Kym

"Mara wurde mit circa 4 Jahren von ihren Eltern weggenommen, der Imperator hatte sie entdeckt und brachte sie für seine Zwecke weg. Er nannte sie sein Experiment, sein Kind. Widerlich, nicht wahr?", sagte Jaina. Kym verzog angeekelt das Gesicht. "Stellt euch vor so ein Typ wie der nennt euch sein Kind."

"Kotzreize.", sagte Liskaya und imitierte eine Übergebung.

Jaina legte den Kopf schief und sprach weiter: "Für Meisterin Mara war das eine Ehre. Das war ihre ganze Motivation. Sie war sein Experiment, wenn man die dunkle Seite und die helle gleichermaßen nutzte, was könnte dann passieren?"

Kym zuckte mit den Achseln. "Krasse Gegensätze?" "Jedenfalls wurde Mara dann ausgebildet. Sie war gut und sie wollte besser sein, als gut. Irgendwann bekam sie ihr erstes Lichtschwert und der Kristall wurde... rosa... "

"Pink?!", prustete Kym los. "Stell dir vor du bist die gefürchtete Hand des Imperators, hast selbst als kleines Mädchen einen Vorzug für schwarz, und dann wird dein Kristall pink! So was dummes hab ich noch nie gehört!"

"Vielleicht hat sie dadurch ja jeder unterschätzt...", vermutete Lika.

Jaina nickte. "Wahrscheinlich. Mara wurde seine beste Attentäterin, für Aufgaben für die Vader doch etwas zu... Keine Ahnung, pompös war? Ich weiß es nicht."

"Vielleicht... Dumm?", fragte Kym lachend. "Danke, für nichts.", sagte Jaina schmollend. "Dir ist schon bewusst, dass das mein Großvater ist, oder?"

"WAS?!". Liskaya sprang auf, der Schock stand ihr ins Gesicht geschrieben. "WAS?!", wiederholte sie.

"Wusstet... ihr das nicht?", sagte Jaina. Auch Kym sah aus, als wäre Shili plötzlich von Twi'leks eingenommen worden. Und das war in Kyms Augen absolut unmöglich. Aber das lag nicht an diesem Darth Vader, sondern an Liskaya.

Ihre Augen waren angsterfüllt und riesig. "Dieser Mann.. Diese Maschine! Weißt du, was er uns angetan hat?", fragte sie. "Lika, kannst du dich an etwas erinnern?", fragte Kym besorgt.

"Und wie!", brüllte die Jedi. "Er hat uns ruiniert! Order 66! Von allen 150 hat er genau die 66te ausgeführt!"

Kym dachte laut nach. "Die 66te Order besagt, dass Jedi-Generälen das Kommando über ihre Einheit entzogen werden darf."

"Ja.", sagte Liskaya. "Und das wurde es. Und dann wurden sie alle im Hinterhalt erschossen." Ihre ernste Miene zeigte an, dass sie sich an mehr erinnern konnte, als es ihr lieb war. "Lika, was ist passiert?", fragte Kym vorsichtig.

"Ich weiß, was passiert ist.", sagte Jaina ernst. "Onkel Luke hat es uns erzählt, und der hat es von Shaak Ti. Oder besser gesagt von ihrem Holocron. War in huttesischem Besitz oder so."

"Und was ist passiert?"

"Vader hat den Tempel gestürmt. Er hat alle dort abgeschlachtet, selbst die Jünglinge." "Und ihr verzeiht ihm das auch noch?", sagte Kym entsetzt.

Jaina machte eine Pause.

"Er war nicht immer ein schlechter Mensch. Aber das, was er war, nämlich ein vergrämter Mann, der seine Liebe verloren hatte, hat ihn eingeholt."

Liskaya schüttelte den Kopf. "Er hat uns ruiniert.", wiederholte sie.

"Aber wir sind wieder aufgeblüht. Der neue Jedi Orden. Da bin ich. Und außerdem hat Vader die Macht ins Gleichgewicht gebracht."

"Ach, hat er das?", fragte Lika schmollend. "Ja.", behauptete Jaina. Kym sah einfach nur zu. "Er hat den Imperator getötet. Offiziell hat das aber Onkel Luke gemacht."

"Was?!", brüllte Liskaya wieder.

"Weißt du was, Kaya? Das nächste Mal solltest du nicht so schnell urteilen.", meinte Jaina lächelnd.

Lika deutete ein Nicken an, aber man sah, dass sie mit dieser Aussage nicht ganz zufrieden war. Ihr Blick schweifte ab, und schon war die Padawan wieder in ihrer eigenen Welt. Wahrscheinlich dachte sie an ihre Meisterin, Vanlyn Autumn, die immer noch ihre Geheimaufträge ausführte, und nicht mal nach der Zeitkatastrophe zurück zum Tempel gekehrt war. Vielleicht war ihr etwas zugestoßen...

Kym legte ihr kurz einen Arm auf die Schulter, dann stand sie auf. Lika sah sie fragend an. "Wohin willst du?" , fragte Jaina. Kym kicherte. "Nirgendwo hin! Meine Füße sind nur eingeschlafen!"

Nun lachten alle laut auf, aber Kym lachte am meisten, denn Jaina und Lika dachten schnell wieder an ihre Meisterinnen. "Was macht ihr jetzt eigentlich... Wegen Jade und Vanlyn?"

Liskaya zuckte mit den Achseln. "Ich weiß, dass ich mich auf sie verlassen kann. Sie kommt wieder, sobald sie kann. Und dass sie mich alleine lässt, bedeutet nur, dass sie genug Vertrauen in mich hat, alleine klarzukommen."

Kym nickte. "Schön gesagt!"

Lika lächelte knapp, aber wie immer schien sie ihrer eigenen Meinung nicht ganz zuzustimmen. Sie griff nach ihrem Dataped und wischte darauf herum.

Als Kym sich Jaina zuwendete, drehte sie sich sofort weg. Ihre braunen, dunklen Haare fielen ihr ins Gesicht, sodass die Jedi sie nicht sehen konnte. "Jaina?"

Jaina stand auf. "Ich kann meine Tante nicht im Stich lassen. Ich weiß nicht wo sie ist, nicht wie es ihr geht, und schon gar nicht, ob sie mich überhaupt kennt. Nicht mal, ob sie eine Jedi ist. Sie könnte alle Erinnerungen an mich verloren haben, an Onkel Luke, an Mum. An alle. Darum muss ich sie finden! Mir egal, was die Großmeister sagen, mir egal was der Rat sagt. Ob er Bindungen erlaubt, oder nicht. Aber ich gehöre zu Mara und ich werde erst zurück kommen, wenn ich sie gefunden habe."

"Aber Jaina! Dir könnte was passieren! Vielleicht bringt sie dich um! Sie is' eine verrückte Attentäterin des Imperiums!", rief Kym besorgt. "Und es ist ein Risiko.", fügte Lika hinzu. "Unser ganzer Job ist ein Risiko!", sagte Jaina kopfschüttelnd, dann hob sie eine Tasche hoch.

"Du könntest... mit seelischen Wunden zurück kehren."

"Wenn ich zurück kehre, ist es dann wenigstens sauber. Dann kehre ich halt.", meinte Jaina trocken. Keiner lachte, denn jeder wusste, dass sie es ernst meinte. "Ich finde Meisterin Mara Jade-Skywalker.", sagte sie entschlossen, als sie aus dem Fenster des kleinen Raums schaute. Kym sah hilfesuchend zu Liskaya. Sie musste sich da doch auskennen, schließlich war ihre Meisterin auch fort. Doch Liska sah nur ebenfalls verträumt in ihr Dataped.

Jaina hob die Tasche auf ihren Rücken. "Macht's gut, Padawane. Kym. Liskaya."

"Jaina, hau nicht ab!", rief Kym.

"MEISTERIN Jaina Solo wird ihren Job erfüllen. Danke der Nachfrage und Akzeptanz.", sagte Jaina, dann machte sie die Türe auf. "Jaina! Bitte, bleib! Was solen wir ohne dich tun?"

"Wenn ich zurück bin, seid ihr sicher Ritter." "Na dann bist du aber lange weg."

"Möge die Macht mit euch beiden sein.", sagte Jaina, dann verließ sie den Raum.

"Aber... Halt! Was sollen wir den Meistern sagen?" Doch Jaina war fort. Verzweifelt sah Kym Liskaya an. "Lika?" Liskaya seufzte. "Wir können sie nicht aufhalten, Kym. Die Macht ruft sie."

Sie beugte sich wieder über ihr Dataped. Kym sah mit Erstaunen an, was Lika gemacht hatte. Sie hatte Jaina gezeichnet. "Möge die Macht sie behüten.", seufzte Liskaya.