Der Abend war lau und eine angenehme sommerliche Brise wehte durch die Straßen von London, als Hermine aus der Gasse heraustrat, in die sie der Portschlüssel transportiert hatte und den sie nun achtlos in den nächsten Mülleimer fallen ließ.

Ohne langes Zögern ging sie die Straße entlang und zog dabei ihr bodenlanges Kleid ein wenig nach oben, damit sie nicht aus Versehen darauf trat, während sie ihre Schritte beschleunigte. Sie war spät dran.

Hermine hätte eigentlich wissen müssen, wie perfektionistisch Draco sein konnte, wenn es ums Aussehen ging, doch sie hätte nie erwartet, dass er es in Kauf nehmen würde, dass sie zu spät kam, nur weil ihr Look in seinen Augen noch nicht perfekt war.

Sie verdrehte schmunzelnd die Augen, als sie an das Chaos zurückdachte, als sie frisch geduscht ihr Zimmer betreten hatte. Draco hatte offensichtlich ihren ganzen Schrank einmal komplett ausgeräumt und war mit seiner Ausbeute alles andere als zufrieden gewesen.

Letzten Endes hatte er eines ihrer hellen Sommerkleider genommen und es so lange mit seinem Zauberstab bearbeitet, bis er zufrieden war, während sie so ruhig wie möglich in der Mitte ihres Zimmers gestanden und sich hin und wieder auf seinen Befehl hin auf der Stelle gedreht hatte. Haare und Make-up hatten ihn glücklicherweise nicht ganz so viel Zeit gekostet und wieder mal war sie verwundert darüber gewesen, wie viel er offensichtlich von seiner Mutter gelernt hatte.

Bei dem Gedanken an die Blondine und die beiden anderen Frauen, denen sie bald wieder gegenüberstehen, ja mehr noch, in deren Armen sie bald über die Tanzfläche gleiten würde, beschleunigte sich ihr Herzschlag und plötzlich war sie, die stets um Pünktlichkeit bemühte Streberin, dankbar, dass sie spät dran war.

Sie hatte bislang überhaupt keine Sekunde Zeit gehabt, überhaupt über den anstehenden Abend nachzudenken, und somit auch keine Möglichkeit gehabt, sich in eine erneute Panikattacke hineinzusteigern.

Sie fiel in einen kurzen Trab, als sie die selbst zu dieser abendlichen Stunde gut befahrene Straße hastig überquerte und vor dem historischen Gebäude innehielt, das imposant vor ihr aufragte. Hohe Säulen und riesige Fenster erstreckten sich über die zwei Etagen des komplett in weiß gehaltenen Gebäudes.

Das sanfte Licht der Kronleuchter, das durch die großen Fenster auf die Straße fiel, tauchte das gesamte Banqueting House im Londoner Stadtteil Westminster in ein goldenes Licht und verlieh ihm ein beinahe sakrales Aussehen. Durch die geschlossenen Fenster konnte man gedämpft Menschenstimmen und klassische Musik hören, doch die Fenster waren zu weit oben, als dass man außer den hohen Decken und den goldenen Kronleuchtern etwas ausmachen konnte.

Auf eine seltsame Weise gab diese Tatsache Hermine ein Gefühl der Ruhe und Sicherheit. Was auch immer heute hier passieren würde, sie waren abgeschirmt von den Blicken der Welt, vor allem der Zaubererwelt, und sie beschloss, dass sie diese einmalige Gelegenheit, einen Abend an diesem besonderen Ort verbringen zu dürfen, genießen würde.

Diesen Entschluss gefasst, wandte sie sich nun etwas sichereren Schrittes der linken Seite des heute noch einzigen existierenden Teils des Whitehall-Palasts zu, wo sich der Eingang befand. Ein dunkelblauer Teppich war auf dem kurzen Weg zwischen Bürgersteig und der offen stehenden Eingangstür ausgerollt worden, der ihre Schritte in den weißen High-Heels dämpfte, die jetzt nicht mehr schnell und gehetzt waren und nun, da sie an ihrem Ziel angekommen war, ruhiger und langsamer wurden.

Sie ließ das Kleid los, das sie bis eben noch mit den Händen leicht nach oben gehalten hatte, und hörte, wie der Saum über den Teppichboden glitt, an dessen Rand in regelmäßigen Abschnitten Laternen mit Kerzen standen, die wie Soldaten Spalier zu stehen und sie in Empfang zu nehmen schienen.

Was Hermines Blick aber direkt auf sich gezogen hatte, waren die beiden Bäume, die zu beiden Seiten des Eingangs standen und über und über mit Lichtern bedeckt waren, sodass es so aussah, als hätten sie strahlend hell leuchtende goldene Blätter. Zusammen mit dem weichen Kerzenlicht und den Strahlern, die auf dem Boden an den Seiten des Gebäudes angebracht waren und die steinernen Wände beleuchteten, hatte Hermine das Gefühl, einen goldenen Märchenwald zu betreten, erst recht, als sie sah, was sie in der Eingangshalle erwartete.

Auch hier waren überall dezent am Rand kleine Bäume platziert worden, die wie ihre größeren Pendants an der Eingangstür eine golden leuchtende Baumkrone trugen und die Eingangshalle in ein angenehmes Licht tauchten.

Sie trat einen Schritt nach links, um einem eng ineinander verschlungenen Pärchen Platz zu machen, das lachend an ihr vorbeiging, um wohl kurz draußen Luft zu schnappen. Sie zuckte kurz zusammen, als sie plötzlich eine Bewegung vor sich ausmachte, um in der nächsten Sekunde lachen zu müssen, als sie sich selbst erkannte.

In ihrem Ausweichmanöver war sie vor einem riesigen goldgerahmten Spiegel gelandet, der vom Boden bis fast zur Decke reichte. Sie hatte sich zwar schon zuhause vor ihrem Aufbruch im Spiegel gesehen, aber der Spiegel an ihrem Kleiderschrank konnte bei weitem nicht mit diesem hier vor ihr mithalten, ganz abgesehen von dem goldenen Leuchten, das sie nun umgab und sowohl ihr Kleid als auch ihre Haut in den schönsten Bronzetönen erstrahlen ließ.

Mit einem zufriedenen Lächeln ließ sie ihren Blick von der eleganten Hochsteckfrisur über das bodenlange schneeweiße Kleid bis hinunter zu den ebenso weißen High-Heels gleiten. Der weiße Stoff schmiegte sich sanft um ihren Körper und betonte ihre Figur, ohne zu eng zu sein und ihr das Gefühl zu geben, zu viel von ihrer Figur preiszugeben.

Das hochgeschlossene Kleid war schulterfrei und wurde von feinen Trägern um ihren Hals zusammengehalten. Sie drehte dem Spiegel den Rücken zu und warf ihren Kopf über die Schulter, um ihren nackten oberen Rücken betrachten zu können, und stellte zufrieden fest, dass wirklich keine Spur von dem unsichtbaren BH zu sehen war, der wie das Kleid im Nacken zusammengehalten wurde.

Ohne BH hatte sie definitiv nicht gehen wollen und sie war unendlich dankbar, dass sie das Draco nicht lange hatte erklären müssen. Die Vorstellung, dass sich ihre Nippel ansonsten deutlich unter ihrem Kleid abgezeichnet hätten und damit nicht nur den Blicken der anderen Gäste ausgeliefert gewesen wären, sondern vor allem auch den Blicken der drei Frauen, mit denen sie heute Abend verabredet war, hatte Hermine nicht ausgehalten.

Gedanklich bedankte sie sich erneut bei Draco, dass er nicht nur darauf geachtet hatte, dass sie heute Abend präsentabel war, sondern sich vor allem auch stets liebevoll rückversichert hatte, dass sie sich wohlfühlte.

Sie drehte sich wieder nach vorne, wobei das Kleid um sie herumwirbelte und für einen kurzen Moment den langen Schlitz preisgab, der ihr bis zum Oberschenkel reichte, und in dem Augenblick wieder verschwand, als sie frontal vor dem Spiegel stand und das Kleid zur Ruhe kam. Sie atmete tief aus, als sie versuchte, dieselbe Ruhe in ihrem Inneren zu fühlen, als sie nervös die beiden feingliedrigen Armreife zurechtschob, die sich um ihre Handgelenke schlossen.

Mit einem letzten, wie sie hoffte, ermutigenden Blick in den Spiegel wandte sie sich ab und betrat die fast leere Eingangshalle, deren gewölbte Decken sich in sanften Spitzbögen über die gesamte Halle erstreckten.

Ihre Absätze hallten unangenehm laut auf dem dunklen Marmorboden wider und sie spürte, wie sich das nervöse Flattern in ihrer Magengegend noch verstärkte, als sie damit die durchdringenden Blicke der beiden in schwarz gekleideten Frauen auf sich zog, die an der Seite der Halle an einem Tresen gelehnt und in ein Gespräch versunken gewesen waren.

„Hermine." Die weiche Stimme der Schulleiterin, deren grüne Augen bei ihrem Anblick freudig aufgeleuchtet waren, umfing sie wie eine schützende Decke und sie spürte, wie sich die Nervosität in ihrem Inneren augenblicklich ein wenig legte.

Der unausgesprochenen Einladung folgend, die sie in Minervas Augen und den sich für sie öffnenden Armen las, ließ sie instinktiv ihre Arme um die schmale und überraschend feste Taille der Schottin gleiten und sich von der hochgewachsenen Frau, die sie auch in hohen Schuhen um einen Kopf überragte, an ihre Brust ziehen.

Hermine schloss genussvoll die Augen, als schlanke Arme sie umfingen und sie wie einen Kokon einhüllten. Der vertraute Geruch von Pergament, Ingwerkeksen und etwas, das ganz und gar Minerva McGonagall war, umfing sie. Wieder einmal war sie erstaunt darüber, wie schnell diese Frau es immer schaffte, sie zu beruhigen.

Doch kaum hatte sie diesen Gedanken zu Ende gedacht und erleichtert ausgeatmet, rührten sich die Schmetterlinge in ihrem Bauch erneut, als sie spürte, wie weiche Fingerspitzen ihr sanft über den nackten Rücken strichen, und sie konnte das Schaudern, das bei dieser zarten Berührung von Haut auf Haut durch ihren Körper fuhr, nicht unterdrücken.

Hermine verfluchte die hochsensiblen Animagusfähigkeiten der schwarzhaarigen Frau, als Minerva, die das Schaudern der jüngeren Frau offensichtlich sofort gespürt hatte, sie noch fester an sich zog. Der wenige Abstand, der eben noch zwischen ihnen gewesen war, löste sich auf und Hermine war sich nun nur allzu sehr der weichen Brüste, des flachen Bauches und des weiblichen Beckens bewusst, die sich da an sie pressten.

Eine unbändige Hitze brach plötzlich in ihrem gesamten Körper aus und fand ihren höchsten Siedepunkt in ihrem Unterleib, als die ältere Frau ihr nun mit beiden Händen und etwas mehr Druck über den Rücken streichelte. Die Geste, mit der Minerva wohl die Intention verfolgt hatte, die Frau in ihrem Armen zu beruhigen, löste das komplette Gegenteil in ihr aus und sie musste sich zusammenreißen, bei den über ihre Haut wandernden Händen nicht lustvoll aufzuseufzen.

„Ist dir kalt, Liebes?", fragte Minerva besorgt.

Angesichts der Hitze, die Hermine von innen zu verbrennen schien, war die Frage so unfassbar absurd, dass sie nicht anders konnte und laut auflachen musste. Die feingliedrigen Hände, die sie eben noch gestreichelt hatten, hielten mitten in der Bewegung inne, packten sie sanft an den Schultern und schoben sie ein Stück nach hinten. Hermine sah zu der Schulleiterin auf. Fragend bohrten sich Minervas grüne Augen in Hermines schokoladenbraune.

„Nein", kicherte Hermine, die Arme immer noch um die Taille der hochgewachsenen Frau geschlungen. Als Minerva sie immer noch ernst und fragend betrachtete, riss Hermine sich zusammen und erwiderte den Blick mit einer ebensolchen Ernsthaftigkeit, auch wenn sie dabei immer noch lächelte.

Ihr Herz machte einen kurzen Hüpfer, als sie sich dazu entschloss, mutig zu sein und die Hitze, die sie tief in ihrem Körper empfand, in ihren Blick zu legen, auch wenn der intensive Blick aus grünen Augen sie zunehmend nervös machte.

Es kostete sie jedoch noch weitaus mehr Mut, ihre linke Hand über die Seite der älteren Frau wandern und auf ihrem Rippenbogen zur Ruhe kommen zu lassen, direkt unter Minervas Brust. Sie konnte unter ihrer Hand spüren, wie Minerva scharf die Luft einsog, als Hermine ihren Daumen sanft, aber bestimmt über diese Stelle streichen ließ und dabei ihrer Brust gefährlich nahekam.

Diese Reaktion in der sonst so beherrschten Frau hervorrufen zu können, gab Hermines Selbstbewusstsein einen so plötzlichen Schub, dass sie mit einer verführerischen Stimme, die sie von sich selbst überhaupt nicht kannte, flüsterte: „Nein, Minerva, mir ist alles andere als kalt…"

Hermine grinste triumphierend, als Minerva überrascht die Augen aufriss und sich eine leichte Röte auf ihren hohen Wangenknochen ausbreite, bevor sich ein Lächeln auf ihre schmalen Lippen stahl und ihre grünen Augen amüsiert funkelten.

Auch ohne etwas zu sagen, wusste Hermine, dass die intelligente Frau ihren Blick, ihre Berührung, ihre Stimmlage und vor allem die Tatsache, dass sie sie zum ersten Mal mit dem Vornamen angesprochen hatte, genauso gedeutet hatte, wie Hermine es beabsichtigt hatte: Sie war bereit. Für heute Abend, für die nächsten drei Wochen und alles, was sie mit sich bringen würden.

Woher diese innere Überzeugung plötzlich kam, wusste Hermine nicht, besonders wenn sie daran dachte, wie panisch sie bei der Vorstellung vor mehreren Stunden noch gewesen war, mehrere Dates mit der Schulleiterin von Hogwarts und den beiden Black-Schwestern zu haben. Die Ruhe selbst war sie in diesem Moment bestimmt nicht und würde es in den nächsten drei Wochen auch bestimmt nicht werden, aber wenigstens konnte sie die Idee, sich auf dieses Experiment einfach einzulassen, nun akzeptieren und dafür war sie dankbar.

„Dann ist ja gut", holte Minerva sie aus ihren Gedanken zurück, die immer noch lächelnd auf sie herabblickte, zu Hermines Leidwesen von ihr abließ und einen Schritt zurücktrat, um sie in Augenschein zu nehmen: „Du siehst bezaubernd aus, Liebes."

Hermine fühlte, wie sie erneut errötete, strahlte aber übers ganze Geicht angesichts des Kompliments und ließ wiederum ihre Augen über das lange schwarze Kleid der Schulleiterin gleiten: „Das Kompliment kann ich nur zurückgeben, Minerva. Du bist wunderschön."

Und das war sie wirklich. Die langen schwarzen Haare waren zu einer simplen Hochsteckfrisur frisiert, die ihr schmales Gesicht umfing und ihre Züge noch weicher wirken ließen als heute Nachmittag im Café und ihren langen Schwanenhals betonten, an dessen Seite zwei grüne Smaragdohrringe hingen, die mit ihren Augen um die Wette funkelten.

Trotz der Schlichtheit des Kleides zeigte es so viel mehr, als Minerva McGonagall sonst von ihrem Körper preisgab. Es schmiegte sich wie eine zweite Haut an ihren schlanken Körper, vom eckigen Ausschnitt, der lediglich ihre Schlüsselbeine zeigte, über die langen Ärmel bis hinab zu ihren langen Beinen, von denen eines aus einem dezenten Schlitz des Kleides lugte, der bis übers Knie der älteren Frau reichte, und von dem Hermine im Laufe des Abends bestimmt noch mehr sehen würde, wenn die Frau sich erst bewegte. Sie biss sich auf die Unterlippe bei dem Gedanken.

Ein belustigtes Schnauben zu ihrer Linken ließ ihren Kopf herumschnellen und sie in die wissenden blauen Augen von Narcissa Black blicken, die Hermine, ohne zu zögern, in ihre Arme zog und ihr einen Kuss auf die Wange hauchte.

Der blumige und fruchtige Duft ihres Parfüms, den Hermine schon heute Nachmittag gerochen hatte, hüllte sie nun viel intensiver ein. Sie musste den Impuls unterdrücken, sich in den offensichtlich nackten Rücken der Frau zu krallen, als Narcissa ihre Lippen über ihre Ohrmuschel streichen ließ und mit heißem Atem flüsterte: „Du siehst atemberaubend aus, Liebling."

„Danke, Narcissa", brachte sie heiser hervor. Sie konnte das Lächeln der älteren Frau geradezu neben sich spüren, das der Klang ihres Namens aus Hermines Mund augenscheinlich ausgelöst hatte. Narcissa summte zufrieden und drückte ihr wie zur Belohnung einen sanften Kuss auf den Hals, genau dort, wo Hermines Puls plötzlich rasend schnell pochte.

Nun krallte sie doch ihre Hände in den festen Rücken der Frau, was Narcissa nur noch mehr zu animieren schien, denn sie ließ nun auch ihre Zunge über Hermines Halsschlagader gleiten und die jüngere Frau japste erschrocken auf.

Unwillkürlich zuckte sie zurück, was Narcissa lediglich mit einem teuflischen Grinsen blutrot geschminkter Lippen quittierte, das dem ihrer ältesten Schwester wie aus dem Gesicht geschnitten war und plötzlich erkannte Hermine die Familienähnlichkeit der Black-Schwestern.

Als hätte Hermine ihre Gedanken laut ausgesprochen, schmunzelte Narcissa vielsagend und ließ ihre plötzlich hungrig aussehenden Augen über Hermines Körper wandern. Unwillkürlich folgte Hermine ihrem Blick an ihrem eigenen Kleid hinunter und versuchte, die Spannung zu lösen, die in der Luft lag, indem sie sagte: „Draco hat einen phänomenalen Geschmack."

Stolz blitzte in den blauen Augen auf, die langsam wieder nach oben wanderten und Hermines fanden: „Ja, den hat er."

Wie bei Minerva zuvor, nahm sie auch gegenüber Narcissa ihren Mut zusammen und flirtete: „Von wem er den wohl hat?"

Blaue Augen funkelten provokant, als Narcissa eine Hand in ihre Hüfte stemmte, den Kopf hob und sich vor Hermine in Pose warf, als sie mit einer einladenden Bewegung auf ihr Kleid deutete: „Sag du es mir."

Hermine stockte der Atem. Was aus direkter Nähe wie ein schlichtes ärmelloses schwarzes Kleid ausgesehen hatte, das zwar hauteng, aber bis hinauf zum Hals geschlossen war und somit nur wenig Haut entblößte, entpuppte sich mit ein wenig Abstand als glitzernde Versuchung.

Das Kleid hatte wie ihr eigenes und das von Minerva einen Schlitz, doch der von Narcissas Kleid führte an der Vorderseite entlang und so weit nach oben, dass es wahrscheinlich nur gerade noch so als angemessen für einen Ball durchgehen konnte, und Hermine sich fragte, ob sie einen Blick auf ihre Unterwäsche erhaschen würde, wenn sich Narcissa auch nur einen Schritt bewegte.

Was Hermine aber tatsächlich Probleme beim Atmen bescherte, war gar nicht das geradezu sündhafte Maß an nacktem Bein, das Narcissa mit ihrem Kleid offen zur Schau stellte, sondern der obere Teil des Kleides.

Ein florales Muster zog sich von Narcissas Hals über ihre rechte Brust, während ein weiteres ihre linke Brust bedeckte und seitlich bis zu ihrem Schambein reichte. Auf dem schwarzen Stoff glänzten unzählige keine silberne Steinchen wie Sterne am dunklen Nachthimmel. Der Rest ihres Oberkörpers, vor allem ihr Bauch, ihre rechte Seite und der Bereich zwischen ihren Brüsten war zwar von Stoff bedeckt, doch dieser war komplett durchsichtig.

Narcissas schmale Taille, ihre straffe Bauchdecke, die sich mit jedem ihrer beneidenswert ruhigen Atemzüge hob und senkte, sowie ihr Bauchnabel waren Hermines hungrigem Blick vollkommen ausgesetzt und die jüngere Hexe hatte Mühe, ihre körperlichen Reaktionen angesichts dieses Anblicks unter Kontrolle zu halten.

Sie spürte, wie sich ihr Unterleib himmlisch zusammenzog, als sie sich vorstellte, wie sie ihre Zunge in Narcissas Bauchnabel stieß, um anschließend ihre Bauchmuskeln mit ihrer Zunge nachzuzeichnen und schließlich einen heißen Kuss zwischen den Brüsten der älteren Frau zu platzieren, die zu diesem Zeitpunkt hoffentlich nicht mehr so ruhig atmen würde wie jetzt, sondern unter Hermines Berührungen zittern und beben würde.

Ein Räuspern ließ sie aufblicken und sie stellte erschrocken fest, dass sie viel zu lange völlig in Gedanken versunken auf Narcissas Oberkörper gestarrt hatte. Erst jetzt wurde sie sich auch ihrer Zunge bewusst, die sich während ihres alles andere als unschuldigen Gedankengangs aus ihrer Mundhöhle gestohlen hatte und langsam über ihre Oberlippe geglitten war.

Schnell zog sie ihre Zunge zurück in ihren Mund, doch es war bereits zu spät. Die Lust, die in Narcissas plötzlich viel dunkleren blauen Augen loderte, zeigte ihr unmissverständlich, dass der Blondine die Wirkung, die sie auf Hermine hatte, keinesfalls entgangen war. Völlig unnötigerweise und wahrscheinlich nur, um Hermine noch zusätzlich zu quälen, ergänzte sie: „Das ist mir Antwort genug."

Hermine schluckte mühevoll, als sie versuchte, Narcissas intensivem Blick standzuhalten. Dass sie ihre blonden Haare zu einem engen Dutt zusammengebunden hatte, der dem, den Minerva sonst immer in Hogwarts trug, durchaus Konkurrenz machen konnte, half dabei auch nicht gerade, auch wenn sie in ihren eine schwarze Rose gesteckt hatte.

Der fast schon gefährlich aussehende Look wurde perfekt ergänzt von silbern glänzenden High-Heels und ebenso silbern glänzenden Ohrringen in Form von Schlangen, die auf die Schultern der schwarz gekleideten Königin des Hauses Slytherin hinabzugleiten schienen.

Bevor Hermine sich aber der Fantasie von Narcissa als Königin hingeben konnte, vor der sie niederknien und der sie willenlos zu Diensten sein wollte, räusperte sie sich, blickte suchend zwischen Minerva und Narcissa hin und her und fragte: „Wo ist Bellatrix, kommt sie wieder zu spät?"

Sie atmete erleichtert aus, als Narcissa sie vom Haken ließ und tatsächlich auf ihre Frage einging, als sie in Richtung einer Tür auf der gegenüberliegenden Seite der Eingangshalle deutete und antwortete: „Sie ist auf der Toilette. Irgendetwas mit ihrem Outfit."

Sie verdrehte kopfschüttelnd die Augen: „Und die Leute sagen, ich wäre die eitelste von uns."

Hermine lachte auf, doch das Lachen blieb ihr im Hals stecken, als die Tür der Damentoiletten in diesem Moment aufging und eine junge rothaarige Frau eilig heraustrat, deren Gesichtsfarbe eindeutig mit ihrer Haarfarbe mithalten konnte, so rot waren ihre Wangen. Direkt hinter ihr lief Bellatrix.

Etwas an der Art und Weise, wie sich die Rothaarige nervös nach Bellatrix umblickte, gefiel Hermine ganz und gar nicht, und noch weniger gefiel ihr das Grinsen, das Bellatrix der unbekannten Frau zuwarf, als hätte sie vor dem Abendessen vorbotenerweise schon mal vom Nachtisch genascht.

Was zur Hölle war zwischen den beiden in der Damentoilette passiert? Kannte Bellatrix die Frau? Wie lange waren sie überhaupt da drin gewesen? Als eine kleine Stimme in ihrem Hinterkopf vorschlug, Narcissa danach zu fragen, realisierte sie, welch bescheuerte Wendung ihre Gedanken gerade genommen hatten.

Ernsthaft, Granger? Du willst ihre Schwester danach fragen, wie lange sie in der Damentoilette war? Und mit welcher Begründung? „Ach, Narcissa, weißt du, für meine Entscheidung, wer von euch allen die richtige für mich ist, möchte ich schon wissen, wie viel Zeit ihr durchschnittlich im Bad verbringt." Ja doch, total glaubwürdig. Frag doch am besten gleich Bellatrix direkt, was sie da mit der Rothaarigen auf der Damentoilette getrieben hatte. Was war das überhaupt für ein Flittchen, das mit einer wildfremden Frau auf einer Toilette rummachte?

Missbilligend beäugte Hermine das hautenge weiße Kleid der Rothaarigen, das für ihren Geschmack viel zu kurz und viel zu tief ausgeschnitten war. War das Bellatrix' Typ Frau? Billig und leicht zu haben? Sie folgte der rothaarigen Frau mit ihren Blicken auch noch, als sie nach links abbog und durch eine der großen Türen glitt, die wahrscheinlich zum Ballsaal führten, während Bellatrix weiterhin auf sie zusteuerte.

Hermines Augen weiteten sich, als sie nun eine vollständige Sicht auf die älteste Black-Schwester hatte, und plötzlich konnte sie es der Rothaarigen gar nicht allzu sehr verübeln, dass sie beim Anblick der schwarzhaarigen Schönheit schwach geworden war.

Genau wie Minerva und Narcissa war Bellatrix ganz in schwarz gekleidet, doch im Gegensatz zu den anderen beiden Frauen trug Bellatrix einen Anzug. Naja, zumindest Teile davon. Schwarze High-Heels, schwarze Anzughose, schwarze Weste. Sonst. Nichts. Keine Bluse, keine Anzugjacke, die ihre auffallend muskulösen Arme hätten verdecken können. Himmel, trug die Frau überhaupt einen BH?!

Hermine vermochte es bei dem tiefen Ausschnitt der Weste wirklich nicht zu sagen, die so eng saß, dass sie sich ernsthaft fragte, ob sie Bellatrix' voller Oberweite den ganzen Abend über standhalten könnte.

Hermines Finger zuckten bei der Vorstellung, die drei Knöpfe, die Bellatrix' Weste vorne zusammenhielten, der Reihe nach von oben nach unten zu öffnen, um ihre Brüste aus ihrem engen Gefängnis zu befreien. Die Weste reichte zudem nicht mal bis zum Bund ihrer Hose und ließ den Blick frei auf ihren Bauchnabel und die Ansätze sehr ausgeprägter Bauchmuskeln frei. Scheiße, hatte sie sogar einen V-Cut? Fuck.

Hermines Körper schien nicht zu wissen, ob ihm heiß oder kalt werden sollte. Na gut, das wars, ich geb auf. Wo kann ich mich schon mal für meine Beerdigung anmelden? Denn diese Frau wird ganz sicher mein Tod sein.

Mit jedem Schritt, den Bellatrix, auf sie zumachte, schien Hermines Herz noch schneller zu rasen. Was war es nur mit den Black-Schwestern und ihrer Art zu gehen, als ob ihnen die ganze Welt gehörte? Lernte man sowas, wenn man in einem Reinblüter-Haushalt aufwuchs?

Ihre dunklen Locken, die ihr wie immer offen über die muskulösen Schultern fielen, hüpften bei jedem ihrer Schritte, ein selbstbewusstes Lächeln auf den dunkelrot geschminkten Lippen, die sich nun öffneten, als sie vor Hermine stehen blieb: „Da ist ja die Frau der Stunde. Mmmh, kleine Hexe…"

Die Hände lässig in den Hosentaschen vergraben, ließ sie ihren Blick anerkennend über Hermine gleiten, die sich unter den lüstern glänzenden schwarzen Augen der älteren Frau plötzlich nackt fühlte. Völlig unerwartet griff Bellatrix nach ihrer Hand und führte sie in eine langsame Pirouette, um sie von allen Seiten begutachten zu können, bis Hermine wieder mit dem Blick zu ihr stand, plötzlich viel näher als eben noch. „…du siehst zum Anbeißen aus."

Hermine fühlte die Hitze in ihren Wangen, als sie hervorbrachte: „Danke, Bellatrix. Und du…du siehst…"

Sie rang nach Worten, als ihre Augen an dem einzigen Schmuckstück hängen blieben, das sich um Bellatrix' Hals schmiegte: Eine silbern funkelnde Schlange mit grünen Augen wand sich um ihren Hals, während ihr Schwanz sich in Richtung ihres Ausschnitts zu schlängeln schien, als wäre er daraus hervorgekrochen.

Tausend Adjektive schossen Hermine durch den Kopf, die Bellatrix' Aussehen hätten beschreiben können, doch keines davon wagte sie laut auszusprechen, besonders nicht in der Gegenwart der anderen beiden Frauen: Heiß, sexy, zum Niederknien, anbetungswürdig, unwiderstehlich,…

Bevor sie sich auf ein Wort festlegen konnte, schlug Bellatrix vor: „…so gut aus, dass es dir die Sprache verschlagen hat?"

Das arrogante Grinsen der älteren Frau provozierte sie zu einem langsamen Kopfschütteln: „Nein."

Sie genoss das kurze verunsicherte Aufblitzen in den schwarzen Augen vor ihr, bevor Bellatrix sich ebenso schnell wieder fing und forschend die Augen zusammenkniff.

„Du siehst so gut aus", sie trat noch einen Schritt näher an Bellatrix heran, „dass alle Worte, die mir dazu einfallen", sie ließ ihren Blick kurz vielsagend zu Bellatrix' dunkelroten Lippen zucken, bevor sie ihr wieder direkt in die Augen sah, „unangemessen wären."

Bellatrix' Mund öffnete sich überrascht, doch kein Laut drang aus ihrem Mund.

„Bellatrix Black sprachlos – dass ich das noch erleben darf."

Hermine wandte sich zu Narcissa um und erwiderte ihr breites Grinsen.

Bellatrix schien sich wieder gefangen zu haben und konterte: „Sehr witzig, Cissy. Ich war nur…überrascht. Die kleine Hexe hat plötzlich viel mehr Mumm als heute Nachmittag."

„Natürlich hat sie den, sie ist ja schließlich nicht ohne Grund in meinem Haus", meldete sich Minerva zu Wort. Hermine meinte Stolz, aber auch eine gewisse Anspannung in der Stimme der Schulleiterin zu hören. Sie trat neben Hermine und bot ihr ihren Arm an, in den sich Hermine lächelnd einhakte. „Wollen wir dann oder wollt ihr noch länger hier in der Eingangshalle herumstehen?"

Bellatrix' Lippen kräuselten sich verärgert angesichts Minervas besitzergreifender Geste, verkniff sich jedoch offensichtlich einen Kommentar, als Narcissa sich bei ihr einhakte und ihr einen vielsagenden Blick zuwarf.

„Nun denn, weise uns den Weg, oh Schulleiterin", sagte sie nur spöttisch. Hermine beschlich die Befürchtung, dass die Spannung, die schon nachmittags im Café zwischen den beiden temperamentvollen Frauen geherrscht hatte, auch an diesem Abend einen Weg finden würde, sich zu entladen, und konnte nur hoffen, dass der Abend nicht in einem Duell auf Leben und Tod enden würde. Sie vermochte in diesem Moment nicht einzuschätzen, wer von den beiden mächtigen Hexen einen solchen Kampf gewinnen würde.

Inspiration für den Ball im Banqueting House: .uk/news/articles/an-evening-of-champagne-and-shadows-at-the-banqueting-house-2019-11-26

Hermines Kleid: r/EmmaWatson/comments/i28y10/white_dress/?rdt=58376

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