5. Kapitel
Eine Barbieexplosion, rette sich wer kann!
Ich bewegte mich noch recht verschlafen und bemerkte sogleich die weichen Laken, in denen ich lag. Das ist nicht mein Bett, definitiv. Ich öffnete meine Augen und sah mich um. Das Zimmer hatte große mit automatischen Außenjalousien versehene Fenster, durch die nur wenig Licht den Raum erhellten. Ich setzte mich langsam auf und da viel mir wieder ein, dass ich ja bei Edward einfach eingeschlafen war. Hätte mir aufgrund der Ordnung, nichts lag irgendwie herum, auch gleich auffallen können. Ich stand auf und bemerkte, dass er meine Hose sorgfältig zusammengelegt hatte und diese auf der Kommode gegenüber von seinem Bett lag. Wo war der überhaupt? Der Digitalwecker auf dem Nachttisch zeigte mir 14 Uhr und 37 Minuten an. Ich ging zur Fensterfront und betätigte den Schalter daneben. Augenblicklich öffneten sich die Jalousien und ich konnte den traumhaften Ausblick auf den Strand und das Meer von Miami genießen. Nun viel die strahlend helle Sonne ins Zimmer, ich schloss meine Augen und genoss die warmen Strahlen auf meiner nackten Haut.
Ich registrierte, dass meine Haare leicht nach Meer rochen und beschloss deshalb, erstmal duschen zu gehen. Kurz vor der Badezimmertür entdeckte ich auf meiner Hose einen Zettel: "Ich musste zu einem geschäftlichen Termin. Fühl dich wie zu Hause. Edward." Eine kurze Feststellung: Erstens, Edward hatte echt Manieren. Zweitens, ich hätte nicht erwartet, dass er mich allein in seiner Wohnung lässt. Ich musste einen guten Eindruck gemacht haben. Drittens, was hat der für einen beschissenen Job, wenn er selbst am Sonntag ins Büro musste?
Nach dieser Überlegung begab ich mich ins Bad, zog mir das bisschen Stoff aus, welches ich am Körper trug und stieg unter die geräumige Dusche. Die hatte eine praktische Größe, da könnte man sicher auch so manch andere Dinge tun, als sich nur zu waschen, ging es mir durch den Kopf. Sein Duschzeug sah ganz schön teuer aus, aber was soll` s, wenn er so etwas besaß, konnte er sich sicher auch mehr davon leisten. Ich schäumte mich ausgiebig ein, bevor ich den weißen Schaum mit heißem Wasser wieder von meinem Körper spülte.
Ich nahm mir eines von Edwards flauschigen Handtüchern, verdammt, war bei ihm alles so weich und gemütlich, daran könnte ich mich glatt gewöhnen. Meine Haare trocknete ich ein wenig ab, kämmte sie mit einem breitzinkigen Kamm aus einer von Edwards Baezimmerschubladen und dann ging ich nackt wieder in Edwards Schlafzimmer. Ich brauchte dringend etwas Neues zum anziehen. Ich lief direkt auf den großen Kleiderschrank zu, in dem alles, Hemden, Hosen, Anzüge, wie erwartet, äußerst ordentlich und sogar sortiert eingeräumt waren. Wann hatte der neben seinem Job Zeit für so einen Scheiß oder sollte ich es eher Zeitverschwendung nennen. Ich schnappte mir eines seiner hellblauen Calvin Klein Hemden, zog es an und knöpfte es bis kurz über meiner Brust zu. Es war ein klein bisschen zu groß, da es bis kurz über meinen Knien endete, aber das störte mich nicht wirklich.
Dann ging ich in seine hoch modern eingerichtete Küche, ich benötigte dringend meine tägliche Dosis Kaffee. Zu meinem Leidwesen besaß Edward eines dieser Hightechteile, die neben Kaffee, auch Cappuccino, Espresso, Latte Macchiato, aufgeschäumte Milch und all so ein Zeug zubereiteten. Die Luxusedition bügelte wahrscheinlich auch noch Hemden und legt sie gefaltet in den Schrank oder so ähnlich. Ein Schwachsinn, echt, ich wollte doch nur Koffein und mich nicht fragen müssen, ob ich vielleicht einfach zu blöd war, diese Maschinen zu bedienen. Ich glaubte, ich würde gleich ausrasten, denn anbekommen hatte ich dieses Teufelsgerät zwar, aber wo kam der Kaffe rein und wie zauberte es mir jetzt mein schwarzes Gold. Ich war ratlos. Für so etwas hatte ich ehrlich keine Geduld. Zum Glück hörte ich in dem Moment, wie sich die Aufzugtüren öffneten. In Edwards Wohnung war alles sehr offen und miteinander verbunden gehalten.
Ich umrundete die mittige Küchenzeile und die dazugehörige Bar und als ich im Flur stand, war es nicht Edward, der da herein gekommen war. Es war eine Frau mit dunkelbrauem Haar, blauen Augen, rot manikürten Fingernägeln und für meinen Geschmack vielleicht mit etwas zu viel Schminke im Gesicht. Sie trug einen Bleistiftrock, eine extrem weit aufgeknöpfte Bluse für ihr Outfit und einen auf Taille geschnittenen Blazer, dazu ein paar hoch hakige Schuhe. Was aber viel interessanter war, ist die Tatsache, dass sie mich momentan mit ihrem zornentbrannten Blick versuchte, um die Ecke zu bringen. Die imaginären Feuerfeile, die mich trafen, hätten weh tun können, wenn sie mir nicht so scheiß egal gewesen wären. Aufgrund dessen brachte ich ihr gegenüber ein überfreundliches Lächeln entgegen, was ihre Sympathie bezüglich meiner Wenigkeit nicht gerade steigerte. "Wer sind Sie und was machen Sie in Mr. Cullens Wohnung?" fragte sie mich empört und mit tiefer Verachtung in der Stimme. "Das könnte ich Sie auch fragen?" stellte ich ihr lächelnd eine Gegenfrage. Na jetzt plusterte sie sich erst auf, die hielt sich eindeutig für etwas Besseres. "Ich bin Mr. Cullens Assistentin und habe ein Recht, hier zu sein, schließlich habe ich einen Schlüssel." erklärte sie hochnäsig und ich glaubte, ihre Nase würde jeden Moment die Decke berühren. Meine Güte bildete die sich was auf ihre eigene Existenz ein, man könnte meinen, sie hat den Hunger der Entwicklungsländer beendet und wartet, dass ihr alle dafür die Füße küssen. "Tja, und ich trage sein Hemd auf meinem nackten Körper, ich glaube, ich habe gewonnen." erwiderte ich frech und ihr Gesicht nahm die Farbe einer überreifen Tomate an. Ihre Augenbrauen zogen sich zusammen und sie schien zu überlegen, was sie darauf erwidern sollte, als sich erneut die Türen des Aufzugs öffneten und Edward zurück kam. "Mrs. Stanley, was machen Sie denn hier?" fragte er ein wenig verwirrt. Von wegen ihr war erlaubt, hier zu sein. Wer weiß, was die vorgehabt hatte, als sie hier aufgetaucht ist und eigentlich eine leere Wohnung erwartet hatte. "Oh, Mr. Cullen, ich wollte Ihnen nur die Unterlagen für Montag vorbei bringen." erklärte sie süßlich lächelnd, zog aus ihrer Tasche eine Mappe und reichte sie Edward mit einem verführerische Ausdruck auf den Lippen. Wenn die mal nicht auf ihn stand, dann fresse ich einen Besen mit extra harten Borsten. "Danke, ich sehe Sie dann am Montag." sagte Edward und er war wieder so kühl und kontrolliert, wie ich ihn kennen gelernt hatte. Ob das an seinem Anzug lag oder doch an der Tageszeit? Mrs. Ich-würde-gerne-über-meinen-Boss-herfallen Stanley schenkte Edward noch eine äußerst freundliche Verabschiedung und verließ dann seine Wohnung, obwohl sie mich offensichtlicher Weise nur verdammt ungern mit ihm allein ließ.
Nachdem der Fahrstuhl sich in Bewegung gesetzt hatte, wandte sich Edward mir zu. "Und ausgeschlafen?" fragte er mich und ein winziges Lächeln bildete sich auf seinen Lippen. Ich hatte das Gefühl, dass er nur schwer seine Haltung eines distanzierten und professionellen Geschäftsmannes wieder ablegen konnte. "Geht so, aber für mich ist das keine Seltenheit und wie steht mir dein Hemd?" fragte ich ihn, indem ich eine Augenbraue verführerisch nach oben zog und mich dann einmal um meine eigene Achse drehte. Als ich ihm wieder zugewandt war, erkannte ich in seinen Augen, dass er wusste, dass ich nichts darunter trug. Meinen Anblick kommentierte er mit einem "Nicht schlecht, es steht dir.". Himmel musste ich hier jedes Mal von vorne anfangen. Egal, erstmal zurück zu meinem eigentlichen Plan. "Zum Glück bist du endlich da, sonst hätte ich wahrscheinlich deine Kaffeemaschine gelyncht, wenn sie sich mir weiterhin verweigert hätte." Er zeigte mir ein Lächeln. "Dann rede ich mal mit ihr, so behandelt man schließlich keinen Gast." sagte er und ging in die Küche und ich folgte ihm.
Er drückte irgendwelche Knöpfe, es klang, als würden die Bohnen erst gemahlen werden, dann nahm er eine Tasse. Währenddessen ging ich zu seiner Musikanlage, schaltete sie ein und suchte einen Song, der mir gefiel. Ich fand einen coolen und blieb daran hängen.
(Salt N Pepa - Whatta Man)
Ich legte meine Hände an meine Hüften, ließ sie verführerisch zum Takt der Musik kreisen. Dabei bewegte sich leicht der Stoff des Hemdes, welches ich trug. Dann drehte ich mich um und sah Edward, der mich beobachtete und ein verdammt breites Grinsen im Gesicht hatte. Ich sang ein Stück des Textes mit und bewegte mich sinnlich zu dessen Musik.
"What a man, what a man, what a man
What a mighty good man
What a man, what a man, what a man
What a mighty good man
What a man, what a man, what a man
What a mighty good man
What a man, what a man, what a man
What a mighty good man"
Derweil lief mein Kaffee in die von Edward bereit gestellte Tasse. Und ich ging tanzend auf ihn zu, presste meinen Körper an ihn, griff nach dem fertigen Kaffee und brachte ihm ein betörendes Dankeschön entgegen, bevor ich leicht daran nippte. Er hatte die Luft angehalten und stieß sie nun hörbar wieder aus seinen Lungen.
Ich stellte die Tasse auf die Anrichte und griff nach seiner Krawatte, um ihn wieder zu mir zu ziehen. Ich ließ mich wieder vom Beat führen, bewegte meinen Körper schlangenförmig vor ihm. Ich konnte spüren, dass es ihn erregte, weil er leicht erstarrt jeden kleinsten Winkel meiner Bewegungen scannte. Doch dann war er es scheinbar leid, nur still zu stehen oder er hielt mein kleines Spiel nicht mehr aus.
Er schlang seine Arme um meinen Körper und presste seine Lippen heftig auf die meinen. Die Intensität seines Kusses schickte einen Schauer über meinen ganzen Körper. Um Fassung ringend fuhr ich zärtlich mit meinen Händen über seinen Anzug. Als ich meinen Mund öffnete und er mit seiner Zunge stürmisch die meine begrüßte, um mich nur umso hemmungsloser zu küssen, krallte ich mich in seine Haare. Edward entwickelte ein ungeahntes Temperament, als er seine Hände unter meinen nackten Po legte und mich fest an sich drückte. Dies entlockte mir ein lustvolles Stöhnen und in meinem Körper erwachte eine feurige Begierde. Ohne Vorwarnung hob er mich hoch und setzte mich auf die Küchenzeile hinter mir. "Du bist so unglaublich sexy!" flüsterte Edward mir mit vor Erregung zitternder Stimme ins Ohr und liebkoste dann meine Kehle.
Wenn ich extra eingebildet wäre, würde ich jetzt sagen: Ich hab es doch gewusst.; denn tief in Edward gab es wirklich ein Feuer, das ich scheinbar gerade in Flammen aufgehen ließ. Er biss leicht in meine Schulter und ich stöhnte meinen Kopf nach hinten werfend auf, während er seine Finger erregend in meine Schenkel presste. Seine Leidenschafft berauschte mich. Ich drückte ihn leicht von mir und konnte in Edwards dunkelgrünen Augen erkennen, wie erregt er war. Er fesselte mich mit seinen Blicken, während ich bedächtig den Knoten seiner Krawatte öffnete. Leicht lächend zog ich einen Mundwinkel nach oben, als ich sie aus seinem Kragen zog und sie dann neben uns fallen ließ. Ich schob ihm das Jackett von den Schultern. Die Luft knisterte vor sexueller Spannung, als ich begann die Knöpfe seines Hemdes zu öffnen. Dabei spürte ich, wie Edward hauchzart über meine Oberschenkel streichelte, über meine Seiten fuhr und seine Hände jeweils seitlich an meinen Bauch legte. Fuck! Ich wollte ihn, jetzt sofort.
Doch die Götter schienen mir nicht gewogen zu sein, als der Portie klingelte.
"Scheiße!" war Edwards Kommentar dazu. Du sagst es, Baby. Kaum zu fassen, dass er solche Worte in den Mund nahm. Er zog mich an dem Hemd, welches ich trug, noch mal hart an sich, gab mir einen fordernden Kuss und ließ mich wieder los, um in den Flur zu gehen. Nicht ohne seine Sachen zu ergreifen, die er sich scheinbar wieder anziehen wollte. Ich musste aufgrund seines Verhaltens aufkeuchen und versuchte tief durchzuatmen und meinen vor Erregung kribbelnden Körper wieder zu beruhigen. Dann sprang ich von der Anrichte und folgte ihm. Er stand mir bereits mit geordneter Kleidung wieder zugewandt, war wohl ein kurzes Gespräch. Und er schien plötzlich wieder so kontrolliert und die Ruhe selbst zu sein. Der Typ machte mich echt fertig.
Ruhig erklärte er mir, dass er jetzt keine Zeit hätte, weil er mit seiner Geschäftspartnerin eine Präsentation vorbereiten müsste und sich dies auch nicht aufschieben ließ. Er machte mir also klar, dass sie jeden Moment hier reinspazieren würde. Na ganz prima. "Schon verstanden, ich verschwinde." sagte ich genervt, denn scheiße noch eins ich war geil und zwar auf Edward. Ich registrierte noch eine Entschuldigung, als ich in sein Schlafzimmer ging und dort meine Hose überstreifte.
Wieder im Wohnzimmer konnte ich sie schon sehen, Edwards perfekt gestylte, in ein teures Designeroutfit gehüllte Geschäftspartnerin. Ihre rotblonden Haare fielen weich über ihre Schultern und sie begrüßte ihn professionell, aber mit einem zärtlichen Lächeln. Zum Teufel noch mal, die war sicherlich auch scharf auf ihn. Wo kamen diese Barbies auf einmal alle her? Oh, Mann und jetzt machte sie auch noch einen Witz und er lachte darüber. Kotz, Würg, das konnte man sich ja nicht antun, wie sie ihn da bezirzte und er bemerkte es nicht mal. Ich hatte das Hemd verknotet, ging auf die beiden zu, schnappte mir meine Lederjacke vom Kleiderständer und zog sie an. "Tanya, das ist eine Bekannte, Bella." Aha, interessant, diese flüchtige Bekannte, hättest du ja nur eben fast auf deiner Küchenanrichte gefickt, wenn diese Vorzeigeehefrau nicht aufgetaucht wäre. "Und Bella, das ist Tanya Denali." beendete Edward seine Vorstellung. "Ja, nett sie kennen zu lernen oder so ähnlich, aber ich muss dann los, die Luft ist mir hier oben irgendwie zu Channel Nr. 5 lastig. Bis irgendwann, Edward." sagte ich und schnappte noch meine Schuhe, bevor ich in den Fahrstuhl stieg, der sich immer noch auf der Etage befand, wodurch sich nur die Türen öffnen mussten. Als sie sich schlossen, konnte ich noch Edwards verwirrten, aber auch verärgerten Blick sehen und das blöde Grinsen von dieser Denali. Bitch. Die konnte ich jetzt schon nicht leiden.
Was sollte das auch, mich einfach so abzuschieben. Er hatte wohl erwartet, dass ich wie einer seiner sonst so liebenswerten Frauen, die er kannte, einfach ja und Ahmen dazu sagen würde. Aber da hatte er sich definitiv geschnitten, denn so eine Scheiße ließ ich mir nämlich nicht bieten. Und diese Reserviertheit, die er dann auch noch an den Tag gelegt hatte, als wäre ich ein Niemand für ihn, den er einfach wieder wegschicken konnte. Um ehrlich zu sein, war es mir jetzt auch verdammt egal, ob er wütend war. Ich sagte nun mal direkt heraus, was ich dachte und auf gespielte Höflichkeit gegenüber seiner ach so tollen Partnerin hatte ich verflucht noch eins keinen Bock gehabt. Dieses heuchlerische Gehabe, wie sie es mit ihrem Lächeln mir gegenüber gezeigt hatte, obwohl ich genau wusste, dass sie mich ebenso auf Anhieb hasste, legte ich keinen Wert. Ich war keine Person, die sich kriecherisch bei jemandem einschleimte, egal wer es war. Wenn Edward eine kleinlautes Frauchen suchte oder eine Frau, die perfekt gestylt war, hervorragende Manieren hatte und ihm womöglich noch wie ein Hündchen hinterher lief, war er bei mir an der falschen Adresse und das würde er schon merken. Ich besaß vielleicht nicht viel, aber meinen Stolz würde ich nicht verlieren. Ich bin so, wie ich bin: verrückt, vorlaut und was nicht alles und das würde auch ein Edward Cullen nicht ändern.
Ich zog mir meine Schuhe an und machte mich genervt auf den Weg nach Hause.
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Hallo an alle neuen und alten Leserinnen und Leser,
ich bin gerade hin und her gerissen zwischen alte Kapitel überarbeiten und posten und neue schreiben, aber der Elan will noch nicht abreißen.
Ich hoffe, ihr habt trotzdem Spaß mein Lesen.
Über einen Kommi würde ich mich sehr freuen.
Gruß und Kuss
Evangeline
