Fran ist wild entschlossen!
Maxwell zögert.
"Fran ich weiß nicht, ob das so eine gute Idee ist. Nigel wird dich sicherlich schon im Hotel erwarten. Er wird sich sowieso wundern, warum du nicht da bist, wo du doch angeblich krank bist." Fran steuert auf die Couch zu.
"Das ist mir jetzt egal, das biege ich schon irgendwie hin. Es ist sehr wichtig für mich, dass du mir nochmal zuhörst." Angespannt setzt sich Maxwell zu ihr und schaut sie erwartungsvoll an.
"Du weißt ja, vorhin war ich noch ganz hin und hergerissen, weil ich nicht wusste, was ich tun soll. Und heute Morgen war ich noch davon überzeugt, dass ich es Nigel schuldig bin, ihm und mir nochmal eine Chance zu geben. Aber mittlerweile sehe ich die Dinge völlig anders. Um es kurz zu machen, ich habe mich entschlossen, mich von Nigel zu trennen."
Maxwell starrt sie entgeistert an.
"Was? Aber wieso? Hast du nicht gehört, was er gesagt hat? Er liebt dich. Er liebt dich so sehr, wie er noch nie eine Frau vorher geliebt hat."
"Ich bitte dich, Max! Offenbar bist du derjenige, der ihm nicht richtig zugehört hat. Ja, er liebt mich. Aber als was denn bitte? Er liebt mich als die Frau, mit der er lustige Unternehmungen durchführen kann, mit der er Spaß haben kann auf Partys gehen kann. Als eine die als hübsches Anhängsel dient, mit der er angeben und beneidet wird. Aber er liebt mich nicht wirklich so, wie ich bin."
"Das stimmt nicht, Fran! Du kennst doch Nigel. Der muss immer ein bisschen den Macho raushängen lassen."
"Hör auf, ihn zu verteidigen. Ich sage ja nicht, dass Nigel ein schlechter Kerl ist. Er hat sicherlich einen guten Kern in sich, aber...als ich euch belauscht habe und gehört habe, wie Nigel über mich und über unser Leben denkt, da ist mir zum ersten Mal wirklich bewusst geworden, dass Nigel und ich im Grunde gar nicht zusammen passen. Ich meine, eigentlich war mir das ja die ganze Zeit klar, aber ich habe einfach die Augen davor verschlossen. Ich wollte es nicht wahrhaben. Aber jetzt ist mir klar geworden, dass Nigel nicht der Mann ist, mit dem ich den Rest meines Lebens verbringen möchte."
"Aber du liebst ihn doch Fran, oder?
"Nein, nicht mehr. Ich habe ihn nie wirklich geliebt. Nicht so, wie ich dich liebe. Ich war verknallt in ihn und ich habe mich von ihm verführen lassen. Von seiner mitreißenden Art und seiner Bewunderung. Aber mir ist klar, dass ich mehr von einem Mann brauche. Ich möchte einen Mann an meiner Seite haben, der mich auch in schwierigen Zeiten liebt und nicht nur als spaßige Unterhaltung. Einer der fürsorglich ist und sich um mich kümmert."
"Aber das tut Nigel doch. Er macht sich echte Gedanken um dich."
"Unsinn ich bin ihm nur lästig und nervig. Er möchte nur die alte spaßige Fran wiederhaben, aber es kümmert ihn nicht was mit mir los ist und wie ich mich fühle."
"Das hat Nigel sicherlich nicht so gemeint."
"Doch, das hat er. Außerdem hat er eine völlig andere Einstellung zum Leben und zu der Liebe. Er hat zum Beispiel praktisch offen zugegeben, dass es jederzeit passieren kann, dass er eine andere Frau kennenlernt. Glaubst du wirklich, ich möchte mit einem Mann verheiratet sein, bei dem ich mich jedes Mal, wenn er später nach Hause kommt, die Frage stellen muss, ob er gerade mit einer anderen Frau zusammen ist?"
Maxwell runzelt die Stirn und wirft Fran einen eindeutigen Blick zu.
"Ja, ich weiß, was du sagen willst. Ich bin im Moment die Letzte, die sich über Nigels mögliche Untreue Gedanken machen sollte. Aber trotzdem. Und wie er über das Thema Kinder denkt. Maxwell, du weißt, wie sehr ich Maggie, Brighton und Gracie liebe. Und wie sehr ich mir eigene Kinder wünsche. Aber noch mehr wünsche ich mir, dass meine Kinder auch einen wirklichen Vater haben. Mit dem ich gemeinsam die Schwangerschaft erleben kann und der sich mit mir um unsere Kinder kümmert und sie mit mir zusammen großzieht. Ich meine, ich selbst hatte einen Vater, den ich nur gesehen habe, wenn er mal zum Kühlschrank gegangen ist. Sowas möchte ich für meine Kinder nicht. Und Nigel hat klipp und klar gesagt, dass er keine Kinder möchte. Und wenn, dann wäre das meine Aufgabe."
"Fran, das darfst du nicht so ernst nehmen. Nigel ist jung und ungezwungen. Da denkt Mann über so manches im Leben anders. Aber du wirst sehen, wenn ihr erst mal verheiratet seid und das erste Kind unterwegs ist, dann wird Nigel der stolzeste Papa der Welt sein. Ehrlich gesagt, Fran finde ich dich ziemlich unfair und ungerecht. So schlecht, wie du Nigel darstellst, ist er beileibe nicht."
"Das will ich doch auch gar nicht sagen. Was ich eigentlich sagen will, ist ich liebe ihn nicht. Er ist nicht der richtige Mann für mich und ich bin nicht die richtige Frau für ihn und deswegen ist es doch nur fair, wenn ich mich jetzt noch vor der Hochzeit von ihm trenne. Ich kann doch keinem Mann das Ja-Wort geben, den ich nicht wirklich aufrichtig liebe und den ich im Grunde genommen gar nicht haben will. Das wäre wirklich unfair gegenüber Nigel. Das hat er mit Sicherheit nicht verdient. Und ich will Nigel auch nicht schlecht machen. Ich weiss auch wenn er noch ein großer verspielter Junge ist, er einen guten Charakter hat. Mir ist bei dem Gespräch einfach nur bewusst geworden, wie sehr ich dich liebe, Maxwell. Gerade weil du so bist, wie du bist und du das Gegenteil von Nigel bist."
"Das kann man so auch nicht sagen. In der Vergangenheit habe ich oft nicht gesehen, was mit dir los ist und mich nicht um dich gekümmert. Sonst wärst du damals niemals mit Nigel abgehauen. Und für die Kinder war ich auch nicht immer der beste Vater. Ich habe sie jahrelang vernachlässigt und kaum beachtet."
"Ja, das stimmt schon. Aber schau mal, die letzten Jahre hast du dich so sehr bemüht, die Fehler aus der Vergangenheit wieder gut zu machen. Und auch wenn du nicht immer viel Zeit für die drei hast, so wissen sie trotzdem im Grunde, dass du sie liebst. Und es gab so viele Situationen, wo du mir beigestanden hast, obwohl wir nicht mal ein Paar waren. Du hast mir so oft geholfen, egal wie verrückt ich mich aufgeführt habe, oder wenn ich mal wieder das ganze Haus in Chaos gestürzt habe. Maxwell, sei doch mal ehrlich zu dir selbst. Was wir beide füreinander fühlen, das ist echt. Wir beide und die Kinder, wir könnten eine richtig glückliche Familie werden, so wie wir es im Grunde die letzten Jahre schon immer waren."
"Stop, Fran! Wir beide müssen uns der Realität stellen. Wir können nicht zusammen sein, egal was wir füreinander fühlen. Ich bitte dich Fran! Gib Nigel noch eine Chance. Du warst doch so glücklich mit ihm. Ich bin sicher, ihr beide könntet ein glückliches und zufriedenes Leben miteinander führen."
Fran blickt ihn entsetzt an. Sie begreift nicht was mit ihm los ist.
