Niles kleine Helfer!

Niles war überglücklich. Endlich ist sein Paket angekommen. Stolz trägt er es in sein Zimmer und reißt es auf. Das ist für ihn besser als Weihnachten. Er hat sich in einem Fachgeschäft neue Abhörgeräte bestellt. Die allerneuesten Modelle.

Er sieht sie sich genau an. Sie sind so klein, dass man sie problemlos überall verstecken kann und sie laufen mit Batterien. Die kleinen Kassetten haben eine Aufnahmezeit von 24 Stunden und können immer wieder verwendet werden. Natürlich hat das alles seinen Preis und seinen kleinen Helfer kosteten ein Vermögen. Aber wie soll er sonst herausfinden, was im Haus vor sich ging? Auf die Gegensprechanlage allein konnte er sich nicht mehr verlassen. Erstens gab es keine in Miss Fines Zimmer und trotz aller Bemühungen hatte er nichts über die mysteriösen Vorgänge der letzten Tage erfahren.

Im Grunde klebte er jede Minute buchstäblich mit dem Ohr an der Gegensprechanlage, um zu lauschen, was sein Chef machte. Aber über alles, was er redete war sein Geschäft. Und es wurde noch seltsamer, wenn Miss Fine mit ihm im Büro war. Niles hatte große Hoffnungen, dass Maxwell mit ihr über sein Privatleben sprechen würde, aber sie sprachen nur über die Kinder, Miss Fines Verwandte oder den Tag. Außerdem hatte Niles das Gefühl, dass sie sich über ihn lustig machten. Oft hörte er ihnen unfreiwillig zu, wenn sie irgendwelche Witze auf seine Kosten machten. Niles wurde klar, dass sie irgendwie immer zu wissen schienen, wenn er sie belauschte. Trotzdem wurde Niles das Gefühl nicht los, dass Fran mehr wusste als er.

Niles kann es kaum erwarten, seine neuen Babys in Aktion zu bringen. Er hofft, dass sich bald eine gute Gelegenheit ergibt. Er kehrt in die Küche zurück. Fran war dort und las eine Zeitschrift. Er stellt sie auf die Probe. Beiläufig teilt er ihr seinen Verdacht mit, dass ihr Chef sich in Wahrheit mit einer Frau trifft. Sie lacht und fand das völlig absurd. Sie spottet, dass er wahrscheinlich nicht einmal mehr weiß, wie man mit einer Frau flirtet, geschweige denn den Mut hat, sich einer Frau körperlich zu nähern.

Niles bemerkt jedoch, dass sie sichtlich rot wird und stottert. Das bestätigt seinen Verdacht, dass sie mehr weiß, als sie ihm erzählt.

Später sieht er sie ins Büro huschen. Niles eilt sofort zur Gegensprechanlage an, überzeugt, dass er etwas erfahren wird. Aber sie plappert nur über eine belanglose Geschichte mit Gracie und einem Klassenkameraden. Niles hat natürlich keine Ahnung, dass Fran, während sie die Geschichte erzählt, Maxwell eine Nachricht schreibt, in dem sie ihm mitteilt dass sie dringend privat und ungestört mit ihm sprechen muss. Sie verabreden sich für den Abend erneut im Plaza.

In ihrer Suite erzählt Fran Maxwell in dieser Nacht von Niles Verdacht.

„Er ist uns auf der Spur und kommt uns immer näher. Er wird nicht ruhen, bis er die ganze Wahrheit herausgefunden hat. Er ist fest davon überzeugt, dass du dich nicht mit einem Investor, sondern mit einer Frau triffst." Maxwell versucht, ruhig zu bleiben.

„Das überrascht mich überhaupt nicht. Niles und ich kennen uns beide schon sehr lange. Er musste mein Verhalten früher oder später durchschauen. Ich schätze, er durchschaut mich besser als jeder andere. Aber ich bin mir sicher, er würde nicht einmal im Traum daran denken, dass du die geheimnisvolle Frau bist."

„Vielleicht! Aber wie lange können wir diese Tatsache noch verbergen? Er wird sicher alles tun, um herauszufinden, wer diese Dame ist und du kennst Niles, wenn er auf einer Mission ist." Maxwell kann nicht anders. Er lacht.

„Oh ja! Ich weiß! Wir müssen im Haus einfach noch vorsichtiger sein, besonders wenn Niles in der Nähe ist. Kein Wort über unsere Liebe und kein Körperkontakt! Außerdem habe ich einen Plan."

Er flüstert Fran etwas ins Ohr und sie fängt an zu kichern.

„Das ist ziemlich grausam, Max. Trotzdem, du bist ein Genie!"

„Danke! Überhaupt nicht grausam. Reine Selbstverteidigung!"