Violas Sicht…

Wie das Schicksal es so wollte, war es wieder einmal Jade, mit dem ich zusammenstieß. Er musterte mich schüchtern mit seinen wunderschönen, jadegrünen Augen und kratzte sich verlegen am Hinterkopf. „Oh, ähm Jade…", stammelte ich verlegen und versuchte, meine verschütteten Kunstsachen wieder einzusammeln. Jade, der wohl eine kleine Weile auf'm Schlauch gestanden hatte, bemühte sich nun auch sich aufzurappeln und mir beim Einsammeln zu helfen. „Du ähm, brauchst mir nicht helfen, ist schon in Ordnung!", flüsterte ich und merkte, wie ich rot wurde. Auch auf Jades Wangen lag ein leichter rosa Schimmer, der ihm sehr gut stand. Vielleicht war Jade ja nicht nur die Farbe Grün, sondern auch Rosa? Ich schüttelte den Kopf, um diesen Gedanken wieder zu vertreiben. Dieser Gedanke war nun sehr unpassend! Ich merkte, wie Jade mich aus den Augenwinkeln musterte. „Ist doch selbstverständlich. Ich hab dich schließlich umgerannt!", sagte er leicht lächelnd. „Ich war genauso tollpatschig wie du!", gab ich zurück. Gerade, als er mir die letzten verstreuten Blätter wiedergeben wollte, erregte eine Zeichnung seine Aufmerksamkeit. Es war die vom alten Baum im Schulgarten. „Du bist sehr talentiert!", flüsterte er fasziniert und wieder legte sich der rosa Schimmer auf seine Wangen. „Ich schenke es dir, wenn es dir gefällt", platzte es aus mir heraus und ich wunderte mich für einen Moment, das ich das wirklich gesagt hatte. Jade lächelte nur und drückte das Bild an seine Brust. „Danke. Ehrlich!", sagte er mit einem breiten Lächeln. Meine Wangen wurden wieder heiß und ich stürmte davon.