Violas Sicht…

Er ließ die ganze Zeit über meine Hand nicht los und fast wurde mir diese Nähe unangenehm. Nicht, weil ich mir seine Nähe nicht gewünscht hatte sondern einfach, weil ich so viel Zuneigung nicht gewohnt war. Von meiner Mutter sah und hörte ich nichts mehr. Ich war ein Einzelkind und mein Vater war viel am Arbeiten um offene Rechnungen bezahlen zu können. Umarmungen, Küsse oder einfach ein Klopfer auf den Rücken waren Mangelware!
Als hätte Jade meine Unruhe irgendwie gespürt, drückte er meine Hand noch etwas fester und strich mit seinem Daumen über meine Fingerknöchel. Eine kleine Geste, die mir aber sofort das Blut in die Wangen schießen ließ. Er musterte mich aus dem Augenwinkel und lächelte leicht.
Als wir die Aula betraten, winkte uns Iris schon von weitem zu. Zügig schlängelten wir uns durch die Schülermassen und nahmen bei ihr Platz. „Du siehst happy aus!", flüsterte sie mir ins Ohr. „Das bin ich auch!", flüsterte ich zurück und drückte Jades Hand dabei ganz fest.