20. Krieg oder Frieden?
Yuuji die Gelegenheit zu geben mit seinen neuen Brüdern alleine zu sprechen war sicherlich richtig, doch Megumi war trotzdem nicht ganz wohl dabei den anderen Jungen mit so vielen Halbflüchen alleine zu lassen. Zwar ging er nicht davon aus, dass diese ihm böswillig etwas antun würden, aber das musste nicht bedeuten, dass Yuuji durch diese Begegnung keinen Schaden davon tragen würde. Megumi an seiner Stelle wäre auch nicht gerade begeistert davon unter diesen Umständen all das über sich selbst zu erfahren und eine neue Familie kennenzulernen, die noch dazu so aussah wie sie nun mal aussah. Aber andererseits hatte Yuuji noch nicht so viele Erfahrungen mit Flüchen gesammelt wie er, für ihn würde es vielleicht keine Rolle spielen, dass seine neuen Brüder Halbflüche waren und viele von ihnen entsprechend aussahen….
Auf jeden Fall war das alles etwas, womit Yuuji alleine fertig werden musste. Es waren seine Brüder, nicht Megumis, er konnte ihm die emotionale Bürde all das verarbeiten zu müssen nicht abnehmen.
Während Yuuji also immer noch mit seinen neuen Brüdern zusammen am Tisch saß, blickte Megumi sich nach den anderen um. Die Zweitklässler standen zusammen und schienen irgendetwas untereinander zu bereden, der Kaiser hingegen schien mit Tsukumo, Higuruma und Nitta ihre aktuelle Lage zu diskutieren, und Kugisaki schien sich mit Yoshino zu unterhalten.
Ein weiterer Grund warum Megumi nicht glücklich darüber war, dass Yuuji alleine mit ihren Gastgebern sprach war der, dass er selbst so nun nicht mehr damit beschäftigt war sich um den pinkhaarigen Jungen kümmern zu müssen, also blieb ihm Zeit um nachzudenken, um alles, was geschehen war aufzuarbeiten, und das war etwas, was er eigentlich nicht tun wollte, denn… immerhin wurde von ihm erwartet weiter zu funktionieren.
„Hey…"
Megumi drehte seinen Kopf und stellte fest, dass Yoshino scheinbar sein Gespräch mit Kugisaki beendet hatte, da er nun auf einmal neben ihm stand und ihn erwartungsvoll anblickte. Megumi unterdrückte alle in ihm aufsteigenden Gefühle so weit es ging und erwiderte möglichst neutral: „Hey."
Yoshino fuhr sich durch seine das Gesicht verdeckenden Haare. „Also ich … wollte mich entschuldigen", meinte er dann zu Megumis Überraschung, „Für vorhin im Bus. Mir war nicht klar…."
Sag es nicht!
„Na ja, ich bin halt vom dem ausgegangen, was ich gesehen habe, und … Ich hatte eben einen falschen Eindruck von dir. Was du da gesagt hast … Ich weiß wie es ist, wenn man sich so fühlt. Kaputt und nicht richtig und anders als alle anderen…." Megumi konnte die Narben hinter den Haaren des anderen Jungen aufblitzen sehen. „Ich bin eigentlich auch der Meinung, dass Yuuji besseres als mich verdient hat", fuhr Yoshino fort, „Jemanden, der gut ist wie er und nicht so ist wie ich…."
Megumi wusste nicht was er darauf sagen sollte. Er war noch nie gut in solchen Situationen gewesen, mit anderen sozial zu interagieren war nun mal nicht seine Stärke, und dass er vorhin gewusst hatte, was er zu Yuuji sagen sollte, war in Wahrheit nur der Tatsache zu verdanken gewesen, dass sie sich in ähnlichen Situationen befunden hatten. Normalerweise war er wahrlich nicht gut darin anderen seine Gefühle zu offenbaren, und Trost zuzusprechen war wirklich nichts worin er besonders viel Erfahrung oder Erfolg vorweisen konnte. Und ganz abgesehen davon konnte er Yoshino nicht mal besonders leiden - er wollte ihre Narben nicht vergleichen oder gar Freundschaft schließen.
„Na ja, im Grunde will ich darauf hinaus, dass mir klar geworden ist, dass wir mehr gemeinsam haben als ich zunächst dachte", meinte Yoshino dann „Aber selbst wenn es nicht so wäre: Uns beiden ist Yuuji wirklich wichtig ist, was eigentlich ausreichen sollte damit wir uns vertragen. Also … Frieden?" Er streckte Megumi seine rechte Hand entgegen.
Megumi starrte die dargebotene Hand an als würde es sich um eine Schlange handeln. Ihm war nicht einmal klar gewesen, dass sie im Krieg waren, warum also sollten sie extra Frieden schließen?
„Natürlich akzeptiert er!", rief in diesem Moment Kugisaki, die offenbar dem ganzen Gespräch gelauscht hatte und Megumis halb von Hinten umarmte, als sie das verkündete, „Siehst du, ich hab dir ja gleich gesagt, dass Fushiguro in Ordnung ist, und du ihm nur eine Chance geben musst. Itadori ist ihm wichtiger als alles andere, auch wenn man das vielleicht nicht sofort bemerkt. Und alles andere wird sich im Lauf der Zeit schon fügen."
Sie grinste Yoshino bei diesen Worten überzeugt an und flüsterte Megumi dann drohend ins Ohr: „Mann, reiß dich gefälligst zusammen! Wozu versuche ich eigentlich euch auszusöhnen, wenn du zu stolz bist um eine dargebotene Hand zu schütteln? Versuch zumindest ein bisschen weniger auffällig eifersüchtig zu sein."
Was redet sie da? Ich bin nicht eifersüchtig! Vielleicht kann ich Yoshino nicht besonders leiden, aber ich kann die meisten Leute nicht leiden, das hat also überhaupt nichts damit zu tun, dass er als Yuujis Kuss-Freund auf einmal im Fokus von dessen Aufmerksamkeit steht… Was ja sowieso nicht wirklich wahr war. Yuuji war trotzdem mit ihm bis zu Getos Zimmer gegangen und hatte trotzdem davor auf ihn gewartet. Und er war trotzdem im Bus neben ihm gesessen, wenn auch Yoshino auf seiner anderen Seite gesessen hatte, und sich ständig an ihn gedrückt hatte wie ein liebebedürftiger Welpe, der….
Nun ja, vielleicht war er doch etwas eifersüchtig. Grundlos eifersüchtig, wie es schien.
Aber das war alles nur so, weil er sich so verletzlich fühlte wie noch nie zuvor in seinem Leben und kaum noch wusste wo Oben und Unten war.
„Ja", meinte er langsam, „Uns allen geht es vor allem um Itadori. Sein Wohl ist alles, was wichtig ist. Deswegen haben wir kein Problem miteinander." Yoshinos dargebotene Hand ergriff er aber trotzdem nicht.
„Fushiguro fasst andere nicht gerne an", behauptete Kugisaki, „Nimm das nicht persönlich, Yoshino."
Der Junge ließ seine Hand wieder sinken. „Klar", meinte er nur, „Solange wir uns einig sind, dass wir uns vertragen wollen."
„Das sind wir." Megumi hatte nicht vor mit irgendjemanden Streit zu suchen; sie hatten bereits genug Probleme.
„Hey, wir haben uns besprochen und sind übereingekommen, dass wir alle ein bisschen mehr trainieren sollten", meinte Okkotsu-Senpai, der in diesem Moment zu ihnen getreten kam, „Maki-san wäre bereit dir ein paar Grundlagen der Selbstverteidigung beizubringen, Junpei. Was euch beide angeht, Inumaki-san und ich trainieren gerne mit euch. Immerhin wurden unsere Vorbereitungen für das Austausch-Event unterbrochen, also können wir dort weitermachen, wo wir aufgehört haben, wenn ihr wollt…"
Wollen wäre der falsche Ausdruck.
„Ich würde gerne lernen wie man sich verteidigt", meinte Yoshino, „Ich will keine Last für Yuuiji sein."
„Und angesichts der Tatsache, dass alle hinter uns her sein dürften – von uralten Fluchmagiern über Flüche über die Jujujisten … trainieren wir natürlich bereitwillig weiter mit euch", meinte Kugisaki, „Und mir persönlich ist es lieber, wenn Maki andere als mich verprügelt, also ja, mit diesem Trainingsplan bin ich einverstanden."
Megumi nickte nur. Er konnte jeden Vorteil gebrauchen, wenn es darum ging gegen den wütenden Zen'in-Clan, die Flüche, die Sukuna befreien wollten, und vielleicht sogar diesen Kenjaku zu bestehen. Und er wusste, dass seine Senpais sehr starke Jujujisten waren, von ihnen zu lernen wäre eine Ehre. Für das Austausch-Event hatten sie sich eher auf Teamarbeit und sportliche Vorteile konzentriert, aber nun würden sie mehr brauchen als das, wenn sie diese Sache überstehen wollten. Dieses Mal ging es um alles oder nichts. Zeit auch entsprechend zu kämpfen.
„Und komm ja nicht auf die Idee beim Training den Macho raushängen zu lassen und Yoshino zu verprügeln, nur weil du es kannst", zischte ihm Kugsisaki noch überflüssigerweise zu.
Weil er nämlich niemals auf diese Idee gekommen wäre. Oh nein, garantiert nicht.
Kusakabe Atsuya hatte wahrhaft schon bessere Tage erlebt. Die gesamte Jujutsu-Gesellschaft war in Aufruhr, man sprach von Verrat und einem möglichen Bürgerkrieg - zwischen dem Kaiser und den restlichen Clans, ausgerechnet! Und als ob das nicht schon genug Alptraummaterial wäre, waren auch noch beinahe alle Schüler der Akademie verschwunden und galten als Flüchtige und Personen von Interesse – vor allem Itadori, Fushiguro und Okkutso, in dieser Reihenfolge.
Direktor Yaga war das alles wieder einmal vollkommen egal, seinen Panda hatte er ja immer noch, den konnte er immer noch unterrichten, und jetzt war auf einmal die Rede davon vor den Drittklässlern zu Kreuze zu kriechen und so die Ränge der Studierenden wieder aufzufüllen. Unnötig zu erwähnen, dass Atsuya gegen diesen Vorschlag war. Allein der Gedanke daran vor Hakari zu Kreuze kriechen zu müssen, brachte ihn dazu sich zwei Zigaretten gleichzeitig anstecken zu wollen.
Wenn sich jemand entschuldigen sollte, dann sollte er sich bei mir entschuldigen. Immerhin bin ich der Lehrer hier! Wenn er daran dachte, dass es gut möglich war, dass nichts von all dem, was geschehen war, passiert wäre, wenn die Drittklässler wie eigentlich vorgesehen beim Austausch-Event angetreten wären, wurde er noch wütender. Hakari und Hoshi war eine Schande für die Jujutsu-Gesellschaft, das wusste jeder, aber nun bekam er den Schwarzen Peter zugeschoben, weil er das ausgesprochen hatte, und sollte sie zurückholen. Dabei wäre es ihm eindeutig lieber, wenn er Zweitklässler zurückholen könnte. Okkotsu hätte sicher eine Idee wie man die Wogen glätten könnte ohne, dass er sich entschuldigen musste, und selbst wenn nicht, dann würde die kleine Zen'in einfach hingehen und Hakari für ihn verprügeln und so zur Vernunft bringen. Oh, was für eine Vorstellung….
Warum ist sie nicht hiergeblieben? Dass es Okkotsus blutendes Herz nicht aushält, dass seine Schulkollegen hingerichtet werden könnten, verstehe ich ja noch, aber Maki war doch immer vernünftig genug um sich von Ärger fern zu halten, der ihren Status gefährden könnte…. Ist das so eine Sache von wegen „wo du hingehst, da gehe ich auch hin"? Junge Liebe … wie lästig. Nicht, dass er mit Sicherheit wüsste, dass die beste Nahkämpferin der Akademie und der stärkste Jujujist ein Paar wären, doch Okkostu sah das Zen'in-Mädchen schon seit seiner Ankunft an der Akademie mit verliebten Kuhaugen an, und in letzter Zeit schienen sich die beiden zunehmend näher zu kommen, also war anzunehmen, dass da etwas lief - und warum sonst sollte jemand, der sonst für seine Klugheit bekannt war, alles wegwerfen, nur um einen Schulkollegen, der sowieso zum Untergang verurteilt war, beizustehen? Ich dachte immer, ich hätte ihr beigebracht klüger zu sein…
Aber vielleicht war sie mit ihm als Lehrer sowieso immer zum Untergang verurteilt gewesen. Wenn Atsuya bedachte was aus all seinen Versuchen Itadori am Leben zu erhalten geworden war, dann musste er zugeben, dass die alles für den Jungen nur noch schlimmer anstatt besser gemacht hatten und außerdem offenbar zu einem Bürgerkrieg geführt hatten.
Daran kann mir aber doch wirklich keiner die Schuld geben! Woher hätte ich wissen sollen, dass der Kaiser vollkommen durchdreht. Alles, was ich getan habe, war Kontakt zwischen ihm und den Sklavenjungen herzustellen, weil der Junge Verbündete gebraucht hat. Ich hatte keine Möglichkeit zu wissen was daraus werden würde.
All seine Manipulationsversuche .. und das war das Ergebnis. Das kommt davon, wenn man sich einmischt. Vielleicht stellt Yaga es doch klüger an, indem er sich nur um seinen Panda und sich selbst schert…
Es war von Anfang an ein Risiko gewesen Itadori dem Kaiser zuzuführen. Immerhin wusste jeder, dass Gojo seit dem er sich mit Geto zerstritten hatte, vorzugsweise alleine exorzierte und das auch immer voranmeldete, damit ihm auch ja niemand in die Quere kam. Itadori genau zu so einem vorgemerkten Exorzismus zu schicken, und das noch dazu ohne seinen Besitzer, den er zuvor anderweitig eingeteilt hatte, war kein unauffälliges Vorgehen gewesen, auch wenn offenbar niemanden aufgefallen war, dass er derjenige war, der das alles arrangiert hatte. Wie es zu erwarten gewesen war, hatte Itadori Gojos Interesse geweckt, so weit war noch alles nach Plan verlaufen, aber dann …
Nun Gojos Interesse an dem Jungen hatte nicht nur Geto am Rad drehen lassen (was an sich kein Problem gewesen wäre, Atsuya hatte den Kerl noch nie leiden können und war auch kein Fan des nicht-enden-wollenden Doramas zwischen ihm und dem Kaiser, verließ sich aber darauf, dass dieses Dorama nicht gleich zu Toten führte, weil es dann ja nicht mehr weitergehen könnte), sondern die Großen Familien erst recht misstrauisch werden lassen und in ihren Bemühungen Sukunas Gefäß loszuwerden bestärkt, da sie Itadori nun offenbar erst recht als Gefahr ansahen. Dass Fushiguro Itadori deswegen aus dem Austausch-Event heraushalten wollte, war ja noch einsichtig, und dass er dafür den Kaiser benutzte keine so schlechte Idee, denn immerhin entsprach sie im Grunde Atsuyas Grundgedanken, aber dass es dem Zen'in-Clan in der Folge gelang sie alle auszumanövrieren, nun, das war unvorhergesehen gekommen.
Ich war halt noch nie gut in diesem Intrigen-Spiel, es sollte mich nicht verwundern, dass Naobito mich ausmanövriert hat. Es war ein Fehler sich überhaupt einzumischen. Dabei hatten ihn die beiden Jungs einfach nur leidgetan. Fushiguro hatte wahrhaft genug für ein Leben mitgemacht, jetzt auch noch einen zum Untergang verurteilten Sklaven zugeteilt zu bekommen, war mehr als nur Pech, es war schlicht und einfach unfair. Diesen Sklaven am Leben erhalten zu wollen ohne dafür selbst viel tun zu müssen war ein natürlicher Instinkt gewesen, aber offenbar ein Fehler.
Es stimmt eben, dass keine gute Tat ungestraft bleibt. Siehe Hakari.
Und jetzt hatte ihm Iori auch noch wissen lassen, dass Mai lebendig und halbwegs unverletzt an der Kyoto-Akademie aufgetaucht war und berichtet hatte, dass sie von ihrer Schwester und deren Freunden zu einer Heilerin gebracht worden war. Und damit gab es jetzt wieder jemanden, der gegen den Kaiser, Itadori, Fushiguro und alle anderen aussagen konnte.
Warum hatten sie das kleine Miststück nicht einfach sterben lassen? Dass Maki Skrupel hatte ihren Zwilling unter die Erde zu bringen, verstand er ja noch, aber der Kaiser sollte es eigentlich besser wissen. Wie dachte er, dass er nach dieser Beweislage jemals wieder regieren könnte? Zeugen der Gegenseite verschwinden zu lassen sollte eigentlich zum Einmal-Eins der Herrschenden gehören. Aber Gojo Satoru war schon immer ein Schwächling gewesen, das ganze Geto-Dorama bewies das, allerdings war er leider trotzdem der stärkste Jujujist aller Zeiten, also plante er vielleicht mit roher Gewalt alles wieder in Ordnung zu bringen, und das … nun, das würde eben Bürgerkrieg bedeuten….
Sie hätten den Jungen gleich hinrichten und nicht auf Geto hören sollen, dann wäre uns das alles erspart geblieben…
Atsuya fingerte an seiner Zigarettenpackung herum und überlegte sich was er am Besten zu Hakari sagen sollte, das nicht zu demütigend wäre.
„Deine Hände zittern als stünde ein große Prüfung bevor, vielleicht solltest du mit dem Rauchen aufhören", meinte jemand neben ihm. Vor Schreck hätte Atsuya beinahe Zigaretten und Packung fallen gelassen.
„Nanami, verdammt, du hast mich erschreckt", beschwerte er sich dann, „Wo kommt du auf einmal her? Mann, du warst so lange verschwunden, ich dachte schon, du seist tot!"
Nanami Kento hatte die Jujujisten nach seiner Schulzeit verlassen und versucht ein magieloses Leben zu führen und war bei diesem Versuch letztlich gescheitert. Dass es das mondäne Leben überhaupt so lange durchgehalten hatte, war Atsuya ein Rätsel, Nanami war eigentlich nicht der Typ der Nichts tuend herumsitzen konnte. Er war ein Action-Junkie, und noch dazu einer, der sich die Welt um ihn herum zu Herzen nahm – also das genaue Gegenteil von Kusakabe Atsuya. Kaum, dass er in den Kreis der Jujujisten zurückgekehrt war, exorzierte er auch schon wieder massenhaft Flüche aus, und das meistens alleine, er war beinahe so schlimm wie der Kaiser, was das anging.
Vor einigen Monaten, kurz bevor der Fund von Sukunas Finger alles losgetreten hatte, war er zu einer Mission aufgebrochen, von der er nie zurückgekehrt war. Was seine kommentarlose Anwesenheit in der Akademie nun noch seltsamer machte.
Auf den ersten Blick wirkte er unverändert, sein kurzgeschnittenes blondes Haar saß perfekt, seine Sonnenbrille schirmte seine Augen ab, und sein Anzug war faltenlos. Keine Schramme war in seinem Gesicht zu erkennen und schmutzig war er auch nicht. Neu war allerdings das dunkle Stirnband mit dem Symbol darauf, das er trug.
„Bist du einer Sekte beigetreten oder zum Biker geworden, oder was soll das Ding da auf deinem Kopf?", fügte Atsuya also hinzu.
„Von Mode verstehst du eben nichts", erwiderte Nanami nur unbeeindruckt, „Aber ich bin nicht hier um Beleidigungen auszutauschen. Du weißt nicht zufällig wo ich den Kaiser oder Geto finden kann?"
Atsuya schnaubte. „Wenn du die suchst, kannst du dich hinten anstellen", erwiderte er, „Die sind zusammen mit meinen Schülern und Nitta - ausgerechnet der einzigen nützlichen Person auf dieser Akademie – auf der Flucht vor dem Rest der Jujutsu-Gesellschaft. Tsukumo steckt auch irgendwie mit drinnen, wie es scheint. Wie du siehst, hast du eine Menge verpasst, während du weg warst."
„Scheint so", meinte Nanami trocken, „Bürgerkrieg, ja?"
„Noch nicht, und hoffentlich auch niemals. Du kennst doch Gojo Satoru, der hat sicher einen verrückten Plan um alles wieder in Ordnung zu bringen in der Hinterhand", widersprach Atsuya, „Ich bin sicher in ein paar Wochen lachen wir über all das hier."
„Und bist du Teil dieses verrückten Plans?", wollte Nanami wissen.
„Wie kommst du denn darauf?", wehrte Atsuya ab, „Du weißt doch, dass ich mich aus Prinzip nicht einmische."
„Denn wenn es so wäre, dann würde ich gerne helfen, das ist alles", behauptete Nanami, „Du weißt, dass ich und Geto alte Freunde sind. Wenn er mich braucht…."
„Ich weiß von nichts, ehrlich", beharrte Atsuya.
„Bist du da sicher? Ich hatte nämlich immer den Eindruck, dass du und der Kaiser irgendwie befreundet seid. Und immerhin sind es, wie du richtig gesagt hast, deine Schüler, die verschwunden sind. Deine Erstklässler, die du überhaupt erst mit dem Kaiser in Kontakt gebracht hast", gab Nanami zurück.
„Woher weißt du das? Ich meine … wie kannst du das überhaupt wissen, du warst doch verschwunden?", wollte Atsuya alles andere als erfreut wissen, „Für wen arbeitest du? Du kannst ihnen versichern, dass ich nicht zu Gojos kleinen Rebellenkreis gehöre. Ich bin nur Lehrer, mehr nicht."
Nanami schenkte ihm ein unheilvolles Lächeln. „Ach? Wieso nur fällt es mir schwer dir das zu glauben?"
A/N: Oh-oh.
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