Jede Menge Geheimnisse!

Maxwell erwacht am nächsten Morgen mit einem angenehm warmen Gefühl. Er blickt nach unten und sieht Fran, die immer noch friedlich in seinen Armen schläft. Er träumt davon, jeden Morgen mit ihr aufzuwachen. Zärtlich beginnt er ihre Augen, Nase und ihren Mund zu küssen.

„Fran, Darling! Wach auf!"

„Mhhhh"

Sie blinzelt ihn verliebt an. Das war der schönste Start in einen Tag! Sie streichelt seine Brust und erwidert seine Küsse leidenschaftlich.

„Fran, hör auf!" grunzt Maxwell.

„Sonst kommen wir nie mehr aus dieser Suite raus."

„Oh ja, das wäre toll! Wir rufen den Zimmerservice und verbringen den ganzen Tag in diesem gemütlichen Bett!" Maxwell steht auf und tippt ihr lachend an die Stirn.

„Du hast ziemlich verrückte Ideen in deinem ziemlich klugen Kopf! Und so verlockend das auch klingt…Wir haben eine Familie, die sehnsüchtig auf unsere Rückkehr wartet, genauer gesagt drei Kinder, die sich darauf freuen den Tag mit ihrer geliebten Nanny zu verbringen."

Fran seufzt gespielt.

„Maxwell Sheffield! Weißt du, was ich an dir überhaupt nicht mag?" Er sieht sie neugierig an.

„Wenn du so furchtbar vernünftig bist und auch noch Recht hast!"

Sie gibt ihm einen letzten Kuss, sammelt ihre Klamotten zusammen und geht ins Badezimmer.

Auch Maxwell sammelt seine Sachen zusammen, schnappt sich seine kleine Tasche und zieht sich in das zweite, kleinere Badezimmer der Suite zurück. Er war frisch geduscht und angezogen und ist gerade dabei, sich die Haare zu kämmen, als...

„Aaaaaaaaa!"

Ein lauter Schrei ertönt aus dem anderen Badezimmer. Maxwell rennt sofort herbei, um nachzusehen.

„Fran, geht es dir gut? Ist etwas passiert?"

„MAXWELL SHEFFIELD! ICH WERDE DICH TÖTEN!"

Sie streicht ihre Haare zur Seite und deutet auf ihren Hals. Dort ist ein riesiger Knutschfleck. Maxwell kann nicht anders; er fängt an zu lachen, hört aber sofort auf als Fran ihn wütend anstarrt. Er versucht sie zu besänftigen.

„Nun komm schon, das ist alles nicht dramatisch. Du versteckst das Ding einfach unter deinen Haaren. (Er nimmt ihre Haare und legt sie ihr über die Schultern, sodass der Hals bedeckt ist) und zu Hause hast du sicher Kleidung, die diesen Fleck verdeckt. Außerdem weiß sogar ich, dass man so etwas mit dem richtigen Make-up kaschieren kann."

Fran gibt nach.

„Versprich mir nur, mich in Zukunft nicht aufzufressen!"

„Das wird schwer."

Als sie beide fertig sind, verlassen sie das Plaza und steigen in ein Taxi.

„Was sagen wir jetzt zu Hause?" fragt Fran.

„Ich bin sicher, dass inzwischen alle wach sind. Was, wenn mich jemand dabei beobachtet, wie ich reinschleiche?"

„Dann sagt einfach, du warst bei Mark zu Hause, ihr habt einen Film geschaut und seid beide eingeschlafen."

Fran runzelt die Stirn. Sie hat ernsthafte Zweifel, ob Niles und die Kinder diese Geschichte glauben würden. Aber ihr fällt auch keine bessere ein.

Als sie vor der Villa ankommen, nimmt Maxwell Fran in die Arme.

„Ich rufe Niles an und sage ihm, dass ich mit meinem Investor brunchen werde. Wir sehen uns später."

Die beiden verabschieden sich mit einem langen, intensiven Kuss. Maxwell streichelt ihr Gesicht.

„Die Nacht mit dir war magisch! Ich liebe dich!"

„Ich liebe dich auch!"

Fran steigt aus dem Taxi und winkt ihm hinterher. Dann geht sie in Richtung Haus. An der Haustür zieht sie ihre Schuhe aus. Barfuß schleicht sie ins Haus und die Treppe hinauf. Unbemerkt gelangt sie in ihr Zimmer.

Sie will sich gerade ausziehen, als es an der Tür klopft.

„Fran? Bist du schon wach?"

Fran erschrickt und traut sich nicht, einen Laut von sich zu geben. Gott sei Dank hatte sie die Tür abgeschlossen.

„Miss Margaret, ich nehme an, Miss Fine ist gestern Abend sehr spät nach Hause gekommen. Sie schläft bestimmt noch tief und fest. Übrigens, das Frühstück ist fertig."

Fran hält den Atem an und wartet, bis sie weg sind. Dann eilt sie ins Badezimmer, um zu duschen. Dabei schweifen ihre Gedanken immer wieder zur letzten Nacht zurück. Es war eine der schönsten Nächte ihres Lebens gewesen. Beschwingt macht sie sich fürs Frühstück fertig. Zur Sicherheit zieht sie sich einen Rollkragenpullover an.

„Guten Morgen allerseits!"

Gut gelaunt und fröhlich betritt Fran das Esszimmer. Sie ist am Verhungern und macht sich schnurstracks auf das Buffet zu. Niles starrt sie verdutzt an. Er war noch lange wach gewesen, hatte aber nicht gehört wie sie letzte Nacht nach Hause kam. Kann es sein, dass sie erst heute Morgen nach Hause gekommen ist? Aber dafür wirkt sie eigentlich zu ausgeschlafen. Und woher kam diese übertrieben gute Laune? Gegen das Strahlen in Frans Gesicht wirkt selbst das hellste Sonnenlicht dunkel. Diese Geschichte mit diesem Mark schien wohl ziemlich ernst zu werden. Oder steckte doch etwas anderes dahinter? Niles Neugierde erwacht. Seine beste Freundin hat höchstwahrscheinlich ein Geheimnis und er würde es aufdecken.

Fran bespricht derweil mit Brighton und Maggie, was sie heute unternehmen sollen. Brighton schlägt vor, in den Central Park zu gehen. Dort soll heute ein Wanderzirkus auftreten. Maggie und Fran gefällt die Idee.

„Okay, dann macht euch fertig. Wenn Gracie nach Hause kommt, gehen wir."

„Was ist mit Dad? Kommt er mit?"

„Das geht leider nicht, Miss Margaret! Euer Vater hat vorhin angerufen. Er hat eine Brunch-Verabredung mit seinem Investor." antwortet Niles.

Sein Blick fällt auf Fran. Irrt er sich oder wird ihr Grinsen noch breiter.

Fran und die Kinder haben das Haus schon eine Weile verlassen, als Maxwell nach Hause kommt.

„Schön, Sie zu sehen Sir! Waren Sie erfolgreich?"

„Oh, dieser Mann ist ein echt harter Brocken mit seinen Ideen und Erwartungen. Aber ich denke, die Mühe wird sich lohnen. Alle sagen, wenn er einen Scheck springen lässt, wird es ein großer sein. Wo sind Miss Fine und die Kinder?"

„Sie sind im Central Park, Sir. Dort tritt heute ein Wanderzirkus auf."

„Oh, das wird bestimmt ein toller Tag für die Kinder. Wissen Sie was, Niles?! Ich gehe auch in den Park und schaue nach, ob ich sie finden kann. Außerdem brauche ich dringend frische Luft und fröhliche Leute."

Niles starrt seinem Chef mehr als verdutzt hinterher. Seit wann hatte er Lust auf einen Zirkus und ein Faible für fröhliche Menschen? Und seit wann stürmt er davon, um bei den Kindern zu sein? Zugegeben dank Miss Fines Eingreifen hat er in letzter Zeit viel mehr Zeit mit den Kindern verbrachte als früher. Aber normalerweise würde er sich, bei der Aussicht dass die Kinder den ganzen Tag auf einem Ausflug sind, in sein Büro zurückziehen und die Ruhe nutzen. Er würde sich ganz seiner Arbeit widmen. Außerdem irritiert Niles noch eine andere Tatsache. Obwohl sein Chef noch immer kein Geld bekommen hat, war er überraschend gut gelaunt. Ein weiteres Rätsel, das es für ihn zu lösen galt.