VI
"Der neue große Held!"
M:"Wow, das ist irgendwie spannend und aufregend."
C:"Danach prügeln wir uns öfters und es ging halt wirklich hauptsächlich um Tifa."
M:"Als das typische Gerangel von pubertierenden Jungs."
C:"Ja, kann man schon sagen. Nur dass ich angeblich immer anfing. Daran hatte sich nichts geändert."
M:"Aber du hast es ja dennoch geschafft, irgendwie einen guten Eindruck bei Tifa zu machen. Wie hast du es angestellt trotz des Verbotes von Tifa's Vater?"
C:"Tja, anscheinend habe ich es wirklich geschafft. Unbewusst."
M:"Dann erzähl uns bitte, wie du es geschafft hast. Wir wollen alles wissen."
Während ich mich weiter wie bisher verhielt, versuchte Emilio mit Süßraspel und Geschenken ihr Interesse auf sich zu lenken. Ich habe ihn oft beobachtet, wie er an der Tür der Lockharts stand und mit einem vollen Korb, Tifa bat, mit ihm auf ein Picknick zu gehen. Der Korb war sicher immer gespickt mit Leckereien seiner Mutter.
Wenn ich mich nicht in den Wäldern aufhielt, verzog ich mich in die Ställe der Chocobo Ranch. Dort half ich den Stallburschen mittlerweile aus und verdiente mir bisschen Gil dazu. Ich mochte die Chocobos. Oft lag ich einfach nur dort im Stroh und lauschte ihrem rascheln und scharen zu.
Auch Tifa musste es spitz bekommen haben, dass ich mich dort öfters aufhielt. Oder meine Mutter hatte mal wieder gequatscht. Denn eines Nachmittags kam sie unerwartet und schmiss sich einfach so neben mir in den Haufen Stroh, in dem ich grad ein Nickerchen machte. Ich schreckte auf und schaute sie an.
"Hier steckst du also.", sagte sie und legte sich frech einfach neben mich.
"Was suchst du hier?", fragte ich sie und starrte sie mit großen Augen an.
Sie lächelte frech und meinte nur, dass sie mich gesucht hat und sie überaus glücklich, mich gefunden zu haben.
"Warum suchst du mich? Ist Emilio langweilig geworden?", fragte ich und fühlte mich auf irgendeiner Weise stolz, dass sie nun dort war. Sie rollte ihre Augen und gab mir zu verstehen, bloß nicht von ihm zu reden.
"Ich bin froh ihn mal nicht, um mich zu haben. Wenn das so weitergeht, bin ich bald kugelrund."
Beide fingen wir an zu lachen. Allein die Vorstellung, dass Tifa wie ein Ball rumkullert wäre schon lustig.
"Deine Mama hat mir übrigens verraten, dass du hier steckst, da bin ich hierher geschlichen."
"Geschlichen?", fragte ich überrascht.
Daraufhin meinte sie, es müssen weder ihr Vater noch Emilio wissen, wo ich mich aufhalte. Wie recht sie doch hatte. Ich konnte mir hier nicht auch noch Ärger erlauben.
Sie begann zu lachen und fragte mich, ob ich fürs Schlafen Gil bekomme. Ich meinte nur, dass ich gerade mal ausnahmsweise ein Nickerchen gemacht habe, wobei sie mich erwischt hatte.
"Und ja, ich verdiene mir etwas Gil dazu. Fürs pflegen der Chocobos und reinigen der Ställe.", fügte ich noch stolz hinzu. Ja, ich war stolz darauf, etwas gefunden zu haben, was mir Spaß machte und mein Gildbeutel füllte. Ihr schien der Gedanke auch zu gefallen und sie ließ sich nicht davon abhalten, es sich ebenfalls im Stroh bequem zu machen.
"Es ist echt schön hier."
Ich grinste und legte mich einfach wieder zu ihr. Sie hat recht. Es ist wirklich schön hier. Ich verriet ihr auch, dass ihr Kater sich ab und zu dort blicken ließ. Auch ihm gefiel es dort sehr. Sie war erstaunt, das zu hören.
"Ja er ist sehr talentiert hier unerwünschtes Ungeziefer fernzuhalten. Deshalb ist er hier wirklich gern gesehn.", munterte ich sie auf, um ihr zu versichern, dass es ihm wirklich gut geht. Sie schloss die Augen und genoss es einfach, in diesem Moment dort zu sein. Bei mir. Ich beobachtete sie noch eine ganze Weile wie ein Vollidiot, bis sie mich aufforderte, sich zu ihr zu legen und einfach den Moment zu genießen.
'Wie bescheuert bin ich nur. Sie hat wohl gemerkt, dass ich sie anstarrte.'
Aus tat ich ohne Murren, was sie von mir verlangte. Mein Herz raste wie wild.
'Warum macht sie mich so nervös?'
Als ob sie meine Nervosität spürte und gefallen daran hatte, rollte sie sich an mich und legte ihren Arm um mich.
Ich erstarrte unter ihrer Berührung.
'Tifa, verdammt was tust du?'
"Oh, tut mir leid, ich nimm…"
"Schon gut, lass ruhig…Ich…bin es nicht gewohnt.", fing ich an zu stottern.
'Cloud verdammt reiß dich zusammen!'
Sie lächelte verlegen und schmiegte sich einfach noch dichter an mich. Ich versuchte meine Spannung etwas zu lockern, um ihre Nähe etwas zu genießen. Es dauerte nicht lange und ich fühlte mich sicher, legte meinen Arm über ihren Kopf und fing an, mit meinen Fingern an einer ihrer Haarsträhnen zu spielen. Ich weiß nicht, wie lange wir so da lagen, aber auch sie genoss meine Nähe. Zumindest machte sie nicht den Anschein, sich unwohl zu fühlen.
"Tifa, hast du keine Angst?", begann ich sie zu fragen.
"Warum? Weshalb sollte ich Angst haben?", fragte sie mich daraufhin.
"Na ja, so gut wie alle meiden mich. Ich denke, dass sie Angst vor mir haben."
Langsam setzte sie sich auf und schaute mich fragend an.
"Ich habe mich schon gefragt, warum sie es tun? Hast du etwas verbrochen? Selbst mein Papa hat mir verboten, dir näher zu kommen…", erzählte sie und schaute zwischen uns beiden hin und her.
"Denn frag ich mich, was du hier gerade tust?", fragte ich und schaute ebenfalls zwischen uns beiden hin und her. Sie legte ihre Stirn in Falten. Offensichtlich versuchte sie, sich an etwas zu erinnern, was ihr aber nicht zu gelingen schien.
'Tifa, erinnerst du dich an gar nichts mehr?'
"Die Ruhe hier genießen…bei dir… Das tue ich…", stotterte sie verlegen. Sie wirkte leicht verwirrt. Ich setzte mich auf und schaute sie stumm an.
'Tifa, es tut mir leid, was passiert ist. Es tut mir leid, dass du meinetwegen so leidest.'
Ich hatte irgendwie den Drang meinen Arm um sie zu legen, aber ich war mir nicht sicher, ob sie es wollte. Verstohlen tauschten wir uns gegenseitig verlegene Blicke, bis ich aufstand und mich am Hinterkopf kratzte. Ich spürte ihren Blick auf mich. Aber es war kein einfacher Blick. Irgendwas war anders. Wieder raste mein Herz.
'Verdammt was ist nur los? Was macht sie nur? Ich muss hier schleunigst weg.'
Vorsichtig gab ich ihr zu verstehen, dass ich noch arbeiten müsste. Auch sie wirkte nun sehr verlegen und meinte, mich nicht weiter aufhalten zu wollen. Sie wollte gerade aufstehen, da hielt ich ihr netterweise meine Hand hin, um ihr aufzuhelfen. Dankend griff sie nach ihr und ich zog sie mit leichtem Ruck hoch, sodass sie direkt in meine Arme stürzte. Der Ruck war offensichtlich kräftiger als erwartet. Ich merkte, dass ich errötete. Auch sie trug eine rötliche Farbe über der Nase. Sie löste sich langsam aus meinem Arm, bedankte sich nochmals bei mir und verließ den Stall.
Ich beendete meine Arbeit so schnell ich konnte und holte mir mein Verdienst für diesen Tag ab und ging heim. Immer und immer wieder erinnerte ich mich an die kurzen Momente mit Tifa. Ich konnte schlecht verbergen, dass ich gerade glücklich war. Meine gute Laune brachte ich mit nach Hause, wo meine Mutter mich gleich drauf ansprach.
"Na, wer hat dir denn so deinen Tag versüßt?"
Ich lächelte nur. Nein, mehr noch. Ich grinste einfach. Ich musste wie der größte Volldepp ausgesehen haben. Während ich mich auf meinen Platz setzte, begann ich seit langem mal wieder eine richtig gute Unterhaltung mit meiner Mutter zu führen. Ich kam gar nicht mehr raus aus dem Erzählen, bis sich meine gute Laune umschlug und skepsis wieder die oberhand übernahm. Mein Strahlen war trüb. Auch meine Mutter bemerkte den Wandel meiner Gefühlslage sofort.
"Cloud? was ist los?", fragt sie besorgt.
Ich schaute nur starr zu Boden.
'Warum auf einmal dieses Glück? Ich habe nie dieses Gefühl von Glück verspürt. Und warum jetzt auf einmal?'
Ich schüttelte nur den Kopf und schaute meine Mutter finster an.
"Ich werde mich an diesem Glück nicht festhalten können. Irgendwas stimmt nicht.", gab ich meiner Mutter zu verstehen. Sie lächelte und versuchte mir zu erklären, dass ich nicht immer alles so negativ sehen soll und auch mal solche Dinge einfach genießen soll. Danach widmete sie sich wieder der Tageszeitung.
'Shinras Elite SOLDAT Rang 1. SEPHIROTH - Der neue große Held!'
Skeptisch schaute ich aufs Cover der Zeitung und fragte sie, was sie da liest.
"Die Tageszeitung.", antwortete sie mir und ließ sich nicht stören, sie wieder abzulegen.
""Mama, ich bin nicht blind, das seh ich. Aber seit wann liest du gerade diese Zeitung?", sagte ich genervt und deutete auf das Cover vorne. Sie drehte die Zeitung kurz um.
"Der Titel vorne klang sehr Interessant. Um genau zu sein, schaute dieser Sephiroth sehr spannend aus."
M:'beginnt zu lachen' "Sorry, klingt grad so, als gefiel deiner Mutter Sephiroth."
C:"Ihr gefiel nur der Artikel in der Zeitung" 'zischte angewidert' "Ich seh noch immer dieses Bild von ihm auf dem Cover mich anstarren, während sie weiter laß."
M:"Echt?"
C:"Wenn ich heute so darüber nachdenke, stellen sich mir meine Nackenhaare auf und mein ganzer Körper ist auf Kampf eingestellt. Aber damals empfand ich es anders. Seine ganze Erscheinung auf diesem Bild lockte mich."
M:"Wie alt warst du zu diesem Zeitpunkt?"
C:"15, fast 16."
M:"Ah, kommt ja nun fast der Zeitpunkt, an dem deine aufregende Reise begann."
C:"Richtig. Aber die Zeit bis dahin war nicht weniger ruhig. Auseinandersetzungen mit Emilio und den anderen waren noch immer häufig."
M:"Echt, oh man. Lebt der Kerl eigentlich noch? Mal was von ihm gehört?"
C:"Ich persönlich nicht und ehrlich gesagt, interessiert mich diese Person nicht. Aber Tifa hat von ihm gehört. Neulich wollte sie etwas von ihm berichten. Versteh nicht, warum sie das Bedürfnis hatte, mir gerade etwas von ihm zu erzählen."
M:"Hatte sie vielleicht die Hoffnung, dass du ihm verzeihst?"
C:"Ihm verzeihen? Sorry Tifa, wenn du zuhörst, kannst du lange drauf warten. Er war einer der Gründe, warum meine Kindheit so kaputt war."
M:"Verständlich. Er hätte vielleicht nur deine Entschuldigung annehmen müssen. Vielleicht wäre alles anders gewesen."
C:"Vielleicht. Er hätte sich allgemein einfach mal anders verhalten müssen. Und ehrlich sein. Aber Kumpels wären wir trotzdem nie geworden."
M:"Bitte erzähl uns, wie es weiterging, bis du Nibelheim verlassen hast."
Über Sephiroth und SOLDAT allgemein wurde immer häufiger berichtet. Es war fast so, als würde der SHINRA Konzern neue Rekruten suchen. Auch ich verschlang sämtliche Artikel davon. Ich malte mir oft aus, irgendwann selber SOLDAT zu sein und neben dem Helden Sephiroth zu stehen, um für die Sicherheit der Menschen zu kämpfen. Menschen, die mir lieb waren.
An meinem 16. Geburtstag saß ich mittags am Fluss und angelte für meine Mutter mal wieder einen Fisch, als Tifa mich fand und auf mich zukam.
"Hey, hier steckst du also.", sagte sie freudestrahlend und gesellte sich zu mir.
Ich drehte mich zu ihr und schenkte ihr nur einen kurzen, flüchtigen Blick, um mich dann wieder aufs Angeln zu konzentrieren. Freudig setzte sie sich zu mir und schaute mir gespannt über die Schulter. Zumindest glaubte ich das. Ein kurzer Blick zu ihr verriet mir, dass sie mich anschaute. Schon wieder warf sie mich damit aus der Bahn. Ich merkte, wie ich rot wurde und begann wieder zu stottern.
"Äh, hab ich… was im Gesicht?"
Sie grinste einfach und ihre Augen funkelten förmlich wie Sterne während sie mich einfach nur beobachtete
'Tifa, bitte lass das. Aber nein, hör auch nicht auf.'
"Nein, aber ich würde dir gern etwas geben.", sagte sie und ehe ich mich umsehen konnte, drückte sie sanft ihre Lippen an meine Wange. Mein Herz stolperte mehrmals in diesem Moment, bis es wieder seinen Rhythmus fand. Nur es schlug nach wie vor etwas schneller. Sie hielt ihren sanften Kuss lange an, bis sie sich vorsichtig und langsam wieder zurückzog, um mir im nächsten Moment eine kleine hellblaue Schachtel entgegen zu halten.
"Alles Gute zum Geburtstag, Cloud. Ich hoffe, er schmeckt dir."
Schockiert und wahrscheinlich leuchtend rot starrte ich sie an.
'Aaarrrrhhggg…..Tifa was machst DU!'
Ich bekam einfach kein einziges Wort heraus. Mein kompletter Verstand ist gerade durch die nicht vorhandene Tür verschwunden. Mein kompletter Körper fühlte sich an wie weich gewordenes Wachs und drohte dahinzuschmelzen. Sie lächelte verlegen und wartete auf Antwort und sprach mich nochmals an, etwas zu sagen. Als ich meinen Namen aus ihrem Mund hörte, wachte ich aus meiner Trance aus und bedankte mich bei ihr für ihr kleines Präsent, was nun in meiner Hand lag. Noch immer war ich nicht so ganz zurechnungsfähig, da ihr Kuss mich so aus der Bahn geworfen hatte, wirkte ich völlig neben der Spur.
"Nun probier ihn schon.", forderte sie und deutete auf die Schachtel.
"Äh…okay.", stotterte ich und fing an, an der Schachtel rum zu fummeln. Ich öffnete vorsichtig die Schleife, die sie wahrscheinlich mit viel Liebe gebunden hatte. Zumindest sah es so aus. Als ich den Deckel abnahm, kam mir der Duft von süßen Äpfeln und gebrannten Zucker entgegen.
'Oh der Duftet echt himmlisch. Wie der von Mama.'
Ich nahm das Stück Kuchen heraus und hielt ihn erstmal nur fest, um ihn genau anzuschauen.
'Den hat doch Mama gebacken…'
Erwartungsvoll beobachtete sie mich. Sie konnte es kaum erwarten, dass ich ihn probiere. Also biss ich hinein und ließ mir den Bissen schmecken. Er war wirklich köstlich.
'Den hat definitiv meine Mama gebacken. Zumindest hat sie Tifa dabei geholfen…'
Also fing ich an zu fragen.
"Hat Mama dir geholfen den zu backen?"
"Nein, den hab ich gemacht."
Ich biss nochmal ab und überlegte. Gut, er war wirklich etwas anders. Etwas mehr Zimt vielleicht? Aber er schmeckte wirklich sehr lecker. Ich teilte das Stück noch einmal und reichte die andere Hälfte ihr.
"Hast du den selber schon probiert?"
"Nein. Warum? Schmeckt er dir nicht?", fragte sie und wirkte leicht verunsichert.
Ich versuchte sie wieder aufzumuntern und sagte ihr, dass er mir besonders gut schmeckte. Aber sie wollte nicht das andere Stück nehmen. Sie meinte, es sei unhöflich, den Kuchen des Beschenkten zu kosten. Ich rollte meine Augen.
"Nun nimm schon. Ich teile einfach gern."
Sie erschrak leicht und nahm dann doch vorsichtig die andere Hälfte und ließ ihn sich schmecken.
'Ups, ich sollte etwas an meiner Ausdrucksweise üben. Wollte nicht, dass sie sich so erschreckt.'
Sie fing an über sich selbst zu kritisieren und meinte beim nächsten mal lieber mehr Vanilie zu nehmen statt Zimt. Ich lächelte
"Also ich finde ihn richtig gut. Als ob du wüsstest, dass ich die Zimtnote besonders gerne mag."
Sie errötete und fühlte sich geschmeichelt. Also schenkte sie mir ein herzerwärmendes Lächeln.
"Hm…habe den Tip mit dem Zimt von deiner Mama bekommen…", gab sie zu und schaute verlegen zur Seite. Wir beide fingen an verlegen um die Wette zu kichern und ließen uns den restlichen Kuchen gemeinsam schmecken.
M:"Ach wie süß, hatte Tifa also schon die ersten Annäherungsversuche gestartet. Wie toll. Sie war bestimmt mindestens genauso nervös wie du."
C:'lächelt verlegen' " Ja das hatte sie und ja das war sie. Wenn nicht sogar mehr. Aber so schön wie der Moment auch war, blieb es leider nicht so."
M:"Oh nein, die Nervensäge schon wieder?"
C:'schmunzelt bei der Ausdrucksweise des Moderators, wenn er Emilio meint' "Ausnahmsweise mal nicht."
Als wir zwei so da am Fluss saßen und den Kuchen genossen, fiel mir auf, dass schon seit Tagen kein Fisch mehr anbeißen wollte. Sehr ungewöhnlich. Betrübt schaute ich auf den Fluss und beobachtete meine Angelrute. Tifa bemerkte meinen nachdenklichen Blick auf den Fluss und hackte nach.
"Der Fluss ist schon seit Tagen so ruhig. Zu ruhig, um genau zu sein."
Sie verstand nicht so ganz, worauf ich hinaus wollte.
"Die Fische wollen schon seit Tagen nicht anbeißen. Aber auch die Wälder sind so ruhig."
Besorgt schaute sie mich an, bis wir beide plötzlich zusammen zuckten, da wir einen lauten Knall in der Ferne hörten.
"Was war das Cloud?"
"Klang nach einem Schuss."
Nach dem Knall folgte lautes und panisches Geschrei. Geschrei, was sich auf uns zubewegte. Mein Körper war in Alarmbereitschaft. Ich nahm meine Angel, stellte mich schützend vor Tifa und durchsuchte unsere Umgebung nach Gefahr.
"Meinst du nicht, wir sollten schnell ins Dorf zurückkehren?", fragte sie leicht zitternd und hielt sich an mich fest. Auch sie durchsuchte die Umgebung ab.
"Zu knapp, das schaffen wir nicht.", gab ich ihr zu verstehen, dass der Weg ins Dorf zu weit ist. Ich spürte die Schwingungen im Boden. Es war kein wildes Tier, das sich uns näherte, es war ein Monster.
"Cloud, ich habe Angst.", flüsterte Tifa und klammerte sich noch fester an mein T-Shirt.
Wieder ertönte ein Schuss. Diesmal ganz in der Nähe. Männer aus dem Dorf befanden sich mit Schrotflinten auf der Jagd.
"Verdammt Kinder was macht ihr hier!", schrie ein Mann uns an, der aus dem Busch sprang und uns entdeckte. "Seht zu, dass ihr ins Dorf kommt, aber schnell!"
Ich war wie angewurzelt und rührte mich nicht.
"Verdammt nochmal LAUFT!", schrie er noch, bevor das Biest ihn ansprang, ihn niederriss und über ihn herfiel.
Ein Monster, leise wie auf Katzenpfoten, flink und kraftvoll wie ein ausgewachsener männlicher Berpuma. Und Fänge wie ein Säbelzahn. Ich schaute auf meine Angel und wusste, dass ich mit ihr nicht viel anrichten würde, sollte das Monster uns bemerken.
'Verdammt, das einzige was ich machen könnte ist ihm mit meiner Angel im richtigen Moment einen kräftigen Schlag auf dem Kopf zu verpassen. Das wäre die einzige Chance für mich und Tifa, Zeit zu verschaffen, um ins Dorf zu rennen.'
Das Monster bleckte seine Zähne, als es uns entdeckte. Ich spannte sämtliche Muskeln an und wartete darauf, dass das Vieh einen Fehler machte. Mein Blick war hochkonzentriert und Adrenalin ließ meine Sicht rot färben. Es knurrte und fauchte, als es seinen Sprung auf uns wagte. Ich umklammerte fest meine Angel, holte so kräftig aus und ließ sie laut auf den Schädel des Monsters aufprallen.
'TREFFER!'
Ich jubelte innerlich, als ich sah, wie das Vieh benommen zu Boden fiel. Diesen Moment nutzte ich, indem ich nach Tifa griff und sie an mir vorbei zerrte, um sie dann zum leblosen Körper des Mannes am Boden schubste. Ich tat das, um ihr dann im Rückwärtsgang zu folgen, um meinen Blick nicht vom Bewusstlosen Vieh zu verlieren.
"Cloud, was hast du vor?", hörte ich Tifa hinter mir vor Angst zittern.
Meine Füße stießen auf die Schrotflinte des toten Mannes. Einen kurzen Blick hinunter versicherte mir, dass sie neben mir lag. Vorsichtig hob ich sie auf und entriegelte den Sicherheitsriegel, um die nächste Patrone zu laden. Gezielt hielt ich den Lauf der Flinte auf das Monster. Noch immer lag es benommen und leblos am Boden, doch wer wusste schon wie lange. Ich flüsterte Tifa zu, sie solle sich leise im Busch verstecken. Sie gehorchte und vertraute mir. Leise versuchte ich ihr zu folgen, aber ich verlor nicht meinen Fokus. Im nächsten Moment begann das Monster am Boden zu knurren und schüttelte sich, bis es mich entdeckte. Gerade wollte er sich auf mich stürzen, da löste ich reflexartig den Schuss der Schrotflinte. Durch den Rückstoß der Flinte fiel ich zu Boden, aber ich sah, dass das Vieh ebenfalls heulend am Boden lag.
'Mist nur ein Streifschuss! Der nächste muss sitzen'
Ich kontrollierte die Flinte und sah, dass noch genau eine Patrone vorhanden war. Ich stand auf ,nutzte den Moment, aus dem das Vieh mir gab, da es mit seiner blutenden Wunde abgelenkt war und lief auf ihn zu. Es bemerkte mich nicht, also Zielte ich genau auf seinen Kopf und schoss ohne zu zögern. Das Blut spritzte und traf auch mich etwas am Gesicht. Nun lag das Monster leblos am Boden.
Ich hörte Tifa weinen und ging auf sie zu, nahm ihre Hand und sagte ihr, dass wir uns schnellstmöglich auf den Weg machen sollten, um ins Dorf zu kommen. Sie nickte und beruhigte sich etwas. Völlig im Rausch lief ich mit ihr zurück. in der einen Hand die Schrotflinte und in der anderen Tifas kleine zarte Hand. Es muss seltsam ausgesehen haben, wie wir beide im Dorf ankamen. Ich mit dem verschmierten Blut des Monsters im Gesicht und der Schrotflinte und eine völlig verängstigte und verheulte Tifa. Wieder gefundenes Fressen für die anderen Dorfbewohner.
