Hermine drehte das Glas versonnen in den Händen und erzählte leise weiter. »Kreacher bestätigte, dass es Regulus war und dass das Medaillon eine Zeit lang im Haus gewesen war. Es war unsere erste echte Spur. Wo ist der Elf eigentlich?«
»Hat den Kampf nicht überlebt.«
»Schade, er hat uns damals wirklich geholfen. Wir fanden heraus, dass Mundungus das Medaillon gestohlen und an eine Hexe aus dem Ministerium verschenkt hatte. Dolores Umbridge, Professorin für Verteidigung gegen die dunklen Künste in unserem fünften Jahr und erste Untersekretärin des Ministers. Wir schmiedeten einen Plan, mit Vielsafttrank ins Ministerium zu kommen und das Medaillon zu stehlen. Es funktionierte irgendwie. Auf dem Weg nach draußen verlor der Trank seine Wirkung. Wir waren zu langsam. Harry wurde erkannt und wir verfolgt. Als wir appariert sind, heftete Yaxley sich an uns. Ich apparierte uns auf die Stufen des Hauses, aber Yaxley war dabei. Unser Versteck war aufgeflogen. Wir schüttelten ihn ab und ich brachte uns dann in einen Wald, den ich kannte. Ron ist dabei zersplintert.«
»Merlin. Was habt ihr durchgemacht?«, fragte Remus erschüttert.
»Es tut mir wahnsinnig leid, Hermine«, sagte James bestürzt.
Hermine lächelte bedrückt. Sie schloss die Augen. »Das war nicht das Schlimmste. Ich hatte eine Handtasche dabei, die mit einem unafspürbaren Ausdehnungszauber belegt war. Ich hatte alles mögliche darin. Bücher, Kleidung, ein Zelt, Tränke. Aber ich traute mich nicht, Ron mit Zaubern zu heilen. Ich hatte Angst, die Zauber falsch anzuwenden. Ich habe seine Verletzungen mit Diptam behandelt. Wir beschlossen in dem Wald zu bleiben. Schutzzauber und das Zelt. Wir hatten den Horkrux, wussten aber nicht, wie wir ihn zerstören sollten. Wir hatten keine Ahnung, was die restlichen Horkruxe sein konnten. Wir waren völlig ahnungslos.« Sie öffnete die Augen wieder und trank von ihrem Whisky.
Die Rumtreiber sahen sie stumm an und gaben ihr Zeit, sich zu sammeln.
»Wir blieben nie lange an einem Ort. Wir konnten nur darüber spekulieren, wo vielleicht einer der Horkruxe versteckt war. Wir überprüften Orte, die wir für denkbar hielten. Wir erfuhren dann, mehr durch Zufall, dass das Schwert von Gryffindor Horkruxe zerstören konnte. Es war mit Basiliskengift getränkt. Harry hatte schon das Tagebuch mit einem Basiliskenzahn zerstört. Aber das Schwert war verschwunden. Professor Snape hatte eine Fälschung in Gringotts schützen wollen. Wir vermuteten, dass Dumbledore das echte vor seinem Tod versteckt hatte. Wir waren also nicht wirklich weitergekommen. Ron hatte Angst um seine Familie und war inzwischen so frustriert, dass er verschwand. Er ließ uns alleine.« Sie schüttelte den Kopf.
James sah sie mitleidig an und nahm sie in eine tröstende Umarmung.
Als er Hermine wieder losließ, sprach sie weiter. »Irgendwann um Weihnachten rum, beschlossen wir nach Godric's Hollow zu gehen. Harry und ich. Wir vermuteten das Schwert dort. Aber es war nicht da und wir wurden dort erwartet. Ganz knapp gelang es uns zu fliehen. Harrys Zauberstab ist dabei kaputt gegangen. Als wir danach im Forest of Dean waren, tauchte plötzlich ein Patronus auf. Er führte Harry zu dem Schwert von Gryffindor.«
»Ein Patronus? Also hatte jemand vom Orden das Schwert? Aber wie wurdet ihr gefunden?«, fragte Sirius.
»Eine spannende Frage, die wir uns auch gestellt hatten. Der Patronus war übrigens eine Hirschkuh.« Hermine riss die Augen auf und starrte geradeaus. »Erst jetzt verstehe ich die Zusammenhänge wirklich. – Es war Professor Snape, der uns das Schwert zukommen ließ.«
»Schniefelus hat euch das Schwert gegeben?!«
»Nenn ihn nicht so. Nie wieder!«, fuhr Hermine Sirius an. »Er hat uns von Anfang an geholfen. Als wir hier im Haus waren, habe ich das zweite Porträt von Schulleiter Black eingepackt. Wir hatten gehofft, dadurch etwas über die Vorgänge in Hogwarts zu erfahren. Später wurde klar, dass Professor Black uns nur half, weil Professor Snape uns so im Blick haben konnte. Wir hatten immer vermieden, dass das Porträt etwas über unseren Aufenthaltsort erfuhr. Aber im Forest of Dean machte ich den Fehler, bei geöffneter Handtasche auf Harrys Frage nach unserem Standort zu antworten. Am gleichen Abend tauchte der Patronus auf.«
»Also war Snape kein Verräter?«, fragte James.
»Alles zu seiner Zeit. Ron tauchte wieder auf. Unwichtig wie. Gemeinsam haben er und Harry den Horkrux im Medaillon zerstört. Wir erfuhren von Ron, dass es einen Radiosender gab, der sich PotterWatch nannte. Ron hatte es irgendwann geschafft, das Passwort zu erraten. Endlich erfuhren wir ein bisschen mehr darüber, was in der magischen Welt vor sich ging. An diesem Tag – an… Seit wir auf der Flucht waren, hatte Ron uns dazu ermahnt, Voldemort nie beim Namen zu nennen. Er mochte es noch nie und bat Harry darum, ihn 'du-weißt-schon-wer' zu nennen. Wir taten ihm den Gefallen. Und dann,… an diesem Tag,… Harry war so euphorisch, dass wir Neuigkeiten gehört hatten und er – er benutzte zum ersten Mal seinen Namen.« Hermine stockte und schluckte hart. Der Klos in ihrem Hals verschwand aber nicht.
»Ein Tabu?«, fragte Remus leise.
Hermine nickte. Flüsternd sprach sie weiter: »In Sekundenbruchteilen waren sie da und hatten uns eingekreist. Ich hatte es gradeso noch geschafft, einen Brandzauber auf Harry zu sprechen. Aber ich wurde erkannt. Sie brachten uns nach Malfoy Manor. Dort waren sie sich erst nicht sicher, ob es wirklich Harry war. Plötzlich kreischte Bellatrix los, als sie das Schwert von Gryffindor sah. Sie – alle anderen wurden in den Kerker gebracht.« Hermine stockte. »Nur ich nicht«, murmelte sie leise.
Sirius sprang gehetzt auf. Mit einem wilden Ausdruck in den Augen sah er sie an. Remus und James guckten sich bestürzt an, als Sirius sich neben Hermine setzte und sie in seine Arme zog. Ihr Kopf lag an seiner Brust und er strich ihr über das Haar. »Was hat diese Schlampe dir angetan?«, knurrte er. »Wenn sie nicht sich tot wäre, dann…« Sein Blick glühte förmlich.
Hermine fühlte sich zurückversetzt. Wenn er sie früher umarmt hatte, hatte sie sich immer geborgen gefühlt. Genau dasselbe spürte sie jetzt auch wieder. Ihr Körper begann zu kribbeln und sie versuchte den Kopf zu schütteln. »Folter. Cruciatus. Mehrere. Sie wollte wissen, wo wir das Schwert her hatten«, sagte sie leise. Sie löste sich von Sirius und sah die anderen beiden an. »Die Fälschung lag in ihrem Verlies. Sie flippte völlig aus und fragte ständig, was wir noch gestohlen hätten.«
»Wie seid ihr da raus gekommen?«, fragte James, der genug gehört hatte.
»Dobby.«
»Wer ist Dobby?«
»Dobby war der Hauself der Malfoys. Harry hat ihn durch eine List in unserem zweiten Schuljahr befreit. Der Elf hat Harry verehrt und wirklich alles für ihn getan.« Hermine stockte kurz, dann erzählte sie weiter. »Harry besaß das Gegenstück von Sirius' Zwei-Wege-Spiegel. Sirius' Stück hatte seinen Weg inzwischen zu Aberforth Dumbledore gefunden. Er schickte uns Dobby zur Hilfe. Dobby starb, als er uns rettete. Er brachte uns nach Shell Cottage, zu Bill und Fleur.«
Sirius strich ihr über den Rücken, als sie nach ihrem Whisky griff. James hatte seine Hand auf ihre Schulter gelegt. Es tat gut, Trost zu bekommen. Es linderte den Schmerz, den sie bei diesen Erinnerungen immer noch empfand.
Sie atmete einmal tief ein und wieder aus. »Ich fand ein schwarzes, langes Haar auf meiner Kleidung und war mir sicher, dass es Bellatrix gehörte. Und wir waren uns sicher, dass wir in ihrem Verlies bei Gringotts einen Horkrux finden würden. Der Kobold Griphook war ebenfalls in Malfoy Manor und wir haben ihn auch da rausgeholt. Er wollte uns helfen, in das Verlies zu kommen, wenn er Gryffindors Schwert dafür bekam. Wir gingen darauf ein und fanden im Verlies den Becher von Helga Hufflepuff. Wir flohen auf einem Drachen, der das Verlies schützte.«
»Drache?«, kiekste James überrascht und räusperte sich.
»Ja. Sonst wären wir da niemals lebend raus gekommen. Voldemort hatte danach erfahren, dass wir in Gringotts eingebrochen waren und Harry sah seine Gedanken. Dadurch erfuhren wir, dass seine Schlange ein Horkrux war und der Letzte war in Hogwarts versteckt. Wir erreichten das Schloss von Hogsmeade aus am ersten Mai. Es gab einen Katzenjammer. Aberforth hat uns geholfen. Wir fanden den Horkrux und zerstörten Diadem und Becher.«
»Wie, ohne Schwert?«, fragte Remus.
»Basiliskenzahn aus der Kammer. Dämonsfeuer funktioniert auch.« Hermine zuckte mit den Schultern. »Es blieb also nur noch die Schlange.«
»Und der Teil in Harry«, warf James ein.
Hermine schüttelte den Kopf. »Das wussten wir zu dem Zeitpunkt noch nicht. Und wenn ich diese ganze Zeit so betrachte, wie du es vorhin gesagt hast, James, dann ist Albus Dumbledore ein eiskalter Manipulator. Harry hatte es während unsere Flucht schon begriffen, aber ich habe es nicht wahrhaben wollen. Ich habe Dumbledore verteidigt. Kimmkorn hatte einen Enthüllungsroman über Dumbledore geschrieben. Harry glaubte, was darin stand. Ich nicht.« Hermine sah sich unbestimmt im Raum um. »Selbst die Erinnerungen habe ich ausgeblendet… Ich wollte an das Gute in Dumbledore glauben… Ich wollte, dass er der strahlende weiße Magier war, als den er sich inszenierte. Dabei hat Harry es mir doch erzählt. Aber wir haben nie darüber diskutiert. Die Jungs wollten nur vergessen… jetzt verstehe ich irgendwie warum«, murmelte sie leise vor sich hin.
»Erzähl mir den Rest, bitte«, bat James flüsternd.
»Voldemort griff Hogwarts an und tötete Severus Snape. Er war der Held, wie mir erst jetzt so richtig bewusst wird«, sagte Hermine und schloss die Augen. Hinter ihren Lidern waren hektische Bewegungen zu sehen, als sie ihre Erinnerungen durchging. »Er hat immer versucht, Harry zu schützen. Von unserem ersten Schultag an. Obwohl er alles dafür tat, dass Harry ihn hasste. – Klar, logisch. Irgendwie«, sagte sie unzusammenhängend. »Was wisst ihr über ihn?«
»Dass er ein Todesser war und aus irgendeinem Grund die Seiten gewechselt hat«, sagte Remus.
»Wir waren bei seinem Tod dabei und er gab Harry seine Erinnerungen. Harry hat mir am nächsten Tag erzählt, was er darin gesehen hat. Lily war der Grund«, sagte Hermine und sie hörte, wie James nach Luft schnappte. »Er liebte Lily, seit sie Kinder waren. Er war derjenige, der Teile der Prophezeiung mithörte und sie an Voldemort verriet. Er wechselte die Seiten, als Voldemort beschloss, Lily und ihren Sohn umzubringen. Und wenn er sie so liebte, wie ich vermute, dann gab er sich selbst die Schuld und tat alles, um ihren Sohn zu retten. Er konnte es Harry aber nicht sagen – das mit der Schuld, deswegen zog er dessen Hass anders auf sich und trotzdem rettete er ihn, um das Letzte, das von Lily geblieben war, zu schützen. Dumbledore war vielleicht Professor Snapes einziger Vertrauter und der zwang ihn, ihn zu töten. Dumbledore hatte sich mit dem Ring selbst vergiftet und würde sowieso bald sterben. Professor Snape wurde dadurch als Verräter gebrandmarkt. Er war der Einzige, der davon wusste, dass Harry ein Horkrux war. Dumbledore hatte gefordert, dass er es Harry erst ganz zum Schluss sagen würde. Dumbledore hütete seine Informatinen wie einen Schatz und schob alle anderen wie Schachfiguren auf dem Brett umher. Selbst sein Porträt hat noch die Fäden gezogen.« Hermine hatte ihre Gedanken dazu völlig unstrukturiert geäußert und immer mehr kam ihr in den Sinn. Sie ließ sich ermattet in die Polster sinken.
»Wie viel davon weiß Dumbledore?«, fragte Remus.
»Er weiß, dass ihr und er selbst überlebt habt, dass die Schuljahre etwas anders waren und dass wir die Horkruxe gesucht haben.«
»Dabei sollte es auch bleiben. Er muss nicht alles wissen«, entschied James.
»Ich bedaure es, dass du dich nicht daran erinnerst, dass du während des letzten Jahres in Sicherheit warst«, sagte Sirius.
»Wie ging es zu Ende?«, wollte James wissen.
Seufzend erinnerte Hermine sich. »Harry stellte sich Voldemort. Voldemort wollte Harry töten, zerstörte aber nur den Horkrux.«
James nickte nachdenklich. »Dumbledore versicherte uns immer, nachdem er uns endlich von den Horkruxen erzählt hatte, dass Harry nicht sterben würde, wenn Voldemort selbst den Todesfluch spräche«, sagte James. »Der Eine mit der Macht, den Dunklen Lord zu besiegen, naht heran… jenen geboren, die ihm drei Mal die Stirn geboten haben, geboren, wenn der siebte Monat stirbt. Das hätte, wie wir wissen, auch Neville sein können. Es war Zufall, dass es Harry wurde. Und der Dunkle Lord wird Ihn als sich Ebenbürtigen kennzeichnen, aber Er wird eine Macht besitzen, die der Dunkle Lord nicht kennt. Harry wurde Voldemort in dem Moment ebenbürtig, als sich der Teil der Seele an ihn haftete. Und die Macht, die Voldemort nicht kannte, war die Liebe seiner Mutter, die ihn schützte. Mit dieser Macht, besiegte Harry Voldemort. Der erste Teil hatte sich also schon vollständig erfüllt. Und der Eine, der Horkrux in Harry, denn er ist Teil desjenigen, der die Macht besitzt, muss von der Hand des Anderen, Voldemort, dem Besitzer des Seelenteils, sterben, denn keiner kann leben, hiermit ist Harrys Seele gemeint, sie kann nicht leben, Während der Andere überlebt… Während der andere Seelenteil, also der Horkrux, überlebt.«
»Also ging es nie darum, dass entweder Harry oder Voldemort stirbt?«, fragte Hermine irritiert.
»Dumbledore glaubte das nicht. Meine Befürchtung war, dass Dumbledore sich nicht sicher war und in dieser speziellen Angelegenheit gepokert hat und meinen Sohn auch eiskalt hätte sterben lassen, ohne zu versuchen, diesen Horkrux auf andere Art und Weise zu entfernen. Aber so wie es scheint, wollte er von Anfang an nur dafür sorgen, dass der Horkrux vernichtet wird, ohne uns einzuweihen. Also hast du letztlich doch meine Hoffnung bestätigt.«
»Aber warum eigentlich? Kann eine Seele sich überhaupt gegen einen Teil von sich selbst wenden?«, fragte Hermine. »In meiner Zeit habe ich mir das anders erklärt. Der Elderstab sagt euch was?«
Die Männer sahen sich gegenseitig an und nickten dann.
»Voldemort war auf der Suche danach und fand ihn auch irgendwann. Mit diesem Stab sprach er den Todesfluch über Harry. Und es war nur eine Verkettung glücklicher Zufälle, dass Harry nicht gestorben ist. Denn er selbst war der wahre Meiser des Stabes und der Stab konnte sich nicht gegen ihn wenden, infolge dessen wurde nur der Horkrux in Harry zerstört, der fremde Teil.«
»Wie um alles in der Welt ist Harry der Herr des Elderstabes geworden?«, fragte James erstaunt.
»Dumbledore besaß den Stab. Draco Malfoy entwaffnete Dumbledore. Professor Snape tötete danach Dumbledore. Bei der Flucht aus Malfoy Manor entwaffnete Harry Draco. Voldemort tötete Professor Snape. Wer ist der Meister des Elderstabes?«, erklärte Hermine die Ereignisse.
»Das heißt, man muss den Besitzer nicht töten«, dachte Remus nach.
»In der Überlieferung ist nur von 'besiegen' die Rede«, sagte Hermine.
»Hier hatte Voldemort den Elderstab auch. Wir gingen aber alle davon aus, dass es immer noch Dumbledores war, da er ja nicht getötet wurde. Das bedeutet, Voldemort hat den Stab nicht gegen dessen wahren Meister gerichtet.«
»Ist Dumbledore entwaffnet worden?«, fragte Hermine. »Oder anderweitig 'besiegt'?«
Die Männer sahen sich fragend an. Keiner schien eine Antwort auf Hermines Frage zu haben.
»Professor Snape hatte in einer anderen Erinnerung gefragt, ob Harry wie ein Schwein zum Schlachten aufgezogen worden wäre. Das impliziert doch, dass keiner davon ausgegangen war, dass Harry überleben könnte.«
»Was hat Dumbledore darauf geantwortet?« James neigte sich begierig vor.
»Nichts. Ausweichend. Ich deute den zweiten Teil der Prophezeiung tatsächlich so: Harry muss durch die Hand Voldemorts sterben, denn niemand kann in Frieden leben, während Voldemort, oder entsprechend ein Teil von ihm überlebt. Denn es heißt ja: [style type="italic"]Der Eine muss von der Hand des Anderen sterben./style] Mit 'der Eine' ist immer Harry gemeint, mit 'der Andere' immer Voldemort.«
»Wenn das tatsächlich der Fall ist, dann hat Dumbledore viel zu hoch gepokert«, sagte Sirius.
James starrte die Wand an. »Wenn deine Theorie stimmt, dann… dann… hat Dumbledore nicht gepokert, dann hat er uns alle angelogen und hintergangen.«
»Harry sprach davon, von Dumbledore verraten worden zu sein«, sagte Hermine leise. Sie war erschüttert davon, dass sie selbst das alles verdrängt hatte. Sie hatte Dumbledore als Held sehen wollen. Und dabei war der Held der Verräter und der Verräter der Held. Und jetzt verstand sie auch Dumbledores Reaktion, als sie mit ihm über die Unterschiede in der Zeit gesprochen hatte. Es hatte ihn keineswegs überrascht. Und als sie ihm gesagt hatte, dass James und Sirius eigentlich hatten tot sein sollen, da hatte er sie nur nachdenklich nickend angesehen und gesagt, dass sie wenigstens das Ende nicht geändert hätte.
»Wie finden wir es raus?«, fragte James.
»Was bringt es dir? Mein Vertrauen in ihn ist weg. Egal was wir noch herausfinden können. Ich muss nicht wissen, ob er am Schluss die Wahrheit gesagt hat. Das ändert für mich nichts«, sagte Sirius und trank seinen Whisky.
»Du hast recht.« James seufzte bitter und nahm ebenfalls einen Schluck.
»Wie geht es dir, Hermine?«, wollte Remus wissen.
Sie sah ihn an und dachte nach. Wie ging es ihr? Sie fühlte sich ausgelaugt, aber auch als wäre eine Last von ihr genommen worden. Und sie war erschüttert. »Gut, denke ich. Und irgendwie ein bisschen wie erschlagen. Vieles ist mir jetzt erst klar geworden.« Sie sah aus dem Fenster und stellte fest, dass das Licht draußen langsam grauer wurde. Hatten sie hier jetzt die ganze Nacht gesessen? »Es wird hell«, sagte sie.
Die Rumtreiber gaben erstaunte Laute von sich. »Schlafengehen brauchen wir wohl nicht mehr«, sagte Sirius von einen Gähnen begleitet. »Noch jemand einen Kaffee?«
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Mir fehlt hier Kontext!
