Violas Sicht…
Eine Weile war ich nur heulend durch die Gegend gerannt, ohne wirklich darauf zu achten, wohin die Reise eigentlich ging. Umso mehr verwirrte es mich also, als ich mich plötzlich vor Iris' Haus wiederfand. Wie war ich hierhergekommen? Aber umso besser, ich brauchte nämlich dringend jemanden zum Reden. Ich zog die Nase hoch, wischte mir mit dem Handrücken die Tränen weg und klingelte schließlich. Ein kleiner, roter Wuschelkopf öffnete mir die Tür. Thomas. „Hallo Viola, du willst bestimmt zu Iris!", begrüßte er mich. Ich nickte stumm. Er legte den Kopf schief und sah mich mitleidig an. „Du siehst aus, als hätte dir jemand eine Blume geschenkt und dir gleichzeitig vor den Kopf gestoßen!". Woher wusste dieses naseweiße Kind das nur? Ich nickte und quetschte mich an Thomas vorbei ins Haus. „Ich habe recht, oder? Dir hat ein Junge das Herz gebrochen?". Dieser kleine Klugscheißer! Ich nickte wieder und presste die Pfefferminzpflanze noch enger an mich. Diesmal schaute Thomas nicht mich, sondern das zarte Ding mitleidig an. „Ich kann sie für dich gießen, wenn du magst. Geh in der Zeit doch zu Iris, sie ist oben". Ich bedankte mich leise und huschte die Treppe rauf zu Iris Zimmer. Ohne zu klopfen und ohne etwas zu sagen stürmte ich hinein und in ihre Arme.
