Jades Sicht…

Ich war von mir selber verblüfft. Ich hatte doch tatsächlich bei ihr geklingelt und das Date vorverlegt. Selbstzufrieden half ich Viola in ihren Cardigan, es war etwas frischer geworden, verabschiedete mich artig bei ihrem Vater und schlenderte mit ihr zur Bushaltestelle. „Hast du etwas bestimmtes geplant", fragte sie leise und ich hätte sie in dem Moment knuddeln können, so süß war sie. Aber ich riss mich zusammen! „Ich dachte an einen Spaziergang im Park. Nichts Besonderes", sagte ich ruhig und musterte sie aus dem Augenwinkel. „Sehr gerne", flüsterte sie und drehte ihren Kopf von mir weg. Doch so schnell sie sich auch wegdrehte, ihre roten Wangen übersah ich nicht.
Wir liefen eine ganze Weile durch den Park. Sie zeigte mir ihre Lieblingsplätze, wo sie gerne saß und zeichnete und ich zeigte ihr meinen Lieblingsplatz, den Pavillon im Rosengarten. Sie erzählte mir von sich und ich erzählte ihr von mir. Es war wunderschön! Pünktlich um 22 Uhr brachte ich sie nach Hause, damit ihr Vater nicht sauer wurde und schenkte ihr zum Abschied eine Lilie, die ich im Park gepflügt hatte. Eine weiße Lilie, weiß wie die Unschuld. Denn Unschuldig und schüchtern war sie und das liebte ich an ihr.