Jades Sicht…

Ich rannte wie vom wilden Affen gebissen durch die Schule. Wo war Kim bloß? Ich suchte an allen möglichen Orten, wo sie sich oft und gerne aufhielt und fand sie schließlich auf dem Schulhof. Sie saß auf einer Bank etwas abseits und beschäftigte sich mit ihrem IPod.
„Hallo Kim", begrüßte ich sie. Sie zog sich die Stöpsel aus den Ohren und grinste mich an.
„Hey Jade, was gibt's?". Ich sah sie für eine Weile nur stumm an, da ich erstmal meine Gedanken ordnen musste. Wie schnitt man so ein Gespräch am besten an?
„Hast du mit Alexy geredet?", kam es dann plötzlich aus meinem Mund. Kim sah mich für einen Moment verdattert an und legte dann die Stirn in Falten.
„Wie meinst du das? Ich rede oft mit Alexy!", fragte sie.
„Ich meine nicht, ob du allgemein mit Alexy gesprochen hast, sondern ganz konkret über Viola und mich?".
Plötzlich grinste Kim ein ziemlich breites, schelmisches Grinsen.
„Ja, er hat mir erzählt, das er vermutet, das ihr Zwei was habt!", sagte sie und begann, wieder an ihrem IPod rumzuspielen.
„Mag sein, aber die Vermutung stimmt nicht!", versuchte ich das alles gerade zu rücken.
„Echt nicht?", sie klang fast ein wenig enttäuscht.
„Nein, also hört auf Vermutungen anzustellen!", ermahnte ich sie. Kim hob entschuldigend die Hände.
„Schon gut, schon gut…sorry!", sagte sie nur achselzuckend.
„Das ist gut!", sagte ich erleichtert. Eine kleine Ewigkeit herrschte Stille zwischen uns.
„Sonst noch was?", fragte Kim dann nach einer Weile.
„Hört bitte auf, euch über irgendwelche Sachen, die euch nichts angehen das Maul zu zerreißen!", sagte ich und meine Stimme klang kühler als beabsichtigt. Kim musterte mich von der Seite und stürzte beleidigt die Lippen.
„Alles klar, Jack Frost!", murmelte sie und steckte sich wieder die Stöpsel in die Ohren. Ich nahm dies als Zeichen zu verschwinden.