Violas Sicht…
Ich blieb wie vor den Kopf gestoßen stehen und schaute in die Richtung in die Jade verschwunden war. Ein paar Leute, die unsere missglückte Konversation mitbekommen hatten, tuschelten miteinander oder glotzen mich nur blöd an. Schnell drehte ich mich weg und lief in die entgegengesetzte Richtung davon, in die Jade gestürmt war. Meine Ohren wurden wieder heiß und nach einem flüchtigen Blick auf meinen Ausschnitt nach zu urteilen, hatte ich zu allem Überfluss auch noch Stresspusteln bekommen, die jetzt auch noch zu Jucken begannen. Ich zupfte mir meinen Kragen zu Recht und rannte in den nächstbesten Raum, um bloß von niemandem mehr komisch angeguckt zu werden. Zu meinem Glück, befand ich mich in einem der Kunsträume! Ich kramte ein Packet Taschentücher aus meinem Rucksack und hielt ein Tuch unter kaltes Wasser, um es schließlich auf mein Hals und mein Dekolleté zu legen. Das kalte Wasser beruhigte mich etwas und nach einer Weile juckte auch meine Haut nicht mehr. Seufzend ließ ich mich an der Wand neben den Waschbecken nach unten sacken und saß eine Weile stillschweigend da und betrachtete die Staffelei mit meinem Bild. Mit meinen Bild von Jade! Irgendetwas wollte er mir sagen, aber nur was? Ich würde ihn wirklich gerne fragen, traute mich aber nicht! Diese Unwissenheit nervte mich irgendwie und verunsicherte mich noch zusätzlich. Was wollte er mir sagen, konnte aber nicht? Vor lauter Frust nahm ich meinen Zeichenblock zur Hand und malte ganz viele kleine, grüne Fragezeichen aufs Papier. Ich verstand diesen Kerl einfach nicht! Als es klingelte, machte ich mich schnell aus dem Staub, ehe sich der Raum wieder füllte.
