Surprise
Die Sonne ging gerade unter, als Rufus kurz vor dem Loft auf Serena und Nate stieß.
„Hi, ihr beiden, wollt ihr zu Dan?", fragte er.
„Hallo Mr. Humphrey. Serena und ich sind jetzt offiziell zusammen und das wollten wir Dan persönlich sagen", antwortete Nate.
„Hi Rufus, ich dachte Mom und du, ihr würdet erst morgen aus den Hamptons zurückkommen?", fragte Serena.
„Ihr seid zusammen? Dann gratuliere ich euch", meinte Rufus.
Zu Serena gewandt: „Ja, so war es geplant, aber es gab eine Änderung. Lily hat gerade einen Termin und da wollte ich mal bei Dan vorbeischauen."
Rufus drehte sich zum Haus um.
E N D E
„Dann kommt mal mit hoch. Mal sehen, ob Dan da ist."
Sie fuhren mit dem Aufzug hoch, Rufus schloss die Tür auf und die drei betraten das Loft.
Da hörten sie eine weibliche Stimme aus Richtung Dans Schlafzimmer.
„Ahhhh-Dan …", die Stimme klang angespannt, „Oh-Oh mein Gott. Jaaaa".
Vor Schreck ließ Rufus seine Tasche los, welche mit einem lauten Plumps auf den Boden fiel.
Nate fing an breit zu grinsen.
„Ähm, wir sollten später oder morgen wiederkommen", meinte Serena. Das war ihr peinlich.
„Ist da wer?", kam es fragend von Dan aus seinem Zimmer.
Und dann erschien er, nackt, nur mit einem Kissen in der Hand, mit dem er sich notdürftig bedeckte.
„Dad, Serena, Nate? Was macht ihr denn hier? Dad, ich habe erst morgen mit dir gerechnet. Ich bin gerade … äh … beschäftigt."
„Dan … äh …", Rufus war das offensichtlich genauso peinlich wie seinem Sohn.
„Geht doch schon mal vor ins Café Volkan, ich komme in ca. 30 Minuten nach," meinte Dan schnell.
Er wollte seinen Dad, Serena und Nate nur so schnell wie es geht loswerden.
„Ja, kommt, ich gebe einen Kaffee aus". Rufus drängte die beiden aus dem Loft und schloss die Tür hinter ihnen.
Dan ging zurück ins Schlafzimmer. „Das war knapp."
Die junge Frau lag auf seinem Bett und blickte ihn verlangend an.
Sie griff nach Dans Hand. „Wir haben jetzt also noch fast dreißig Minuten", erwiderte sie, während sie ihn zurück ins Bett zog.
Rufus, Serena und Nate gingen zum Café Volkan.
„Das war echt peinlich", sagte Rufus. „Dabei will ich meinen Sohn nicht sehen oder hören."
„Mir kam die Stimme bekannt vor, aber da sie etwas ,verzerrt' war, kann ich sie nicht unterbringen.", grübelte Nate.
„Lasst und das Thema wechseln", meinte Rufus nur. „Oh, das Volkan hat zu." Er wies auf ein Schild.
Wegen Renovierungsarbeiten geschlossen.
„Es gibt noch das Café Rose gegenüber der U-Bahn-Station. Die haben auch guten Kaffee und ein nettes Ambiente", kam es von Dans Vater.
Also drehten sie um und gingen zu dem Café. Mittlerweile war es dunkel geworden, als sie ankamen. Es waren noch wenige Tische frei und sie setzten sich an einen freien Tisch.
„Ich schreibe Dan, dass wir hier sind. Wollt ihr dazu vielleicht einen Shot? Ich weiß, als verantwortungsvoller Vater sollte ich euch nicht zum Alkohol verleiten, aber ich brauche jetzt einen Sambuca", erklärte Rufus.
„Was ist das?", fragte Serena.
„Ein italienischer Anislikör mit Kaffeebohnen und ca. 40 % Alkohol."
Nate und Serena nickten. „Kann man ja mal probieren."
Rufus bestellte also drei Cappuccinos und drei Sambucas. Ein paar Minuten später stellte eine Bedienung die Getränke auf den Tisch. Sie zückte ein Feuerzeug und zündete die Shots an.
„Lasst es kurz brennen und pustet dann das Feuer aus. Aber passt auf, das Glas könnte dann recht heiß sein", erklärte Rufus.
„Ich wusste gar nicht, dass Dan eine neue Freundin hat. Und er ist der Typ, der nur in einer Beziehung Sex hat, oder?", fragend blickte Nate seine Freundin an.
„Ähm …", kam es nur von Serena. Sie wusste es besser und dachte dabei an Rachel, ihre ehemalige Lehrerin. „Vielleicht Vanessa?"
„Nein, Vanessa ist lauter …", begann Nate.
Rufus verzog das Gesicht. „Bitte, keine Details." Er blies seinen Sambuca aus und hielt das Glas hoch. „Auf, dass ich niemals wieder meinen Sohn so hören oder gar sehen muss."
Nate und Serene taten es ihm gleich und die drei tranken ihre Shots aus.
„Hmm, schmeckt mir", kam es von Serena.
Nate kannte Sambucas und nickte nur.
Er blickte durch ein Fenster nach draußen.
„Vor der U-Bahn-Station läuft ja Dan rum", er zeigt mit seiner Hand nach draußen.
Dort stand Dan mit einer Frau vorm Eingang zur Station. Sie wandte ihnen den Rücken zu.
„Ich kann in der Dunkelheit nicht viel erkennen außer, dass sie dunkle Haare hat", meinte Rufus.
„Sieht ein bisschen aus wie Blair", kam es von Nate.
„Na klar, Blair Waldorf, die sich in Brooklyn rumtreibt, mit der U-Bahn fährt und Sex mit Dan hat." Serene warf ihren Freund einen sehr zweifelnden Blick zu.
Draußen umarmten sich Dan und die Frau gerade, sie küssten sich länger und dann ging sie zu der Treppe zur U-Bahn. Kurz bevor sie die Stufen nahm, drehte sie sich noch einmal um und sagte etwas zu Dan.
„Mein Gott, das ist Blair", kam es überrascht von Serena.
„Dan und Blair? Wie ist das denn passiert?", fragte Nate äußerst erstaunt. Und sie hatten es beide für sich behalten.
Rufus blickte zur nahen Kellnerin: „Noch drei Sambuca für uns."
Nate blickte Dans Vater an. „Mr. Humphrey, wenn das war ernstes ist oder wird, dann könnte es sein, dass sie Ihre Schwiegertochter werden könnte. Mrs. Blair Humphrey."
Die Kellnerin brachte die drei Sambuca und zündete sie wieder an.
Rufus blies die Flamme aber gleich wieder aus und kippte den Shot sofort runter.
„Da ich euch schon zum Trinken verleite, kannst du mich ruhig Rufus nennen."
Nate blies seinen Drink aus und trank ihn aus. Ebenso Serena. „OK, Rufus"
Er blickte nach draußen und sah, wie Dan weg ging.
„Dan hat die Nachricht wohl nicht gelesen, dass wir hier sitzen."
„Blair und Dan", flüsterte Serena wohl mehr zu sich selbst. Das wollte einfach nicht in ihren Kopf.
Die drei bestellten sich noch eine Runde Sambuca. Sie bekamen nicht mit, dass ihre Handys summten. Dan hatte geschrieben. Er war beim Café Volkan, aber das hatte ja geschlossen. Er wollte wissen, wo sie waren.
Nach einer weiteren Runde bezahlte Rufus alles und brach auf. Er wollte zu Lily. Mit Dan würde er morgen reden.
Serena und Nate fuhren mit der U-Bahn zu einer Bar in Nates Nähe. Sie sprachen noch den ganzen Abend über Dan und Blair und tranken noch ein paar Sambucas. Morgen würden sie einen Kater haben, aber das war nebensächlich. Sie nahmen sich vor, im Laufe des morgigen Tages Dan und Blair anzurufen.
