon und zog die leicht größere Frau zu sicher hinunter, bis sich ihre Lippen in einem sanften Kuss berührten. Federleicht ließ Hermine ihre Lippen über die der älteren Frau gleiten und zeichnete mit ihrer Zungenspitze jede noch so feine Linie nach, als wollte sie sich ihre Lippen allein damit für immer einprägen.

Sie ließ sich Zeit, nahm Minervas Unterlippe zwischen die ihren und saugte sanft daran, während ihre Daumen sanft über Minervas Wangen strichen in einer stillen Bitte, ihr zu vertrauen und sich zu entspannen.

Wieder wagte sich Hermines Zunge vor und stieß sachte gegen Minervas Lippen, die ihren Mund widerspruchslos öffnete und ihr Einlass gewährte. Warm und feucht trafen ihre Zungen aufeinander und Hermines Hände umfassten die ältere Frau nur noch fester, um sie noch näher an sich heranzuziehen.

Beiden entfuhr ein leises Stöhnen, als ihre Zungen immer gieriger wurden, ihr Tanz immer schneller und das feuchte Schmatzen, das als einziges Geräusch den Raum erfüllte, immer lauter wurde. Hermine fühlte sich wie berauscht und das allein von einem einzigen intensiven Kuss, der ihr wie noch keiner der Küsse zuvor, die sie mit der Frau ausgetauscht hatte, die Sinne benebelte und dazu führte, dass sich ihr Unterleib auf so herrliche Weise zusammenzog.

Sie braucht mehr, mehr von Minerva, mehr von der Frau, von der sie sehen wollte, wie sie durch ihre Berührungen und ihre Zuwendung die Kontrolle verlor. Sie löste sich von ihrem Mund und fuhr mit ihren Lippen ihren Kiefer entlang, ließ ihre Hände zu Minervas Schultern gleiten, um sie in Position zu halten, während sie sich an ihrem Hals festsaugte, fest dazu entschlossen, einen Abdruck zu hinterlassen.

Jeder sollte sehen, dass Minerva für niemanden zu haben war, dass sie ihr gehörte und dass sie es war, die ihr solche Lust bereitete, dass sogar die über allem erhabene Schulleiterin von Hogwarts schwach wurde und sich ihr bereitwillig hingab.

Sie konnte Minervas Puls unter ihren Lippen an ihrer Halsschlagader aufgeregt pochen fühlen, ebenso wie ihren schneller gewordenen Atem, der aufgeregt und stoßweise zwischen ihren Lippen hervorbrach.

Doch sie war immer noch so unfassbar beherrscht, kontrolliert und ruhig. Hermine wollte sie schreien hören, sie wollte, dass sie ihren Namen schrie im Zustand höchster Ekstase und völliger Unkontrolliertheit.

Sie würde sie ebenso brechen, wie Minerva ihre Widerstände gebrochen hatte, Stück für Stück, bis sie nur noch ein aus körperlichen Begierden und unbändiger Lust bestand. Und Hermine Granger war nicht dafür bekannt, jemals ein Ziel, das sie sich gesetzt hatte, nicht zu erreichen.

Ein altbekanntes Gefühl nistete sich im Brustkorb der jüngeren Hexe ein, eines, das sie schon sehr sehr lange nicht mehr gespürt hatte und das dennoch so vertraut war wie ein alter Freund, den sie nach Jahren der Trennung wieder in die Arme schloss, ohne dass sich ihre Beziehung verändert hätte.

Ehrgeiz, Ambition, Zuversicht. Hermine wusste, wer sie war, was sie wollte und dass sie es erreichen würde. Mit neu gewonnener Energie und Entschlossenheit ließ sie von Minervas Hals ab, richtete sich auf und blickte tief in die grünen Augen der älteren Frau, die plötzlich so verwundbar und offen schienen, dass Hermine darin jede noch so kleine emotionale Regung wahrnehmen konnte.

Da war keine kontrollierte Beherrschtheit mehr, keine Professionalität und keine Fassade. Hermine erschauderte, als sie erkannte, wie bereitwillig Minerva dazu bereit war, sich ihr zu öffnen, nicht nur auf einer körperlichen, sondern vielmehr auf einer emotionalen Ebene und ihr Herz schwoll an vor Liebe für diese Frau, die sie schon geliebt hatte, als sie Liebe von Lust noch nicht zu unterscheiden wusste.

Ihre Hände zögerten nun keine Sekunde, als sie ihre Finger flink über die Knöpfe des schweren schwarzen Umhangs gleiten ließ, den Minerva trug, wild entschlossen, sie von all dem Stoff zu befreien, der ihr den Zugang zu ihrem Körper verwehrte.

Schwerer Stoff fiel zu Boden, als Hermine endlich alle Knöpfe des Umgangs geöffnet und von Minervas Schultern gestreift hatte, nur um darunter auf ein schwarzes bodenlanges Kleid zu treffen. Sie stieß ein frustriertes Grollen aus, als sie sich an die nächste Schicht machte, in der verzweifelten Hoffnung, dass sie die letzte sein würde, bevor sie endlich die weiche Haut berühren konnte, von der sie seit dem Weihnachtsball des Trimagischen Turniers vor so vielen Jahrzehnten geträumt hatte.

Minervas leises Glucksen angesichts ihrer offensichtlichen Ungeduld ignorierte sie dabei geflissentlich und konzentrierte sich voll und ganz auf die erneute Reihe Knöpfe vor sich, die sie zu verhöhnen schienen.

„Geduld ist eine Tugend, meine Liebe", schmunzelte Minerva.

Hermine warf ihr einen bösen Blick zu, der die Schulleiterin nur noch mehr zum Lachen brachte.

„Ich warte seit Jahrzeiten hierauf, erzähl mir also nichts von Geduld, und wenn du das nächste Mal wieder unzählige Schichten umständlicher Kleidung trägst", fauchte Hermine zwischen zusammengebissenen Zähnen, als sie die letzten Knöpfe öffnete und das Kleid einen ersten Hauch milchig weißer Haut offenbarte, der die jüngere Hexe innehalten ließ, bevor sie ihre Hände unter Minervas Kleid auf ihre nun fast nackten Schultern legte und ihren amüsierten Blick voller Ernst erwiderte, „reiße ich dir mit einem einzigen Schwenk meines Zauberstabs die Kleider vom Leib, ohne Rücksicht auf Verluste, verstanden?"

Ohne eine Antwort abzuwarten, holte Hermine tief Luft, als müsste sie sich wappnen für das, was nun kommen würde, und stieß die Luft zitternd wieder aus, als sie Minervas Kleid einen sanften Schubs gab und es von ihren zarten Schultern fiel.

Zusammen mit dem schwarzen Umhang bildete es einen schwarzen Kreis um sie herum, der ihre blasse Haut nur noch mehr strahlen ließ und Hermine sog gierig jeden Zentimeter der Haut, die sich vor ihren Augen entblößte, in sich auf, als wäre es das erste und letzte Mal, dass sie Minerva so sehen würde.

Fast schon andächtig ließ sie ihre Augen über Minervas Körper wandern, der nun nur noch von dunkelgrüner Unterwäsche bedeckt war, bei deren Anblick Hermine spüren konnte, wie sich zwischen ihren Beinen feuchte Hitze sammelte, und sie fragte sich, ob sich dieselbe Feuchtigkeit gerade auch zwischen Minervas Beinen sammelte.

Dem heftigen Atmen nach zu urteilen, das dazu führte, dass sich Minervas pralle Brüste aufgeregt hoben und wieder senkten, war sie ebenso erregt wie Hermine, die ihren Blick nicht von ihnen lassen konnte.

Es juckte sie geradezu in den Fingern, sie zu umschließen und nach den Nippeln zu suchen, die sich unter dem grünen Stoff verbargen und nur darauf warteten, durch ihre Berührung hart und steif zu werden.

Doch sie würde sich noch einen Augenblick gedulden müssen, erst wollte sie Minerva auch von dem letzten Stück Stoff befreien, das sie von ihr trennte, bevor sie völlig nackt, entblößt und ungeschützt vor ihr stehen würde. Hermine zitterte, als sie sprach: „Du bist wunderschön, Minerva, einfach wunderschön."

Die schwarzhaarige Frau hob nur zweifelnd eine Augenbraue angesichts dieses Lobpreises, erwiderte aber nichts.

„Bleib so", flüsterte Hermine ihr ins Ohr, als sie um die hochgewachsene Schottin herumging und hinter ihr stehen blieb. Hermine konnte geradezu spüren, wie Minervas Anspannung wuchs. Sie hörte, wie sich ihr Atem erneut beschleunigte und sah, wie ihre Schultern sich mit jedem ihrer Atemzüge hoben und wieder senkten.

Sie wusste, ohne erklären zu können, warum, dass Minerva all ihre Selbstbeherrschung aufbringen musste, um nicht nach hinten zu blicken. Die Frau vor ihr war berühmt dafür, stets alles in ihrer Umgebung unter absoluter Kontrolle zu haben. Nun, in dieser Situation, nicht zu wissen, was passieren würde, musste Minerva geradezu wahnsinnig machen.

Hermine lächelte bei dem Gedanken, dass sie nun die Fäden in der Hand hielt, und dass es die resolute Schottin war, die ihr ganz und gar ausgeliefert war, erfüllte Hermine mit einem ungewohnten Hochgefühl.

Sie ließ ihre Hände über Minervas Schultern gleiten, schob ihre BH-Träger herunter, öffnete mit einer einzigen Bewegung das nun lästige Kleidungsstück und ließ es achtlos auf den Boden neben die anderen Kleidungsstücke fallen.

Sie musste all ihre Willenskraft aufbringen, um sich nicht direkt an Minervas nackten Rücken zu pressen und mit ihren Händen nach ihren Brüsten zu fassen, sie zu kneten und zu massieren, bis Minerva in ihren Armen aufstöhnte und dahinschmolz.

Sie legte ihre Fingerspitzen auf Minervas Schulterblättern ab und spürte, wie die ältere Frau unter der sanften Berührung ihrer Finger kurz zusammenzuckte, bevor sie ein wohliger Schauer durchlief, als Hermine ihre Finger langsam über ihren gesamten Rücken gleiten ließ, bis der Saum ihres Höschens sie am Weiterkommen hinderte.

Ebenso sanft fuhr Hermine den Bund der grünen Unterwäsche entlang, nach vorne über Minervas Hüftknochen, wieder zurück zu ihrem unteren Rücken und wieder nach vorne.

Minervas Atem ging nun stoßweise und sie fühlte, wie Minerva sich nach hinten zu lehnen versuchte, um ihr zu signalisieren, dass sie mehr brauchte, als nur diese sanften, kaum wahrnehmbaren Berührungen.

Hastig schlang Hermine ihre Arme wieder um Minervas Schultern, um sie an der Rückwärtsbewegung zu hindern.

Sie beugte sich ein wenig vor, strich mit ihren Lippen sanft über ihre Schulter und spürte wie einige kleine Härchen, die sich aus Minervas strengem Dutt gelöst hatten, ihre Wange kitzelten, als sie ihr ins Ohr flüsterte: „Noch nicht…ich…"

Sie atmete zitternd aus, während sie versuchte, in Worte zu fassen, was sie gerade fühlte, jetzt, wo die Frau, die schon so lange begehrte, fast völlig nackt vor ihr stand und unter ihren Berührungen bebte, ihre Haut so viel weicher unter ihren Händen als sie es sich jemals hätte ausmalen können.

„Lass mich das genießen, ich habe so lange darauf gewartet. Gott Minerva…ich will dich so sehr."

Sie spürte, wie die ältere Frau bei den Worten und dem heißen Atem an ihrem Ohr scharf die Luft einsog.

Ermutigt durch diese Reaktion und beruhigt durch die Tatsache, dass Minerva sie nicht mit ihren durchdringenden Augen sehen konnte, solange sie mit dem Rücken zu ihr stand, wagte Hermine noch mehr Offenheit: „Ich will nicht, dass es zu schnell vorbei ist. Ich will das so lange hinauszögern, wie es nur geht. Ich will nicht, dass es schon vorbei ist. Ich…ich…ich habe Angst…Das fühlt sich so unwirklich an, es war so lange in meinem Kopf und nun passiert es plötzlich. Ich…ich will dich so sehr, aber ich will dich auch nicht verlieren, nicht nachdem…nachdem…"

Ihre Stimme versagte angesichts der Gefühle, die sie so plötzlich übermannten und sie musste die Tränen zurückhalten, die sich in ihren Augenwinkeln drängten und zu fallen drohten. Sie konnte nicht glauben, dass sie gerade jetzt emotional wurde, wo doch alles, was sie wollte, hier direkt vor ihr in greifbarer Nähe war.

Wie hatte die Stimmung von sinnlich zu emotional so schnell umschwenken können? Bevor sie reagieren konnte, hatte Minerva diesen Moment genutzt, um sich zu ihr umzudrehen und die stechend grünen Augen, deren wissenden Blick Hermine so sehr gefürchtet hatte, hielten nur Mitgefühl und Verständnis für sie bereit.

Schon fühlte sie eine warme Hand an ihrer Wange, die zärtlich die eine Träne auffing, die sich nun doch aus Hermines Augenwinkeln befreit hatte. Sie musste angesichts der liebevollen Geste lächeln, die ihr Herz erwärmte und sie mit einer inneren Ruhe erfüllte, die noch vor einer Sekunde meilenweit entfernt war.

Voller Bewunderung sah sie zu der Frau auf, der es gelang, fast völlig entblößt hier vor ihr zu stehen, während Hermine immer noch vollständig angezogen war und die ältere Frau dennoch diejenige war, die ein Selbstbewusstsein und eine Sicherheit ausstrahlte, um die Hermine sie in diesem Moment beneidete, in dem sie sich trotz all der Kleidung so verletzlich fühlte.

Sie begriff plötzlich, dass es in all den Jahren nie die stilvollen und imposanten Umhänge und Roben waren, die Minerva McGonagalls Ausstrahlung ausgemacht hatten. Sie waren lediglich schmückendes Beiwerk einer Frau, die Macht und Stärke mit jeder Faser ihres Körpers ausstrahlte.

Sie brauchte die ganze Aufmachung nicht, sie war all das, wofür sie stand, und Hermine konnte das Gefühl nicht ignorieren, dem überhaupt nicht gewachsen, geschweige denn würdig zu sein.

Sie blinzelte, als ihr erneut Tränen in die Augen stiegen, während sie jeden Millimeter von Minervas Gesichtszügen in sich aufzusaugen versuchte, aus Angst, dass dies das letzte Mal sein würde, dass sie der Frau so nah sein durfte.

„Du…" Ihre Stimme bebte, als sie versuchte, ihre Gefühle in Worte zu fassen. „Du bist so viel mehr."

Minervas Augenbrauen zogen sich bei Hermines Worten verwirrt zusammen.

„Du hast so viel mehr verdient. Jemand der,…" Hermine schluckte. „Du hast so viel Macht über mich und ich habe absolut keine über dich."

Noch nie war Hermine das Ungleichgewicht zwischen ihr und der Frau vor ihr offensichtlicher erschienen, als in diesem Moment, der eigentlich intim und vertraut sein sollte. Der weit über ihre Schulmädchenfantasien hinausgehen und dennoch viel weniger sein sollte.

War es nicht das, was Minerva von ihr gefordert, sich von ihr gewünscht hatte? Nicht Sex zwischen einer Schülerin und ihrer Lehrerin, sondern eine Vereinigung von zwei Frauen auf Augenhöhe? Doch sie waren nicht auf Augenhöhe, musste sich Hermine verbittert eingestehen. Sie würden es niemals sein.