"Doch", dache Wanda.

Doch.

Doch er kam nicht.

Nicht der Tod, nicht der Aufschlag.

Unkontrollierbar waren Wanda's Kräfte aus ihren Händen geströmt, und hatten sie hoch getragen. Wanda hatte sich gewehrt, aber es hatte nichts gebracht. Sie seufzte. Selbst der Tod war ihr genommen worden!

"Wanda! Verdammt...", hörte sie die Stimme.

Sie klang vertraut, älter als sie und irgendwie nach...

Wanda schwebte hoch, bis sie wieder oben landete und die Person sah.

"Wong?"

Wanda war weniger überrascht, als sie klang.

"Verdammt, Wanda, was sollte das denn? Woher kommst du überhaupt? Stephen hat gesagt du seist tot!"

Wanda sagte nichts. "Bitte sag mir, dass du gerade nicht versucht hast dich umzubringen. Danach sah es nämlich aus...", sagte er, seine gelbe Jacke enger um sich schlingend. "Was machst du hier?", fragte Wanda. Sie war überrascht, wie ruhig sie klang. "Wanda, das ist ein sagenumwobener Tempel, natürlich sehe ich mir den als oberster Zauberer an. Warte, wie hast du eigentlich überlebt? Wo ist der Stefan?"

"Woher soll ich wissen, wo STEPHEN", sie betonte den Namen, "ist?" Wong zuckte mit den Achseln. "Als oberste Hexe hast du sicher einen Bonus Kompass." "Und du als oberster Zauberer nicht?" Wong sah verwirrt aus. "Wie geht es dir?", fragte er schließlich. "Verdammt, Wong, ich habe gerade 2x versucht mich umzubringen! Und jetzt geh bitte für meinen dritten Versuch. Oder du bist unabsichtlich auch dabei."

"Wanda...", begann Wong, doch Wanda schnitt ihm das Wort ab. "GEH. Ich dachte dieser Ort ist für Zauberer sowiso verboten, das hast du doch gesagt oder?" Wong sah aus, als wollte er etwas sagen, aber er sagte nichts. "Ich bitte dich. Bitte. Erzähl es nicht Stephen. Niemandem. Sag America dass es mir leid tut. Das ist meine Entscheidung, Wong. Bitte fühl dich nicht schuldig." Wong nickte, schwach und abgebrochen. "Danke.", sagte Wanda, dann hörte sie Wongs Stimme erneut.

"Kann ich noch etwas... Für dich tun?" Er klang unentschlossen, sie allein zu lassen.

"Nein." "Dann mal... Auf Wiedersehen. Oder besser auf Nimmerwiedersehen." Wanda nickte, sie hörte wie Wong schluckte, dann vernahm sie das Geräusch von einem geöffnetem Portal. Als sie sich das nächste Mal umdrehte, war Wong fort. Nur die Fußstapfen im Schnee kündeten von seiner Abreise.

"Gut, nochmal.", dachte sie. Warum nahm sie das überhaupt so leicht? Sie war kurz davor Selbstmord zu begehen!

Seufzend ließ sie sich auf den Boden fallen. "Ich kann das nicht... Ich kann es einfach nicht."

"Nun, darauf würde ich nicht wetten.", kommentierte eine fremde Stimme.

Wanda drehte sich blitzschnell um. Ein in grün gekleideter Mann stand vor ihr. Er war groß und hübsch und seine Augen strahlen nur so vor Belustigung und Intelligenz. Seine schwarzen Haare gingen ihm ein wenig über die Schultern, aber er sah gepflegt und ordentlich aus- und etwas eitel. Er kam ihr merkwürdig bekannt vor.

"Wer bist du?", fragte Wanda, als sie aufgestanden war.

"Du kennst mich nicht?", fragte er und eine Spur Enttäuschung flog über sein Gesicht. "Nein." Wanda wich ein paar Schritte zurück.

"Aber ich kenne dich. Du bist die, die man die 'Scarlet Witch' nennt."

Wanda sagte nichts.

"Stimmt das?", fragte der Mann und ging einen Schritt weiter auf sie zu.

"Ich bin die Scarlet Witch. Aber wer sind Sie?" Der Mann ging nicht darauf ein, sondern fragte erneut weiter. "Was hast du hier eigentlich gemacht?" Er blickte auf den zerstörten Tempel.

"Geht dich das was an?", entgegnete Wanda giftig. Ihr Gegenüber zuckte mit den Achseln. "Es war nur eine Frage. Du hast doch nicht etwa diesen Tempel hier zerstört, oder, Scarlet Witch?"

"Wanda. Wanda Maximoff."

"Avenger.", sagte der Fremde.

"Ja. Zumindest soweit ich weiß. Aber wer sind Sie und woher kennen Sie mich?"

Der Mann sah sie an und ging noch einen Schritt auf sie zu. "Du bist ein Avenger, und nicht nur das. Jeder kennt deinen Namen, aber vor allem kennt jeder deine Taten."

Wanda hielt die Luft an. Wer war dieser Typ? "Kennen wir uns?", fragte sie.

"Persönlich? Noch nicht. Aber gehört habe ich viel über dich. Schon vor deiner Geburt, übrigens."

"Wer zum Teufel sind Sie?", fragte Wanda nun sichtlich gereizt.

"Ich möchte dir helfen Wanda. Beziehungsweise musst du mir helfen. Wir haben... Um so auszudrücken, wie es ist, wir haben Mist gebaut. Echten Mist. Beide den Selben, aber zu tun hatten wir nichts miteinander."

"Was haben wir denn gemacht?". Langsam aber sicher verlor sie die Geduld.

"Meinen ausgesprochen Glückwunsch, Wanda Maximoff. Du hast erfolgreich das Multiversum geöffnet."

"Das Traumwandeln? Das ist doch schon ewig aus."

Der Mann hatte offensichtlich mit einer anderen Reaktion gerechnet. "Was?"

"Traumwandeln! Man bemächtigt sich einer Variante von sich selbst und richtet massive Schäden an. Traumwandeln, eben."

"Nein, das meine ich nicht. Das Problem ist, wie folgt. Durch deine überaus dumme Westview Action, hast du deinen Teil beigetragen. Durch meine... Zeitreise und sozusagene Wiederbelebung, habe ich das Multiversum geöffnet.

Abgesehen davon, dass wir jetzt die TVA am Hals haben", auf Wanda's fragenden Blick, fügte er: "Die sozusagenen Zeit-Polizisten", hinzu. "Jedenfalls ist aber auch noch das Multiversum offen, die Zeitsträhle sind außer Kontrolle, nachdem eine Variante von mir, Sylvie, meine Güte, Sylvie...egal, wir haben auf jeden Fall ein Problem."

Wanda war nur verwirrt.

"Okay, und das wäre?" "Habe ich dich schon gesagt! TVA, kaputter Zeitstrahl, die Basics eben. Das bedeutet, es sind überall andere Dimension offen. Und frag erst gar nicht, deine Kinder und Vision wirst du nicht dort finden."

Wanda machte ihren Mund wieder zu. "Oh. Warum nicht?" "Wenn es so einfach wäre! Ich kann meine Mutter auch vergessen. Eine dieser dummen Regeln. An Ende müssen wir wieder in unserer Dimension landen, oder wir werden ausgelöscht, wie als hätte Thanos geschnippst. Und das wollen wir ja nicht nochmal erleben, oder?"." Woher-?"

"Eine Bibliothek mit Prophezeiung macht sich bezahlt. Etwas namens 'Internet' aber auch."

"Und was hat das jetzt mit mir zu tun? Also diese ganze Multiversums Geschichte?"

"Du hast mitgeholfen, es zu öffnen. Und du hast eine Bestimmung zu erfüllen. Hat dir das noch keiner gesagt?"

"Zerstörerin oder Beherrscherin des Multiversums. Ja, ist mir mal untergekommen."

"Genau. Und aus diesem Grund brauche ich dich. Du und ich, wir müssen das Multiversum flicken. Sonst gibt es bald ein Problem."

"Und das wäre?"

"Eine Masseninkursion."

"Oh. Na dann sollten wir uns beeilen."

"Also hilfst du mir?", fragte der Mann.

"In Ordnung."

"Gut, dann nimm meine Hand."

Wanda trat nach vorne und streckte ihre Hand aus. "Nur noch eine Frage.", sagte sie.

"Ich höre."

"Wer bist du?"

"Oh! Verzeih, ich hatte vergessen, dass ich ja anscheinend doch nicht in dem Gedächtnis der Menschen hängengeblieben bin! Aber wenn ich es dir sage, wirst du dich sicher erinnern.

Ich bin Loki, Prinz von Asgard. Und übrigens Thors Bruder. Schön dich kennen zu lernen, Wanda Maximoff."

"Ebenfalls.", entgegnete Wanda trocken und sah den Mann vor ihr an. Der Tag konnte doch kaum komischer werden.

Dann ergriff sie Lokis Hand.