Liskaya
-Zuvor-
Am nächsten Tag beschloss ich, mich mal im Tempel umzusehen. Natürlich kannte ich das Gebäude, aber die Jedi darin waren mir größtenteils vollkommen fremd. Ich musste mich ablenken, denn Jainas Verschwinden machte mich nicht nur traurig, sondern brachte mich auch zum Grübeln. Die Zweifel und der Drang meine eigene Meisterin zu suchen, waren ebenfalls groß. Um Jaina machte ich mir natürlich größere Sorgen. Obwohl sie Schwertmeisterin gewesen war. Vielleicht lag das daran, dass Vanlyn für mich schon immer ein alleskönnendes Vorbild gewesen war, und Jaina einfach nur Jaina. Meine Mitbewohnerin und Freundin. Die Geschichtenerzählerin Nummer 2. Mit diesen Gedanken ging ich den Flur vor der Cantine entlang, in der Hoffnung, einem meiner Helden zu begegnen.Ich hatte gerade etwas zum Mittagessen verdrückt, davor hatte ich meditiert und im Archiv gechillt. Natürlich mit Jope, meinem besten Freund. Er heiß eigentlich nicht Jope, aber er war Jocasta Nus Padawan, also hieß er Jo(von Jocasta)p(von Padawan) und e(aus Prinzip)
Mit Jope durchwühlte ich täglich das Archiv, wenn wir beide auf Coruscant im Tempel waren. Und Jope war oft im Tempel, schließlich war seine Meisterin ja die Archivarin. Natürlich hatte ich fürs erste kein Glück. Darum beschloss ich, mich mit meinem Dataped vor den Tempel zu positionieren, damit ich keinen verpassen konnte, der hinein und hinaus lief. Jope war ebenfalls mitgekommen. Vor dem Tempel hatten sich bereits ein paar Padawane breitgemacht. Wir beschlossen, uns ihnen anzuschließen. Eine ganze Zeit lang redeten wir und erzählten uns aus unseren "alten" Leben und Helden. Ich redete wahrscheinlich am meisten über meine... Aber anscheinend war ich nicht die Einzige, die Meetra Surik und Satele Shan Fan war. Wir alle saßen quatschend und fröhlich im Sonnenschein und das war auch in Ordnung, denn für uns Padawane war das Leben gut und schön. Alle Probleme blieben den Meistern übrig. Wir waren ja schließlich fast noch Kinder, da konnten die Erwachsenen wohl auch mehr arbeiten als wir. Und dann sah ich sie: Marshallin/Meisterin Avar Kriss, die Treppe hochlaufend und- Sekunde mal? Komplett dreckig, und mit Blutflecken auf ihrer Robe? Was war denn passiert? Meisterin Avar wurde von ein paar anderen Meistern begleitet, die wild diskutierten. Avar Kriss wehrte ihr Gerede mit ihren Händen ab und schien relativ entspannt zu sein, dafür, dass sie voller Blut war- und das- war das etwa Öl? Schnell stupste ich Jope und die Padawan neben mir an und deutete auf Meisterin Avar. Ein paar sogen die Luft ein, denn nur wenige kannten Meisterin Avar, da sie aus der Zeit der hohen Republik war, und somit- rein zeitlich gesehen- sogar jünger als, zum Beispiel die Padawane aus der alten Republik war. Eine weitere Person folgte den Anderen hoch, und mein Gehirn erkannte sie erst zwei Sekunden später. Diesmal sogen ALLE Padawane die Luft ein. Unsere Augen nahmen die Größe von Brentaal 4 an. Satele Shan wurde von einer Gruppe Meistern wortwörtlich umzingelt, die alle barv und eingeschüchtert neben ihr her gingen. Meisterin Satele legte einen Zahn zu, um mit Meisterin Avar zu sprechen. Meisterin Avar zuckte nur kurz zusammen, als sie die größte Großmeisterin ever sah (von der Körpergröße her allerdings nicht- vielleicht war ich sogar größer als sie?), aber dann nahm sie wieder den Ausdruck der gelassensten Jedi der Galaxis an und zuckte nicht mal mit der Wimper. So ging die Gruppe in den Tempel hinein. "Was da wohl passiert ist?", fragte eine Togruta Padawan, die sowas wie Ashley hieß. Nein, Ahsoka. Oder doch Ashley? "Das wüsste ich auch gerne.", meinte Jope. "Sehen wir es uns an!", rief ich voller Tatendrang und stand auf. "Du willst einer Großmeisterin nachspionieren?", bemerkte Jope staunend. "Ich bin dabei!", rief Ashley. "Super!" Ich lief los. Jope rührte sich nicht vom Fleck. "Na komm schon, Jope, das wird toll!" "Aber Liskaya..." "Hast du etwa Angst?", fragte Ashley. Jope seufzte. "Wenn wir erwischt werden! Dann ist es eure Schuld!" "Werden wir nicht.", sagte ich und rannte den Meistern hinterher, aber nicht, ohne mein Dataped noch mal zu holen. Wir liefen der Truppe hinterher, und entdeckten neben Großmeisterin Satele auch noch andere, zum Beispiel Biel Ductavis. Ashley deutete mir, ihr zu folgen. Jope zog sie an ihrer merkwürdigen, unjedihaft aussehenden Robe zurück und sagte: "Ahsoka, was machst du da? Das ist viel zu nah an ihnen dran!" Also hieß sie doch Ahsoka!
Ängstlich sah Jope zu mir. Ich zuckte mit den Achseln. Ashley- äh, Ahsoka, rollte mit den Augen. "Hab keine Angst, wenn uns jemand sieht, sagen wir, dass wir durch Zufall hier sind!" "Das glaubt keiner!", mekerte der Padawan. "Na dann geh doch. Ich lasse nur die größten Großmeister aller Zeiten sicher nicht entgehen! Komm, Lila." Lila? Wer war Lila? Sie sah mich an. Oh! Ich war Lila! Ich konnte nicht anders, als mich zuerst zu vergewissern, ob sich meine platinweiße Haut tatsächlich lila gefärbt hatte. Hatte sie nicht. Jope schüttelte den Kopf. Mit einem Winken machte er sich aus dem Staub. "Oh, es ist Lika. Liskaya." Ahsoka nickte. "Oh." Ihre Augen würden etwas kleiner. "Barriss hat mir von dir erzählt." Meine Miene helle sich auf. "Barriss? Etwa Barriss Offee?" Ahsoka nickte abermals. "Ja, die kenne ich. Ich mag sie echt gerne." "Ich auch. Ist eine Nette." "Oh ja.", sagte ich. "Egal. Komm, Liskaya." Ahsoka zog mich weiter. Ich höpfte ihr nach. Die Meister nahmen den Aufzug, der vor den hohen Rat führte. Eher ungeduldig warteten Ahsoka und ich vor den Türe bis der Aufzug frei würde. "Was denkst du, ist Meisterin Kriss über den Weg gelaufen?", fragte ich sie. "Keine Ahnung." Ahsoka war entweder nicht gesprächig, oder sie möchte mich nicht. Aus Höflichkeit tippte ich auf das Erste. Als der Aufzug endlich da war, verbrachten wir die Fahrt nach oben schweigend. Meiserin Shaak Ti stieg mit Leia Organa ein, aber beide verließen den Lift im vierten Stockwerk. Nach einer Ewigkeit kamen wir oben an. Begeistert stieg ich aus dem Aufzug, Ahsoka hinter mir. Die Tür zum Rat war geschlossen, der Gang leer. Ich nickte Ahsoka zu, dann drückten wir unsere Ohren an die Türe. Drinnen konnten wir dumpf folgendem Gespräch lauschen: "Sie hat Erfahrung mit dem Lichtschwert und bei mir ist sie sicher.". Es war unverkennbar Meisterin Shans Stimme. "Ein", sagte der Rat. "Ein", sagte noch jemand. "Ein", schloss Meisterin Satele. Ahsoka drehte sich enttäuscht zu mir und flüsterte: "Die Sitzung ist aus. Wir sind zu spät." "Aber-" "Liskaya, wir waren 15 Minuten im Aufzug. Und haben auch gewartet." "Aber ich muss hören was passiert ist!" Ahsoka rollte mit den Augen. "Komm schon!" Als ich mich nicht bewegte, drehte sie sich um. "Ich gehe kurz nachsehen, ob da vorne frei Bahn ist." Ich nickte, dann beschloss ich, das Selbe mit der andern Seite zu machen. Plötzlich sah ich eine weiße Gestalt, die ihr Ohr ebenfalls an die Wand drückte. Oh oh. Sie hatte uns sicher gesehen. Ehe ich denken konnte, rannte ich bereits weg. "Padawan! Stehen bleiben!" Oh Scheiße. Ich deutet Ahsoka, dass sie gehen sollte. Ahsoka schüttelte den Kopf. "Ich lasse dich nicht im Stich." Oh Mann. Ich drehte mich abermals um, und Ahsoka und ich sahen dem verärgertem Blick von Meisterin Atris entgegen. Sie hatte sonnengebräunte Haut, aber ebenso schneeweißes Haar wie ich. Als sie sah, dass ich eine Echani war, wurde ihr Blick weicher. "Was treibt ihr da?" Ahsoka sah mich an. Ich sah Ahsoka an. "Ihr habt gelauscht.", stellte Atris das offensichtliche klar. "Ihr doch auch.". Ehe ich vorher denken konnte, war mein Mundwerk schon wieder schneller, als mein Hirn. Na toll. "Wie bitte?" "Nichts. " "Meisterin...", Ahsoka sah mich fragend an. "Atris.", flüsterte ich. "...Atris. Wir waren nur... Zufällig hier." "Das könnt ihr dem Rat erklären. Und jetzt rein da." Sie schob uns vor die Tür des Ratsaales. Ich wurde wahrscheinlich noch bleicher, als ich eh schon war. "WIR GEHEN ZUM RAT?" Atris nickte.
OMG. JAAAA, BITTE, BITTE, JAAAA!
