Sie waren zu viert in die Küche umgesiedelt und nachdem sie einen Kaffee getrunken hatten, hatten sie das Frühstück vorbereitet. Molly hatte sich überrascht umgesehen, als sie in die Küche kam.
Sirius hatte darauf hin gesagt, dass es das Mindeste sei, wenn sie schon in seinem Haus kochte. Dabei hatte er die Weasley charmant angelächelt, sodass diese nichts mehr darauf erwidern konnte.
Die nächste, die herunter kam, war Ginny gewesen. Sie blieb in der Tür stehen und sah sie der Reihe nach mit zusammengekniffenen Augen an. Dann setze sie sich zu Hermine. »Ich hab das nicht geräumt, oder? Das ist wirklich passiert?«, flüsterte sie, damit ihre Mutter nichts mitbekam.
Hermine nickte nur und trank aus ihrer Tasse. Sie mochte Kaffee eigentlich nicht wirklich, aber sie glaubte, dass Tee heute nicht reichen würde, um sie wachzuhalten.
»Wart ihr die ganze Nacht wach?«, fragte Ginny. »Und? Wie war's? Was ist mit – du weißt schon?«
Hermine sah Ginny kurz an, dann richtete sie die Augen wieder geradeaus. »Das ist jetzt nicht der beste Zeitpunkt, Ginny. Oder sollen alle anderen es auch noch erfahren?«
»Besser nicht«, sagte die Rothaarige grinsend.
»Na immerhin sind wir uns da einig«, murmelte Hermine. Sie stand vom Tisch auf und stellte ihre Tasse in die Spüle. Sie ging ins Wohnzimmer hinüber, schnappte sich ihre Geschenke vom Tisch und stieg die Treppen nach oben. In ihrem Zimmer legte sie die Geschenke beiseite, suchte sich frische Kleidung, ihr Waschzeug und machte sich auf den Weg in ein freies Badezimmer.
Ginny kam ihr auf der Treppe hinterher. Sie schloss zu Hermine auf und zwängte sich hinter ihr mit ins Badezimmer. »Jetzt sind wir ungestört.«
»Willst du mir jetzt beim Duschen Gesellschaft leisten?«, fragte Hermine und legte ihre Sachen ab.
»Du duschst und erzählst und ich höre zu.« Ginny setzte sich auf den geschlossenen Toilettendeckel und sah Hermine erwartungsvoll an.
»Habe ich noch nicht mal mehr im Badezimmer meine Ruhe?«, fragte Hermine rhetorisch. »Es gibt nicht wirklich etwas zu erzählen.«
»Doch klar! Hast du das Geschenk aufgemacht?«
Hermine verdrehte die Augen, griff nach der Kette um ihren Hals und zog den Anhänger unter ihrem Oberteil hervor.
»Was ist das?«, fragte Ginny, kniff die Augen zusammen und kam näher.
»Da drin siehst du Nordlichter. Es ist Erinnerungskugel. Diese Nordlichter habe ich während einer Astronomiestunde in den Siebzigern gesehen.«
»Er hat dir eine Erinnerungskugel geschenkt? Hast du das da gestern Abend rein gemacht?«, fragte Ginny neugierig und sah sich das Schauspiel in der Kugel an.
»Es ist seine Erinnerung. Er hatte auch Astronomie belegt«, sagte Hermine und drückte Ginny die Kette in die Hand.
»Diese Kugeln sind unglaublich selten und kosten ein kleines Vermögen«, murmelte Ginny begeistert. »Und er hat eine seiner Erinnerungen für dich da rein getan.« Sie wackelte mit den Augenbrauen und setzte sich wieder auf die Toilette.
»Ginny!«, brummte Hermine missgestimmt und zog sich schnell aus, um endlich unter die Dusche zu kommen.
»Sowas verschenkt man nicht einfach so, Mine«, sagte Ginny, als Hermine das Wasser anstellte. »Das bedeutet etwas.«
»Lass mich an deinen Gedanken teilhaben. Was bedeutet es?«, sagte Hermine und stellte sich genießend unter das warme Wasser.
»Er liebt –«
»Drachenmist! Hör auf damit!«, unterbrach Hermine sie.
»Weiß er, dass du es aufgemacht hast?«, fragte Ginny.
»Ja. Ich wollte es ihm zurückgeben, aber er hat gesagt, ich solle es öffnen. Dann ist er aus dem Raum gegangen.«
»Wahrscheinlich, weil er dich nicht bedrängen will«, warf Ginny ein.
»Dann kam er wieder, hat mir erklärt, was es ist und gesagt, dass ich auch eine andere Erinnerung rein machen kann und hat mir eine gute Nacht gewünscht«, redete Hermine weiter. »Nichts mit 'und sie fielen sich stürmisch in die Arme'«, schob sie sarkastisch hinterher.
»Und wieso habt ihr dann alle da gesessen?«
»Weil ich ihm dann versucht habe zu erklären, warum ich nichts gesagt habe und James und Remus kamen dann dazu«, sagte Hermine. »Und dann bist du rein gekommen.«
»Das war so surreal. Wie du sie angeschnauzt hast… das machst du sonst nur mit Harry, Ron oder mir.«
»Ich kenne sie besser und sie kennen mich besser, als dir bewusst ist. Du hast nur deine rosarote Brille auf. Jetzt muss ich aufpassen, was ich sage, wenn sie mit mir sprechen. Ich kann mit ihnen nicht so umgehen, wie ich es gewohnt war. Das macht es jetzt sogar noch schwieriger, weil ich nicht mehr so tun kann, als wären sie nur Harrys Familie«, überlegte Hermine, während sie sich die Haare wusch.
»Tut mir leid, Mine. Darüber habe ich noch gar nicht nachgedacht.«
»Ich weiß.« Hermine seufzte und spülte den Schaum aus ihren Haaren. »Wir haben dann noch über die Unterschiede beider Zeiten gesprochen. Wir haben, bis es wieder hell wurde, im Wohnzimmer gesessen.«
»Erzählst du mir davon? Von den Unterschieden?«, fragte Ginny leise.
»Nein. Nichts davon ist hier passiert. Was ich dir sagen kann, ihr hattet es jetzt besser. Ich muss dass nur noch begreifen. Aber dass ich darüber geredet habe, hilft«, antwortete Hermine ebenso leise.
»Ich würde gerne verstehen, was in dir vorgeht. Eben weil du dich an Dinge erinnerst, die ich nicht erinnere. Seit du wieder da bist, bist du irgendwie ernster.«
»Wir mussten viel zu schnell erwachsen werden. Und wir waren auf uns allein gestellt, eine von Dumbledore ausgezeichnete Inszenierung, wie ich heute Nacht begriffen habe.« Hermine stellte das Wasser ab, griff nach einem Handtuch und wickelte es sich um den Körper. Mit einem zweiten Handtuch trocknete sie sich die Haare.
»Wie kommst du jetzt auf Dumbledore?«, fragte Ginny überrascht.
»Eben das ist es. Wenn ich dir davon erzählen würde, würdest du anfangen, gewisse Dinge in diese Zeit zu projizieren. Das sind Dinge, die du nicht wissen brauchst, eben weil es jetzt anders ist. Aber wenn ich dir davon erzähle, dann hast du das im Hinterkopf, jedes Mal, wenn du mich siehst, mit Harry sprichst, Dumbledore triffst. Du würdest alles mit anderen Augen sehen. Ich will dir das ersparen. Du sollst unbedarft bleiben können und das meine ich im besten Sinne positiv.«
Ginny sah sie enttäuscht an. »Aber bei James, Remus und Sirius ist es okay, wenn sie davon wissen? Nur bei mir nicht?«
Hermine seufzte und setzte sich auf den Wannenrand. »Es ist anders. Du, Harry und Ron seid meine besten Freunde. Mit euch kann ich über alles reden, nur eben über diese eine Sache nicht. Wenn ihr davon wüsstet, würde sich unbewusst euer Verhalten anderen Personen gegenüber ändern und das will ich vermeiden. Mit James, Remus und Sirius verbindet mich eine besondere Freundschaft. In den Siebzigern haben sie mit Lily und Alice zusammen irgendwie euren Platz eingenommen. Für mich ist nicht einfach nur Harrys Mum tot. Für mich ist eine meiner besten Freundinnen gestorben und ich wusste, dass das passieren würde, während ich mich mit ihr unterhalten habe. Das war bei ihnen allen so. Dass drei von ihnen jetzt leben, macht es zu etwas Besonderem. Das macht diese Freundschaft anders. Mit ihnen kann ich auf einer anderen Ebene reden als mit dir, weil sie an dieser ganzen Zeitreisegeschichte näher dran waren, ich war bei ihnen. Für dich ist es nur das, eine Geschichte. Du kannst keinen Mehrwert daraus ziehen. Die anderen können das auf eine paradoxe Art und Weise. Sie waren involviert, obwohl sie nichts über ihre Zukunft wussten. Und sie können mir klar machen, dass nichts davon passiert ist.«
»Aber das könnte ich doch auch. Ich weiß doch auch, was jetzt passiert ist«, sagte Ginny.
Hermine merkte, dass Ginny enttäuscht war. Sie entschied sich daher für die Holzhammermethode. Vielleicht würde Ginny dann verstehen, was sie meinte. »Ich bin gefoltert worden.«
»Du – was? Oh Merlin, Hermine!« Ginny sah sie schockiert an und rührte sich nicht. Hermine wartete ab, aber Ginny sagte nichts weiter dazu.
»Siehst du? Genau das meine ich. Wenn ich dir von dem letzten Jahr erzählen würde, dann würdest du von einem Schockzustand in den nächsten taumeln. Vielleicht würdest du auch vor Mitleid überlaufen. Aber damit ist weder dir noch mir geholfen. Das Einzige, das ich damit erreichen würde, wäre, dass du mich mit anderen Augen siehst und nicht weißt, wie du mich behandeln sollst. Und eigentlich ist es auch nichts Neues für dich, ich habe es in meinem kurzen Bericht im Raum der Wünsche, als ich dir von der Zeitreise erzählt habe, erwähnt. Du hast voller Mitleid nachgefragt und es jetzt aber auch schon wieder vergessen gehabt, weil es für dich einfach viel zu abstrakt ist, und das ist okay, das darf so ein. Das muss so sein. Ich bin froh, dass es für dich etwas Abstraktes ist. Die Jungs wissen, dass es eine andere Vergangenheit gab. Sirius weiß, dass alleine meine Anwesenheit in ihrer Zeit eine Menge verändern konnte und er weiß es seit zwanzig Jahren. Deswegen habe ich mit ihnen darüber gesprochen, weil es für sie eben nicht so sehr abstrakt ist. Ich war ihre Freundin, bin dann für zwanzig Jahre verschwunden und jetzt wieder da. Es ist einfach anders. Vor allem, da ich noch so jung bin, wie sie mich in Erinnerung haben.«
Ginny sah sie mit großen Augen an. »Klar bin ich schockiert, wenn du mir ohne Vorwarnung erzählst, dass du gefoltert wurdest.«
»Wäre es besser gewesen, wenn ich dir erzählt hätte, dass du in demselben Jahr in Hogwarts zur Bestrafung gefoltert wurdest? Der Cruciatus war als Bestrafung für Fehlverhalten an der Tagesordnung.«
»Nein, das –«, Ginny brach ab.
»Genau. Mit deinen Erinnerungen ist es zu abstrakt. Du erinnerst dich daran, dass deine Eltern dich behütet und in Sicherheit im Hauptquartier unterrichten lassen haben. Sirius dagegen hat sich gefragt, wann er hätte sterben sollen. Er weiß, dass es zumindest ein bisschen besser wurde, für dich ist es normal.«
»Ich glaube, ich verstehe jetzt, was du meinst. Auch wenn ich als Freundin alles von dir wissen will.«
»Genau genommen weißt du mehr über mich als ich selbst. Schließlich hast du mir erzählt, wann ich mit deinem Bruder zusammen gekommen bin«, versuchte Hermine die Stimmung aufzulockern.
»Oh ja, ich kann dir noch eine ganze Menge über dich erzählen«, sprang Ginny auf den Zug auf.
»Einigen wir uns darauf, wenn ich etwas über mich wissen will, dann frage ich.« Hermine grinste sie an. »Und jetzt möchte ich mich gerne anziehen.«
»Okay, ich lass dich alleine«, sagte Ginny, gab Hermine die Kette und verließ das Badezimmer.
Hermine sah lächelnd auf den Anhänger, bevor sie sich die Kette wieder um den Hals legte. Sie schlüpfte in ihre Unterwäsche, zog sich Socken an, stieg in die Jeans und zog sich eines von ihren neuen Oberteilen über. Auch wenn der Ausschnitt etwas tiefer war, als sie es sonst bevorzugte, konnte sie die Kette unter der Kleidung verstecken. Sie trocknete ihre Haare mit einem Zauber und band sie dann zu einem Zopf zusammen. Sie sammelte ihre alten Sachen ein und ging danach in ihr Zimmer hinüber. Ginny musste schon wieder unten sein, denn der Raum war leer.
Als Hermine im Wohnzimmer ankam, saßen schon ein paar Leute am Tisch und frühstückten. Harry und Ron schliefen wohl noch, ebenso wie Charlie und Arthur. Remus saß ebenfalls nicht am Tisch, aber von ihm wusste sie, dass er nicht schlief. Vermutlich machte er sich frisch, so wie sie es gerade getan hatte. Ginny saß – und Hermine verdrehte innerlich die Augen – bei James und Sirius. Allerdings hatte sie den Platz neben dem Hausherren frei gelassen und sich einen weiter gesetzt.
»Ich hole eben noch frischen Tee«, sagte Molly und verließ das Wohnzimmer.
»Komm, Mine! Setz dich«, sagte Ginny und deutete auf den Platz zwischen sich und Sirius.
Nachdem Hermine sich, nicht ohne vorher kurz die Augen zu verdrehen, auf den Platz gesetzt hatte, lud Ginny ihr schon einen Toast auf den Teller und stellte Honig daneben. Sirius schenkte ihr Kaffee ein.
Hermine sah zwischen den beiden hin und her und fragte: »Ihr fangt jetzt aber nicht gleich an, euch mit Essen zu bewerfen, oder? Dann muss ich vorher meine Tasse in Sicherheit bringen!«
Ginny sah Hermine völlig unverständlich an und legte die Stirn fragend in Falten. »Warum sollten wir?«
Sirius stutzte für einen Moment ebenfalls, aber dann ging ihm ein Licht auf und er begann schallend zu lachen. »Keine Sorge, dafür ist Ginny die falsche«, antwortete er, nachdem er sich beruhigt hatte.
»Halloho! Mir fehlt hier Kontext!«, beschwerte Ginny sich.
»Es gab so eine Situation schon mal. Die hat genauso angefangen«, sagte Hermine und deutete auf ihren Teller und die Tasse. »Ich hatte Toast in meinen Tee schwimmen, weil zwei Kindsköpfe sich unbedingt damit bewerfen mussten.«
»Du hast einfach auf dem falschen Platz gesessen«, warf James ein.
»Weil ich ja auch die Wahl hatte, nicht zwischen euch zu sitzen«, sagte Hermine sarkastisch.
»Wir wollten nicht, dass du dich in dem riesigen Schloss verloren fühlst, konnte ja keiner ahnen, dass du dich bestens auskennst.« James zwinkerte ihr vergnügt zu.
Hermine grinste ihn an. »Ja, ja. Schon klar. Mein Fehler.«
»Ich glaube, da werde ich mich nie dran gewöhnen, meine beste Freundin scherzt mit dem Vater meines Freundes, als wären sie schon ewig gute Freunde«, sagte Ginny und biss verwirrt von ihrem Toast ab. Sie sah Hermine an. Die anderen Drei schauten zu ihr und Hermine zog eine Augenbraue hoch. Sirius wollte gerade etwas erwidern, aber weil Molly wieder kam, sparte er sich seinen Kommentar.
»Hier ist der Tee«, sagte sie, als sie sich setzte. Irritiert sah sie sich am Tisch um. »Ist etwas nicht in Ordnung?«
Hermine, Sirius und James wandten sich ihr zu, lächelten und sagten synchron: »Nein, alles bestens, Molly.«
Ginny sah die drei entgeistert an.
»Bekomm dein Gesicht unter Kontrolle«, flüsterte Hermine ihr zu und stieß ihr den Ellenbogen in die Rippen. Ginny zuckte zusammen und versuchte ein unverbindliches Lächeln aufzusetzen.
»Guten Morgen«, sagten Harry und Ron, als sie in das Wohnzimmer kamen.
»Setzt euch an den Tisch. Habt ihr gut geschlafen?«, erkundigte Molly sich.
Die beiden ließen sich müde auf Stühle gegenüber von Ginny und Hermine fallen. »Kurz, aber gut«, sagte Harry und gähnte.
Ron schaufelte sich schon Speck und Eier auf den Teller. »Das sieht köstlich aus, Mum«, sagte er.
»Sirius und James haben heute das Frühstück gemacht«, informierte Molly.
Rons Gabel, beladen mit Eiern, stoppte auf dem halben Weg zum Mund. »Wirklich?«, fragte er und beäugte das Rührei misstrauisch. »Hat schon jemand die Eier probiert?«
Hermine sah irritiert von Ron zu Ginny.
»Keine Sorge, Hermine hat das Rührei gemacht«, sagte James, als Ginny sich zu ihrer Freundin beugte.
»Letztes Jahr, als die beiden Frühstück gemacht haben, haben sie Salz mit Zucker verwechselt. Alles war süß«, flüsterte Ginny leise.
»Puh«, sagte Ron glücklich und schob sich die Gabel in den Mund.
»Nichts ist verzuckert«, beruhigte Hermine grinsend ihre Freunde. »Ich habe aufgepasst.«
»Das war ein Mal, dass ich Zucker und Salz verwechselt habe. Wollt ihr da ewig drauf rumreiten?«, beschwerte Sirius sich. »Die Töpfe sind seitdem beschriftet«, murmelte er rechtfertigend hinterher.
»Das muss nichts heißen«, nuschelte Ron.
James und Harry lachten und Sirius sah mehr als angefressen aus.
Nach und nach trudelten auch die anderen ein und bedienten sich am Essen.
Nach dem Frühstück verabschiedete Charlie sich, weil er wieder nach Rumänien zurück musste. Harry, Ron, Ginny und George schnappten sich ein paar Besen und gingen hinaus in den Garten. Arthur half Molly dabei, den Tisch abzudecken. Als Hermine mit den Rumtreibern alleine war, fragte sie: »Ist die Bibliothek da, wo sie immer war?«
»Wenn du damit den Raum meinst, in dem Dumbledores Büro ist, dann nein.«
»Dumbledore hat sein Büro in der Bibliothek? Hätte es ein kleinerer Raum nicht auch getan?«, fragte Hermine zweifelnd.
»Tja, anscheinend nicht«, antwortete Sirius. »Es wird sowieso Zeit, dass er dieses Haus räumt. Mir war es von Anfang an ein Dorn im Auge, dass die Bücher jetzt unter dem Dach stehen. Komm, ich bring dich hin.«
»Du zeigst mir freiwillig die Bibliothek?«, fragte Hermine gespielt schockiert.
»Wenn du frech wirst, überlege ich es mir noch anders«, sagte Sirius grinsend und fuchtelte mit dem Zeigefinger vor ihrer Nase herum.
»Ich glaube, das ist ein guter Zeitpunkt. Ich habe noch etwas für dich, Hermine«, sagte James. »Ich komme gleich nach.«
Sirius führte Hermine in den dritten Stock hinauf und hielt vor einer kleinen unscheinbaren Tür, die etwas versteckt hinter einem Wandvorsprung lag. Sie stiegen noch eine schmale Treppe nach oben und standen dann mitten auf dem Dachboden. Die Bücher waren in Regale sortiert, die längs im Raum standen. In der Mitte waren zwei kleine Tischchen und insgesamt sechs Sessel drumherum.
Hermine sah sich staunend um. »Das sind viel mehr, als ich erinnere. Aber ich erinnere mich auch, dass damals viele Bücher aussortiert wurden.«
»Wir haben lediglich die verbotenen Bücher aussortiert. Die schwarzmagischen sind alle noch da. Mir sagte mal jemand, dass es gut sei zu wissen, gegen was man kämpft.«
»Schlauer jemand«, antwortete Hermine lächelnd.
»Die schwarzmagischen Bücher stehen auf der linken Seite. Alles was rechts steht, ist völlig harmlos.«
»Danke, Sirius.« Sie stöberte durch die Bücher und der Schwarzhaarige beobachtete sie dabei. Er setzte sich in einen Sessel und wartete.
Es dauerte noch wenige Minuten, dann kam James nach oben. In der Hand hatte er eine Holzbox.
——————————————————
Nächstes Kapitel:
Liebe Jean,
