Nimmt er es wieder zurück?
Fran springt auf und schreit Maxwell an.
"Max, was ist los mit dir? Warum willst du mich mit aller Macht dazu drängen Nigel zu heiraten? Das kann doch nicht das sein, was du wirklich willst?!"
Maxwell schluckt. Natürlich ist es nicht das, was er wirklich will. Aber er kann auch nicht einfach über seinen Schatten springen.
"Glaub mir, Fran! Es ist für alle Beteiligten das Beste. Du selbst hast vorhin noch gesagt, dass du heute Morgen noch wild entschlossen warst, es nochmal mit Nigel zu versuchen. Es ist für uns alle die beste Lösung."
Fran starrt ihn fassungslos an.
"Für uns alle die beste Lösung? Hörst du dir eigentlich selbst zu, was du da für einen Mist redest? Und ich dachte, du liebst mich."
Sie kämpft mit den Tränen. Frans verletzten Gesichtsausdruck zu sehen, tut Maxwell unheimlich weh. Er windet sich.
"Das hat doch damit nichts zu tun, Fran. Ich versuche einfach nur vernünftig zu sein."
"Und was war denn das zwischen uns für dich? Unsere gemeinsame Nacht und das vorhin? War das alles für dich einfach nur ein riesengroßer Fehler, der niemals hätte passieren dürfen?! Weißt du, ich dachte, diesmal meinst du es wirklich ernst, dass ich dir wirklich etwas bedeute und dass es dir diesmal wirklich ernst ist zwischen uns beiden. Aber es ist genauso wie früher. Du nimmst deinen Liebesschwur also wieder mal zurück!"
Maxwell schweigt und schaut betreten auf den Boden. Fran fühlt sich wie vor den Kopf geschlagen. Sie hält es keine Minute länger in diesem Haus aus. Abrupt macht sie auf dem Absatz kehrt und rennt zur Tür. Sie ist schon fast draußen, als Maxwell aus seiner Starre erwacht und ihr nachläuft.
"Fran warte! Bitte geh nicht!"
Fran dreht sich zu ihm um.
"Warum Maxwell? Was soll ich denn noch hier? Du hast deinen Standpunkt sehr deutlich gemacht."
"Bitte, Fran, versuch mich doch zu verstehen. Lass es mich dir wenigstens erklären. Ich möchte nicht, dass wir im Streit auseinander gehen."
Fran gibt nach und die beiden gehen wieder zurück zur Couch. Auffordernd sieht Fran ihn an.
"Also bitte, was hast du mir zu sagen? Warum bestehst du unbedingt darauf, dass ich Nigel heirate? Warum hast du nicht den Mut, mit mir gemeinsam für unsere Liebe zu kämpfen? Ich weiß, dass es nicht einfach werden wird. Aber wir beide könnten es zusammen schaffen."
"Versteh doch, Fran. Für mich ist die Situation um einiges verzwickter als bei dir. Dass eine Frau den Mann verlässt, kommt jeden Tag hunderte Male vor. Und ich bin sicher, dass Nigel das auch irgendwann verkraften würde. Auch wenn es für ihn vielleicht eine ungewöhnliche Erfahrung ist, dass er mal derjenige ist der abserviert wird. Aber zwischen Nigel und mir, das ist eine ganz andere Geschichte. Nigel ist mein Bruder, mein kleiner Bruder. Mein ganzes Leben lang habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, mich um ihn zu kümmern und ihn zu beschützen. Ich war immer derjenige, der für ihn da war. Als wir Kinder waren, habe ich alles getan, damit er und Jocelyn nichts von den Streitigkeiten unserer Eltern mitbekommen, damit sie nicht damit belastet werden. Ich habe ihn immer aus der Patsche geholfen, wenn er mal wieder in Schwierigkeiten war. Ich habe immer die Lehrer, Nachbarn oder wen auch immer besänftigt , wenn er mal wieder irgendwelchen Bockmist gebaut hat. Und ich habe ihm immer den Kopf gewaschen, wenn er wieder dabei war, sich auf irgendeine dubiose Geschäftsbeziehung einzulassen oder sich wieder in irgendein Liebesabenteuer gestürzt hat. Ich habe es immer als meine Verantwortung angesehen, dafür zu sorgen, dass es ihm gut geht, bis heute. Und ihm die Frau auszuspannen, gehört ganz gewiss nicht dazu."
