Abreise (von Gleis neundreiviertel)
Snapes letzter Ferienmonat in Spinner's End war nicht besonders lustig. Gewiss, seine Nachbarn hatten soviel Angst vor Snape, dass sie nicht freiwillig in seiner Nähe sein wollten. Er musste mit niemandem sprechen. So ging es ihm in mancher Hinsicht besser als zuvor auf Hogwarts, doch wurde er mit der Zeit ein wenig niedergeschlagen.
Er blieb gerne in seinem Haus, in Gesellschaft seiner Bücher, aber irgendwann fiel ihm auf, dass er jede Nacht, bevor er einschlief, einen weiteren Tag auf einem imaginären Wandkalender abhakte.
Am letzten Augusttag fiel ihm wieder ein, dass er ja noch immer nicht mit Albus über sein Zusammentreffen mit Quirrell gesprochen hatte.
Als er mit seinem neuen Kollegen im Schloss angekommen war, hatte Albus keine Zeit. Das war auch wieder typisch. Albus verteilte gerne irgendwelche hochwichtigen Aufgaben und am nächsten Tag war keine Rede mehr davon.
Quirrell hatte sich in seinen Räumen verbarrikadiert, mit seinem neuen Vampirbuch. Snape war leicht beleidigt, da sich niemand um ihn kümmerte, nach Spinner's End verschwunden.
Himmlische Ruhe.
Himmlische, bleischwere, frustrierende Ruhe.
Entschlossen brach er auf. Zurück nach Hogwarts, einen Tag früher als notwendig.
Am frühen Morgen des 31. August 1991 erreichte er den Apparierplatz von Hogwarts. Es war noch angenehm kühl, versprach aber wieder ein sehr warmer und sonniger Spätsommertag zu werden.
Wie immer kringelte sich Rauch aus dem Schornstein von Hagrids Hütte. Das Schloss lag so friedlich, unschuldig beinahe da, dass es Severus im Herzen weh tat.
Ein angenehmer Schmerz.
Freien Schrittes lief er auf das alte Gemäuer zu und wusste, dass ihm diese uralten Mauern mehr Heimat waren als es jeder andere Ort auf dieser Welt es jemals sein könnte.
Schüler hin oder her.
Selbst als in der großen Halle Albus schon auf ihn wartete, konnte ihm das nicht dieses Hochgefühl trüben.
"Und? Hatten Sie angenehme Ferien?", fragte er mehr als aufgeräumt.
Snape antwortete nicht. Das war auch nicht nötig. Albus schien keine Antwort erwartet zu haben.
"Sie sollten auch gut erholt sein, vor uns allen liegt ein anstrengendes Schuljahr! Würden Sie mich bitte kurz in mein Büro begleiten, es gibt eine Kleinigkeit zu besprechen."
Albus drehte sich um und rauschte davon. Snape folgte.
"Blaubeermuffin — ich sollte es bald mal wieder erneuern — kommen Sie, kommen Sie ..."
Das Büro sah so aus wie immer und Severus stellte fest, dass er es tatsächlich besser ertrug.
"Kann ich Ihnen etwas anbieten?"
"Nicht um diese Uhrzeit, danke."
Albus schmunzelte.
"Es geht Ihnen gar nicht mehr um die Sache an sich, Sie sind einfach ..."
Albus schien tatsächlich das richtige Wort zu suchen. Severus feixte.
"Stur?", half er nach.
"Ja, stur — wenn sie es selbst so nennen. Gut, ich bin genauso stur und irgendwann werden Sie schwach werden."
"Unwahrscheinlich", entgegnete Snape.
"Wir könnten eine kleine Wette abschließen ..."
"Wir könnten auch zur Sache kommen, ich hätte noch zu tun."
"Ach", sagte Albus und machte ein überraschtes Gesicht, "Was denn?"
"Ich wollte mich noch in die Sonne legen ..."
"Gut gut gut, der Punkt geht an Sie", sagte Albus lachend und er brauchte offensichtlich einen Moment um sich wieder zu fangen.
"Gut, dann also zur Sache. Was halten Sie von Quirrell?"
Seine blauen Augen fixierten Snape konzentriert. Der hatte mit der Frage schon gerechnet und antwortete umgehend.
"Ein Hohlkopf. Ein Feigling. Er wird das Mixtum compositum der Unfähigkeit in seinem Fach hervorragend bereichern."
"Hmm", entgegnete Albus.
"Wo treibt er sich überhaupt rum?"
"Die meiste Zeit befindet er sich in seinen Räumen, oder in der Bibliothek. Heute ist er nochmal in London. Ein weiteres Buch über Vampire abholen."
"Was immer alle mit Vampiren haben", ereiferte Severus sich, "wenn man die in Ruhe lässt, dann sind sie völlig harmlos."
"Da gehen die Meinungen wohl auseinander. Vampirjäger werden noch immer vom Ministerium unterstützt und dann gibt es natürlich auch die Vampirschützer. Eldred Worple zum Beispiel lebt sogar mit einem zusammen. Sanguini oder so. Sie scheinen recht glücklich miteinander."
"Aha", sagte Snape überaus intelligent. Zusammenleben? Und eventuell noch ...
Nein, das ging ihm dann doch zu weit.
Aber gut, jeder nach seinen Vorlieben und Bedürfnissen.
Einige Zeit später, sie hatten noch über dies und das geredet, war Snape tatsächlich auf dem Weg, sich in die Sonne zu legen.
Lilys Sohn war noch einmal zur Sprache gekommen. Ja, morgen würde er sich auf den Weg machen, das erste Mal mit dem Hogwarts-Express ...
Snape fühlte nichts.
Tatsächlich waren außer Albus und ihm keiner auf Hogwarts. Noch nicht mal Argus Filch war anwesend. Wie die meisten, würde auch der erst am morgigen Tag erscheinen.
Sogar Hagrid war irgendwo im Norden Schottlands auf einer Fortbildungsveranstaltung für Hippogreifenzüchter und würde erst morgen Mittag zurückkommen.
Langsam wanderte Severus am Ufer des Schwarzen Sees vorbei, wunderte sich, dass aus dem Schornstein von Hagrids Hütte Qualm aufstieg. Und wie groß doch die Kürbisse geworden waren. Am Rand des verbotenen Waldes und hinauf zu seinem Felsblock. Er hatte das Buch bei sich, das er in der Muggelbuchhandlung gekauft hatte.
Der Fels war dunkel und schon angenehm warm.
So groß und flach, dass zwei Personen bequem ausgestreckt darauf liegen konnten.
Severus lag auf dem Rücken und schaute in den wolkenlosen Himmel. Er schlug die erste Seite seines Buches auf. Das weiße Papier blendete ihn beinahe.
Er las, aber wusste doch nicht, was er da las. Von einer Welt war die Rede, die auf dem Rücken von vier Elefanten ruhte, die wiederum auf dem Panzer einer Schildkröte standen. Von Eintagsfliegen. Von Persönlichkeiten und Kräften.
Persönlichkeiten und Kräfte ...
Severus schlief ein und die Szene änderte sich.
Snape sah sich selber, im Alter von elf Jahren, durch den Gang im Hogwarts-Express, der durch die Landschaft ratterte, hasten. Er hatte bereits seinen Schulumhang an, hatte die erste Gelegenheit ergriffen, seine fürchterlichen Muggelsachen abzulegen. Schließlich blieb er vor einem Abteil stehen, in dem sich ein paar ruppige Jungen unterhielten. Auf einem Fensterplatz in der Ecke kauerte Lily, das Gesicht an die Scheibe gedrückt.
Snape schob die Abteiltür auf und setzte sich Lily gegenüber. Sie sah ihn kurz an und sah dann wieder aus dem Fenster. Sie hatte geweint.
"Ich will nicht mit dir reden", sagte sie mit erstickter Stimme.
"Warum nicht?"
"Tunia — h-hasst mich. Weil wir diesen Brief von Dumbledore gesehen haben."
"Na und?"
Sie warf ihm einen Blick voller Abneigung zu.
"Sie ist immerhin meine Schwester!"
"Sie ist nur ein —" Er fing sich noch rasch; Lily, die zu sehr damit beschäftigt war, sich unauffällig die Augen zu wischen, hörte ihn nicht.
"Aber wir fahren!", sagte er und konnte die Begeisterung in seiner Stimme nicht unterdrücken. "Es ist so weit! Wir sind auf dem Weg nach Hogwarts!"
Sie nickte, tupfte sich die Augen, musste aber unwillkürlich ein wenig lächeln.
"Du solltest am besten nach Slytherin kommen", sagte Snape, von ihrer etwas besseren Laune ermutigt.
"Slytherin?"
Einer der Jungen in ihrem Abteil, der bislang keinerlei Notiz von Lily oder Snape genommen hatte, wandte sich bei dem Wort um.
"Wer will denn schon nach Slytherin? Ich glaub, dann würd ich abhauen, du auch?" James fragte den Jungen, der sich ihm gegenüber auf dem Sitzen fläzte. Sirius lächelte nicht.
"Meine ganze Familie war in Slytherin", sagte er.
"O Mann", sagte James, "und ich dachte, du wärst in Ordnung!"
Sirius grinste.
"Vielleicht breche ich mit der Tradition. Wo würdest du hinwollen, wenn du die Wahl hättest?"
James hob ein imaginäres Schwert.
"Gryffindor, denn dort regieren Tapferkeit und Mut! Wie mein Dad."
Snape machte ein leises, abfälliges Geräusch. James fuhr ihn an.
"Hast du'n Problem damit?"
"Nein", sagte Snape, doch sein höhnisches Gesicht strafte ihn Lügen. "Wenn du lieber Kraft als Köpfchen haben willst —"
"Wo möchtest du denn gern hin, wo du offenbar nichts von beidem hast?", warf Sirius ein.
James brüllte vor Lachen. Lily richtete sich auf, ziemlich rot im Gesicht, und blickte geringschätzig von James zu Sirius.
"Komm Severus, wir suchen uns ein anderes Abteil."
"Oooooh ..."
James und Sirius äfften ihren hochmütigen Ton nach; James versuchte Snape ein Bein zu stellen, als er vorbeiging.
"Wir sehen uns, Schniefelus!", rief eine Stimme, als die Abteiltür zukrachte ...[*1]
Verwirrt schlug Snape die Augen auf und wusste im ersten Moment nicht, wo er war. Er rang nach Atem. Jemand schien vor ihm zu stehen und ihn schlagen zu wollen.
In einem jähen Reflex riss er die Arme hoch, fuhr auf, wollte sich wehren — und erkannte Charity Burbage, die vor ihm stand und nun ihrerseits das Gesicht mit den Händen schützte.
Er erstarrte.
Charity machte einen Schritt zurück, in einer hilflosen Geste.
"Ich — es tut mir leid. Ich wollte dich nicht erschrecken. Du hast schlecht geträumt ...", rechtfertigte sie sich unnötigerweise.
Snape schüttelte den Kopf, stützte ihn dann in die Hände.
"Ich hab nicht schlechtgeträumt. Meine schlechten Träume ..."
Er stockte und sah sie nicht an. Die Situation war ihm sehr unangenehm.
Das Buch lag aufgeschlagen neben dem Fels. Ein paar Seiten waren zerknickt. Bedächtig griff er danach, strich das Papier glatt und schlug es zu.
"Nein, ist das etwa der neue Pratchett?", frohlockte Charity.
"Äh, ja", sagte Snape, froh über den unverhofften Themenwechsel. Charitys sehnsüchtiger Blick ließ ihn schmunzeln.
"Ich kann es dir ausleihen, mir ist eh nicht nach lesen zumute", bot er ihr an und hielt ihr das Buch hin. Sie wollte schon gierig danach greifen, da hatte sie offensichtlich eine Idee.
"Nur wenn du mich heute Abend besuchst und wir ein wenig plaudern können", sagte sie und ihr Lächeln erschien eine Spur hinterhältig.
Das Wort plaudern hatte für Severus einen ähnlichen Klang wie etwa Hippogreifenstall ausmisten oder Flubberwürmer ausnehmen, trotzdem hörte er sich etwas sagen, was verdächtig nach gerne klang.
"Pünktlich um acht", setzte er hinzu.
Charity strahlte über das ganze Gesicht, schnappte sich das Buch, deutete einen Knicks an und mit einem "Zu Befehl, Herr Professor", drehte sie ihm den Rücken zu und entfernte sich in Richtung Schloss.
Kopfschüttelnd sah Severus ihr nach. Er konnte es zwar nicht genau erkennen, aber es sah so aus als würde sie im Gehen schon anfangen, zu lesen.
Pünktlich um acht Uhr stand Severus vor der runden Tür mit den Sonnenblumen, ähnlich wie vor den Ferien mit dem Buch und den Fledermausmilzen. Er wollte gerade klopfen als von drinnen die Worte: "Tür ist offen!", erklangen.
Charity strahlte über beide Ohren.
"Rotwein?", fragte sie sobald er die Türschwelle überschritten hatte. Interessiert sah er sich um. Er fand anderer Leute Wohnungen interessant. Wollte aber auch nicht so genau wissen, was andere Leute wohl dachten, wenn sie seine Räume sahen.
Bei Charity war alles hell und freundlich und leuchtend irgendwie. Sogar die Bücher schienen hell und freundlich, ganz anders als seine zumeist schwarzen, ledergebundenen Folianten. Bald schon saßen sie im Wohnzimmer auf zwei ausladenden Sesseln vor einem brennenden Kamin, Weinglas in der Hand.
Ohne ein Feuer war auch dieser Teil der hogwartschen Keller ungemütlich, sogar im Sommer.
"Zuerst würde ich gerne einen Test machen", sagte Snape.
Charity schaute ihn unsicher an.
"Was für einen Test?", fragte sie ein klein wenig alarmiert.
"Folgendes: Wenn ich Horklumpsaft mit einem Teil Zerberusblut und zwei Teilen Wasser aus dem Lethefluss versetze, hätte es dann nicht einen stabilisierenden Einfluss aus die Basis des Trankes gegen Stinkefüße, vor allem, wenn der Trank bei abnehmendem Mond gebraut wird?"
"Wie bitte?"
Charitys Augen wurden groß und rund.
"Und wenn ich dann vier Stachelschweinstacheln, statt fünf, diese aber fein zermahlen ..."
"Stopstopstop", lachte Charity, "hör das auf, oder ich erzähl dir was von Toastern."
"Toaster?", Severus zog eine Augenbraue hoch, "Machen das nicht die Hauselfen?"
"Bei den Muggeln nicht", fuhr Charity ungerührt fort, "da gibt es zwei unterschiedliche Geräte, einmal so einen Kasten mit zwei Schlitzen ..."
"Neiiiinnnn?"
"Doch!", lachte Charity.
Das ging noch eine Weile hin und her, bis auch Severus kurz davor war, zu lachen.
"Argus wird uns morgen beide schlafend finden und sich furchtbar wundern."
Severus war erstaunt, verwirrt beinahe. Das Gespräch verlief angenehm. Charity erzählte von sich und Snape war tatsächlich nicht gelangweilt.
Sie war mit einem Muggel verheiratet. Jonathan, auch ein Lehrer in einem Internat. Mathematik und Biologie. Severus dachte mit einem Schaudern an seine eigenen Eltern, die sich eigentlich nur gestritten hatten.
"Funktioniert das? Oder geht meine Frage jetzt zu weit?"
Charity lachte, wie sie überhaupt viel lachte.
"Es gibt auch mal Streit, so ist es nicht. Aber die Magie ist nicht der Grund. Zu Hause zaubere ich eh so gut wie gar nicht."
"Warum nicht?"
Charity wurde ein bisschen rot.
"Ich kann es nicht besonders. In Verwandlung zum Beispiel war ich ne totale Niete ..."
"Ich seh schon, UTZe in Wahrsagen und Besenflug", stichelte Severus.
"Geh mir weg mit Flugbesen!"
Jetzt lachte auch Snape.
"Hufflepuff, oder?", konnte er sich nicht enthalten.
"Viele richtig gute Zauberer waren in Hufflepuff", versuchte sie ihr altes Haus zu verteidigen.
Snape hob abwehrend eine Hand.
"Ich hab dir schon mal gesagt, dass ich von dem Häuserquatsch nichts halte. Ich bin auch nicht unbedingt der Meinung, dass die Magie aus jemandem einen guten Menschen macht."
"Dafür bist du aber sehr wenig nett, den schwächer Begabten gegenüber."
"Das stimmt nicht!"
Snape musste sich kurz sammeln, er hatte eindeutig dem Rotwein zu gut zugesprochen. Er war nichts gewöhnt.
"Faulheit macht mich rasend und ungenutzte Möglichkeiten und Unverschämtheit. Das ist ein Unterschied."
"Du hast deine Möglichkeiten aber optimal genutzt? Ich habe mir sagen lassen, du hättest magische Kräfte, von denen ein normaler Mensch lieber nichts wissen will."
Severus schnaubte unwillig.
"Wer sagt das? Miss McGryffindor oder unser wandelndes Sherryorakel?"
Charity verbiss sich deutlich sichtbar ein Grinsen.
Ein Räuspern ließ beide erstarren.
Minerva stand hinter ihnen als wäre sie aus dem Nichts erschienen.
"Einen wunderschönen guten Abend auch", gab sie leicht pikiert von sich.
Severus war kurz davor, hysterisch zu kichern. Er war betrunken, stellte der kümmerliche Rest seines analytischen Verstandes fest.
"Was sehe ich hier? Eine Verschwörung? Slytherin und Hufflepuff gegen den Rest der Welt?"
"Wir haben uns über Toaster unterhalten und über Stinkefußtränke", hörte Severus sich äußerst akzentuiert hervorbringen.
Minerva hob die Augenbrauen.
Vielleicht war Snapes Antwort doch nicht ganz so akzentuiert gewesen. Charity kicherte wie ein Schulmädchen.
"Muss ich mir Sorgen machen?", fragte Minerva.
"Nicht mehr wie sonst", brachte Charity atemlos hervor.
"ALS", keifte Minerva, dass Severus erschrocken zusammenzuckte und anschließend um ein Haar mit gekichert hätte.
"Ich hab deinen Whisky mitgebracht", sagte Charity.
"Ooooohhh!"
Einen solchen Laut hatte Severus der älteren Frau gar nicht zugetraut.
Der Abend wurde noch lang. Keiner der drei wusste hinterher, wie lang genau.
Jedenfalls war Severus am nächsten Tag auch mit Minerva per Du. Meistens jedenfalls.
Am nächsten Morgen erschien Severus früh in der Großen Halle. Er fühlte sich hundsmiserabel, aber das ging ja niemanden etwas an. Er war vollständig bekleidet, aber immerhin in seinem eigenen Bett aus dem Koma erwacht und mit der Entschlossenheit eines Berserkers unter die kalte Dusche gekrochen.
Anschließend war er zwar wach, aber nach wie vor kreiste mehr Restalkohol in seiner Blutbahn als er in seinem gesamten bisherigen Leben zu sich genommen hatte.
Vor den Stundengläsern, die alle noch leer waren, verweilte Severus einen Moment. Ein guter Platz, um kurz zu verweilen. Der Fußboden hob und senkte sich.
Ein verzauberter Fußboden, dachte Snape und hätte beinahe schon wieder gekichert.
Minerva erschien in eben diesem Moment. Der smaragdgrüne Umhang passend zum Teint. Sie schien es zu vermeiden, irgendein Geräusch beim Gehen zu machen.
Neben Severus blieb sie stehen. Schaute auf die leeren Stundengläser. Ein gequältes Grinsen zeigte sich auf ihrem Gesicht, dann schaute sie Severus fest an. Ihre Augen waren blutunterlaufen.
"Eins sag ich dir gleich, mein Guter. Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps. Sechs Jahre Slytherin sind genug. Dieses Jahr gewinnt Gryffindor den Hauspokal."
Severus wollte gerade zu einer Erwiderung ansetzen als ein infernalischer Lärm hinter ihm erklang. Er wirbelte herum, was er sofort bereute und da stand Charity und hämmerte mit einem Teelöffel gegen eine Blechtasse.
Sie schien tatsächlich bester Laune zu sein.
"Frühstück!", flötete sie, "Gebratener Speck, Bohnen, Rührei, gegrillte Tomaten, Buttertoast ..."
"Später", würgte Severus hervor.
Minerva hatte schon bei der Erwähnung von gebratenem Speck wortlos die Flucht ergriffen.
Unterschätze nie die Hufflepuffs!
A/N
[*1]Kursiver Text fast wörtlich aus Harry Potter und die Heiligtümer des Todes, Kapitel 33, Die Geschichte des Prinzen.
