Jades Sicht…

Ich beeilte mich die Blumen zu gießen und den Schulgarten wieder zu verlassen. Auch wenn es vielleicht Viola war, die in dem Baum saß, war mir ihre Nähe peinlich. Vor allem die Tatsache, dass sie wahrscheinlich das Foto schon gefunden haben muss. Ich pfefferte also meine Gießkanne und die Rosenschere in das Gewächshaus und hastete zum Schultor. Dort lehnte ich mich erstmal gegen die niedrige Mauer und faltete mit zitternden Händen nochmal das Gedicht auseinander. Die Idee mit den Kranichen war wirklich schön. Doch die Tatsache, dass sie dieses Gedicht für mich geschrieben hatte, machte es in meinen Augen nur noch schöner und wertvoller! Ich steckte es vorsichtig in mein Portmonee damit es nicht knickte, bzw. nicht verloren ging und marschierte davon in die menschenleeren Straßen der Stadt. Mein Herz pochte wie wild und das Glühen meiner Wangen verriet mir, das sie wohl einen peinlichen Rosaton angenommen haben müssen, aber das war mir relativ egal. Ich war glücklich! Als ich so durch die Gegend schlenderte kam mir die Idee, nochmal zum Teich im Park zu gehen. Gesagt, getan! Ich saß eine ganze Weile auf der Bank und sah zu, wie dir Kirschblüten auf das Wasser rieselten und im Mondlicht schimmerten. Mutter Natur war wirklich wunderschön! Als ich dann schließlich den Park verlassen und nach Hause gehen wollte, stieß ich mit jemand zusammen und fiel direkt auf meinen Hintern. Ihre violetten Haare schimmerten im Mondlicht und die schönsten Augen die ich je gesehen hatte, funkelten mich ängstlich an. Es war Viola!