18. Kapitel

Gefühle und Empfindungen

Okay, ich war fertig angezogen und wollte mich gerade auf den Weg zu Edward machen. Eine gewisse Art von Aufregung erfasste meinen Körper. Das letzte Mal, als wir uns gesehen haben, hatten wir quasi ein – wenn auch etwas einseitiges – Streitgespräch geführt. Die Angelegenheit konnte man somit weniger als geklärt betrachten.

Ich riskierte noch einen letzten Blick in den Spiegel. Ich trug ein schwarzes Kleid aus einem dünnen Stoff. Es war ärmellos, an der Taille eng und bestand um die Hüften aus einem lockeren Faltenrock, der ein Stück über meinen Knien endete. Ich hatte mich leicht geschminkt und trug hohe schwarze Schuhe, welche man über die Schienbeine schnürte. Eindeutiger Weise wollte ich unbewusst gut aussehen – vielleicht sogar sexy. Ich hoffte, das könnte meine Chancen verbessern oder wenigstens einen letzten beeindruckenden Anblick hinterlassen, falls Edward es beenden sollte. Dann würde es ihm wenigstens – hoffentlich ein kleines bisschen – in der Seele weh tun oder wahrscheinlich würden sich lediglich andere primitivere Regionen beschweren.
Ich fuhr mir noch mal durch mein offenes Haar, schnappte mir dann meine Tasche und verließ meine Wohnung.

Als mich vor ungefähr zwei Stunden Ethan hier abgesetzt hatte, fand ich eine Nachricht meines Quasi-Vermieters, dass ich demnächst die Miete bezahlen musste. So langsam lief mir die Zeit weg. Ich benötigte dringend einen Job, weil ich nicht mehr besonders viel Geld übrig hatte. Außerdem musste ich schließlich auch etwas essen und wenn ich meine letzten Dollar für die Miete einer weiteren Woche ausgab, würde dieses Grundbedürfnis schwierig werden.
Aber jetzt hatte ich zunächst andere Sorgen. Ich war verflucht gespannt darauf, was Edward mir zu sagen hatte. Meine eigenen Ängste über den Ausgang dieses Gesprächs verdrängte ich gekonnt.

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(Sydney Forest - Once In A Blue Moon)

Himmel, mein Herz schlug mir bis zum Hals. War es die Aufregung, ihn jeden Moment zu sehen? Oder die Tatsache, dass ich im Dunkeln darüber stand, was gleich passieren würde?
Ich befand mich gerade im Fahrstuhl und fuhr hinauf in seine Wohnung. Mir kam es so vor, als würde diese Fahrt ewig dauern. Was empfand ich eigentlich wirklich für Edward? Ich hatte das Gefühl, mich so völlig anders als sonst zu benehmen. Er raubte mir meinen Verstand. Ja, sein Verhalten ärgerte mich manchmal auch, aber andererseits benebelte er meine Sinne und ließ mein Herz flattern. Oft überkam mich diese Sehnsucht, einfach nur bei ihm zu sein, seine Nähe zu spüren.

-Idiotin, du bist total verknallt in ihn, verliebt, verstanden!-

Hatte mein Unterbewusstsein Recht? Ist es mehr als mögen? Fühlt sich so Verliebtheit an, wenn man ständig an den anderen denken muss – egal aus welchem Grund? Völlig egal, ob gut oder schlecht? Wenn es einen nachts nicht schlafen lässt, weil man sich Gedanken macht. Der andere einen ständig beschäftigt, man mehr als nur dieses sexuelle Kribbeln spürt, sondern auch ein wohliges Gefühl, das einen erfüllt, wenn man in seinen Armen liegt.

Ich war wirklich und wahrhaftig verliebt. Verliebt? Okay, das ist ja mal ein Hammer. Ich meine, es ist das erste Mal für mich, dass ich behaupten konnte, solche Empfindungen zu haben, von einfacher Schwärmerei mal abgesehen, wenn man sich nur zu jemandem hingezogen fühlt. Da fragt man sich doch: Warum Edward? Was hatte er an sich, dass er mich so fühlen ließ? Wir sind nicht gerade das perfekte Traumpaar, sonst würde es nicht jetzt schon so schwierig sein, aber trotzdem weckt er so viel in mir. Er erschüttert meine Welt und das im Kern. Alles, was ich kannte und noch mehr – das, was ich in keiner Weise verstand.

Der Fahrstuhl hielt und die Türen öffneten sich. Ich muss ihm unbedingt versuchen zu zeigen, dass ich ihn will, dass es mit ihm anders ist, er nicht wie jeder andere Typ für mich ist, damit er es versteht. Aber ich konnte es selber kaum aussprechen, diese Verliebtheit, aber auf keinen Fall wollte ich ihn verlieren, mir dieses Gefühl bewahren. Ich atmete tief durch und hoffte, ich würde in der Lage sein, all diese schwirrenden Empfindungen in mir in verständliche Worte zu verwandeln.

"Hey!" begrüßte ich ihn. Meine Stimme klang schwach. Das war eindeutig kein guter Anfang. Ich klang wie ein dummer Teenager, unbeholfen und unerfahren. Edward lächelte und ich betrat seine Wohnung. Er umarmte mich und küsste meine Stirn. Eine wohlige Gänsehaut überzog nur durch diese winzige Geste meine Haut. "Schön, dass du da bist, Bella." sagte er und klang wesentlich selbstsicherer als ich.
Wir begaben uns in sein Wohnzimmer und setzten uns auf seine Couch. Es rauschte in meinen Ohren, als würde stetiges Wasser durch sie hindurch fließen. Alles erscheint verschwommen. Gott, was würde er jetzt sagen? Was kommt jetzt? Ich spürte, dass er mich ansah, regelrecht beobachtete. Ich spielte mit meinen Fingern und jetzt bestand kein Zweifel daran, dass ich mich wie ein unwissender Teenager benahm. Was machte man in einer solchen Situation?

-Sag ihm, was du fühlst, na los!- sagte Miss Unterbewusstsein ohne jegliche Verurteilung in ihrer Stimme. Aber das sagte sich so einfach. Es fiel mir unglaublich schwer, auch nur einen Ton über die Lippen zu bringen. Meine Kehle fühlt sich wie zugeschnürt an. Was ist, wenn er nicht dasselbe empfindet? Ich würde mich völlig lächerlich machen.

Ich schaffe das nicht. Ich kam mir so hilflos vor. Konnte das nicht jemand anderes für mich übernehmen? Und was ist, wenn er sich von mir trennen will? Was mache ich dann? Ich hatte Angst, dass ich doch einen großen Fehler begangen hatte. Er diese ganze Geschichte als zu kompliziert, zu nervenaufreibend und mich selbst als zu anstrengend empfinden könnte. Bin ich den Ärger wert?

-Jetzt sieh ihn wenigstens an, dann weißt du vielleicht mehr. Jetzt mach schon, du Feigling.-
Sie hatte Recht. Ich musste mich dem jetzt stellen, egal was mich erwartete. Ich hob meinen Kopf, drehte mich nach links und blickte in Edwards Gesicht.
Er zeigte sein schiefes Lächeln und augenblicklich machte mein Herz einen Hüpfer. Ich liebte diesen Anblick. Er strahlte eine Wärme aus, die mich sogleich erfasste. Ich hob schwach meine Mundwinkel und erwiderte sein Lächeln.

"Bella, du solltest wissen, dass es natürlich nicht die beste Wahl war, dass ich an diesem Abend einfach so verschwunden bin, aber ich brauchte Zeit zum Nachdenken."
Oh Mann, irgendwie hörte sich das gar nicht gut an. Ich hatte einen Klos im Hals, weshalb ich nur verstehend nickte. Ich hielt es für besser, ihn erst ausreden zu lassen, bevor wieder irgendwas Dummes über meine Lippen kommen würde.
"Mir ist klar, dass du vieles nicht so ernst siehst wie ich, dass du die Dinge lockerer angehst. Aber um ehrlich zu sein, war ich einfach extrem eifersüchtig. Da tauchen diese Typen auf, wollen mit dir ausgehen und sind dann auch noch so vertraut mit dir. Außerdem hast du offenbar eine ganze Woche mit ihnen verbracht. Ich weiß, ich habe kein Recht, in irgendeiner Weise sauer darüber zu sein, was in dieser Zeit passiert ist. Allerdings kann ich auch nicht verhindern, mir Gedanken zu machen. Du hast sie schließlich nie erwähnt, geschweige denn, was du getrieben hast. Ich versuche nicht wütend zu sein, aber die Vorstellung, dass du mit einem oder mehreren dieser Kerle geschlafen hast, das ist nicht gerade einfach und dann dieser eng umschlungene Tanz. Ich habe buchstäblich rot gesehen und hielt es für besser, wenn ich erstmal meinen Kopf wieder frei bekomme. Deswegen bin ich gegangen. Ich bin mir nicht sicher, ob du das verstehst, …aber ich will dich nicht verlieren, also…."

Eine unangenehme Stille erfüllte nach Edwards wohlüberlegten Rede den Raum. Wie stellte er das nur an? Er konnte sich so leicht verständlich machen. Man könnte glauben, er lernte vorher ein überdacht entwickeltes Skript auswendig. "Was sagst du dazu?" fragte mich Edward, weil ich mal wieder meine eigenen Gefühle nicht in Worte fassen konnte. Ich bin so dumm.
Er dachte, ich hätte mit ihnen geschlafen – das war alles. Es war die reine Eifersucht und wie Ethan gesagt hatte, die Tatsache, dass Edward nicht der Typ dafür war, eine Szene zu machen. Mehr steckte nicht dahinter. Er wollte nicht Schluss machen. Ich war ein wenig baff oder wohl eher sprachlos.

-Versetz dich mal in seine Lage. Wie würdest du es denn finden, wenn Tanya so mit ihm getanzt hätte.-
Er und Tanya, also wenn ich mir das so überlegte. Ich glaubte, ich würde sie töten, langsam und qualvoll.
-Siehst du.-
Okay, ich verstand die Situation. Ich wusste, dass da nie etwas mit den Drein gelaufen wäre, aber Edward konnte sich da vielleicht nicht sicher sein, bei meiner Vergangenheit – ich war schließlich kein Kind von Traurigkeit.
-Du solltest mal etwas sagen und Edward nicht so schmoren lassen.-
Ach ja, Edward, natürlich. Er wartete weiterhin auf eine Antwort.

Ich sah ihm direkt in die Augen, sein Blick war verunsichert. Nun lächelte ich, um ihm zu verstehen zu geben, dass alles in Ordnung sei.
"Okay, ich muss sagen, dass, wenn ich das Ganze jetzt so höre, kann ich es nachvollziehen. Und zunächst: Ich habe ehrlich mit keinem der Drei geschlafen, auch mit sonst keinem anderen. Das musst du mir einfach glauben. Es ist schwer für mich, ich meine diese Beziehungskiste. Vielleicht bin ich da manchmal schwer von Begriff, aber ich werde mich bemühen, okay?" Ich hoffte, er würde verstehen, was ich meine, obwohl ich das Gefühl hatte, es nicht gerade auf den Punkt gebracht zu haben. Außerdem stimmte Miss Unterbewusstsein mir gerade zu, dass meine winzige Rede miserabel war. Ja, ich war eine Niete darin, meine Gefühle zu äußern, aber das würde schon besser werden. Eben Learning by Doing.

Ich schaute wieder in Edwards Augen und versuchte, so viel von meinen Empfindungen in meinen Ausdruck zu legen, damit er mich verstand. Er rückte näher zu mir, umschloss mich mit seinen Armen und zog mich an seine Brust. Er trug nur ein leichtes T-Shirt zu einer lässigen Hose und ich kuschelte mich an ihn, sog tief seinen männlichen Duft in meine Lungen. Er küsste sanft mein Haar. Dann entfernten wir uns ein winziges Stück voneinander, um unsere Blicke erneut zu vereinen. Für einen Moment schien die Zeit stehen zu bleiben und dann näherten sich unsere Gesichter einander. Ich schloss meine Augen, wusste, dass ich jede Sekunde seine Lippen spüren würde.

Doch plötzlich klingelte Edwards Handy. Wir hielten inne und schauten in die Richtung des störenden Geräuschs.
Edward entschuldigte sich, stand auf und griff nach seinem Telefon, welches vor uns auf seinem kleinen Couchtisch lag. "Da muss ich kurz rangehen, was Geschäftliches, du entschuldigst mich kurz." Ich nickte und er verschwand.

Verdammt, wie konnte ich ihm nur begreiflich machen, dass er im Prinzip etwas Besonderes für mich ist, anders als all die anderen Typen, die ich schon getroffen hatte? Ich musste ihm klar machen, dass ich verrückt nach ihm bin und da fiel mir plötzlich etwas ein. Ich erinnerte mich an einen Abend im Twilight, als ich retromäßig einige ältere Songs performt hatte. Ich beugte mich deswegen zu Edwards Laptop, der sich neben einigen Papieren auf seinem Tisch befand. Er war zum Glück an und ungesichert, weil er sicherlich in seiner Wohnung stand. Ich öffnete seinen Internetbrowser und suchte nach einem bestimmten Song. Ich fand ihn auf Anhieb und vielleicht kann ich ihm damit begreiflich machen, was ich für ihn empfinde, soweit ich es selbst verstand.

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(Madonna - Crazy For You)

Edward kam zurück. Ich stand neben seiner Couch und beugte mich kurz zu seinem Laptop. Er beobachtete mein Tun und ich drückte den Startknopf, dann begann das Lied zu spielen. Edward fragte, was los sei, aber ich legte meinen Finger kurz an meine Lippen und bedeutete ihm, ruhig zu sein und nur zuzuhören.
Und dann sang ich mit der Interpretin zusammen ihren Text.

Swaying room as the music starts – Streife durch den Raum während die Musik beginnt
Strangers making the most of the dark – Fremde machen das Meiste der Dunkelheit aus
Two by two their bodies become one – Nach und nach werden ihre Körper zu einem

Edward beobachtete mich mit einem Schmunzeln, während ich mich zu meinem Gesang leicht zur Musik bewegte, meinen Blick aber nie von ihm abwandte.

I see you through the smokey air – Ich sehe dich durch die verrauchte Luft
Can't you feel the weight of my stare – Kannst du nicht die Intensität meines Blickes spüren
You're so close but still a world away – Du bist so nah und doch eine Welt entfernt
What I'm dying to say, is that – Was ich so verzweifelt versuche zu sagen ist,

I'm crazy for you – dass ich verrückt nach dir bin
Touch me once and you'll know it's true – Berühre mich nur einmal und du weißt, es ist wahr
I never wanted anyone like this – Ich habe noch nie jemanden so begehrt
It's all brand new, – Es ist alles ganz neu

you'll feel it in my kiss – Du wirst es in meinem Kuss spüren
I'm crazy for you, crazy for you – Ich bin verrückt nach dir

Edwards Lächeln hatte sich ungemein verstärkt, als er scheinbar erkannt hatte, dass ich ihm hiermit zu vermitteln versuchte, wie tief ich für ihn empfand.

Trying hard to control my heart – Versuche mühsam mein Herz zu kontrollieren
I walk over to where you are – Ich gehe zu dir hinüber

Eye to eye we need no words at all – Auge in Auge brauchen wir keine Worte mehr

Ich ging vorsichtig auf ihn zu, Schritt für Schritt. Unser intensiver Blickkontakt brach keinen Moment ab. Ich sang weiter, während wir uns berührten, Edward mich in seine Arme nahm und wir uns langsam gemeinsam zur Musik bewegten.

Slowly now we begin to move – Langsam fangen wir jetzt an uns zu bewegen
Every breath I'm deeper into you – Mit jedem Atemzug bin ich tiefer in dir
Soon we two are standing still in time – Bald stehen wir beide in der Zeit still
If you read my mind, you'll see – Wenn du meine Gedanken liest, wirst du sehen

I'm crazy for you – Ich bin verrückt nach dir
Touch me once and you'll know it's true – Berührer mich nur einmal und du weißt, es ist wahr
I never wanted anyone like this – Ich habe noch nie jemanden so gewollt
It's all brand new, – Es ist alles ganz neu,

you'll feel it in my kiss – du wirst es in meinem Kuss spürem.
You'll feel it in my kiss because – Du wirst es in meinem Kuss spüren, denn
I'm crazy for you – Ich bin verrückt nach dir
...

Irgendwann verlor ich den Text und wir begannen uns zu küssen, während die Musik weiterspielte und im Hintergrund verklang.
Mein Herz wurde überflutet von Empfindungen. Es war ein unbeschreiblich wohliges Gefühl, welches mich erfasste. Unsere Lippen bewegten sich leidenschaftlich, aber auf der anderen Seite nicht so stürmisch wie sonst. Es war zärtlich, irgendwie liebevoll. Edward strich über meinen Rücken, dann hob er mich andachtsvoll auf seine Arme, wodurch wir unseren Kuss unterbrachen. Er sah mir mit fesselnder Intimität in meine Augen. "Meine Bella." dann beugte er sich erneut zu mir herunter und legte seine Lippen wieder auf die meinen. Ich schlang meine Arme um seinen Nacken und er trug mich in sein Schlafzimmer. Ich würde wahrscheinlich niemals zugeben, dass ich mich fast hilflos an ihn klammerte, nicht mal unter angedrohter Folter. Es konnte einem beinahe Angst machen, wie sehr mein Körper und mein Geist nach Edward verlangte.

Er setzte sich mit mir auf sein Bett und ließ mich auf seine Beine herunter. Ich saß nun breitbeinig auf ihm, während er seine Arme um meinen Körper legte. Er hielt mich besitzergreifend gefangen, während sich seine Hände auf meinem Rücken befanden und doch fühlte ich mich irgendwie sicher – angekommen, als wäre dies genau der Ort, an dem ich sein sollte.

Edward strich mit seiner Zunge sanft über meine Lippen und ich öffnete ohne zu Zögern meinen Mund. Unsere Zungen umkreisten sich verspielt. Währenddessen fuhren meine Finger über seine Brust. Ich spürte die Muskeln unter seiner Haut und griff hastig nach dem Bund seines T-Shirts. Ich sehnte mich nach Haut-auf-Haut-Kontakt, zog ihm deshalb hastig den Stoff über den Kopf und ließ ihn hinter mich fallen. Mit meinen Fingern berührte ich seinen durchtrainierten Bauch und fühlte seinen stetigen Herzschlag unter seiner Brust. Edward öffnete derweil mit einer Hand langsam den Reißverschluss meines Kleides. Jeden Zentimeter Haut, den er dabei freilegte, streichelte er mit seiner anderen Hand. Seine Berührungen lösten eine Gänsehaut über meiner Haut aus. Er berührte mich so sanft, als hätte er Angst, ich würde in seinen Armen zerbrechen. Langsam, fast bedächtig, legte er seine Hände danach auf mein Dekolté, ergriff mit seinen Fingern die dünnen Träger meines Kleides. Ich konnte nur wie gebannt dabei zusehen, als er so wahnsinnig liebevoll meine Haut berührte. Mein Herz schlug unglaublich schnell, unterbrochen von einem stetige unterbrechenden Flattern.

Während er die Träger von meinen Schultern streifte, bedeckte Edward meinen Hals mit federleichten Küssen. Er war so zärtlich und trotzdem berauschten mich seine Berührungen. Es ist, als würde er meinen Körper verehren, nicht nur in Leidenschaft in ihm versinken.

Ich ließ meine Arme sinken und schlüpfte so oben herum aus dem Kleid. Es fiel automatisch auf meine Beine. Edward fuhr mit seiner Zunge zwischen meine Brüste, hinterließ eine feuchte Spur. Ich keuchte auf und schien jede seiner Liebkosungen meines Körpers mit einer ganz neuen Vehemenz zu spüren. Ich hatte das Gefühl, innerlich zu brennen, als er seine Lippen um meine rechte Brustwarze schloss. Er saugte daran, während er die Andere mit seiner linken Hand berührte. Ich warf meinen Kopf in den Nacken und zum Glück hielt mich Edward mit seiner rechten Hand an meinem Rücken fest, sonst hätte das einen bösen Sturz gegeben. Aber seine Berührungen waren so hingebungsvoll und ich musste mich quasi fallen lassen – genoss diese Wärme, die er tief in mir auslöst und die meinen gesamten Körper durchfährt.

Im nächsten Moment schob mich Edward vorsichtig von seinen Beinen und dann stand ich bereits erwartungsvoll vor ihm. Er beobachtete meinen nackten Oberkörper mit einem schiefen Lächeln und ich musste schmunzeln. Es ist so verflucht verführerisch, wenn er dies tat, erst recht, wenn ich dabei einen Blick auf seinen durchtrainierten Oberkörper werfen konnte. Wusste dieser Mann eigentlich, wie sexy er ist? Seine Hände legten sich an meine Hüften, er küsste meinen Bauch und schob dann den Rest meines Kleides samt meiner Unterwäsche nach unten. Ich ging augenblicklich in die Knie und wollte gleiche Verhältnisse schaffen, indem ich Edwards Hose samt seiner Boxershorts ebenfalls entfernte. Schließlich gilt gleiches Recht für alle.

Kaum war Edward aus seinen Sachen geschlüpft und nun vollständig nackt, zog er mich auch schon ruckartig auf sich und wir lagen nun beide auf seinem Bett. Ich trug zwar noch meine Schuhe, aber dies schien ihn weniger zu stören. Wahrscheinlich stand er sogar darauf, dass ich sie anbehielt. Da wäre er wohl nicht der erste Mann.

Ich spürte nun seine harte Erregung an meinem Bauch und rückte ein Stück zu ihm hoch. Er stöhnte verlangend auf und ich küsste erneut seine Lippen. Ich wollte ihn einfach nur spüren. Meine eigene Erregtheit brannte in meinem Schoß, obwohl er mich dort noch nicht einmal berührt hatte. Es war verrückt.
Plötzlich drehte sich Edward mit mir, sodass ich nun unter ihm lag. Er stützte sich mit einer Hand neben mir ab, küsste dann meine Lippen und bewegte seinen Mund über mein Kinn zu meinem Hals. Ich stöhnte seinen Namen, während er sich küssend und leckend meinen Körper hinab bewegte, bis ich spürte, wie er sanft über meine feuchte Mitte bließ. Das Gefühl ließ mich schaudern und ich merkte, wie meine Beine sich wie von selbst weiter spreizten. Innerlich schrie ich darum, dass er mich endlich berührte. Hätte es wahrscheinlich auch getan, wenn Edward nicht im nächsten Moment mit seiner Zunge sanft durch meine feuchte Spalte leckte. Mir stockte der Atem, während er erst an meinem Kitzler saugte und mich dann langsam mit seiner Zunge quälte. Gezielt bewegte er sie in einer stetigen Bewegung über meinen Lustpunkt. Meine Hüften drückten sich ihm entgegen. Es fühlte sich so unglaublich gut an. "Bitte, bitte, Edward." Ich flehte, wusste aber nicht, wonach: nach ihm, nach seinem Körper, dass er nicht aufhörte? Ich krallte mich in seine Haare.

Mittlerweile stand mein Körper in Flammen, aber ich wollte mehr. Ich wollte ihn - voll und ganz. Sanft zog ich ihn von meinem Schoß. Er sah zu mir auf. Mit lustverhangenem, glasigem Bick schaute ich zurück: "Bitte, Edward, ich brauche dich. Ich will dich in mir spüren."

Er schob sich an meinem Körper nach oben. Dann spürte ich seinen Schwanz nahe meines Eingangs, aber er machte keine Anstalten, mir zu geben, was ich wollte. Er bedachte mich lediglich mit einem Blick, als könnte er nicht glauben, wie verfallen ich ihm in diesem Moment war. Warum quälte er mich so? Ich versuchte an seinen Schultern Halt zu finden. Edward bewegte seinen Penis zärtlich durch meinen feuchten Schoß, was mich laut aufstöhnen ließ. Ich hielt diesen Zustand kaum noch aus. Mein Lustzentrum pochte unaufhörlich vor Verlangen, machte mich drängend darauf aufmerksam, dass es beachtet werden wollte. Edward küsste derweil die Mulde hinter meinem Ohr und ich krallte mich in seine Schulter. "Bitte, Edward, schlaf mit mir, ich brauche dich." wimmerte ich, weil ich diese süße Folter nicht mehr ertrug und im nächsten Moment schob er seine Erregung quälend langsam in mich. Wir keuchten beide auf. Ein Rausch, welcher mit keiner Droge zu vergleichen war, durchfuhr meinen Körper und dann begann sich Edward in mir zu bewegen. Er baute nur langsam einen gleichmäßigen Rythmus auf. Immer wieder zog er sich gemächlich aus mir zurück, bis nur noch die Spitze in mir verweilte. Dann begann er erneut mit Bedacht, aber auch mit einer gewissen Präzision in mich zu drängen. Das machte mich dermaßen an, dass ich spürte, wie meine Beine vor Erregung zitterten. Ich atmete abgehackt und mein Herz begann schneller zu schlagen. Edward küsste einige Male meine Lippen, fixierte mich mit seinen smaragdgrünen Augen und begann dann schneller in mich zu stoßen. Ich stöhnte seinen Namen und fühlte, wie sich mein Körper immer mehr anspannte. Meine Finger schoben sich in seine Haare. Ich zog vor Verlangen leicht an den Spitzen. Edward griff nach meinem rechten Bein und schob es über seine Hüfte. Dadurch gelang es ihm noch tiefer und intensiver, in mich einzudringen. Mein Schoß kribbelte von seinen fieberhaften Stößen. Mein ganzer Körper spannte sich an, als würden Blitze durch meine Muskeln zucken. Dann überrollte mich ein unglaublich intensiver Orgasmus. Ich verkrampfte meine Finger und spürte, wie ich Edward einige Stöße später mit mir riss und er sich meinen Namen stöhnend tief in mir ergoss.

Wir atmeten heftig und ich zog ihn auf meine Brust, sodass sein Kopf auf meiner Schulter ruhte. Ich fühlte seinen heißen Atem an meinem Hals, während so langsam die Wellen meines Höhepunktes abebbten. Edward setzte einen hauchzarten Kuss an meine Halsschlagader und ich legte meine Hände an seinen Rücken. Ich hielt ihn einfach nur fest und genoss die Verbindung zwischen uns, wollte ihn am liebsten nicht mehr loslassen. Alles fühlte sich so viel intensiver an und die Schwere seines Körpers war einfach schön – regelrecht beruhigend. Ich fühlte mich sicher, geborgen, irgendwie angekommen.

In der nächsten Sekunde erfasste mich eine Erkenntnis. Diese Art, wie wir miteinander geschlafen hatten, war anders oder empfand ich sie lediglich auf eine andere Art und Weise.

-Ich sag nur: "Bitte, Edward, schlaf mit mir!", wo bleibt denn dein "Fick mich!". Sind dir wohl die Schimpfwörter ausgegangen?- erklärte neunmalklug mein Unterbewusstsein mit einem selbstgefälligen Kichern.
Sehr witzig, das hatte gar nichts zu bedeuten – es waren doch nur Worte oder nicht?

Edward legte sich neben mich und zog mich an seine Brust. Er streichelte meinen Rücken und schob eine verirrte Haarsträhne von meiner Schulter. Eine angenehme Gänsehaut überzog meinen Körper und ich schloss meine Augen, genoss die Nähe zu ihm. In einem kurzen Moment drückte er mich fest an sich. "Ich glaube nicht, dass ich dich jemals gehen lassen kann, Bella." wisperte Edward mir andächtig zu. Ich hob leicht meinen Kopf und blickte ihm zielgerichtet in seine Augen. "Dann tu es nicht, Edward." erklärte ich bestimmend, bevor ich meinen Kopf erneut an seine Brust schmiegte.

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Hallo liebe Leserinnen und Leser,

endlich sind Bella und Edward wieder richtig vereint. Ich hoffe, das neue Kapitel hat euch gefallen. Ich arbeite bereits fleißig an den nächsten :)

Gruß und Kuss

Evangeline