10. Dezember: Direktheit

Am nächsten Morgen stieg Dominique vorsichtig aus Roses Kamin. Erleichtert stellte sie fest, dass der Trank gegen Schwindel, den ihr die Teamheiler gestern vor dem Training gegeben hatten, immer noch wirkte. Sie hatte wirklich Kummer gehabt, dass sie in ein paar Tagen nicht würde spielen können, weil teilweise schon die einfachsten Bewegungen zu viel für sie gewesen waren, aber die Heiler hatten sich da keine weiteren Sorgen gemacht, sie allerdings auch daran erinnert, dass sie nicht mehr lange würde spielen können, wenn sie schwanger bleiben wollte, weil die Liga da sehr strenge Regeln hatte. Spätestens im zweiten Trimester würde Schluss sein. Was Dominique gar nicht gerne gehört hatte und sie nur weiter verunsicherte.

„Hallo?", rief sie zögerlich. „Jemand Zuhause?" Im Wohnzimmer war niemand, nur ein Haufen Spielzeug, das verstreut auf dem Boden lag. Vorsichtig stieg Dominique um Bauklötze, Legosteine, eine Puppe und mehrere Kuscheltiere herum. Im Esszimmer war auch niemand, nur das benutzte Frühstücksgeschirr stand noch auf dem Tisch. In der Küche wurde Dominique schließlich fündig. Rose saß auf dem Barhocker an der Theke und schlief tief und fest, in der Hand den Tagespropheten. „Rose?", fragte Dominique vorsichtig. Sie hatte ein schlechtes Gewissen, ihre Cousine zu wecken, aber sie musste in einer Stunde beim Training sein und hatte keine Zeit zu warten, besonders, weil morgen schon das Spiel war.

Rose schreckte auf. Die Zeitung fiel ihr aus der Hand und sie wirbelte herum, den Zauberstab in der Hand.

Dominique hob besänftigend die Hände. „Ich bin's nur. Sorry, dass ich dich geweckt habe."

„Nic?", sagte Rose ungläubig und rieb sich ihre müden Augen. „Was machst du denn hier? Ist etwas passiert? Ist es wieder Grandpas Herz? Oder ist was mit deinen Eltern?" Ihre Augen wurden groß. „Oder Andromeda?"

Dominique schüttelte den Kopf. „Nein, allen geht's gut, soweit ich weiß. Alles in Ordnung."

„Was machst du dann hier?", wollte Rose verwirrt wissen. Eine berechtigte Frage. Dominique war noch nie einfach bei Rose zu Besuch gekommen. Sie war überhaupt nur einmal in dem Haus gewesen, in das Rose, Scorpius und ihre Familie vor ein paar Jahren gezogen waren und das war zur Einweihungsfeier gewesen. Rose und sie hatten sowieso ziemlich wenig miteinander zu tun. Sie verstanden sich zwar recht gut, wenn sie sich bei Familienfeiern über den Weg liefen, aber hatten sonst kaum Kontakt. Sie waren zwar im gleichen Haus gewesen, aber fünf Jahre auseinander, was in Hogwarts eine Ewigkeit war. Außerdem war Dominique hauptsächlich auf Quidditch fokussiert gewesen, während Rose die meiste Zeit mit Lernen beschäftigt war, um ihr großes Ziel, nach der Schule Heilerin zu werden, erreichen zu können.

Um ehrlich zu sein war Dominique ihre Cousine immer ziemlich langweilig vorgekommen, so wie Tante Hermine. (Es fiel Dominique schwer, ihre relativ langweilige und spießige Tante mit den Geschichten in Einklang zu bringen, die sie immer hörte. Von wegen, heimlich den Vielsafttrank brauen, illegale Verteidigungsgruppen gründen, in Gringotts einbrechen … und dann soll sie auch noch mit einem der besten Sucher, die es je gegeben hatte, zusammen gewesen sein … nein, das passte überhaupt nicht zu ihrer Tante.) Immer, wenn Dominique Rose im Gemeinschaftsraum gesehen hatte, hatte sie ihre Nase in ein Buch gesteckt oder versucht, James von irgendwelchem Unsinn abzuhalten. Das aufregendste, was sie je gemacht hatte, war mit dem Erzfeind der Weasleys zusammen zu sein, und da Scorpius zu diesem Zeitpunkt bereits der beste Freund von Albus und ein gerngesehener Gast im Fuchsbau gewesen war, war selbst das nicht so spektakulär, wie es hätte sein können. Es war überhaupt nur spektakulär, weil Onkel Ron Jahre gebraucht hatte, sich nicht mehr über die Beziehung aufzuregen. Es hatte lange gedauert, aber irgendwann hatten sie ihn wohl mürbe gemacht. Aber nach zwei Kindern hatte er seine Hoffnung, dass es nichts Ernstes war zwischen Rose und Scorpius, wohl endlich begraben.

„Es tut mir Leid, dass ich hier so unangemeldet reinplatze und dich störe", fing Dominique schließlich unsicher an und biss sich auf die Lippe. „Es ist nur … Vic hat gemeint, dass ich mit dir sprechen soll, weil du das am besten verstehst und ich dachte …"

„Bist du krank?", fragte Rose besorgt und glitt vom Barhocker. Sie kam zu Dominique und legte ihr eine Hand auf die Stirn, bevor sie ihr Handgelenk nahm und ihren Puls fühlte. „Du siehst wirklich ziemlich blas aus. Und dein Puls ist ziemlich unruhig. Aber ihr habt doch genug Teamheiler, dafür musst du nicht extra zu mir kommen …", sagte sie mit gerunzelter Stirn. Rose war, abgesehen von Andromeda, die schon lange im Ruhestand war, die einzige Heilerin in der Familie und wurde oft für einen medizinischen Rat missbraucht. Damals, als Dominique mit ihrer schweren Kopfverletzung ins Mungos gekommen war, hatten Victoire und Annie auch versucht, sie zu erreichen, aber damals hatte Rose frei gehabt. Und als Grandpa diesen schrecklichen Herzinfarkt gehabt hatte, hatten sich auch alle auf sie gestürzt, obwohl das überhaupt nicht ihr Fachgebiet (Fluchschäden) war.

„Wie man's nimmt", druckste Dominique herum. Es war so viel schwieriger, mit Rose zu reden als mit ihrer großen Schwester. Am liebsten hätte sie mit Annie gesprochen, aber das konnte sie ihrer besten Freundin nicht antun. Annie wünschte sich so verzweifelt noch ein zweites Kind, da wollte Dominique ihr nicht sagen, dass ihr dieses Geschenk in den Schoß gefallen war und Dominique es eigentlich überhaupt nicht wollte und in keinster Weise als Geschenk ansah.

Rose runzelte die Stirn. „Ich hab gerade fünf Nachtdienste hinter mich gebracht und wollte eigentlich gleich ins Bett gehen, du musst dich schon klarer ausdrücken, wenn du willst, dass ich dich verstehe."

Dominique schluckte. „Ja, du hast Recht. Es ist nur nicht so einfach." Sie atmete tief durch. „Okay. Also folgendes: Ich bin schwanger."

Roses Augen wurden groß. „Oh. Herzlichen Glückwunsch?", sagte sie unsicher. Dominique verzog unwillkürlich das Gesicht. „Oder nicht?" Sie schüttelte den Kopf. „Also nicht. Es war wohl nicht geplant." Dominique schnaubte. „Also nicht. Willst du es behalten?" Dominique zuckte mit den Schultern. „Hat dich Vic deshalb zu mir geschickt? Weil Diana damals auch nicht geplant war und ich mir nicht sicher war, ob ich sie bekommen soll?" Dominique nickte zögerlich. Und dann brach sie in Tränen aus.

Rose umarmte sie und wiegte sie leicht hin und her. Sie wartete geduldig, bis Dominique sich nach ein paar Minuten wieder beruhigt hatte und schob sie dann auf einen der Barhocker, die an der Küchentheke standen. „Willst du einen Kaffee?" Dominique schüttelte angewidert den Kopf. Sie war noch nie ein Fan von Kaffee gewesen, aber im Moment drehte sich ihr der Magen um, wenn sie nur daran dachte. „Tee? Oder vielleicht Orangensaft? Aiden will im Moment nichts anderes als den Saft, deshalb haben wir mindestens fünf Liter im Kühlschrank." Dominique nickte, dann hatte sie wenigstens etwas, woran sie sich festhalten konnte. Rose holte ein Glas aus einem Küchenschrank, auf dem lauter kleine Schnatze herumflatterten und goss Dominique von dem Saft ein. Sie trank einen Schluck, der überraschend erfrischend war.

Rose setzte sich neben sie und nahm ihre Hand. „Tut mir Leid, dass du in dieser Situation bist. Ich weiß, wie beschissen das ist, wenn man davon überrumpelt wird, wenn man überhaupt nicht mit sowas gerechnet hat. Besonders, wenn der eigene Körper völlig verrücktspielt und man sich in seiner Haut gar nicht mehr wohl fühlt."

Dominique nickte. Das traf es eigentlich ziemlich gut. Und dabei war ihre Situation mit der von Rose nur bedingt vergleichbar. Rose war Anfang zwanzig gewesen und mitten in der Ausbildung. Dominique war schon über dreißig und hatte in ihrer Karriere mittlerweile fast alles erreicht, was sie realistisch erreichen konnte.

„Ich wollte nie Kinder", sagte Dominique schließlich. „Das war nie der Plan. Und Davies hat das genauso gesehen wie ich. Und als ich es ihm erzählt hab, hat er nur gefragt, ob ich möchte, dass er bei der Abtreibung dabei ist."

„Das ist doch gut, dass er dich so unterstützt. Das hat nicht jeder", sagte Rose aufmunternd. Dann sah sie Dominiques Gesichtsausdruck. „Oder nicht? Ist das nicht gut?"

Dominique seufzte. „Ich weiß es nicht. Ich weiß es einfach nicht, Rose! Ich dachte immer, sollte ich jemals noch einmal in diese scheiß Situation geraten, dann ist das alles eindeutig."

„Noch einmal?", wiederholte Rose verwirrt.

Dominique schluckte und erzählte Rose von ihrem One Night Stand auf Mallorca vor sechzehn Jahren und der Abtreibung, über die sie danach nie wieder nachgedacht und die sie nie bereut hatte. „Ich verstehe nicht, warum das damals alles für mich so klar war und jetzt nicht. Und damals war ich noch nicht mal so weit, da hat mein Körper auf die Schwangerschaft noch gar nicht so reagiert wie jetzt." Hätten die Heiler ihr das damals nicht gesagt, sie hätte es gar nicht bemerkt. Und jetzt wurde ihr dauernd schlecht und schwindelig und sie fühlte sich einfach miserabel. Eigentlich müsste sie sich doch jetzt sehr viel sicherer sein als damals.

„Ich wäre überhaupt nicht zu dir gekommen damit, aber Vic hat gemeint …"

Rose nickte. „Völlig verständlich. Als ich damals schwanger war, bin ich auch zu Vic wegen einem Rat, weil sie abgesehen von Molly die Einzige war, die schon Kinder hatte und zu Vic hatte ich ein besseres Verhältnis."

„Und hat sie dir geholfen?" Für Dominique war Victoire eigentlich ziemlich nutzlos gewesen. Verständnisvoll, ja, doch nicht sehr hilfreich. Aber Victoire und sie hatten schon immer so unterschiedliche Ansichten gehabt, was Männer, Liebe und Sex anging. Victoire war nie der Typ für unbedeutende Beziehungen gewesen. Ted war der Einzige, mit dem sie überhaupt jemals geschlafen hatte, was für Dominique unvorstellbar war. Sicher, Davies war der beste gewesen, mit dem sie je geschlafen hatte, aber wenn sie mit niemand anderem je ins Bett gegangen wäre, dann hätte sie überhaupt keine Vergleichsmöglichkeiten gehabt.

Rose zuckte mit den Schultern. „Nicht wirklich. Aber ich hab auch einfach nur mit jemandem reden wollen und eine Frau, die eine Schwangerschaft durchgemacht hat, erschien mir hilfreicher als Al oder Lily."

„Und warum hast du dich dann für das Baby entschieden? Das hat doch alles viel komplizierter gemacht."

Rose seufzte. „Ganz ehrlich? Wegen Scorpius. Wenn ich damals in der gleichen Situation wie du nach einem One Night Stand gewesen wäre, dann hätte ich mich wahrscheinlich ganz genauso entschieden. Ich hätte auf keinen Fall meine Karriere opfern wollen, ganz egal, wie sehr ich mir Kinder gewünscht hätte. Aber ich war verheiratet. Und ich wusste, dass ich irgendwann mal Kinder von Scorpius haben wollte. Zehn Jahre später, ja, aber irgendwann auf jeden Fall. Und Scorpius war überzeugt, dass wir das schaffen würden und er war bereit, sich um das Baby zu kümmern und alles zu tun, was nötig war, damit ich meine Ausbildung beenden kann und deshalb … das Baby war schon da und ich glaube, es wäre mir sehr schwergefallen, mich dagegen zu entscheiden, wenn ich wusste, dass er es wollte."

„Und hast du es bereut?"

Rose seufzte. Sie schaute mit leerem Blick an Dominique vorbei und schien einen Moment ganz woanders zu sein. „Manchmal ja." Dominique schnappte überrascht nach Luft. Mit der Antwort hatte sie nicht gerechnet. Normalerweise sagten Eltern doch immer, dass Kinder das größte Geschenk waren, dass es gab und dass sie die Plagegeister um nichts in der Welt wieder hergeben würden.

„Versteh mich nicht falsch, ich liebe meine Kinder und ich bin froh, dass ich sie habe, aber manchmal … Die Schwangerschaft mit Di war schon schrecklich schwierig gewesen, weil ich mich so mit meiner Ausbildung übernommen habe. Und dann die ersten Monate, kaum Schlaf, wunde Brustwarzen, stinkende Windeln … und als ich dann endlich mit der Ausbildung weitermachen konnte, hatte ich ständig ein schlechtes Gewissen, weil ich nicht bei meinem Baby und deshalb eine schlechte Mutter war. Von meiner Beziehung zu Scorpius ganz zu schweigen. Wir waren nur noch Eltern, kein Paar mehr, kaum Zeit und zu müde für Sex … Wir sind wirklich haarscharf an einer Scheidung vorbeigekommen."

„Ernsthaft?", fragte Dominique schockiert. Das klang alles wirklich beschissen, aber das Rose und Scorpius sich beinahe getrennt hätten, war das Schockierendste, was Rose gerade gesagt hatte. Auch wenn Dominique mit den beiden nicht viel zu tun hatten, waren sie doch eines der Traumpaare, die die Familie hatte. Die klassische Romeo und Julia Geschichte, wie sie gegen die Widerstände ihrer Familien kämpfen mussten, was sie nur noch enger zusammengeschweißt hatte. Sicher, die anderen Paare der Familie waren auch toll, aber Rose und Scorpius waren irgendwie das Paar. Dominique wäre nie auf die Idee gekommen, dass sie überhaupt jemals ein Problem gehabt hätten.

Rose zuckte mit den Schultern. „Du wolltest die Wahrheit. Das ist die Wahrheit. Es war schrecklich schwierig und wenn ich vorher gewusst hätte, wie schwierig es werden würde, ich weiß ehrlich nicht, ob ich mich dann genauso entschieden hätte. Aber das heißt nicht, dass ich meine Kinder nicht lieben oder sie wieder hergeben würde. Wir waren nur einfach viel zu jung und unvorbereitet und es wäre besser gewesen, wenn wir das alles hätten planen können, wenn wir auch wirklich soweit gewesen wären. Dann wäre es bestimmt auch schwer geworden, aber nicht so schwer."

„Und was soll ich jetzt machen?", fragte Dominique frustriert. So, wie Rose das beschrieben hatte, sollte sie eigentlich schreiend davonrennen. Eigentlich bestätigte sie das nur darin, dass sie mit ihrer ursprünglichen Einstellung immer Recht gehabt hatte.

„Das weiß ich doch nicht!", sagte Rose augenverdrehend. „Ich steck doch nicht in deiner Haut. Wenn du wissen willst, warum du dir jetzt unsicherer bist als damals mit neunzehn, dann vermute ich mal, dass es daran liegt, dass du kein Teenager bist, der gerade seinen Abschluss gemacht hat und am Anfang seiner Karriere steht. Du hast die Meisterschaft gewonnen, deine Mannschaft ist immer im oberen Bereich der Tabelle, seit siebzehn Jahren hast du deinen Traumberuf. Aber wenn wir realistisch sind, du wirst nicht ewig Sucherin bleiben. Irgendwann wirst du zu alt sein, um Profisportlerin zu bleiben und der Zeitpunkt ist mittlerweile um einiges nähergekommen als damals, als du neunzehn warst. Außerdem bist du verheiratet. Du weißt, wer der Vater ist, du weißt, dass er dich liebt und für dich da ist. Du bist nicht alleine. Und wahrscheinlich macht es auch einen Unterschied, dass das Kind von einem Mann ist, den du liebst und das nicht im Vollrausch entstanden ist.

Muss nicht alles stimmen, aber ich würde sagen, das sind wahrscheinlich die Gründe, warum du dieses Mal unsicherer bist und anders denkst als damals. Was nicht heißt, dass du dich für das Kind entscheiden musst. Nur, dass du länger darüber nachdenkst. Denn du musst dir klar sein, wenn du das Baby kriegst, dann wird das alles auf den Kopf stellen. Deine Karriere musst du unterbrechen und es wird wahrscheinlich sehr harte Arbeit sein, nach der Schwangerschaft wieder in Form zu kommen, wenn du noch weitermachen willst. Und ein Baby ist wirklich anstrengend, auch wenn es der reinste Engel ist. Im Vergleich zu Aiden war Diana wirklich pflegeleicht." Roses Sohn Aiden war der reinste Wirbelwind, der meistens das reinste Chaos hinterließ, egal, wo er war.

„Das klingt nicht sehr aufbauend", murmelte Dominique deprimiert.

Rose zuckte mit den Schultern. „Willst du die Wahrheit oder soll ich dir irgendwelche Märchen erzählen? Du legst doch immer so viel Wert auf Direktheit." Es stimmte, Dominique hatte nicht viel übrig für Leute, die immer um den heißen Brei herumredete und sagte lieber allen ins Gesicht, was sie von ihnen hielt. „Ich dachte, deshalb bist du zu mir gekommen. Weil du einen ehrlichen Rat willst."

„Wollte ich auch, aber ich weiß immer noch nicht-"

„Ich kann dir nicht sagen, was du tun sollst", unterbrach Rose sie entschieden. „Diese Entscheidung kann ich wirklich nicht für dich treffen. Ich hab dir gesagt, warum ich mich damals so entschieden habe. Ich bereue es nicht … aber es war schwer, sehr schwer. Vielleicht wird es für dich einfacher. Vielleicht würdest du es lieben, Mutter zu sein, das weiß ich nicht. Du solltest mit Steven reden."

„Aber …", sagte Dominique unsicher. „Aber er war sich so sicher, dass wir es nicht behalten …"

„Weil er sich an euren Plan hält?", schlug Rose vor. „Du hast ihm nicht gesagt, dass es noch eine andere Option gibt."

„Und wenn er ganz sicher kein Baby will?"

Rose verdrehte die Augen. „Dann sprecht ihr halt darüber, meine Güte! Solche Entscheidungen trifft man nicht, ohne darüber gesprochen zu haben! Als ich das damals erfahren habe, war ich ein richtiges Nervenbündel, aber ich hatte Scorpius. Ich hatte immer Scorpius und das hat mir wirklich viel geholfen. Schließlich war es auch sein Kind. Sicher, durch die Schwangerschaft hab ich den Hauptanteil an Arbeit gehabt, aber er war genauso beteiligt wie ich." Sie fuhr sich durch ihre buschigen kurzen Haare. „Aber ehrlich, du warst immer so vehement darin, dass du niemals Kinder willst, ich hätte auch nicht gedacht, dass diese Entscheidung jetzt ins Wanken gerät. Vielleicht denkt er ja anders darüber, wenn du ihm sagst, dass es mehr als nur eine Option gibt. Diese Entscheidung solltest du nicht für ihn fällen."

Dominique stöhnte gequält auf und ließ den Kopf auf die Tischplatte sinken. „Aber ich weiß doch nicht, was ich will. Ich hatte gehofft, du kannst mir das sagen. Aber bei dir klingt alles gleichzeitig viel beschissener und besser, als ich dachte. Was soll ich denn damit anfangen?"

„So ist das Elternsein eben", sagte Rose erbarmungslos. „Es ist scheiß anstrengend und oft könnte ich die kleinen Quälgeister an die Wand klatschen, aber es sind meine Kinder und ich liebe sie über alles und ich kann genau verstehen, warum Onkel Harrys Mutter damals für ihn gestorben ist und damit letzten Endes die ganze Zauberwelt gerettet hat. Ich würde für Diana und Aiden genau das gleiche machen. So ist es halt."

„Na vielen Dank auch", murmelte Dominique frustriert.

Rose tätschelte ihr mitleidig den Rücken. „Immer wieder gerne, Cousinchen", sagte sie grinsend.

TBC …