Kapitel 5 "Hoffnungslos - Cells POV 1/2"

Tag 4

Cell stand in seinem Ring und gähnte herzhaft. "Ist mir langweilig!", stöhnte er, "10 Tage waren wohl doch eine zu lange Frist!" und sah zum Sternenhimmel hinauf. Sie hätten schon längst alle tot sein können. Aber er musste sich ja selbst im Weg stehen...
Mit der Babuschka-Technik teilte er sich in Vier auf und kämpfte gegen sich selbst.
Schlagen
Kontern
Ausweichen
Kämpfte man gegen sich selbst, war nichts fremd. Ein mikriges Training.

Er wusste noch nicht, ob er die Technik bei seinem Kampf gegen Son Goku nutzen sollte, da Goku diese nicht nur selbst beherrschte, sondern Cell wegen ihr gewaltig verlangsamt wurde. Schnell entwich er sich selbst und flog gen Himmel, verfolgt von Doppelgängern. Aus einem der vier Blickwinkel, erkannte er Scheinwerfer in der Ferne und ließ die anderen Cells wieder verschwinden. Schnell flog er in die Richtung, da er auf eine unangenehme Konfrontation hoffte.
Im Himmel blieb er vorerst stehen, erkannte er das Auto vor sich nicht. Ein kleines dunkelblaues vielleicht...? Er sah durch die Dunkelheit die Farbe nicht richtig. Mina war das ganz sicher nicht. "Wer könnte das bloß sein?", fragte er sich und flog tiefer um von der Seite aus ins Auto sehen zu können. In Bodennähe war alles was er erkannte eine kleine ältere Person. Vielleicht senil? Warum sonst würde diese Person sich hierher in seine Domäne trauen... Die Person musste schon sehr alt sein, da das Radio sehr laut aufgedreht war und er die Moderation schon fast verstehen konnte. Sein Name fiel und er flog neugierig näher heran. "...noch keine Hinweise erhalten. Er soll weiterhin getötet haben." Nichts neues. Cell stieg empor und flog gelangweilt zurück zu seinem Ring.

Noch sechs ganze Tage! Wie sollte er es nur bis dahin schaffen? Er versuchte eilig ein Schlupfloch in Gokus Drohung zu finden. Das einzige ihm bekannte war die Selbstverteidigung, wie er es bei der Armee umgesetzt hatte. Goku war bestimmt nicht davon begeistert, konnte er jedoch nichts dagegen tuen. Cell grinste. Es machte ihn glücklich Unheil anzustellen, ohne dafür belangt werden zu können. Aber wie sollte er weiterhin angegriffen werden, wenn er selbst nicht provozieren konnte? Er brauchte eine Ausrede... aber was kam in Frage? Er überlegte, aber nichts fiel ihm ein. Cell atmete tief aus. Der Morgen graute und er hatte immernoch keine Vorstellung davon, wie sein Tag verlaufen sollte. Er ärgerte sich schon fast, dass er Nene verboten hatte herzukommen. Aber egal, denn wenn die Leute nicht zu ihm kamen, dann kam er eben zu ihnen! Und so stieß er sich vom Boden ab und flog in die Richtung in welcher er ihre Aura schwach wahrnahm. Irgendetwas interessantes würde schon passieren, redete er sich ein.

Der Ort war nicht weit von seinem Kampfring entfernt und zu seinem Glück war es schon etwas heller.

Er blieb in der Luft stehen und wunderte sich. Befand sich Nene doch inmitten einer zerstörten Stadt und er konnte sich auch kaum mehr erinnern, diese angegriffen zuhaben. Über der Stadt schwebend, suchte er nach ihrer Aura. Cell sah sich um und erblickte eine große Halle. Sah für ihn aus wie ein Flugzeughangar. Langsam flog er hinunter und landete sanft vor der riesigen Halle. Er überblickte das Gelände und sah fünf Tore, zwei davon geöffnet. Gemütlich ging er auf eines der beiden zu und sah hinein. Eine große Abstellfläche für Flugzeuge war ... von einem Auto blockiert. Weiter hinten sah er Schränke, eine Werkbank und eine Türe, aus deren Spalt Licht in die Halle fiel. Er ging auf sie zu und konnte leise Stimmen hören. Neugierig folgte er den Geräuschen, durch die Tür hindurch, zu einem Flur. Nun waren die Stimmen besser hörbar und Cell konnte Teile des Gesprächs wahrnehmen. Leise näherte er sich dem Raum, in dem die Unterhaltung stattfand und horchte an der Tür.

Eine Frauenstimme lachte hämisch. "...und er denkt jetzt sie war's! Stell dir das mal vor! So einfach war's!" Cell erkannte Nene sofort. "Aber wieso haben sie sie nicht sofort verfolgt? Da war doch eine Wanze!" "Soweit ich weiß, dachten sie nicht, dass das funktionieren würde! Also sind sie ab nach Hause und als sie den Radar gecheckt haben, war sie schon auf Mangold! Krass, ne?" Cell wusste nicht worum es ging, aber bei "Mangold" wurde es interessant.
"Wahnsinn ey. Und jetzt kannst du dich beweisen. Voll cool." Die männliche Stimme stammte von einem Jugendlichen. Nene war anscheinend jünger als Cell sie eingeschätzt hatte, aber bei ihrem Benehmen hatte er derartiges schon vermutet. *klier* Cell hörte wie die beiden mit Flaschen anstießen.
"Und fliegst du da gleich hin?" "Ja na klar! Ich werde sie umbringen! Das hat sie nicht anders verdient! Sie hat über mich gelacht, das wird sie bereuen!" "Warum hat sie gelacht?" "Na, weil sie nicht wusste, dass Cell mich trainiert!" "Versteh ich nich." "Nichts neues bei dir. Ich muss jetzt los, sonst verpasse ich noch meine Chance!" Cell hörte wie Nene aufstand und in seine Richtung ging. Schnell schwebte er zurück in die Halle und stellte sich an die Wand. Er lag korrekt mit der Annahme, dass Nene unaufmerksam an ihm vorbei lief. Egal was hier los war, Cell wusste es war auch seine "Chance".
Seine Chance auf eine Ausrede.
Seine Chance auf einen Freifahrtsschein.
Und die ließ er sich nicht entgehen.

Er folgte ihr.

Sie flog in Richtung Mangold und Cell langsam hinterher. Leider machte es keinen Sinn sie zu überholen und vorher auf Mangold anzukommen, da er nicht wusste um welche Person es ging und wo Nene hin wollte. Sie schien ein ziemlich hinterhältiger Mensch zusein. Wie Cell es verstand, hängte sie einer Frau etwas an, weil sie darüber lachte, von ihm trainiert zuwerden... Was war daran lustig? Cell vermutete, dass da mehr dahintersteckte. Er schrieb es sich hinter die Ohren Nene nicht zu vertrauen und vorsichtig zu sein, was er ihr beibrachte. Sie würde jeden verraten, da war er sich sicher. Bei solchen Kleingeistern war alles möglich...

_

Langsam näherten sie sich der Insel und er sah, wie Nene einen Radar aus ihrer Hosentasche zog. Zielsicher flog sie über Häuser hinweg und landete vor dem Hotel welches Cell nur zugut kannte. Sie ging hinein und rief etwas. Durch die Entfernung konnte er nichts verstehen. Er folgte ihr langsam und blieb vor dem Gebäude stehen. Durch die großen Fenster konnte er sehen, wie sie in der Lobby stand und sich verwirrt mit dem Radar in der Hand von einer Seite zur anderen drehte. Anscheinend konnte das Gerät keine Höhenunterschiede darstellen. Sie ging in ein Zimmer hinter der Lobby hinein und kam wieder hinaus. Dann ging sie die Treppen hoch. Cell beschlich das Gefühl, dass sie nach Yasa suchte, aber das konnte nicht sein, Yasa hatte sich die ganze Zeit auf der Insel befunden... es musste sich um eine andere Frau handeln. Eigenartig. Plötzlich hörte Cell einen Hubschrauber in der Ferne näher kommen und er freute sich. Genau das wollte er. Anscheinend hatte Cell es geschafft, mitten in eine Fehde hineinzugeraten. Nene würde wohl "Hilfe" benötigen. Bei dem Gedanken breitete sich eine wärme in seinem Körper aus. Son Goku konnte nichts tuen. Cell freute sich über kommende Ereignisse und begab sich in eine kleine Gasse um die Geschehnisse von dort aus zu beobachten.

Der Hubschrauber landete und sieben Männer mit einem Hund stiegen aus. Ein Mann hielt dem Hund ein Stofftuch vor die Nase und er nahm sofort die Witterung auf. Schnell liefen die Beiden in das Gebäude und rannten in den Speisesaal. Die sechs anderen begaben sich zu den Treppen. Der Helikopter wurde ausgeschaltet und die Rotoren verloren an Geschwindigkeit. Der Pilot folgte der Gruppe und verschwand in die erste Etage. Die Rotorenblätter des Helikopters kamen entgültig zum stehen und Stille kehrte ein. Cell war sich unsicher ob er jetzt schon hinterher gehen sollte, denn wenn er den Moment richtig abpasste, könnte er alle acht Männer töten ohne das auch nur einer die Möglichkeit hatte davon zurennen... Plötzlich Schüsse. Cell musste sich erstmal orientieren, von wo die Geräusche herkamen. Er erkannte, dass es sich um die zweite Etage handeln musste. Cell wollte sich gerade einmischen, als Nene die Treppe runterlief mit den Männern im Schlepptau. Der Pilot wollte sich wieder zurück in den Helikopter setzen, aber hielt inne und drehte sich wieder zu Nene um. Sie war sauer. Cell konnte ihre Wutadern pochen sehen. Da lief etwas nicht nach Plan... "Ihr beide steigt in den Heli, der Rest durchsucht die Geschäfte!" "Und was ist mit Butch?" Die Frage mochte Nene überhaupt nicht, denn sie schrie aus Leibeskräften, dass ihr die Töle egal sei. Der Mann verstummte und der Hund kläffte sie an. "Na los!", rief sie und die Männer verstreuten sich in alle Richtungen. Einer wollte in Cells Gasse laufen und zügig sprang er auf das Dach. Der Helikopter übertönte alle Geräusche und Cell konnte nichts mehr hören von dem, was unten vorging. Sein Instinkt lenkte seine Aufmerksamkeit zu einer Person welche ihn durch ein Fenster hindurch ansah. Yasa starrte ihn aus einem Zimmer vom dritten Stock an. Sie duckte sich als der Helikopter an Höhe gewann. Cell sprang vom Gebäude und sprintete schnell zum Hintereingang vom Hotel. Keine Ahnung wen Nene suchte, aber anscheined war die Person ihr um ein zwei Schritte voraus. Er wechselte über das Treppenhaus die Etage und rief ihren Namen. Yasa öffnete eine Tür und rannte wie von der Tarantel gestochen zu Cell. "Cell, ich kann nicht glauben, dass du mich retten wolltest! Vielen Dank!" und dabei versuchte sie ihn zu umarmen, jedoch fing er sie ab:"Ich bin nur zufällig hier." "Oh... oh... ich... dachte..." "Was hast du angestellt?", wollte Cell wissen, doch Yasa hatte keine Ahnung. Anscheinend wäre Yasa beinahe in die Sache hineingeraten, denn ginge es um sie, hätte der Hund sie bestimmt gefunden... Cell ging an ein großes Fenster und starrte hinaus. Der Helikopter umkreiste die Ortschaft. Sinnlos, die Frau ist bestimmt schon weg... Yasa räusperte sich und Cell drehte sich zu ihr um. "Also... ähm... Cell, du bist doch bestimmt... ähm... wegen dem Wasser hier? Richtig?" und sah ihn fragend an. Yasa schien angst zuhaben. Wahrscheinlich dachte sie, dass Wasser gab ihr eine gewisse Imunität... "Nein, diesmal nicht.", sagte er gleichgültig. Cell verstand, dass seine Chance jemanden töten zu können, gleich Null war und das säuerte ihn an. "Hast du nicht Lust mit mir an die Bar zu gehen?", fragte sie eingeschüchtert, doch Cell ignorierte sie. Was sollte das denn jetzt? Genervt wollte er das Hotel verlassen doch sie wagte es ihn am Arm zu packen und fest zuhalten. "Cell, bleib doch noch etwas!", und fast hätte er sie totgeschlagen. Er nahm seinen Arm aus ihrem Griff und mit einer Schockwelle zerstörte er umliegende Fenster. Yasa erschrack und duckte sich wegen umherfliegender Scherben weg. Cell ging über die Scherben auf dem Boden hinweg und schwebte aus dem Gebäude heraus. "Warte bitte!", flehte sie aber Cell hatte keinen Grund mehr dort zusein. Bevor er die Insel verließ, sah er sich nocheinmal um. Er stoppte mitten in der Luft und sah zu, wie ein kleines blaues Flugzeug schnell davon sauste. Anscheinend war das die gesuchte Frau gewesen und Cell genoss die Schadenfreude, als er sah, dass der Helikopter vor einer Mall stand, ausser Reichweite. Die Frau war weg. Es bestätigte ihn in seiner Annahme, sie sei Nene ein oder zwei Schritte voraus. Gerade als er aufbrechen wollte, flog Nene ihm hinterher. "Was machst du hier!?", keifte sie. Er verzog die Miene nicht und drehte langsam seinen Kopf in ihre Richtung. Als Nene seinen Blick sah schluckte sie und zog den Kopf ein. "Das... das ist... das hat mich ja nichts anzugehen!", quitschte sie kleinlaut. "Wenn du sie kriegen willst musst du mehr auf Zack sein.", sagte Cell hämisch und er konnte die Wut in ihren Augen sehen. Sie mochte es nicht, wenn jemand mehr Autorität besaß als sie. Jämmerlich. "Sie hat nur Glück gehabt, aber weißt du, auch du kannst sie nicht retten!" und damit flog sie davon. Nene hatte ihn komplett überrumpelt. Wie bitte? Auch "er" konnte sie nicht retten? Warum sollte er? Der Mund stand ihm offen. Damit hatte er im Leben nicht gerechnet. Sein Unmut von vorhin war wie weggefegt. "Auch ich kann sie nicht retten?", wiederholte er ungläubig. Was hatte das zu bedeuten? Wer war diese Frau? Egal. Cell drehte sich um und wollte zu seinem Kampfring zurückkehren, doch dann packte ihn seine neugierde. Er musste die Frau finden! Er flog in die Richtung in welche der kleine blaue Flieger zuvor davon gesaust war.
Seine Geschwindigkeit war zu hoch. Wärend des Fliegens schaute er in alle Richtungen, konnte aber niemanden sehen. Schon flog er über das Festland hinweg und ihm wurde bewusst, dass die Frau auch ihn abgehängt hatte. "Na, das war doch ganz unterhaltsam!", freute er sich über die Ablenkung, welche die Fremde ihm schenkte. Ein kleines blaues Flugzeug... das würde er sich für die Zukunft merken.