Violas Sicht…
Ich hatte das Gefühl, das ich mich zu Tode blamiert hatte. Wie konnte ich einfach davon ausgehen, dass Jade ein Bild gefällt, nur weil er draufguckt und noch viel schlimmer, wie konnte ich es ihm einfach schenken? Ich wäre am liebsten im Erdboden versunken. Aber da sich kein Loch für mich auftun wollte, musste ich wohl mit der Mädchentoilette vorlieb nehmen! Und so saß ich da. Verzweifelt, schmollend, am Boden zerstört und was noch schlimmer war, von Schimmel und Urinstein umgeben. Na super, Viola. Da sagst du einmal im Leben das, was du denkst und dann auch noch zum falschen Moment. Ich hätte niemals den Kunstraum der Schule verlassen sollen. Dann wäre ich Jade nie begegnet und hätte dieses ganze Chaos jetzt nicht. Ich seufzte einmal Laut aus und stützte mein Kinn wieder auf meiner Handfläche ab. Ich brauchte einfach nur hier sitzen bleiben, bis es klingelt und ich nach Hause gehen kann. Vielleicht hatte ich ja sogar das Glück, das ich Jade nicht über den Weg lief. So blieben mir weitere Peinlichkeiten erspart. Die Tür zu den Toiletten ging auf und Schritte näherten sich der Tür, wo ich mich befand. „Viola, bist du hier?", fragte eine fröhliche, melodische Stimme. Iris! „Ja…", gab ich schüchtern von mir. „Komm mal raus. Hier ist jemand, der mit dir sprechen möchte!", sagte sie in einem freudigen Singsang und ich konnte anhand des Schattens auf der anderen Seite der Tür erkennen, dass sie wohl von einem Bein aufs andere Hüpfte. Eigentlich wollte ich nicht so richtig, schloss die Tür letztendlich aber doch auf mit dem Resultat, grob am Handgelenk gepackt und nach draußen gezogen zu werden. Vor der Tür zur Mädchentoilette stand Jade und lächelte mich schüchtern an.
