Nachdem Ginny wieder nach oben gegangen war, hatte James gefragt, was die Rothaarige denn durch ihre Aktion hatte erreichen wollen.

»Ich glaube, sie hat gar nicht darüber nachgedacht, was es bedeutet«, antwortete Hermine schulterzuckend und trank einen Schluck aus ihrem Glas. Sie lehnte sich zurück und schloss die Augen.

»Du hast vorhin gesagt, niemand sollte mehr da sein«, sagte Remus leise. »Wie viel hat deine Zeitreise denn verändert?«

»Eine Menge… irgendwie. Und doch hat sich nicht so viel geändert. Ich glaube, das meiste hat sich geändert, weil James lebt und Harry jemanden hat, der sich für ihn einsetzt.«

»Ich bin mit Lily zusammen gestorben?«, fragte James.

Hermine nickte und sah ihn an. »Er wuchs bei Lilys Schwester auf.«

»Bei Petunia?!«, fragte James schrill und war entsetzt. Er fuhr sich mit einer Hand durch die Haare und strich sich über das Gesicht. »Wer ist auf diese hirnverbrannte Idee gekommen?«

»Vermutlich der, der damals genau das angedeutet hat«, murmelte Sirius leise.

»Wir sollten da nicht drüber sprechen. Diesmal ist es anders gewesen. Es bringt nichts, wenn ich dir die Geschichte jetzt erzähle«, sagte Hermine. James würde sich nur unnötig über Dinge aufregen, die jetzt nicht so geschehen waren.

James schüttelte den Kopf. »Du sagst, Harry hatte niemanden. Ich möchte wissen, was deswegen alles passiert ist.«

»Was bringt es dir?«, fragte Hermine. Hilfesuchend sah sie zu Sirius und Remus.

»Mich würde es auch interessieren«, sagte Sirius. Die Rumtreiber sahen die Brünette ernst an.

Hermine rang mit sich selbst. »Keine Nachfragen«, sagte sie und begann, nachdem die Männer genickt hatten, zu erzählen. »James und Lily starben an Halloween 1981. Sirius hatte Peter gejagt, er war der Einzige, der wusste, wer der wahre Geheimniswahrer war. Peter sprengte einen Straßenzug in die Luft, schnitt sich einen Finger ab und Sirius wanderte für den Verrat an den Potters und den Mord an Peter und zwölf unschuldigen Muggeln nach Askaban. Remus hatte geglaubt, dass Sirius der Geheimniswahrer war. Ihr hattet ihn nicht in den Tausch eingeweiht. Sowieso wussten nur sehr wenige, dass es einen Fidelius gab, die meisten glaubten, dass du die Muggel ermordet hast, weil du ein Anhänger von Voldemort warst. Harry kam zu den Dursleys, weil Petunia seine einzige Verwandte war.« Hermine sah den Rumtreibern an, dass sie nicht damit gerechnet hatten.

James schüttelte den Kopf und Sirius starrte einen Punkt an der Wand an. Remus war der Einzige, der Hermine ansah. »Weißt du, ob Sirius einen Prozess bekam?«

»Es ging auf direktem Weg ins Gefängnis. Mehrere Auroren hatten ihn inmitten der Leichen stehen sehen, das war Beweis genug«, sagte die Brünette. »Und Sirius lachte wohl und sagte, er sei schuld am Tod von Lily und James.«

Die Männer nickten nachdenklich und James und Sirius schienen still miteinander zu kommunizieren. »Sirius hatte vorgeschlagen, Peter anstatt ihm zum Geheimniswahrer zu machen, weil vermutlich jeder davon ausgehen würde, dass wir Sirius dazu machen würden. Vielleicht war das in der alten Vergangenheit auch so. Du hast damals auch gesagt, dass du schuld daran bist«, überlegte James. »Hat Dumbledore versucht, irgendetwas zu tun?«

»Soweit ich weiß nicht. Er ging wohl auch davon aus, dass Sirius der Geheimniswahrer war«, sagte Hermine irritiert. Sie fragte sich, warum James gerade das so detailliert wissen wollte.

»Diesmal nicht. Er wusste es. Er war der Einzige, den wir in diesen Tausch eingeweiht hatten. Für den Fall, dass uns doch etwas zustoßen sollte«, sagte James. »Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir damals niemanden eingeweiht hatten. Wie ging es weiter?«

»Harry erfuhr erst, als der Brief aus Hogwarts kam, dass er ein Zauberer ist. Die Dursleys wollten ihn nicht nach Hogwarts gehen lassen.«

An dieser Stelle schnaubte James. »Das kann ich mir vorstellen«, kommentierte er.

»In unseren Schuljahren hatten wir mal mehr und mal weniger mit Voldemort zu tun. Stein der Weisen, Kammer des Schreckens –«

James schnaubte wieder. »Ich verstehe es immer noch nicht, warum Dumbledore zugelassen hat, dass Kinder! – Kinder seine Probleme lösen. Ich habe erst viel zu spät von diesen Vorfällen erfahren, wenn ich früher davon Wind bekommen hätte… Nach der Sache mit der Kammer war ich kurz davor, Harry von der Schule zu nehmen. Der einzige Grund, warum ich es nicht getan habe, war, dass Remus im nächsten Schuljahr unterrichten würde.« Er redete sich in Rage und man merkte ihm an, dass es ihn immer noch schockierte und aufwühlte.

Hermine wurde nachdenklich. »So habe ich das noch gar nicht gesehen. Für uns war es damals einfach aufregend. Ein Abenteuer. Wir waren immer der Meinung, wenn es um Voldemort ging, betraf es Harry und er müsse sich ihm stellen.«

»Schwachsinn! Ihr wart Kinder!«, brummte James. »Er hätte euch davor schützen müssen!«

»Was passierte noch?«, fragte Remus.

»Darum geht es euch, oder?«, erwiderte Hermine, als sie begriff. »Es geht euch um Professor Dumbledore.«

»Auch. Erzählst du weiter?«, fragte Sirius.

»Du bist in unserem dritten Jahr aus Askaban ausgebrochen. Alle gingen davon aus, dass du Harry töten wolltest. Du hast im Schlaf wohl immer 'Er ist in Hogwarts' vor dich hingemurmelt. Am Ende des Schuljahres bist du auf dem Gelände gewesen und hast Ron, der seine Ratte in der Hand hatte, in die heulende Hütte geschleppt. Harry und ich sind dann hinter euch her. An dem Tag kam die Wahrheit an Licht. Remus, ebenfalls in dem Jahr Professor, kam hinterher, weil er uns auf der Karte beobachtet hatte.«

»Ich bin also unschuldig in Askaban gewesen und nach zwölf Jahren endlich rehabilitiert worden?«, fragte Sirius und verzog das Gesicht.

»Nein«, sagte Hermine knapp und sah, wie James und Sirius sich einen bedeutungsvollen Blick zuwarfen.

»Was ist passiert?«, fragte Sirius und trank seinen Whisky in einem Zug aus.

»Professor Snape kam dazu.«

»Schniefelus«, sagte Sirius abfällig und rümpfte die Nase.

Hermine warf ihm einen bösen Blick zu. »Alles geriet ein wenig außer Kontrolle und wir drei, also Harry, Ron und ich, haben Professor Snape entwaffnet, weil wir die Wahrheit erfahren wollten. Als wir alle zum Schloss zurück sind, stellten wir fest, dass Vollmond war. In dem Tumult, der dann ausbrach, konnte Peter fliehen. Professor Snape sorgte dann dafür, dass du den Kuss des Dementors erhalten solltest.«

»Er hat was?«, fragte Sirius laut.

»Er hasste dich. Und er wollte vermutlich Rache für den Streich, den du ihm in der Schule gespielt hast. Wieso hast du das getan? Wolltest du Remus wirklich zum Mörder machen?«, fragte Hermine.

»So weit habe ich damals nicht gedacht. Gehört nicht zu meinen Sternstunden«, murmelte Sirius und sah dabei nicht besonders glücklich aus.

»Ich hatte in dem Jahr einen Zeitumkehrer, weil ich zu viele Fächer belegt hatte. Professor Dumbledore kam zu uns und deutete an, dass wir Sirius mithilfe des Zeitumkehrers retten könnten. Du warst in Gewahrsam genommen worden und Professor Dumbledore erzählte uns, dass uns niemand glauben würde, wenn wir die Wahrheit sägten.«

»Er hat was getan?«, fragte James und lachte entsetzt auf.

»Er sagte uns, wo man Sirius gefangen hielt. Harry und ich haben dann erst Seidenschnabel befreit und dann dich. Du bist dann mit Seidenschnabel zusammen geflohen.«

»Unfassbar. Dumbledore hat euch geglaubt und sich nicht für Sirius eingesetzt?«, fragte James.

»Es gab keine Beweise. Peter war geflohen. Remus als Werwolf im Wald. Und Professor Snape hat mit dem Ministerium gesprochen«, erklärte Hermine.

»Und trotzdem hat Dumbledore euch geglaubt. Er hätte eine Untersuchung anregen können«, überlegte Remus. »Dumbledore ist jemand, auf dessen Meinung in bestimmten Kreisen viel Wert gelegt wird. Wenn er der Meinung wäre, dass jemand unschuldig ist, dann hat diese Ansicht durchaus Gewicht.«

»Wieder hat er euch eines seiner Dilemmata lösen lassen«, sagte James und tauschte einen Blick mit Sirius, der nickte.

»Welches Dilemma?«, fragte Hermine.

»Dumbledore glaubte euch. Vielleicht kannte er die Wahrheit auch. Das lässt sich jetzt nicht genau sagen. Aber, wenn er gewollt hätte, dass Sirius rehabilitiert wird, hätte er dafür sorgen können. Es gibt durchaus Möglichkeiten, den Wahrheitsgehalt einer Aussage zu bestimmen. Auch wenn ihr erst dreizehn wart«, erklärte James.

»Veritaserum«, murmelte Hermine nachdenklich.

»Unter anderem ja. Legilimentik wäre auch eine Möglichkeit. Spezialisten können manipulierte Erinnerungen erkennen«, meinte James.

»Wieso hat er dann nichts getan?«, fragte Hermine verwirrt. »Sirius hat Harry angeboten bei ihm zu wohnen. Harry hätte nie wieder zu den Dursleys zurück gemusst. Die Ferien waren immer die Hölle für ihn«, sagte Hermine und sah die Rumtreiber fragend an. »Ich erinnere mich an ein Gespräch, damals in den Drei Besen, das wir belauscht haben. Hagrid hat dich in Godric's Hollow getroffen, er sollte Harry zu den Dursleys bringen. Du wolltest Harry aber zu dir nehmen und hast Hagrid dann aber dein Motorrad gegeben, damit er Harry in Sicherheit bringen kann. Kurz danach bist du verhaftet worden.«

»Genau deswegen, vermutlich«, sagte Remus.

»Ich hätte niemals zugelassen, dass Harry dauerhaft zu magiehassenden Muggeln kommt, oder dass er das alles durchmachen muss. Wenn Dumbledore also wusste, dass ich unschuldig war, hat er mich mit seinem Schweigen ganz bewusst aus dem Weg geräumt«, erklärte Sirius.

»Und er konnte ihn auch nicht den Dementoren überlassen, weil er dann euer Vertrauen verloren hätte«, warf James ein.

»Was passiert hier grade?«, murmelte Hermine verzweifelt. »Ich dachte, ihr wärt nur aus Neugier an meinen alten Erinnerungen interessiert. Was bezweckt ihr hiermit?«

»Eine Theorie, die ich schon länger habe, bestätigen. Was passierte in eurem vierten Jahr?«, fragte James.

»Eine Theorie? Was für eine Theorie?«, wollte Hermine wissen. Sie sah ungläubig zwischen den Männern hin und her.

James schüttelte den Kopf. »Bitte erzähl weiter.«

»Ich… äh… in unserem vierten Jahr fand das Trimagische Turnier statt«, erzählte Hermine verwirrt und versuchte sich zu sammeln.

»Spuckte der Feuerkelch Harrys Namen als Vierten aus?«, fragte James.

»Ja.« Schlagartig setzten sich die Männer gerader auf und beugten sich näher zu Hermine. »Er war Teilnehmer. Es hieß, er müsse teilnehmen, weil mit dem Feuerkelch ein bindender Vertrag zustande käme«, sagte Hermine und dann wurde sie nachdenklich.

Die Rumtreiber ließen ihr Ruhe, als sie ihren Stimmungsumschwung bemerkten.

»Harry musste antreten. Er hat gegen einen Drachen gekämpft. Er musste jemanden aus dem schwarzen See retten. Er – Ginny hat erzählt, dass er dieses Mal auch antreten musste. Aber er hat an keiner der Aufgaben teilgenommen.« Sie sah James fragend an.

»Ich hätte Harry niemals teilnehmen lassen. Ja, der Vertrag mit dem Feuerkelch ist bindend. Er hat die Aufgaben offiziell angetreten, aber direkt zu Beginn aufgegeben. So ist er offiziell auf dem vierten Platz gelandet, ohne eine der Aufgaben erfüllen zu müssen«, erklärte James.

»Das ist möglich?«, fragte Hermine. »Aber warum hat das damals niemand vorgeschlagen? Professor Dumbledore hätte das doch wissen müssen!«

»Deswegen wollen wir deine Geschichte hören. Dumbledore wollte auch dieses Mal, dass Harry antritt, dass er die Aufgaben bewältigt. Ich habe das aber nicht zugelassen«, sagte James.

Ungläubig starrte Hermine auf einen Punkt an der Wand. »Wieso?«, hauchte sie.

»Seitdem vermute ich, dass Dumbledore in dieser Sache sein ganz eigenes Spiel gespielt hat. Seit du vorhin erzählt hast, dass ich auch gestorben war und Sirius oder Remus sich nicht um Harry kümmern konnten und es dadurch niemanden gab, der sich für Harry einsetzen konnte, wollte ich wissen, was Dumbledore getan hat«, sagte James. »Wie er mit Harry umgegangen ist. Wenn Harry nämlich beim Turnier angetreten wäre, so wie Dumbledore es wollte, hätte man ihn damit wissentlich in Gefahr gebracht.«

»Er mimt immer den sorgenden Großvater, aber das kaufen wir ihm schon lange nicht mehr ab«, sagte Sirius. »Deine Geschichte bestätigt diesen Eindruck entweder, oder sie kann ihn widerlegen, aber danach sieht es momentan nicht aus.«

»Konnte er von der Zukunft wissen?«, fragte James.

»Nein, ich habe nie ein Wort darüber verloren.« Nachdenkend legte Hermine den Kopf schief. Dann begann sie weiter zu erzählen. »Der Pokal war ein Portschlüssel zu einem Friedhof. Dort bekam Voldemort durch Harrys Blut wieder einen Körper. Das Ministerium glaubte nicht an Voldemorts Rückkehr. Dumbledore reaktivierte den Orden des Phönix. Dieses Haus wurde durch einen Fidelius geschützt und zum Hauptquartier. Sirius hat sich dann hier vor dem Ministerium versteckt. Im fünften Jahr mischte sich das Ministerium in die Angelegenheiten der Schule ein. Am Ende des Jahres wurde Dumbledore als Schulleiter abgelöst.«

»Das war hier ziemlich ähnlich«, sagte James.

»Harry hatte eine Verbindung zu Voldemorts Geist. Wir dachten, es wären Visonen, wussten aber nicht, warum Harry sie hatte. Er sah, wie Arthur im Ministerium von einer Schlange angegriffen wurde. Danach sollte Harry von Professor Snape in Okklumentik unterrichtet werden, aber das hat nicht funktioniert, weil Harry Professor Snape hasste.«

»Dumbledore hat Harry nicht selbst unterrichtet?«, unterbrach James.

»Nein. Und dadurch, dass Harry seinen Geist nicht wirklich verschließen konnte, schaffte Voldemort es, Harry falsche Visinen zu schicken. Wir glaubten, er hätte Sirius in seiner Gewalt und folterte ihn, um an die Prophezeiung zu kommen.«

»Ich war diesmal der Gefolterte«, sagte James. »Seid ihr ins Ministerium?«

»Ja«, sagte Hermine und schaute Sirius direkt an. »Anstatt Sturgis Podmore bist du gestorben.«

»Ich habe mich schon länger gefragt, wann es hätte passieren sollen«, sagte Sirius und grinste sie an. »Wir können also jetzt sagen, dass du schuld daran bist, dass ich noch lebe.«

Hermine lächelte ihn schief an. »Ein besseres Gefühl als andersherum.«

»Andersherum? Dachtest du, du seist an Sirius' Tod schuld?«, fragte Remus.

»Als ich in eurer Zeit war, kam die Frage auf, ob meine Reise vorherbestimmt sein könnte. Als der Orden im Ministerium eintraf, lag ich bewusstlos in einem anderen Raum. Ich habe geglaubt, Sirius hätte mich bei unserem ersten Aufeinandertreffen erkannt und da ich im Ministerium nicht bei Harry war… na ja...« Sie ließ den Satz bewusst offen, weil es ihr unangenehm war, es auszusprechen. Sie spürte, wie ihre Wangen heiß wurden.

»Du dachtest, ich wäre abgelenkt gewesen?«, frage Sirius.

»Du bist durch den Torbogen gefallen«, antwortete Hermine ausweichend, als würde das alles erklären.

»Diesmal warst du da und ich war voll bei der Sache.«

»Stopp mal…«, sagte Hermine nachdenklich. »Nach deinem Tod… da hat Dumbledore dafür gesorgt, dass du rehabilitiert wurdest…«

Die drei Männer warfen sich einen bedeutungsvollen Blick zu. »Ich vermute mal, wäre Sirius eher rehabilitiert worden, hätte Dumbledore vielleicht seinen Einfluss auf Harry verloren. Das wollte er wohl nicht riskieren«, mutmaßte James.

»Also, mein sechstes Jahr«, sagte Hermine, um vom Thema und ihren eigenen Gedanken abzulenken. »Dumbledore hatte in dem Jahr regelmäßige Treffen mit Harry. Es ging bei diesen Gesprächen um Voldemort. Schon nach den Ferien bemerkten wir, dass Dumbledore eine schwarze Hand hatte. Harry hatte er erzählt, dass es zwar nicht schön, aber auch nicht schlimm sei. Am Ende des Jahres wurde Dumbledore von Professor Snape auf dem Astronomieturm getötet.«

»Er hat ihn wirklich ermordet?«, fragte Remus und zog eine Augenbraue hoch. »In dieser Zeit ist er ein Spion gewesen.«

»Damals auch. Das erfuhren wir aber erst viel später. Nach diesem Vorfall hielt ihn die gesamte magische Bevölkerung für einen loyalen Todesser und Verräter Dumbledores. Voldemort übernahm das Ministerium und die Schule. Professor Snape wurde Schulleiter. Harry erzählte mir und Ron dann, was er mit Dumbledore zusammen getan hatte. Harry hatte sich Dumbledores Erinnerungen an Voldemort angesehen und er sollte eine Erinnerung an Voldemort von Professor Slughorn besorgen, was er auch schaffte. Dann erzählte Dumbledore Harry von den Horkruxen. Zusammen suchten sie einen. Hinterher stellte sich heraus, dass es eine Fälschung war.«

»Das Medaillon. Regulus hatte es gestohlen«, warf Sirius ein.

»Genau. Dumbledore war tot und Harry hatte die Fälschung in der Hand. In dem Medaillon war eine Nachricht unterzeichnet mit den Buchstaben 'R. A. B.'. Wir hatten keine Ahnung, wer das war. Wir wussten, dass Voldemort durch die Horkruxe am Leben gehalten wurde. Dumbledore hatte geglaubt, dass es sieben Seelenteile geben musste. Also sechs Horkruxe. Das Tagebuch, mit dem die Kammer geöffnet wurde. Ein Ring, den Dumbledore zerstört und sich dabei vergiftet hatte. Blieben zusammen mit dem richtigen Medaillon noch vier. Niemand außer Harry wusste davon.«

»Dumbledore hat niemanden eingeweiht?«

»Nein. Dadurch sah Harry es als seine Aufgabe an, die Gegenstände zu finden und zu zerstören. Schließlich war er der Auserwählte, der Junge, der lebt.«

James schüttelte den Kopf. »Sollte Harry zum Märtyrer werden? Solltet ihr alle dazu werden? Das bestätigt meine Befürchtung und zerstört meine Hoffnung.«

Hermine zuckte die Schultern. »In den Ferien vor unserem siebten Schuljahr sind wir gemeinsam geflohen. Das Ministerium hatte Harry zum unerwünschten Nummer eins erklärt. Es gab ein Kopfgeld von zehntausend Galleonen.« An dieser Stelle atmeten die Rumtreiber scharf ein. »Zu Anfang sind wir in diesem Haus untergekommen. Als wir die Zimmer hier durchsucht haben – ich weiß gar nicht, was wir gehofft hatten zu finden – kamen wir auf die Idee, dass Regulus hinter den Initialen stecken könnte. Du hattest Harry das Haus vermacht«, sagte sie an Sirius gewandt. Sie schloss kurz die Augen, als sie an die folgende Zeit dachte.

»Willst du aufhören?«, fragte Remus. Er sah Hermine an, dass es sie aufwühlte.

»Nein. Ich – ich habe nie darüber gesprochen. Auch nicht mit Harry oder Ron, sie wollten damals einfach nur vergessen. Dieses Jahr ist der Grund, warum ich am ersten September einundzwanzig Stunden Zeit im Schloss haben wollte. Ich… hatte es nicht verarbeitet, ich… hatte nicht begriffen, dass es endlich vorbei war. Ich…«, sie brach ab und sah Remus fest an. »Ich glaube, es ist Zeit, dass ich endlich darüber spreche. In dieser Zeit ist davon nichts geschehen und trotzdem habe ich es erlebt. Paradox.« Sie sah auf ihr Glas, nahm es hoch und trank in einem Zug aus. Dann hielt sie James das Glas hin.

Er verstand den Wink und schenkte ihr nach.

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Nächstes Kapitel:

Wie ging es zu Ende?