2. Kapitel

Turbulentes Leben der Bella Swan

(Song "Loca ft. Dizzee Rascal" von Shakira)

"Und dann hast du ihn einfach geküsst, wow, aber das hätte ich mir bei dir auch denken können, Süße." sagte Rose, nachdem ich ihr von meiner Begegnung mit Cullen erzählt hatte. Sie meinte, es könnte sogar sein, dass sie ihn mal auf einem dieser Geschäftsevents, auf dem sie mit ihrem Ex war, gesehen hatte, aber genau konnte sie sich nicht erinnern. Seit meiner Begegnung mit Cullen waren einige Tage vergangen, gerade saß ich mit Rose in einem Strandcafe und wir genossen die warme Sonne auf unserer Haut. Es war samstagvormittags, ich hatte mir drei Wecker gestellt, um es einigermaßen pünktlich zu schaffen und Rose musste gleich ihre Schicht in diesem Designerladen anfangen. "Kommst du heute Abend mal wieder im Club vorbei?" fragte ich sie, da sie sich ab und zu, wenn ich arbeitete, zu mir an die Bar setzte. "Klar, wieso nicht, dann könnte ich mir vielleicht einen heißen Typen aufreißen." überlegte sie und ich musste lachen. Rose war ehrlich kein Kind von Traurigkeit, diesen blöden Typen abgeschossen, ein Glück, und schon wieder auf Achse. "Wir haben ja doch mehr gemeinsam, als erwartet." brachte ich grinsend heraus. "Wegen dieses Idioten vergieße ich doch keine Träne." erwiderte sie stolz und sah auf ihre Uhr. "Mist, ich muss mich dann mal langsam auf den Weg machen." ergänzte sie. "Was schon so spät, schade. Okay, ich sehe dich dann heute Abend." Wir verabschiedeten uns, ich bezahlte unseren Kaffee und schon war sie verschwunden.

Na gut und was fange ich mit dem angebrochen Tag an, da bieten sich einem ja ganz neue Möglichkeiten, wenn man so früh aufsteht. Also lief ich erstmal die Strandpromenade mit ihren vielen bunten Geschäften entlang. Ich trug einen luftigen kurzen schwarzen Rock und ein graublaues Bikinioberteil, sagte ich schon, dass ich mich dem Wetter entsprechend kleidete, es waren schließlich gefühlte 80 Grad und in Miami ist das nicht untypisch.

In Philadelphia hätten mich alle Leute komisch von der Seite angeschaut, egal wenn ich Bock auf so ein Outfit gehabt hätte, wäre es mir dann auch egal gewesen.
Ich hatte mir so eben überlegt eine Sonnenpause am Strand einzulegen, als ich Dean entdeckte. Er saß mit zwei Typen auf einem Steinrondell, dass in der Mitte unzählige Blumen enthielt und sie unterhielten sich bei lautstarker Musik. Die sollte ich mal ein wenig aufmischen. Ich ging auf sie zu und sang zur Musik mit. Keine Panik, singen konnte ich, als Showeinlage tat ich das häufig auch bei der Arbeit, dazu bewegte ich schwingend meine Hüften.
"And I'm crazy, but you like it (loca, loca, loca)
You like that it ain't easy (loca, loca, loca)…." Dean entdeckte mich und schenkte mir sein sexy Grinsen, als er auf mich zukam. Ich sang weiter,
"I'm crazy but you like it (loca, loca, loca)
Crazy but you like it."
Die Leute blieben schon stehen, aber das war mir reichlich egal. Ich bewegte dazu rhythmisch meinen Arsch zum Beat. "Sexy, Bella." sagte Dean bei meinem Anblick und begrüßte mich erstmal: "Hey, Süße, schön dich zu sehen." Er gab mir einen Kuss auf die Wange, ein kleiner Frauenheld eben. Dann stellte er mich seinen Freunden vor, der eine war sein Bruder Sam. Der war zwar jünger als Dean, aber dafür um einiges größer, ein richtiger Hühne mit seinen breiten Schultern. Sein lockeres braunes Haar hing ihm in die Stirn und an seinem Hundeblick konnte ich sehen, dass er wohl keiner Fliege etwas antun konnte.

"Die Bella, von dem Foto in deinem Studio?" fragte er sofort interessiert. "Jep, genau die Bella." beantwortete ich ihm seine Frage, drehte mich, hob meine Haare an und zeigte ihm mein Tattoo. "Heißer Ausblick, muss ich mal sagen." kommentierte Sam. "Danke, sag mal und du machst heute wohl blau?" wandte ich mich an Dean. "Nö, der Laden ist offen, aber ich mache eine kleine Pause, muss ja wohl auch mal sein, nicht?" erklärte er mir mit einem Augenzwinkern. "Ja, ganz deiner Meinung, aber wenn ihr die Menschen schon mit euer Musik voll dröhnt, solltet ihr ihnen auch was bieten." sagte ich und grinste frech. "Dann darf ich bitten, Mylady?" und Deans anderer Bekannter Will, eine echte Süßigkeit mit seiner dunklen Hautfarbe und den starken, muskulösen Armen, die in seinem schwarzen Muskelshirt bestens zu Geltung kamen, reichte mir seine Hand.

Das nenne ich mal einen Mann, da würde so manche Frau schwach werden und ich wahrscheinlich auch. Er zog mich an sich, legte seine Hände auf meine Hüften und wir bewegten uns lasziv zur Musik, der hatte eindeutig Feuer im Blut, da muss man ja aufpassen, dass man sich nicht verbrennt, obwohl er das sicher wert war. Ich drehte ihm meinen Rücken zu und schwang meinen Arsch vor ihm. Dean und Sam pfiffen begeistert zu unserer Show. Danach alberten wir noch eine Zeit lang herum, bisschen Breakdance und Latinohüftschwünge, die Leute scharrten sich regelrecht um uns, wir hätten Geld verlangen sollen, aber es ging ja um den Spaß, also was soll' s. Ich hing noch eine Weile mit den Jungs ab und machte mich dann wieder auf den Weg.

Ich lief die Promenade zurück und beschloss meinem Lieblingssecondhandladen einen Besuch abzustatten, die hatten oft ausgefallene Teile. "Hey, Bella, was treibt dich denn zu mir?" fragte mich die Besitzerin des Ladens. "Hallo, Angela, ich war gerade in der Gegend und dachte ich schau mal rein." Wir tranken einen Kaffee, quatschten über Gott und die Welt und sie zeigte mir ein paar neue Stücke, die sie hereinbekommen hatte. "Die Jeans ist cool, die nehme ich. Ach falte sie mir zusammen, ich steck sie einfach in meine Tasche." erklärte ich ihr, weil sie mir eine Tüte geben wollte. Ging ja auch so, wer braucht da eine blöde Plastiktüte. Die Jeans war dunkelblau und saß hüfthoch, perfekt für heute Abend. "Verdammt, wie spät ist es eigentlich?" fragte ich. "Gleich halb vier, Bella." beantwortete Angela meine Frage. "Scheiße, ich komme schon wieder zu spät." sagte ich resigniert, dabei hatte ich eine Uhr, gut die vergaß ich eh immer zu tragen, aber mein Handy könnte da ja eigentlich Abhilfe verschaffen, doch irgendwie waren meine Gedanken immer mit etwas anderem beschäftigt als der Zeit. "Du bist wohl noch verabredet, wann denn?" fragte sie mich. "Eigentlich um drei, aber das wird wohl nichts mehr. Ich schreibe meiner Freundin mal schnell eine Nachricht, dass ich später komme, allerdings wird sie das schon registriert haben." Angela lachte bei meinen Worten. "Dann geh ich jetzt mal wieder, Tschau!" sagte ich noch und verließ den Laden.

Auf dem Weg zu Alice, bemerkte ich, dass ich so langsam Hunger bekam, also beschloss ich mir, auf dem Weg zu ihr einen Hotdog beim besten Stand von ganz Miami zu holen. Dort angekommen entdeckte ich völlig überraschend Mr. Ich habe immer alles unter Kontrolle Cullen im Anzug, wie auch sonst. Dieser bezahlte gerade seinen Hotdog. "So, sieht man sich wieder." sagte ich, "Bella, falls Sie sich noch erinnern." ergänzte ich mit einem sexy Lächeln. "Ja, ich erinnere mich, obwohl Sie so schnell, wie Sie bei mir aufgetaucht sind, auch wieder verschwunden waren." Er war doch nicht etwa traurig darüber, oder? Ich bestellte mir ebenfalls etwas und wand mich ihm wieder zu. "Tja, ich musste eben arbeiten, falls Sie mal Lust auf etwas Spaß haben, können Sie gerne auch mal vorbeikommen. Ich arbeite im "Twilight" einem echt geilen Club hier um die Ecke." erklärte ich ihm, denn ich würde ihn gerne wieder sehen, seine tiefgrünen Augen faszinierten mich irgendwie. "Ich glaube nicht, dass das etwas für mich wäre." erklärte er leicht hochnäsig. Ist dem Herr wohl nicht fein genug, was? "Ihre Religion verbietet es ihnen wohl Spaß zu haben?" scherzte ich "Aber wenn Sie eben zu feige sind, dort aufzutauchen und vielleicht zugeben zu müssen, dass Sie sich amüsieren würden, Ihr Pech. Ich kann Sie ja nicht dazu zwingen." sagte ich und er setzte tatsächlich ein überlegendes Gesicht auf. Nur das Ego eines Mannes ankratzen und schon standen meine Chancen wesentlich besser, ihn dazu zu bewegen, dass wir uns wieder sehen würden, denn er schien mich magisch anzuziehen. Doch bevor er antworten konnte, unterbrach uns jemand. "Hey, Bella, Kleines, kaum in der Stadt und wem läuft man da über den Weg, Miamis heißester Partymaus." sagte jemand und klopfte mir auf die Schulter. Ich drehte mich um. "Emmett, cool…." ich sprang in seine Arme und er hob mich spielend leicht in die Höhe. "Seit wann bist du zurück, Mann, wie geil ist das denn, ich freu mich so." ergänzte ich euphorisch, denn ich hatte ihn echt vermisst. Emmett ist ein großer muskulöser Typ mit kurzen schwarzen Haaren und der beste Kerl zum Party machen. Er war seine Eltern besuchen, Familienkram und so ein Zeug. "Gerade eben erst, dort steht meine Maschine." sagte er und zeigte an den Straßenrand. Oh, wie geil sein Motorrad, eine giftgrüne Kawasaki Ninja, Liebe meines Lebens, wenn ich Geld für so ein Teil hätte und den Führerschein, würde ich auch eine besitzen.

"Das passt ja perfekt, dann kannst du mich doch sicher mitnehmen? Bekommst auch meinen Hotdog?" fragte ich und wedelte ihm mit dem Teil vor der Nase herum. Das ließ er sich nicht zweimal sagen, schnappte ihn sich und biss genüsslich hinein. Cullen hatte das Ganze mit Argusaugen beobachtet. "Ach ja, das ist Emmett, ein Kumpel von mir und das ist Edward Cullen." machte ich die beiden bekannt und Emmett konnte mit seinem vollen Mund nur Nicken. "Edward, ich darf dich doch so nennen, dieses Sie geht mir nämlich echt gegen den Strich, bin ja keiner deiner steifen Geschäftspartner. Könntest du das mal bitte halten?" Er konnte gar nicht so schnell etwas erwidern, denn da hatte ich ihm schon meine Tasche in die Hand gedrückt. Und dann hättet ihr seinen Blick sehen sollen, als ich meinen Rock öffnete, keine Panik ich trug ja das Bikiniunterteil darunter. "Sie wollen doch jetzt nicht?" fragte Edward leicht geschockt. "Natürlich und du hast schon wieder Sie gesagt. Ich bin Bella, verstanden" sagte ich in gespieltem Befehlston zu ihm und ließ den Rock fallen. Ich spürte, wie seine Augen meine Beine genau in Augenschein nahmen und Emmett lachte nur. Dann zog ich die Jeans aus meiner Tasche und entledigte mich meiner hochhackigen Sandalen. Blitzschnell schlüpfte ich in die neue Hose und dann wieder in meine Schuhe, schließlich wartete Alice immer noch auf mich. Dann stopfte ich den Rock an die vorherige Stelle der Jeans. Hey, habt ihr mal versucht mit einem weiten Rock, Motorrad zu fahren, der störte da einfach nur. "So, fertig, danke für deine Hilfe." Ich nahm Edward meine Tasche wieder ab und bedankte mich mit einem zärtlichen Kuss auf seine Wange, wodurch sich seine Augen einen Moment weiteten. Ich sah ihn ehrlich gerne, seine Fassung verlieren, weil er nicht ahnen konnte, was ich vorgehabt hatte. "Ich hoffe, ich sehe dich heute Abend, "Twilight", nicht vergessen. Bis später!" sagte ich, während ich hinter Emmett auf seiner Maschine Platz nahm und wir davon fuhren, aber nicht ohne Edward noch einen Luftkuss zuzuwerfen, der ein wenig hilflos am Straßenrand zurückblieb.

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Der Wind blies durch mein Haar, als Emmett beschleunigte und ich löste meine Arme um seinen Bauch und streckte sie in die Höhe. Gott, ich liebte dieses Gefühl, es bedeutete wahre Freiheit für mich. Ich schloss die Augen und genoss dieses Kribbeln in meinem Bauch.
Danach kuschelte ich mich wieder an Emmetts Rücken und schrie ihm ins Ohr, dass er mich an dem Elektroladen dort vorne rauslassen könnte. Er tat, wie geheißen und machte sich wieder auf den Weg, versprach mir aber, heute noch im Club vorbeizuschauen. Bei Alice angekommen und eine Kopfnuss wegen meiner Unpünktlichkeit später erzählte ich ihr, warum ich letztens ihre Hilfe gebraucht hatte, deswegen hatte sie mich nämlich herbestellt. Alice war manchmal echt neugierig, außerdem mit ihren kurzen schwarzen Haaren und der zierlichen Figur ziemlich quirlig, aber eigentlich musste man sie einfach nur lieb haben.
Gegen frühen Abend lief ich nach Hause, mich noch mal ein oder zwei Stunden aufs Ohr hauen, damit ich für heute Abend fit war. Bei der Vorstellung Edward möglicherweise wiederzusehen, verspürte ich wieder ein erwartungsvolles Kribbeln in meinem Bauch.

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Falls euch das neue Kapitel gefallen hat und ihr auch schon gespannt seid auf das nächste Treffen zwischen Bella und Edward, lasst gerne einen Kommentar da, würde mich freuen.

Gruß und Kuss

Evangeline